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Zuletzt überprüft: 02/07/2020

Roaming: Nutzung eines Mobiltelefons in der EU

Sind Sie vom Brexit betroffen?

Wenn Sie außerhalb Ihres Heimatlandes in ein anderes EU-Land reisen, entstehen Ihnen keine zusätzlichen Kosten für die Nutzung Ihres Mobiltelefons. Dies wird als „Roaming" oder „Roaming zu Inlandspreisen" bezeichnet. Ihre Anrufe (Mobilfunknummern oder Festnetznummern), Textnachrichten (SMS) und Datendienste werden zu Inlandspreisen in Rechnung gestellt, d. h. zu denselben Preisen wie Anrufe, SMS und Daten in Ihrem Heimatland.

Dasselbe gilt für alle Anrufe oder Textnachrichten, die Sie während ihres Auslandsaufenthalts erhalten – Ihnen entstehen keine Zusatzkosten für den Empfang von Anrufen oder Textnachrichten, während Sie Roaming nutzen, selbst wenn die anrufende Person einen anderen Anbieter nutzt.

Fallbeispiel

Keine Zusatzkosten für Roaminggespräche

Michael lebt in Irland und hat einen Vertrag mit einem irischen Mobilfunkbetreiber, wo er 0,10 € pro Minute für Anrufe und 0,05 € für SMS innerhalb Irlands zahlt. Wenn Michael auf Dienstreise in Spanien ist, muss er keine Preisaufschläge für Verbindungen mit EU-Rufnummern befürchten.

Anrufer aus Irland zahlen für Anrufe bei Michael den normalen Inlandstarif. Wenn er eine Nummer in Spanien, seine Familie in Irland oder eine Nummer in einem beliebigen anderen EU-Land anruft, zahlt er für diese Verbindungen den irischen Inlandstarif – 0,10 € pro Minute. Seine SMS innerhalb Spaniens, nach Irland oder in ein beliebiges anderes EU-Land kostet 0,05 € – genau wie zu Hause.

Was ist Roaming?

Roaming ist die Nutzung des Mobiltelefons bei gelegentlichen Reisen in ein anderes Land als das, in dem sie ihren Lebensmittelpunkt (Arbeit, Studium o. ä.) haben. Solange Sie mehr Zeit im Inland verbringen als im Ausland oder Ihr Mobiltelefon mehr zu Hause nutzen als im Ausland, gelten Sie als Roaming-Nutzer. Dementsprechend werden Ihnen für Ihre Anrufe, SMS und Datennutzung in der EU Inlandspreise berechnet. Dies wird als angemessene Nutzung der Roamingdienste angesehen.

Wenn Sie eine EU-Binnengrenze überqueren, wird Ihr Mobilfunkbetreiber Sie per SMS darauf hinweisen, dass Sie einen Roamingdienst in Anspruch nehmen, und Sie über seine Regelung der angemessenen Nutzung informieren.

Wenn Sie Ihr Mobiltelefon dauerhaft im Ausland nutzen, z. B. wenn Sie ins Ausland ziehen und weiterhin die SIM-Karte aus ihrem Heimatland benutzen, kann Ihr Mobilfunkbetreiber für das Roaming zusätzliche Gebühren in Rechnung stellen. Für diese Roamingentgelte gilt allerdings nach der Regelung der angemessenen Nutzung eine Obergrenze.

Regelung der angemessenen Nutzung – Ist meine Datennutzung begrenzt?

Mobilfunkbetreiber können die Regelung der angemessenen Nutzung anwenden, um sicherzustellen, dass alle Roamingkunden bei Reisen in der EU die Vorteile der Regeln für das Roaming zu Inlandspreisen nutzen können. Das bedeutet, Ihr Mobilfunkbetreiber kann mit fairen, angemessenen und verhältnismäßigen Kontrollmechanismen Missbrauch des Roaming durch Kunden verhindern.

Beim Roaming gibt es keine Volumenbeschränkungen für Anrufe und SMS. Für Anrufe oder SMS, die nicht in Ihrem Vertrag inbegriffen sind, gelten die gleichen Tarife wie in Ihrem Heimatland. Für die Datennutzung gibt es allerdings Vorschriften und Höchstgrenzen für Daten, die zum Inlandstarif abgerechnet werden. Diese Grenzen hängen von der Art Ihres Mobilfunkvertrags ab.

