Zuletzt überprüft : 04/12/2018

Unlautere Preisbildung

In der ganzen EU müssen die Preise von Produkten so deutlich angegeben sein, dass Sie ähnliche Produkte leicht vergleichen und eine sachkundige Kaufentscheidung treffen können – unabhängig davon, wie die Produkte verpackt sind und wie viele Einzelpackungen gebündelt verkauft werden.

Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, den zu zahlenden Preis in ihrer Werbung und beim Verkauf unmissverständlich anzugeben.

Vollständige Preisinformation

Der Angebotspreis muss alle Steuern und Lieferkosten beinhalten. Wenn Zusatzkosten nicht im Voraus berechnet werden können, muss Ihnen auch das vor dem Kauf mitgeteilt werden.

Fallbeispiel

Steuern und Gebühren müssen im Gesamtpreis enthalten sein.

Stefaan aus Belgien fand auf der Internetseite einer Fluggesellschaft sehr günstige Flüge nach Spanien. Nach Abschluss der Online-Buchung hatte sich der Endpreis jedoch verdoppelt: er enthielt verschiedene Zuschläge, die während des gesamten Buchungsvorgangs an keiner Stelle angegeben worden waren.

Stefaan wandte sich an den Kundendienst des Unternehmens, wo man ihm sagte, dass der ursprüngliche Preis unverbindlich war. Ein Anruf beim belgischen Verbraucherzentrum bestätigte ihm jedoch, dass Fluggesellschaften zwar durchaus zusätzliche Kosten etwa für Gepäck oder Mahlzeiten an Bord berechnen dürfen, diese aber – neben allen anderen Zusatzgebühren, Steuern usw. – von vornherein angeben müssen. Zwingend anfallende Zusatzkosten wie Verwaltungs- oder Zahlungsgebühren sollten stets im anfangs genannten Preis enthalten sein.

Seitdem führt die betreffende Fluggesellschaft alle Preiszuschläge zu Beginn des Buchungsvorgangs unmissverständlich auf.

Wird etwas als „kostenlos" beworben, dürfen Ihnen keine anderen Kosten entstehen als

Leichter Vergleich – Preis je Maßeinheit

Auch sollten Sie Preise zwischen verschiedenen Marken und Packungsgrößen leicht vergleichen können, um etwa zu erkennen, wie viel Sie beim Kauf einer Großpackung Frühstücksflocken gegenüber einer Kleinpackung sparen.

Um Ihnen dies zu erleichtern, müssen alle Produkte nicht nur mit dem Packungspreis, sondern auch mit dem Preis je Maßeinheit – z. B. pro Kilo, pro Liter oder pro Stück – ausgezeichnet sein. Diese Angabe muss eindeutig sowie deutlich lesbar und erkennbar sein.

Dies gilt auch für Werbung mit einem Verkaufspreis.

Fallbeispiel

Prüfen Sie den Stückpreis des Produkts, das Sie kaufen möchten.

Nadine lebt mit ihrer fünf Monate alten Tochter in Luxemburg nahe der deutschen Grenze. Um Geld zu sparen, stellte sie Preisvergleiche für Windeln in verschiedenen Läden in Luxemburg und jenseits der Grenze in Deutschland an.

Ein deutscher Verkäufer bot die gleichen Windeln, wie sie sie in Luxemburg kaufte, zum selben Preis an. Bei näherem Hinschauen stellte Nadine jedoch fest, dass die deutschen Packungen 140 Windeln enthielten, während die Packungen in Luxemburg nur 90 Windeln enthielten, die damit deutlich teurer waren. Von nun an kaufte sie ihre Windeln immer in dem deutschen Laden.

Ausnahmen

Bei einigen Waren gilt die Verpflichtung zur Auszeichnung mit dem Einheitspreis nicht zwangsläufig, weil dies Verwirrung stiften könnte oder weil sich die Waren aufgrund ihrer Art oder ihres Verwendungszwecks nicht dafür eignen. Beispiele dafür sind:

Preisdiskriminierung ist nicht zulässig

Eine Preisdiskriminierung nur aufgrund von Staatsangehörigkeit oder Wohnsitzland ist nicht zulässig. Gewisse Preisunterschiede können jedoch gerechtfertigt sein, sofern sie sich auf objektive Kriterien – und nicht nur die Staatsangehörigkeit – stützen. Unterschiedliche Versandkosten können z. B. bedeuten, dass Sie in einem Land mehr für die Lieferung bezahlen als in einem anderen. Die Händler können jedoch weiterhin unterschiedliche Nettoverkaufspreise für verschiedene Verkaufsstellen wie Geschäfte und Websites festsetzen oder spezielle Angebote nur auf ein bestimmtes Gebiet innerhalb eines Mitgliedstaats begrenzen. Nach den EU-Vorschriften müssen derartige Angebote Verbrauchern aus anderen EU-Ländern offenstehen.

Keinerlei Rechtfertigung für unterschiedlichen Zugang zu Waren oder Dienstleistungen für Kunden aus verschiedenen EU-Ländern gibt es jedoch in den folgenden drei Fällen:

Wenn Händler mehrere länderspezifische Versionen der gleichen Website betreiben, z. B. Onlineshops, die Produkte in verschiedene Länder der EU verkaufen, sollten Sie wählen können, welche Version Sie besuchen wollen. Eine Weiterleitung zu einer bestimmten Länderversion der Website bedarf Ihrer ausdrücklichen Zustimmung. Eine solche Zustimmung sollten Sie darüber hinaus jederzeit widerrufen können.

EU-Recht

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