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Zuletzt überprüft: 08/04/2019

Mehrwertsteuer im grenzübergreifenden Geschäftsverkehr

Britischer Beschluss zur Anwendung von Artikel 50 EUV: Mehr Informationen

Wenn Ihr Unternehmen seinen Sitz in der EU hat, unterliegt es je nach Land des Geschäftspartners und je nachdem, ob Sie mit Waren oder Dienstleistungen handeln, unterschiedlichen Mehrwertsteuerpflichten.

Wenn Sie zum Beispiel Waren an ein in einem anderen EU-Land tätiges Unternehmen mit Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer verkaufen, brauchen Sie dafür keine Mehrwertsteuer in Rechnung zu stellen. Wenn Sie dieselben Waren an einen Endverbraucher in der EU verkaufen, kann es sein, dass Sie die verkauften Waren mit dem im jeweiligen Land geltenden Mehrwertsteuersatz belasten müssen.

Durch Anklicken der nachstehenden Optionen erfahren Sie, welche Vorschriften jeweils für Sie gelten.

 

Ich möchte weitere Informationen zur Mehrwertsteuer im grenzübergreifenden Geschäftsverkehr

 

 

 

Verkauf von Waren an Unternehmen mit Sitz in einem anderen EU-Land

Wenn Sie Waren an ein Unternehmen in einem anderen EU-Land verkaufen, brauchen Sie keine Mehrwertsteuer zu erheben, wenn der Kunde eine gültige Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer hat.

Sie können dennoch von Ihnen entrichtete Mehrwertsteuer auf Waren und Dienstleistungen, die Sie speziell zu diesem Zweck eingekauft haben, als Vorsteuer abziehen.

Wenn Ihr Kunde keine gültige Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer hat, sollten Sie die verkauften Waren in der Regel mit dem in Ihrem Land geltenden Mehrwertsteuersatz belasten.

Es gibt eine Reihe wichtiger Ausnahmen von diesen Regeln.

 

Verkauf von Waren an Endverbraucher in einem anderen EU-Land

Wenn Sie Waren an Verbraucher in einem anderen EU-Land verkaufen, müssen Sie Ihr Unternehmen in der Regel dort registrieren lassen und Mehrwertsteuer zu dem dort geltenden Satz erheben, sofern Ihr Gesamtumsatz in diesem Land im betreffenden Steuerjahr die dort geltende Obergrenze übersteigt.

Mehrwertsteuer-Schwellenwerte für Umsätze in anderen EU-Ländern

(Letzte Aktualisierung: April 2018)

Mitgliedstaat Sonderregelung für den Fernabsatz
  Landeswährung Euro-Gegenwert*
Österreich

35 000 Euro

 
Belgien 35 000 Euro  
Bulgarien 70 000 BGN 35 791 Euro
Zypern 35 000 Euro  
Tschechische Republik 1 140 000 CZK 44 873 Euro
Deutschland 100 000 Euro  
Dänemark 280 000 DKK 37 595 Euro
Estland 35 000 Euro  
Griechenland 35 000 Euro  
Spanien 35 000 Euro  
Finnland 35 000 Euro  
Frankreich 35 000 Euro  
Kroatien 270 000 HRK 36 291 Euro
Ungarn   35 000 Euro
Irland 35 000 Euro  
Italien 35 000 Euro  
Litauen 35 000 Euro  
Luxemburg 100 000 Euro  
Lettland 35 000 Euro  
Malta 35 000 Euro  
Niederlande 100 000 Euro  
Polen 160 000 PLN 37 859 Euro
Portugal 35 000 Euro  
Rumänien 118 000 RON 25 305 Euro
Schweden 320 000 SEK 31 390 Euro
Slowakei 35 000 Euro  
Slowenien 35 000 Euro  
Vereinigtes Königreich 70 000 GBP 80 197 Euro
*Euro-Referenzwechselkurse, wie von der Europäischen Zentralbank am 23. März 2018 veröffentlicht (außer für Rumänien – der in RON angegebene Schwellenwert basiert auf dem für die Sonderregelung geltenden Euro-Gegenwert zum Wechselkurs am Tag des Beitritts, d. h. am 1.1.2007)

Es gibt eine Reihe wichtiger Ausnahmen von diesen Regeln.

Außerdem gelten für den Verkauf verbrauchsteuerpflichtiger Waren oder neuer Fahrzeuge (Kraftfahrzeug, Boot oder Luftfahrzeug) Sonderregelungen

 

Verkauf von Dienstleistungen an Unternehmen mit Sitz in einem anderen EU-Land

Wenn Sie Dienstleistungen an ein Unternehmen mit Sitz in einem anderen EU-Land verkaufen, brauchen Sie diesem in der Regel keine Mehrwertsteuer in Rechnung zu stellen. Ihre Kunden entrichten Mehrwertsteuer auf die erhaltenen Leistungen zu dem in ihrem Land geltenden Satz (unter Umkehrung der Steuerschuldnerschaft).

