Geschäfte in Europa
Zuletzt überprüft : 30/04/2018

Ferienwohnrechte und andere Verträge über langfristige Urlaubsprodukte in der EU

Der Erwerb eines herkömmlichen Ferienwohnrechts – das Recht, im Laufe mehrerer Jahre mehrmals einen bestimmten Zeitraum in einer bestimmten Unterkunft oder mehreren Unterkünften zu verbringen – kann sich als Minenfeld erweisen. Dasselbe gilt für die Teilhabe an langfristigen Urlaubsprodukten wie etwa einem so genannten Travel Discount Club, der Ihnen – manchmal in Verbindung mit Reise- oder anderen Diensten – mehrere Jahre lang das Recht auf verbilligte Unterkunft oder damit zusammenhängende Vergünstigungen gibt.

Sowohl herkömmliche Ferienwohnrechte als auch die verschiedenen langfristigen Urlaubsprodukte, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben, können erhebliche langfristige oder unbefristete finanzielle Verpflichtungen mit sich bringen. Hinzu treten zusätzliche wiederkehrende Kosten (wie Steuern, Instandhaltung und Versicherung).

Vertragsbedingungen – Ihre Rechte

Die aktuellen EU-Vorschriften schützen Sie vor skrupellosen Händlern, wenn Sie Verträge für Ferienwohnrechte oder langfristige Urlaubsprodukte unterzeichnen. Sie gelten für Verträge, die seit dem 23. Februar 2011 (oder in einigen EU-Ländern ab einem späteren Datum) abgeschlossen wurden.

Die Regeln bieten Ihnen auch Schutz bei der Unterzeichnung von

Die Vorschriften gelten für Teilnutzungsrechte an verschiedenartigen Objekten, darunter

Was Sie vor dem Kauf wissen sollten

Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie Ihre Rechte kennen:

Handelt es sich bei Ihrem Vertrag um ein Ferienwohnrecht oder ein langfristiges Urlaubsprodukt, so gelten diese Vorschriften auch dann, wenn der Verkäufer behauptet, sie seien nicht anwendbar.

Unlautere Geschäftspraktiken und möglicherweise missbräuchliche Vertragsklauseln

Achten Sie auch auf Folgendes:

Wenden Sie sich bei Problemen in dem Land, in dem Sie wohnen, an Ihren nationalen Verbraucherverbanden, und bei einem Streit mit einem Verkäufer in einem anderen EU-Land an das Europäische Verbraucherzentrum ( ECC-Net), um sich über Ihre Rechte zu informieren.

Sie können auch versuchen, die Streitigkeit über ein alternatives Streitbeilegungsverfahrenen außergerichtlich auszuräumen. Haben Sie Ihr Ferienwohnrecht oder Ihren Vertrag über ein langfristiges Urlaubsprodukt online erworben bzw. abgeschlossen, so können Sie Ihre Beschwerde auch online über eine OS-Plattform einreichen.

Fallbeispiel

Kündigung eines Teilnutzungsvertrags: Kunde gegen Verkäufer

Patrick aus Irland unterzeichnete 2013 einen Vertrag mit einem maltesischen Anbieter von Teilzeitnutzungsrechten. Der Anbieter gab ihm weder das Standard-Widerrufsformular noch unterrichtete er ihn darüber, dass während der Bedenkzeit keine Vorschusszahlungen oder Anzahlungen angenommen werden dürfen.

Er leistete eine Anzahlung in Höhe von 1 260 Euro und bewilligte eine 2 Jahre gültige Einzugsermächtigung über monatlich 122,50 Euro.

Für die Buchung eines Urlaubs in einer der Immobilien des Anbieters benötigte er von diesem einen speziellen Code, den er aber trotz wiederholter Aufforderungen nie erhielt.

Ein Jahr später konnte er immer noch keinen Urlaub buchen. Deshalb beschloss er, vom Vertrag zurückzutreten und sich auf die Vorschriften über die Verlängerung der Widerrufsfrist auf 1 Jahr und 14 Kalendertage zu berufen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er 2 730 Euro gezahlt.

Der Anbieter akzeptierte den Rücktritt nicht und zahlte Patrick auch nicht sein Geld zurück.

Nach Beratung durch das ECC Irland ging Patrick über ein europäisches Verfahren für geringfügige Forderungen gerichtlich vor, und das Gericht entschied zu seinen Gunsten. Doch der Anbieter zahlte immer noch nicht. Erst nach der Einschaltung des ECC Malta erhielt Patrick endlich sein Geld zurück.

EU-Recht

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