Zuletzt überprüft : 11/07/2018

Zahlungen, Überweisungen und Schecks

Bei einer grenzüberschreitenden Zahlung in Euro, rumänischen Leu oder schwedischen Kronen innerhalb der EU darf Ihnen Ihre Bank nicht mehr berechnen als für eine gleichwertige nationale Transaktion. Diese Regelung gilt auch für Banken in EU-Ländern außerhalb des Euro-Raums.

Darunter fallen

Wenn Ihnen Ihre Bank in Ihrem Heimatland z. B. jedes Mal 1 Euro für eine Abhebung an einem Geldautomaten berechnet, der nicht zur Bankengruppe Ihrer kontoführenden Bank gehört, darf sie Ihnen denselben Betrag für eine Abhebung in einem anderen EU-Land berechnen.

Kartennutzungsgebühren

Wenn Sie in der EU etwas mit Ihrer Kredit- oder Bankkarte bezahlen, dürfen Händler oder Banken Ihnen keine Zusatzentgelte (Preisaufschläge) berechnen, nur weil Sie eine bestimmte Karte benutzen. Diese Regel gilt für alle Käufe (in Läden und online) in Ihrem Heimatland oder in einem anderen EU-Land.

Karten von American Express oder Diners Club sowie Firmenkreditkarten, bei denen Ihr Arbeitgeber an Ihrer Stelle die Rechnung erhält, fallen nicht unter die EU-Vorschriften über Zahlungsdienste. Daher können Ihnen für die Verwendung dieser Karten doch noch Zusatzentgelte berechnet werden.

Hinweis: Wenn Sie mit einer anderen EU-Währung als dem Euro bezahlen, kann Ihnen Ihr Kartenaussteller für die Nutzung Ihrer Karte in einem anderen Land weiterhin Umtauschgebühren berechnen.

Fallbeispiel

Sie sollten für die Nutzung Ihrer Karte nicht extra bezahlen müssen

Clara aus Österreich wollte Flugscheine im Internet kaufen. Sie wählte ihre Flugtickets auf der Webpräsenz der Fluggesellschaft und wollte zahlen. Nach Eingabe ihrer Kreditkartendaten erhöhte die Fluggesellschaft jedoch die Kosten als Entgelt für die Verwendung einer VISA-Karte um 10 Euro.

Clara wandte sich an ihr örtliches Europäisches Verbraucherzentrum, das sich bei der Fluggesellschaft beschwerte. Die Fluggesellschaft erstattete ihr den Betrag von 10 Euro für die Buchung und passte ihr Buchungsverfahren durch Streichung des illegalen Preisaufschlags an.

Karten- und Zahlungsbetrug

Die EU-Regeln begrenzen den Betrag, den Sie zahlen müssen, wenn Sie Opfer eines Karten- oder Zahlungsbetrugs wurden – wenn also Ihre Karte oder Ihr Konto ohne Ihr Einverständnis belastet wurde. In allen Fällen müssen Sie höchstens 50 Euro der Kosten der betrügerischen Zahlungen tragen.

Hatten Sie jedoch keine Kenntnis des Verlustes, des Diebstahls oder der Veruntreuung von Geldern (weil beispielsweise Ihr Konto gehackt oder Ihre Karte kopiert und ohne Ihr Wissen belastet wurde), so müssen Sie nichts zahlen. Ihre Bank oder Ihr Kartenaussteller sollten dann alle Kosten tragen. Diese Regel gilt auch, wenn Bankpersonal für den Verlust verantwortlich war.

Gesperrte Beträge auf Ihrer Karte

Bei der Buchung eines Hotels oder eines Mietwagens werden manchmal Ihre Kartendaten verlangt, um Ihre Buchung zu bestätigen. Der Händler kann bei Ihrer Buchung auch verlangen, einen bestimmten Geldbetrag auf Ihrer Karte zu sperren. Damit reserviert er sich einen Teil Ihres Kreditrahmens oder Ihres Kontostands zur Deckung von Kosten, die noch anfallen können – für Zimmerservice, etwaige Schäden an einem Mietwagen usw.

Der Händler muss Sie über seine Absicht informieren, einen Betrag auf Ihrer Kreditkarte zu sperren, und Sie müssen dafür und für den genauen zu sperrenden Betrag Ihre Zustimmung geben.

Sobald Sie die tatsächliche Zahlung geleistet haben – z. B. wenn Sie aus Ihrem Hotel auschecken und mit Ihrer Kreditkarte Ihr Zimmer bezahlen, oder wenn Sie Ihren Mietwagen zurückbringen und die Endrechnung bezahlen – muss die Bank den gesperrten Betrag auf Ihrer Kreditkarte unmittelbar freigeben.

Fallbeispiel

Gesperrte Beträge müssen freigegeben werden, sobald Sie zahlen

Boris aus Ungarn reiste für das Wochenende mit seiner Freundin nach Venedig. Bei der Ankunft im Hotel fotokopierte dieses die Kreditkarte von Boris. Das Hotel informierte Boris, dass es gerne 500 Euro sperren würde, um seine Buchung und eventuelle Nutzung der Minibar und von Restaurantdiensten zu decken. Boris war damit einverstanden.

Beim Verlassen des Hotels zahlte Boris seine Rechnung mit seiner Kreditkarte. Eine Woche später wollte er einige Flüge mit seiner Kreditkarte buchen, stellte aber fest, dass darauf noch 500 Euro gesperrt waren. Er beschwerte sich telefonisch beim Hotel, das sich für den Fehler entschuldigte und die Bank unmittelbar aufforderte, den gesperrten Betrag freizugeben.

Lastschriften

Wenn Sie eine Einzugsermächtigung von Ihrem Bankkonto eingerichtet haben, kann es vorkommen, dass eine Zahlung irrtümlich erfolgt oder ein falscher Betrag eingezogen wird – etwa, wenn Sie einen Vertrag gekündigt haben, aber die Lastschrift noch nach Vertragsende erfolgte. In solchen Fällen haben Sie Anrecht auf Rückerstattung innerhalb von 8 Wochen. Dies gilt für alle Lastschriften, ob in Ihrem Heimatland oder länderübergreifend in der EU.

Im Falle eines Problems ...

Bei Problemen mit EU-internen Zahlungen sollten Sie sich an Ihre Bank oder Ihren Kartenaussteller wenden. Diese müssen Ihre Beschwerde innerhalb von 15 Tagen (bzw. unter bestimmten außergewöhnlichen Umständen in höchstens 35 Tagen) schriftlich beantworten. Außerdem sollten sie ein formelles Beschwerdeverfahren für Verbraucher eingerichtet haben.

Falls Sie Hilfe bei der Durchsetzung Ihrer Rechte benötigen, können Sie sich im Fall von Problemen mit Finanzdienstleistern an FIN-NETen und bei Problemen mit Händlern an das EVZ-Netz wenden.

Schecks

Die Rechtsvorschriften der EU zu Bankgebühren für internationale und nationale Zahlungen gelten nicht für Schecks.

Für das Einlösen von Schecks aus dem EU-Ausland werden bisweilen sehr hohe Transaktionsgebühren verlangt. Außerdem werden Schecks in vielen Ländern nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert.

EU-Recht

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