Zuletzt überprüft : 04/07/2018

Ihr Krankenversicherungsschutz

Britischer Beschluss zur Anwendung von Artikel 50 EUV: Mehr Informationen

Vorläufig bleibt das Vereinigte Königreich Vollmitglied der EU mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten:

  • Fragen und Antworten auf der Grundlage des gemeinsamen Berichts der EU und des Vereinigten Königreichs vom 8. Dezember 2017en
  • EU-Veröffentlichungen zum Brexit
  • Informationen und Leitlinien der britischen Regierung zum Brexiten

Welches EU-Land für Ihre Sozialversicherung und Ihren Krankenversicherungsschutz zuständig ist, hängt von Ihrem wirtschaftlichen Status und Ihrem Wohnort ab und nicht von Ihrer Staatsangehörigkeit. Erkundigen Sie sich genau, das Sozialversicherungssystem welchen Landes für Sie zuständig ist. Weitere Informationen zum Sozialversicherungsschutz im Ausland.

Wenn Sie sich nicht über Ihre Rechte im Klaren sind und Sie sich vor einer Behandlung informieren möchten, können Sie sich an eine nationale Kontaktstelle wenden. In jedem EU-Land gibt es zumindest eine solche Kontaktstelle, bei der Sie in Erfahrung bringen können, ob und gegebenenfalls bis zu welcher Höhe Sie Anspruch auf Kostenerstattung haben.

Sonderbedingungen gelten bei

Berufstätigkeit in einem EU-Land, Wohnsitz in einem anderen

Wenn Sie in einem EU-Land arbeiten und in einem anderen wohnen, haben Sie auf beiden Seiten der Grenze Anspruch auf medizinische Behandlung.

Sie müssen sich in dem Land anmelden, in dem Sie arbeiten, und bei Ihrer Krankenkasse das Formular S1 (früher: Formular E 106) beantragen. Mit diesem Formular dürfen Sie Krankenversicherungsleistungen in Ihrem Wohnsitzland in Anspruch nehmen.

Ihre Familienangehörigen haben über Ihre Versicherung ebenfalls Anspruch auf medizinische Behandlung, wenn sie in einem EU-Land leben. Wenn Sie jedoch als Grenzgänger in einem EU-Land leben und in Dänemark, Finnland, Irland, Island, Kroatien, Norwegen, Schweden oder dem Vereinigten Königreich arbeiten, haben Ihre Familienangehörigen dort nur in bestimmten Fällen Anspruch auf medizinische Behandlung, zum Beispiel bei einem medizinischen Notfall während ihres Aufenthalts im betreffenden Land.

Pflege kranker Kinder

Wenn Sie als Grenzgänger freinehmen müssen, um ein krankes Kind zu versorgen, erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenversicherung, ob Ihnen Leistungen zustehen. Möglicherweise haben Sie keinen Anspruch, wenn Ihr Kind über Ihren Partner in dem Land versichert ist, in dem Sie alle leben.

Kurzzeitige Entsendung ins Ausland (weniger als 2 Jahre)

Als kurzzeitig (unter 2 Jahre) ins Ausland entsandter Arbeitnehmer können Sie weiterhin in Ihrem Heimatland (dem Land, aus dem Sie entsandt wurden) versichert bleiben.

Sie müssen bei Ihrer Krankenkasse in Ihrem Heimatland das Formular S1 (früher: Formular E 106) beantragen. Damit haben Sie und Ihre Familie während Ihres Auslandsaufenthalts Anspruch auf Gesundheitsversorgung.

Legen Sie das Formular S1 bei Ihrer Ankunft in dem Land, in dem Sie arbeiten werden, der dortigen Krankenkasse vor.

Ins Ausland entsandte Beamte

Als ins Ausland entsandter Beamter haben Sie in dem Land Anspruch auf medizinische Behandlung, in dem Sie leben.

Sie müssen bei Ihrer Krankenkasse in dem Land, in dem Sie arbeiten werden, das Formular S1 (früher: Formular E 106) beantragen. Damit haben Sie und Ihre Familie während Ihres Auslandsaufenthalts Anspruch auf Gesundheitsversorgung.

Legen Sie das Formular S1 bei Ihrer Ankunft in dem Land, in dem Sie arbeiten werden, der dortigen Krankenkasse vor.

Studierende, Forscher oder Praktikanten im Ausland

Wenn Sie sich zum Studium, für Forschungsarbeiten, ein Betriebspraktikum oder zur Berufsausbildung ins EU-Ausland begeben, müssen Sie in Ihrem Gastland umfassend krankenversichert sein.

  • Sind Sie nicht angestellt, so ist die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) eine Möglichkeit, sofern Sie Anspruch darauf haben.
  • Wenn Sie in Ihrem Gastland eine Anstellung haben, müssen Sie sich vor Ort um eine Krankenversicherung bemühen.

    Doktoranden können unter Umständen als gebietsansässige Arbeitnehmer gelten und verpflichtet werden, sich dem inländischen Gesundheitssystem anzuschließen oder eine private Krankenversicherung abzuschließen.

