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Letzter Stand : 08/01/2018

Anlageprodukte

Wenn Sie Ihre Ersparnisse nicht einfach auf dem Sparbuch lassen, sondern investieren möchten, bieten Ihnen Banken und Versicherungsgesellschaften typischerweise Finanzprodukte, Investmentfonds und Versicherungspolicen mit einem Anlageelement an – sogenannte verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte (PRIIP). Anders als beim Sparguthaben unterliegen der Wert und die Rendite von Anlageprodukten allerdings teils erheblichen Schwankungen.

Es ist jedoch nicht immer offensichtlich, welche Erträge Sie erwarten können und mit welchen Risiken Sie rechnen müssen, da Anlageprodukte recht komplex sein können. Die EU-Rechtsvorschriften stellen sicher, dass Sie vor dem Kauf eines Anlageprodukts umfassend informiert werden, damit Sie sich der Art und Größenordnung des eingegangenen Risikos voll bewusst sind.

Diese Vorschriften gelten nicht für Betriebsrentensysteme, direkte Investitionen (z. B. Aktien), Investmentprodukte für professionelle Anleger sowie für Lebensversicherungsprodukte ohne Anlageoption für Kleinanleger, bei denen Auszahlungen nur im Todesfall oder bei Arbeitsunfähigkeit erfolgen.

Grundlegende Informationen zur Erläuterung der Investition

Bevor Sie ein Anlageprodukt erwerben, muss die verkaufende Person oder Organisation Ihnen ein Basisinformationsblatt zur Verfügung stellen. Dieses Standarddokument ist so konzipiert, dass es klare Aussagen über die Merkmale, Risiken und Kosten des Anlageprodukts macht, für das Sie sich interessieren.

Das Informationsblatt, das Sie erhalten, darf höchstens drei DIN A4-Seiten umfassen und muss folgende Informationen enthalten:

  • allgemeine Angaben zum Verkäufer sowie dessen Kontaktdaten
  • Beschreibung des Anlageprodukts: Zweck und Funktionsweise
  • Erläuterung der wichtigsten Ertragsfaktoren
  • Laufzeit des Anlageprodukts, Fälligkeit und Bedingungen für die Auflösung der Anlage
  • Risikoklasse des Anlageprodukts (auf einer Skala von 1 bis 7)
  • höchster möglicher Verlust an eingesetztem Kapital sowie 4 plausible Renditeszenarien: Krisenszenario, pessimistisches, neutrales und optimistisches Szenario
  • Tabelle zur Veranschaulichung der aggregierten Kosten Ihrer Investition in absoluten und Prozentzahlen
  • Tabelle mit Angaben zu einmaligen Kosten (etwa Ein- und Ausstiegsgebühren), wiederkehrenden Kosten (wie jährliche Portfolio-Transaktionskosten) und Nebenkosten wie Performance-Gebühren – jeweils dargestellt als Prozentzahlen
  • Beschwerdemöglichkeiten mit Link zur einschlägigen Website sowie Postanschrift und E-Mail-Adresse für die Einreichung von Beschwerden

Zeit zum Vergleichen und Auswählen

Anhand des Basisinformationsblatts können Sie Anlageprodukte unterschiedlicher Anbieter leicht vergleichen und das Ihrem Bedarf am besten entsprechende Produkt auswählen.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie das Basisinformationsblatt so rechtzeitig erhalten, dass Sie über genügend Zeit zur Prüfung Ihrer Wahlmöglichkeiten verfügen, bevor Sie durch einen Vertrag oder ein Angebot gebunden sind. Selbst wenn Ihnen eine Bedenkzeit eingeräumt wird, muss Ihnen der Verkäufer des Anlageprodukts das Basisinformationsblatt vor der Unterzeichnung eines Vertrages aushändigen.

Fallbeispiel

Das Informationsblatt kann bei der Auswahl des richtigen Anlageprodukts sehr nützlich sein.

Leonard wollte für seinen Ruhestand etwas Geld beiseitelegen. Er sprach mit seiner Bank über verschiedene Optionen. Die Bank schlug ihm vor, 150 Euro monatlich in einen besonderen Lebensversicherungssparvertrag einzuzahlen. Bei einem solchen Anlageprodukt habe er höhere Ertragschancen als bei einem normalen Sparkonto. Leonard bat um eingehendere Informationen zu dem Sparplan und erhielt das Basisinformationsblatt. Bei genauerer Prüfung des Dokuments sah er anhand der verschiedenen Renditeszenarien, dass er einen Teil seiner Ersparnisse verlieren könnte, wenn die mit dem Sparplan verknüpften Investitionen sich als unrentabel erweisen sollten. Daraufhin kontaktierte er seine Bank erneut und entschied sich für ein herkömmliches Sparkonto.

 

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