Sie können dennoch von Ihnen entrichtete Mehrwertsteuer auf Waren und Dienstleistungen, die Sie speziell zu diesem Zweck eingekauft haben, als Vorsteuer abziehen.

Es gibt eine Reihe wichtiger Ausnahmen von diesen Regeln.

 

Verkauf von Dienstleistungen an Endverbraucher in einem anderen EU-Land

In der Regel müssen Sie Ihren Kunden Mehrwertsteuer zu dem in Ihrem Land geltenden Satz in Rechnung stellen, außer bei Telekommunikations-, Rundfunk- und elektronisch erbrachten Diensten,en die stets im Land des Kunden besteuert werden (dem Land, in dem eine Privatperson ihren ständigen Wohnsitz hat oder in der Regel wohnt oder in dem eine nicht steuerpflichtige Person niedergelassen ist).

Es gibt eine Reihe wichtiger Ausnahmen von diesen Regeln.

 

Erwerb von Waren aus einem anderen EU-Land

Wenn Sie Waren für gewerbliche Zwecke aus einem anderen EU-Land beziehen, müssen Sie die Mehrwertsteuer auf die Transaktion zu dem in Ihrem Land geltenden Satz so ausweisen und abführen, als hätten Sie die Waren selbst verkauft.

In der Regel können Sie diesen Betrag später bei Ihrer Mehrwertsteuererklärung abziehen.

Es gibt eine Reihe wichtiger Ausnahmen von diesen Regeln.

 

Erwerb von Dienstleistungen aus einem anderen EU-Land

Wenn Sie Dienstleistungen für gewerbliche Zwecke aus einem anderen EU-Land beziehen, müssen Sie die Mehrwertsteuer auf die Transaktion zu dem in Ihrem Land geltenden Satz so ausweisen und abführen, als hätten Sie die Dienstleistungen selbst erbracht (unter Umkehrung der Steuerschuldnerschaft).

In der Regel können Sie diesen Betrag später bei Ihrer Mehrwertsteuererklärung abziehen.

Es gibt eine Reihe wichtiger Ausnahmen von diesen Regeln.

Diese Mehrwertsteuervorschriften sind in der gesamten EU anzuwenden. Sie gelten allerdings nicht für die folgenden Gebiete, die zu EU-Ländern gehören oder mit ihnen verbunden sind:

Sondergebiete

  • die Ålandinseln
  • die französischen überseeischen Departementsfr
  • das Gebiet von Büsingen
  • die Insel Helgoland
  • Berg Athos
  • Campione d'Italia
  • den zum italienischen Gebiet gehörenden Teil des Luganer Sees
  • Livigno
  • die Kanarischen Inseln
  • Ceuta
  • Melilla
  • die Kanalinseln
  • Gibraltar

Sehr wohl gelten sie für die folgenden Gebiete außerhalb der EU:

  • Monaco
  • die Insel Man
  • die britischen Militärbasen in Zypern

 

Verkauf von Waren an Kunden außerhalb der EU

Wenn Sie Waren an Kunden außerhalb der EU verkaufen, brauchen Sie keine Mehrwertsteuer zu erheben. Sie können jedoch von Ihnen entrichtete Mehrwertsteuer auf Waren und Dienstleistungen, die Sie speziell zu diesem Zweck eingekauft haben, als Vorsteuer abziehen.

 

Verkauf von Dienstleistungen an Kunden außerhalb der EU

Wenn Sie Kunden außerhalb der EU Dienstleistungen erbringen, brauchen Sie in der Regel keine Mehrwertsteuer zu erheben Allerdings kann ein anderes EU-Land Mehrwertsteuer erheben, wenn die Dienstleistung dort genutzt wird.

Sie können dennoch von Ihnen entrichtete Mehrwertsteuer auf Waren und Dienstleistungen, die Sie speziell zu diesem Zweck eingekauft haben, als Vorsteuer abziehen.

 

Erwerb von Waren von außerhalb der EU

Wenn Sie für Ihre Geschäftstätigkeit Waren von einem außerhalb der EU niedergelassenen Anbieter erwerben, müssen Sie in der Regel am Einfuhrort Mehrwertsteuer entrichten.

Wenn Sie steuerpflichtige Umsätze erzielen, können Sie diesen Betrag in der Regel in Ihrer nächsten Umsatzsteuererklärung abziehen.

 

Erwerb von Dienstleistungen von außerhalb der EU

Wenn Sie für Ihre Geschäftstätigkeit Dienstleistungen von einem außerhalb der EU niedergelassenen Anbieter erwerben, sollten Sie Mehrwertsteuer in der Regel zu dem in Ihrem Land geltenden Satz entrichten, so als hätten Sie die Dienstleistung selbst erbracht (unter Umkehrung der Steuerschuldnerschaft).

In der Regel können Sie diesen Betrag später bei Ihrer Mehrwertsteuererklärung abziehen.

 

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