  • Wenn Sie von Ihrer Heimathochschule oder einer Forschungseinrichtung in Ihrem Heimatland vorübergehend an eine Hochschule oder Forschungseinrichtung in einem anderen EU-Land entsendet werden, bleibt Ihr bisheriger Krankenversicherungsschutz für den Zeitraum Ihrer Entsendung bestehen. Beantragen Sie vor Ihrer Abreise die Europäische Krankenversicherungskarte oder das Formular S1 (früher: Formular E 106).

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse oder der nationalen Kontaktstelle in Ihrem Heimatland, ob Ihre Gesundheitsversorgungskosten während Ihres gesamten Auslandsaufenthalts übernommen werden. Ist dies der Fall, lassen sich die Verwaltungsabläufe durch Verwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK) vereinfachen.

Einige nationale Krankenversicherungen decken die Gesundheitsversorgungskosten in einem anderen EU-Land jedoch nur während eines begrenzten Zeitraums. Dies ist häufig bei älteren Studierenden (älter als 28 oder 30 Jahre) und bei Arbeitnehmern der Fall, die sich zu Ausbildungszwecken im Ausland aufhalten. Wenn das auf Sie zutrifft, müssen Sie sich beim staatlichen Gesundheitssystem in Ihrem Gastland anmelden oder eine private Krankenversicherung abschließen.

Fallbeispiel

Informieren Sie sich über die Sozialversicherungsvorschriften Ihres Aufenthaltslandes

Wim ist Belgier und geht zum Studium in die Niederlande. Er nimmt eine gültige Europäische Krankenversicherungskarte mit. Während seines Studiums möchte er einer Teilzeitarbeit nachgehen. Er findet jedoch heraus, dass in den Niederlanden jeder, der dort einer Arbeit nachgeht, verpflichtet ist, sich der nationalen Gesundheitsgrundversorgung anzuschließen, die pro Jahr rund 1 100 Euro kostet. Dies gilt selbst für diejenigen, die bereits eine gültige Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) eines anderen Landes besitzen. Dies macht die Teilzeitarbeit teurer, als Wim vorhergesehen hatte.

Rentner

Gesundheitsversorgung in dem Land, in dem Sie leben

  • Wenn Sie von dem Land, in dem Sie leben, eine Rente beziehen, sind Sie und Ihre Familie durch das Krankenversicherungssystem dieses Landes gedeckt - selbst wenn Sie auch Rentenzahlungen aus anderen Ländern erhalten.
  • Wenn Sie keine Rente und kein anderes Einkommen von dem Land, in dem Sie leben, beziehen, haben Sie und Ihre Familie dort Anspruch auf medizinische Behandlung, wenn Sie in dem Land Anspruch auf medizinische Behandlung hätten, von dem Sie eine Rente beziehen.

Fallbeispiel

Erkundigen Sie sich genau, das Sozialversicherungssystem welchen Landes für Sie zuständig ist

Nicolas hat nahezu sein gesamtes Berufsleben in Frankreich gearbeitet und auch dort gelebt - abgesehen von einigen Jahren in seiner Jugend, in denen er als Kellner in Italien arbeitete.

Nach Eintritt in den Ruhestand zieht er nach Italien. Seine Rente setzt sich aus zwei Teilen zusammen – einer italienischen Rente für die Arbeitsjahre in Italien und einer französischen Rente für die Arbeitsjahre in Frankreich.

Da Nicolas in Italien lebt UND von Italien eine Altersrente bezieht, gehört er dem italienischen Gesundheitssystem an und nicht mehr dem französischen.

Sie müssen bei Ihrer Krankenkasse in dem Land, aus dem Sie wegziehen, das Formular S1 (früher: Formular E 106) beantragen.

Legen Sie das Formular S1 bei Ihrer Ankunft im neuen Land der zuständigen Krankenkasse vor. Dieses Papier bescheinigt Ihren Anspruch auf uneingeschränkte Gesundheitsversorgung in Ihrem Wohnsitzland.

Gesundheitsversorgung in dem Land, in dem Sie früher gearbeitet haben

Grundsätzlich haben Sie und Ihre Familie nur in dem Land uneingeschränkten Anspruch auf medizinische Versorgung, in dem Sie leben. Wenn jedoch eines der folgenden Länder Ihre Rente zahlt, haben Sie und Ihre Familienangehörigen sowohl in dem Land, das Ihre Rente zahlt, als auch in dem Land, in dem Sie jetzt leben, Anspruch auf medizinische Behandlung:

 

Österreich

Deutschland

Niederlande

Belgien

Griechenland

Polen

Bulgarien

Ungarn

Slowenien

Zypern

Island

Spanien

Tschechische Republik

Liechtenstein

Schweden

Frankreich

Luxemburg

Schweiz

Wenn Sie Beiträge in einem Land entrichtet haben, das nicht in obiger Liste aufgeführt ist, haben Sie nur in dem Land, in dem Sie jetzt leben, Anspruch auf uneingeschränkte Gesundheitsversorgung.

