Zuletzt überprüft: 30/01/2019

Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen

Britischer Beschluss zur Anwendung von Artikel 50 EUV: Mehr Informationen

Wenn Ihr Unternehmen mehr als eine Art von Reiseleistungen verkauft, zum Beispiel Beförderung in Verbindung mit Unterbringung, Vermietung von Kraftfahrzeugen oder anderen Dienstleistungen für Touristen, haben Sie im Rahmen der EU-Vorschriften über Pauschalreisen verschiedene Verpflichtungen. Diese Vorschriften gelten für Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen.

Pauschalreisen

Als „Pauschalreise" werden alle Verkäufe bezeichnet, die mindestens zwei Arten von Reiseleistungen für dieselbe Reise/denselben Urlaub in einem einzigen Vertrag mit einem Anbieter umfassen. Dazu gehören auch Verkäufe, bei denen Leistungen bei verschiedenen Anbietern mit getrennten Verträgen gebucht werden, sofern eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

Die Kombination einer Reiseleistung wie Unterbringung und einer anderen touristischen Leistung (Führung oder Eintrittskarte für ein Konzert) kann nur dann als Pauschalreise bezeichnet werden, wenn die zusätzliche Leistung mindestens 25 % des Gesamtwertes der Reise ausmacht oder ein wesentliches Merkmal der Reise ist.

Ihre vorvertragliche Informationspflicht gegenüber dem Kunden

Sie müssen gewährleisten, dass der Kunde vor Abschluss des Pauschalreisevertrags alle wesentlichen Informationen erhalten ha. Dazu zählen:

Sie müssen dafür sorgen, dass der Kunde einen Link zum Standardinformationsblatt erhält, in dem er darüber informiert wird, dass ihm eine Pauschalreise angeboten wird , und in dem ihm seine wichtigsten Rechte dargelegt werden.

Änderung der Vertragsbedingungen, z. B. Preiserhöhungen

Kunden einer Pauschalreise können diese auf eine andere Person übertragen, sofern sie Sie innerhalb einer angemessenen Frist vor Beginn der Reise darüber informieren. Durch die Übertragung können ihnen zusätzliche Kosten entstehen.

Absicherung der Kunden (z. B. alternative Reisearrangements, Entschädigungen, Rückerstattungen)

Als Reiseveranstalter sind Sie für die ordnungsgemäße Durchführung aller im Pauschalpaket enthaltenen Reiseleistungen verantwortlich. Wenn eine Reiseleistung nicht vereinbarungsgemäß erbracht werden kann, müssen Sie gegebenenfalls für ihre Kunden alternative Reisearrangements treffen, ohne ihnen Mehrkosten zu berechnen. Eventuell müssen Sie auch Entschädigungen zahlen, wenn die Leistungen nicht den vereinbarten Standards entsprechen.

In einigen EU-Ländern sind je nach Ort des Reiseangebots nicht nur die Reiseveranstalter, sondern auch die Reisevermittler haftbar.

Verbundene Reiseleistungen

Verbundene Reiseleistungen sind Leistungen, die von verschiedenen Händlern auf der Grundlage separater Verträge gekauft werden, jedoch miteinander verbunden sind. Reiseleistungen gelten als verbunden, wenn ein Händler die Buchung einer oder mehrerer weiterer Dienstleistungen für den Zweck derselben Reise oder desselben Urlaubs vermittelt.

Der Begriff „verbundene Reiseleistungen" ist nur dann zutreffend, wenn es sich bei der Kombination von Reisedienstleistungen nicht um eine Pauschalreise handelt (siehe oben) und ein Anbieter Folgendes vermittelt:

Die Kombination einer Reiseleistung wie Unterbringung und einer anderen touristischen Leistung (Führung oder Eintrittskarte für ein Konzert) gilt nur dann als verbundene Reiseleistung, wenn die zusätzliche Leistung mindestens 25 % des Gesamtwertes der Reise ausmacht oder ein wesentliches Merkmal der Reise ist.

Sie müssen dafür sorgen, dass der Kunde einen Link zum Standardinformationsblatt erhält, in dem er darüber informiert wird, dass ihm eine verbundene Reiseleistung angeboten wird, und in dem ihm seine wichtigsten Rechte dargelegt werden.Das Standardinformationsblatt befindet sich in den Anhängen zur Richtlinie (siehe Link am Ende der Seite).

„Click-through"-Pauschalreisen

So genannte „Click-through-Pakete", also Online-Buchungen (Flüge, Unterkunft usw.), die von einem Kunden an verschiedenen Vertriebsstellen vorgenommen werden, gelten ebenfalls als Pauschalreisen, wenn der erste Dienstleistungsanbieter Namen, E-Mail-Adresse und Zahlungsdaten an den zweiten Anbieter weiterleitet und der zweite Vertrag innerhalb von 24 Stunden nach dem ersten Vertrag abgeschlossen wird.

Wenn zwischen den Anbietern keine Übertragung der Kundendaten stattfindet, gelten die Buchungen als verbundene Reiseleistungen.

Haftung für Buchungsfehler und Regressansprüche

Diese Vorschriften gelten für Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen.

Sie sind haftbar, wenn während des Buchungsvorgangs einer der folgenden Fälle eintritt:

Sie haften nicht für Buchungsfehler, die Ihrem Kunden zuzurechnen sind oder auf unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände zurückgehen.

Sie haben das Recht, bei Dritten, die zu dem Ereignis beigetragen haben, das den Schadenersatz, die Preisminderung oder sonstige Pflichten begründet, Regress zu nehmen.

Insolvenzschutz

Diese Vorschriften gelten für Pauschalreisen und verbundene Reiseleistungen.

Sie müssen in dem EU-Land eine Insolvenzabsicherung leisten, in dem Ihr Unternehmen seinen Sitz hat. So kann der Garantiegeber (Reisegarantiefonds, Versicherungsunternehmen oder anderes System im jeweiligen EU-Land) im Falle eines Konkurses die von Ihrem Kunden geleisteten Zahlungen erstatten und gegebenenfalls Reisende zurückbefördern, sofern die Beförderung bei der gebuchten Reise inbegriffen ist.

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