Zuletzt überprüft: 04/07/2019

Rechte von Bahnreisenden

Die EU-Vorschriften für Fahrgastrechte von Bahnreisenden gelten generell für sämtliche Zugreisen und Bahndienste innerhalb der EU (In diesem Fall die 28 EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Malta und Zypern sowie Norwegen).

Die EU-Länder können bestimmte Bahndienste davon ausnehmen, etwa Züge im Inland (innerstädtischer Schienenverkehr, Nahverkehr, Regional- und Fernzüge) und internationale Züge, die außerhalb der EU eingesetzt werden oder dort enden. Erkundigen Sie sich, bevor Sie Ihre Reise buchen.

Das Bahnunternehmen oder der Fahrkartenverkäufer müssen Sie bei der Buchung über Folgendes informieren:

Während der Reise sollten Sie Informationen über an Bord verfügbare Dienste, Verspätungen, Sicherheitprobleme und Anschlusszüge erhalten. Bei Verspätungen oder Streichungen von Zügen müssen Sie in Echtzeit darüber informiert und über Ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt werden.

Probleme

So kommen Sie zu Ihrem Recht

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Rechte missachtet wurden, können Sie Beschwerde beim Bahnunternehmen einlegen, das innerhalb von 1 Monat antworten muss. Erhalten Sie innerhalb eines Monats keine oder keine zufriedenstellende Antwort, können Sie sich an die zuständige Behörde in Ihrem Landpdfen wenden. Diese sollte Ihnen ein unverbindliches Rechtsgutachten zur weiteren Vorgehensweise übermitteln.

Sie können auch versuchen, die Streitigkeit im Rahmen eines außergerichtlichen Verfahrens oder durch eine alternative Streitbeilegungsstelle klären zu lassen. Haben Sie Ihre Fahrkarte online gekauft, können Sie Ihre Beschwerde bei der Plattform zur Online-Streitbeilegung einreichen. Die Dienste für alternative Streitbeilegung und die Plattform sind in der EU ansässigen Personen vorbehalten.

Wenn Sie doch den Rechtsweg einschlagen möchten, können Sie Ihre Ansprüche im Europäischen Verfahren für geringfügige Forderungen geltend machen. Sie können auch die Gerichte des Landes mit Ihrem Fall befassen, in dem das Bahnunternehmen registriert ist. Welche Fristen für die Erhebung einer Klage gegen ein Bahnunternehmen bei einem einzelstaatlichen Gericht gelten, hängt von den nationalen Verjährungsvorschriften der einzelnen EU-Länder ab.

Unterstützung und Beratung im Zusammenhang mit ihren Fahrgastrechten erhalten Bahnreisende auch beim Europäischen Verbraucherzentrumen in ihrem Land.

Ihr Zug wurde gestrichen

Wenn Sie aufgrund eines annullierten Zuges mit einer Verspätung von über 60 Minuten am Zielort eintreffen würden, haben Sie das Recht:

Wenn Sie entscheiden, Ihre Reise wie geplant fortzusetzen oder eine Ersatzbeförderung zu Ihrem Zielbahnhof anzunehmen, haben Sie gegebenenfalls Anspruch auf Entschädigung.

Entschädigung – Annullierung

Sie erhalten keine Entschädigung, wenn

Ihr Zug hat Verspätung

Wird Ihnen mitgeteilt, dass Sie Ihren Zielbahnhof mit einer Verspätung von mindestens 1 Stunde erreichen, haben Sie folgende Rechte:

Wenn Sie entscheiden, Ihre Reise wie geplant fortzusetzen oder eine Ersatzbeförderung zu Ihrem Zielbahnhof anzunehmen, haben Sie gegebenenfalls Anspruch auf Entschädigung.

Entschädigung – Verspätung

Sie erhalten keine Entschädigung, wenn

Verlust, Beschädigung oder Verspätung von aufgegebenem Gepäck

An Bord dürfen Sie Gepäckstücke (einschließlich Haustieren) mitführen, die leicht unterzubringen sind. Große und sperrige Gegenstände oder Haustiere, die anderen Fahrgästen Unannehmlichkeiten bereiten oder diese sogar verletzen könnten, geben Sie besser auf (informieren Sie sich in den allgemeinen Beförderungsbedingungen Ihres Bahnunternehmens). Aufgegebenes Gepäck wird im Gepäckwagen des Zuges transportiert.

Bei Verlust oder Beschädigung Ihres aufgegebenen Gepäcks haben Sie Anspruch auf Entschädigung, sofern das Gepäck nicht unangemessen verpackt oder für den Transport ungeeignet war. Bei verspäteter Auslieferung des aufgegebenen Gepäcks haben Sie ebenfalls Anspruch auf Entschädigung, es sei denn, die Verspätung ist auf einen Fehler Ihrerseits oder auf Umstände zurückzuführen, die sich der Kontrolle des Zugbetreibers entziehen.

Höhe der Entschädigung

Wenn Sie bei einem Zugunglück verletzt wurden oder Ihr Angehörige/r bei einem Zugunglück zu Tode gekommen ist, haben Sie Anspruch auf Entschädigung von bis zu 1400 Euro für verlorenes oder beschädigtes Handgepäck (gilt auch für Haustiere).

Sie wurden bei einem Zugunglück verletzt

Wenn Sie bei einem Zugunglück verletzt werden, haben Sie Anspruch auf Entschädigung in Form einer Vorauszahlung innerhalb von 15 Tagen nach dem Unfall zur Deckung Ihrer unmittelbaren Kosten.

Ein(e) Angehörige/r ist bei einem Zugunglück ums Leben gekommen

Als Angehörige/r eines bei einem Zugunglück ums Leben gekommenen Fahrgasts haben Sie Anspruch auf Entschädigung in Form einer Vorauszahlung innerhalb von 15 Tagen nach dem Unfall zur Deckung Ihrer unmittelbaren Kosten. Die Vorauszahlung beträgt mindestens 21 000 Euro pro Todesopfer.

Fragen und Antworten

EU-Recht

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