Ehemalige Grenzgänger

Wenn Sie zuletzt als Grenzgänger gearbeitet haben, also in einem Land gelebt haben, aber zur Arbeit in ein anderes Land gependelt sind, und aus Altersgründen oder wegen Invalidität in Rente gehen, gilt Folgendes:

Fortsetzung einer Behandlung

Sie können eine Behandlung fortsetzen, die in Ihrem früheren Beschäftigungsland begonnen hat – auch nach Ihrem Eintritt in den Ruhestand.

Dies gilt auch für Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen, wenn ihre Behandlung in einem der folgenden Länder begonnen hat:

 

Österreich

Griechenland

Niederlande

Belgien

Ungarn

Polen

Bulgarien

Italien

Portugal

Zypern

Lettland

Rumänien

Tschechische Republik

Liechtenstein

Slowakei

Estland

Litauen

Slowenien

Frankreich

Luxemburg

Spanien

Deutschland

Malta

Schweiz

Um eine Behandlung fortsetzen zu können, die in dem Land begonnen hat, in dem Sie gearbeitet haben, müssen Sie den Gesundheitsbehörden des Landes ein Formular S3 vorlegen.

Versicherungsschutz in dem Land, in dem Sie gearbeitet haben, und in dem Land, in dem Sie leben

Wenn Sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt in den Ruhestand mindestens zwei Jahre lang als Grenzgänger gearbeitet haben, haben Sie sowohl in Ihrem Wohnsitzland als auch in Ihrem früheren Beschäftigungsland Anspruch auf Gesundheitsversorgung.

Sie und Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen haben in dem Land, in dem Sie früher gearbeitet haben, Anspruch auf Gesundheitsversorgung, wenn sowohl dieses Land als auch das Land, in dem Sie jetzt leben, der folgenden Gruppe angehören:

 

Österreich

Deutschland

Spanien

Belgien

Luxemburg

Frankreich

Portugal

Wenn Sie in das Land reisen, in dem Sie früher gearbeitet haben, um dort eine Behandlung zu erhalten, und die Behörden in diesem Land nicht mehr für Ihre Behandlungskosten zuständig sind, müssen Sie ihnen ein Formular S3 vorlegen. Ein solches Formular erhalten Sie von der für Ihren Krankenversicherungsschutz zuständigen Krankenkasse.

Arbeitssuche

Wenn Sie Leistungen bei Arbeitslosigkeit von einen EU-Land erhalten und beabsichtigen, zwecks Arbeitssuche in ein anderes EU-Land zu ziehen, sollten Sie vor Ihrem Umzug ins Ausland eine Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) für sich und Ihre Familienangehörigen beantragen. Die EKVK berechtigt Sie und Ihre Familie jedoch nur zur Inanspruchnahme notwendiger medizinischer Behandlung (z. B. Notfallbehandlung) während des Bezugs von Leistungen bei Arbeitslosigkeit.

Wenn Sie in keinem EU-Land versichert sind und beabsichtigen, zwecks Arbeitssuche in ein anderes EU-Land zu ziehen, entscheiden die Sozialversicherungsträger, über welches System Sie sozialversichert werden. Für Ihren Krankenversicherungsschutz ist in diesem Fall wahrscheinlich das Land zuständig, in das Sie ziehen.

Weitere Informationen zum Sozialversicherungsschutz im Ausland.

Die Gesundheitsversorgungssysteme innerhalb Europas sind sehr unterschiedlich.

Den EU-Ländern steht es frei, eigene Regeln für den Anspruch auf Leistungen und Dienste festzulegen.

Informieren Sie sich über das Sozialversicherungssystem in Ihrem Gastland oder erkundigen Sie sich bei der nationalen Kontaktstelle, um womöglich ernste Probleme und Missverständnisse zu vermeiden.

Fallbeispiel

Informieren Sie sich über das Sozialversicherungssystem Ihres neuen Landes

Susanne hat immer in Deutschland gearbeitet und ist nach Eintritt in den Ruhestand nach Spanien gezogen. Als sie erkrankt, wird sie von einem privaten Pflegedienst gepflegt, da es in Spanien keine öffentliche Pflegeversicherung gibt.

Ihre deutsche Pflegeversicherung zahlt einen Teil der Kosten, aber Susannes Anteil an den Kosten ist viel höher, als wenn sie in Deutschland geblieben wäre. Dies ist auf die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem spanischen Leistungssystem zurückzuführen.

Unterschiede bei der Feststellung eines Erwerbsunfähigkeitsgrades

Wenn Sie einen Antrag auf Invaliditätsrente stellen, kann jedes Land, in dem Sie jemals gearbeitet haben, eine eigene ärztliche Untersuchung verlangen. Während ein Land Ihnen möglicherweise eine schwerwiegende Erwerbsunfähigkeit bescheinigt, könnten Sie in einem anderen Land möglicherweise als voll erwerbsfähig angesehen werden.

Mehr über Invaliditätsrenten in Europa

Siehe auch:

Fragen und Antworten

EU-Recht

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