In bestimmten Fällen (siehe unten) müssen Sie für Datenmengen einen Roamingaufschlag in Höhe der EU-weiten Obergrenze für Vorleistungsentgelte entrichten (2020 sind das 3,50 €/GB zzgl. MwSt.).

Ich habe eine Prepaidkarte

Wenn Sie eine sogenannte Prepaid-Karte haben (also eine im Voraus bezahlte Guthabenkarte für Ihr Mobiltelefon), können Sie Ihr Mobiltelefon in anderen Ländern ohne Zusatzkosten nutzen. Wenn Sie allerdings pro Einheit zahlen und Ihr inländischer Einheitspreis für Daten unter 3,50 € pro GB liegt, kann Ihr Mobilfunkbetreiber beim Roaming das Datenvolumen begrenzen.

Falls Ihr Mobilfunkbetreiber eine Obergrenze für das Datenvolumen festsetzt, muss dieses mindestens dem Volumen entsprechen, das sich ergibt, wenn Ihr zu Beginn der Nutzung von Roamingdiensten vorhandenes Restguthaben durch 3,50 € geteilt wird. Sie erhalten also beim Roaming auf jeden Fall das im Voraus bezahlte Datenvolumen. Selbstverständlich können Sie auf Auslandsreisen Ihr Guthaben wieder auffüllen.

Fallbeispiel

Roaming mit einer Prepaid-Karte – Grenzen

Jana lebt in der Slowakei und hat für ihr Mobiltelefon eine Prepaid-Karte mit einem Guthaben von 20 € (einschließlich Mehrwertsteuer) für Anrufe, SMS und Datendienste. Zu Beginn ihres Urlaubs in Spanien beträgt das Guthaben auf ihrer Karte noch 12 € (ohne Mehrwertsteuer). Jana kann also während ihres Urlaubs in Spanien das dem Restguthaben auf ihrer Prepaid-Karte entsprechende Datenvolumen nutzen. Dieses beträgt mindestens 3,4 GB (12 € / 3,50 € pro GB = 3,4 GB).

Mein Vertrag sieht eine Obergrenze für das Datenvolumen vor

Wenn Sie einen Mobiltelefonvertrag mit begrenztem Datenvolumen haben, können Sie dieses Volumen ohne zusätzliche Kosten bei Reisen in der EU nutzen. Dieses im Vertrag zugestandene Datenvolumen ist beim Roaming also Ihre Obergrenze.

Wenn Ihr Vertrag sehr günstige mobile Datendienste (2020: weniger als 1,75 €/GB) vorsieht, kann Ihr Betreiber allerdings eine Obergrenze für die angemessene Nutzung von Datendiensten beim Roaming anwenden. Diese Grenze kann niedriger sein als Ihr im Inland zugestandenes Datenvolumen.

Sie ist abhängig von den Kosten Ihres Mobilfunkvertrags. Ihr Mobilfunkbetreiber muss Sie vorab über diese Obergrenze informieren und Ihnen mitteilen, wann Sie sie erreicht haben. Nach dem Erreichen dieser Grenze können Sie weiterhin Datenroaming nutzen, aber Ihr Betreiber wird Ihnen zusätzliche Gebühren in Rechnung stellen. Diese Zusatzgebühren dürfen höchstens der Preisobergrenze auf der Vorleistungsebene (2020: 3,50 €/GB zzgl. MwSt.) entsprechen.

Mein Vertrag sieht ein unbegrenztes Datenvolumen vor

Wenn Sie einen Mobilfunkvertrag haben, der die Zahlung einer festen monatlichen Gebühr für ein Leistungspaket mit unbegrenztem Datenvolumen vorsieht, muss Ihr Mobilfunkbetreiber Ihnen ein großes Datenvolumen für das Roaming zugestehen. Die genaue Datenmenge hängt davon ab, wie viel Sie für Ihr Mobilfunkpaket zahlen. Das Datenvolumen beim Roaming muss jedoch mindestens das Doppelte des Volumens betragen, das sich ergibt, wenn Sie den Preis Ihres Mobilfunkvertrags (ohne MwSt.) durch die Preisobergrenze auf der Vorleistungsebene (2020: 3,50 €/GB) dividieren.

