Zuletzt überprüft: 26/04/2019

Beschäftigte im Straßenverkehr

Britischer Beschluss zur Anwendung von Artikel 50 EUV: Mehr Informationen

Wöchentliche Arbeitszeit

Wenn Sie Arbeitnehmer für Beförderungsleistungen auf der Straße beschäftigen, müssen Sie sicherstellen, dass sie die wöchentliche Durchschnittsarbeitszeit von 48 Stunden einhalten. Sie können diese bei Bedarf auf bis zu 60 Stunden ausweiten. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn Ihre Mitarbeiter über einen Zeitraum von 4 Monaten durchschnittlich 48 Stunden pro Woche arbeiten.

Arbeitnehmer gelten als Beförderungspersonal, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

Für einen selbstständigen Kraftfahrer gilt als Arbeitszeit, wenn er an seinem Arbeitsplatz/beim Fahrzeug bleiben, den Kunden zur Verfügung stehen oder Verkehrstätigkeiten durchführen muss.

Als Arbeitgeber müssen Sie berücksichtigen, dass Ihre Angestellten höchstens 9 Stunden am Tag fahren dürfen. In Ausnahmefällen – zweimal pro Woche – dürfen Ihre Beschäftigten bis zu 10 Stunden pro Tag hinter dem Steuer sitzen. Insgesamt dürfen sie nicht mehr als 56 Stunden pro Woche fahren, und ihre Lenkzeit darf 90 Stunden innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen nicht überschreiten.

Fallbeispiel

Sie beauftragen einen Fahrer mit der Beförderung Ihrer Waren in ein anderes EU-Land. Während einer Woche fährt er 56 Stunden und verwendet 4 Stunden auf die Fahrzeuginstandhaltung, arbeitet also insgesamt 60 Stunden. Damit die EU-Vorschriften eingehalten werden, muss er in einer anderen Woche weniger als 48 Stunden arbeiten, da er während des 4-monatigen Bezugszeitraums die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden einhalten muss.

Pausen während des Arbeitstags

Ihre Beschäftigten sollten nicht länger als 6 Stunden ohne Unterbrechung arbeiten. Wenn Ihre Mitarbeiter zwischen 6 und 9 Stunden arbeiten, müssen sie eine Pause von mindestens 30 Minuten einlegen. Wenn sie länger als 9 Stunden arbeiten, müssen sie eine Pause von mindestens 45 Minuten einlegen.

Nach einer Lenkzeit von 4,5 Stunden müssen Ihre Fahrer eine zusammenhängende Pause von mindestens 45 Minuten oder eine Ruhezeit einlegen. Wahlweise können sie diese lange Pause auch in eine erste Pause von mindestens 15 Minuten und eine zweite Pause von mindestens 30 Minuten aufteilen.

Ruhezeiten

Sie müssen Ihren Beschäftigten eine tägliche Ruhezeit von mindestens 11 aufeinanderfolgenden Stunden gewähren, die höchstens dreimal pro Woche auf 9 Stunden reduziert werden darf. Sie können die tägliche Ruhezeit in zwei Teile aufteilen: die erste muss mindestens 3 Stunden, die zweite mindestens 9 Stunden dauern. Wenn Sie die tägliche Ruhezeit aufteilen, muss die Summe der beiden Zeiträume mindestens 12 Stunden betragen.

Ihre Beschäftigten sollten eine ununterbrochene Ruhezeit von 45 Stunden pro Woche einhalten, die jede zweite Woche auf 24 Stunden verringert werden darf. Wenn Sie die wöchentliche Ruhezeit verkürzen, müssen Sie mit Ihren Mitarbeitern Ausgleichsregelungen vereinbaren.

Ihre Beschäftigten müssen nach 6 aufeinanderfolgenden Arbeitstagen eine wöchentliche Ruhezeit einlegen. Wenn Ihre Busfahrer gelegentlich Passagiere befördern und mindestens 24 zusammenhängende Stunden in einem anderen EU- oder Nicht-EU-Land fahren, können sie die wöchentliche Ruhezeit aufschieben. Ab dem Ende der letzten wöchentlichen Ruhezeit dürfen sie bis zu 12 Tage warten.

Fallbeispiel

Sie besitzen ein Reiseunternehmen in Slowenien und wollen mit einigen Zwischenstopps in anderen EU-Ländern eine 10-tägige Busreise nach Portugal organisieren. Die Reise beginnt am 11. April und endet am 21. April. Ihr Busfahrer hatte am Wochenende vom 9. und 10. April eine 48-stündige Ruhezeit und beginnt am 11. April mit der Fahrt. Nach den Vorschriften über Ruhezeiten ist es ihm gestattet, seine wöchentliche Ruhezeit erst nach dem Ende der Busreise anzutreten. Seine Ruhezeit muss jedoch spätestens 12 Tage nach dem 11. April – also nicht nach dem 23. April – beginnen.

Nachtarbeit

Wenn Ihre Beschäftigten zwischen Mitternacht und 7 Uhr eine Tätigkeit ausüben, gelten sie als Nachtarbeiter. Wenn sie Nachtarbeit leisten, dürfen Ihre Beschäftigten pro 24-Stunden-Zeitraum höchstens 10 Stunden (einschließlich der Nachtschicht) arbeiten.

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