Ihr Betreiber muss Ihnen mitteilen, welches Datenvolumen Ihnen für das Roaming zur Verfügung steht. Wenn Sie dieses Volumen während des Roamings überschreiten, entstehen Ihnen zusätzliche Kosten. Diese Zusatzgebühren dürfen höchstens der Preisobergrenze auf der Vorleistungsebene (2020: 3,50 €/GB zzgl. MwSt.) entsprechen.

Fallbeispiel

Vertrag mit unbegrenztem Datenvolumen – Roamingvolumen

Paulina zahlt in Luxemburg 40 € (ohne MwSt.) für Ihren Mobilfunkvertrag, mit dem sie unbegrenzt telefonieren, SMS verschicken und Daten nutzen kann. Im Urlaub in Italien gilt für sie keine Obergrenze bei Anrufen oder SMS und sie hat ein Datenvolumen von mindestens 22,8 GB (2 x (40 €/ 3,50 €) = 22,8) zur Verfügung.

Andere Verträge

Mobilfunkbetreiber können auch Verträge ohne Roamingdienste oder speziell gestaltete alternative Roamingverträge mit Tarifen anbieten, die nicht den EU-Regeln unterliegen, etwa für Reisen außerhalb der EU. Diese Art von Optionen müssen Sie jedoch ausdrücklich wählen.

Überwachung der Roaming-Nutzung

Im Rahmen der Regelung der angemessenen Nutzung kann Ihr Betreiber über einen Zeitraum von vier Monaten Ihr Roamingverhalten beobachten und kontrollieren. Wenn Sie innerhalb dieser Zeitspanne länger im Ausland waren als zu Hause UND ein größeres Datenvolumen beim Roaming genutzt haben als im Inland, kann Ihr Betreiber Sie kontaktieren und eine Klärung Ihrer Situation verlangen. Dafür haben Sie 14 Tage Zeit.

Wenn Sie nach Ablauf dieser Frist weiterhin mehr Zeit im Ausland als zu Hause verbringen und Ihre Roaming-Datennutzung die Nutzung im Inland weiterhin übersteigt, ist Ihr Betreiber berechtigt, einen Aufschlag für Ihren Roamingverbrauch zu erheben. Für diese Aufschläge gelten die folgenden Obergrenzen (ohne MwSt.):

Roaming für Grenzgänger

Wenn Ihr Wohnsitz und Ihre Arbeitsstelle in unterschiedlichen EU-Ländern liegen, können Sie sich für einen Mobilfunkbetreiber in einem der beiden Länder entscheiden. Roaming ist dann mit einer SIM-Karte aus Ihrem Wohnsitzland oder aus dem Land, in dem Sie arbeiten, möglich. Die Regelung der angemessenen Nutzung gilt, solange Sie sich mindestens einmal täglich in das Netz Ihres „heimischen" Betreibers einwählen; dies zählt als Anwesenheitstag in Ihrem Vertragsland (selbst wenn Sie sich an diesem Tag auch noch ins Ausland begeben).

Kann ich Roaming auf Schiffs- und Flugreisen nutzen?

Bei einer Schiffs- oder Flugreise sollten Ihnen keine zusätzlichen Kosten entstehen, so lange Sie sich in ein terrestrisches (landgestütztes) Mobilfunknetz einwählen. Wenn Sie Mobilfunkdienste über Satellitensysteme in Anspruch nehmen, gelten die EU-Regeln nicht mehr. Es werden Ihnen also die Kosten nicht regulierter Roamingdienste in Rechnung gestellt, für die keine Preisobergrenzen gelten.

Roaming außerhalb der EU

Roaming (insbesondere Datenroaming) außerhalb der EU kann ziemlich teuer sein. Erkundigen Sie sich also vor Reiseantritt bei Ihrem Mobilfunkanbieter nach den Preisen für Roaming außerhalb der EU, um hohe Rechnungen zu vermeiden.

Falls es Ärger gibt – Ihre Rechte als Verbraucher

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Anbieter Ihre Rechte verletzt hat, sollten Sie sich an Ihren Betreiber wenden und das vorgesehene Beschwerdeverfahren nutzen.

Falls dies nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führt, können Sie die zuständige Regulierungsbehörde Ihres Landesen kontaktieren – in der Regel die nationale Telekommunikations-Regulierungsbehörde –, die für die Lösung des Falls sorgen wird.

Fragen und Antworten

EU-Recht

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