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Zuletzt überprüft: 14/09/2020

Reisedokumente für Familienangehörige aus Nicht-EU-Ländern

Coronavirus: Vorsichtige Wiederaufnahme des Reiseverkehrs

Reisen in der EU mit Familienangehörigen aus Nicht-EU-Ländern

Nach den EU-Vorschriften genießen Sie zusammen mit Ihren direkten Angehörigen (Ehepartner aus Nicht-EU-Land, Kinder, unterhaltsberechtigte Eltern oder unterhaltsberechtigte Großeltern) Reisefreiheit in EU-Ländern, deren Staatsangehörigkeit Sie nicht besitzen. Wenn Sie in ein anderes EU-Land umgezogen sind, können ihre Angehörigen sich Ihnen anschließen. Soweit die betreffenden Länder eingetragene Partnerschaften einer Ehe gleichstellen, gelten diese Regeln auch für eingetragene Lebenspartner aus einem Nicht-EU-Land.

Angehörige im weiteren Sinne – wie Geschwister, Cousins, Tanten, Onkel – ohne EU-Staatsbürgerschaft sowie (in Ländern, in denen eingetragene Partnerschaften nicht der Ehe gleichgestellt sind) Ihr eingetragener Partner aus einem Nicht-EU-Land können unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Einreiseerleichterungen haben, wenn sie gemeinsam mit Ihnen reisen oder Sie in einem anderen EU-Land aufsuchen. Die EU-Länder sind nicht verpflichtet, dieses Recht automatisch zu gewähren, aber sie müssen Ihren entsprechenden Antrag zumindest prüfen.

Voraussetzung ist ein gültiger Reisepass, den Ihre Familienangehörigen stets bei sich haben sollten. Je nachdem, aus welchem Land sie stammen, muss bei der Grenzkontrolle zusätzlich auch ein gültiges Einreisevisum vorgelegt werden.

Staatsangehörige bestimmter Länder (s. Anhang II) benötigen kein Visum, wenn sie die EU für höchstens drei Monate besuchen möchten. Für die Einreise nach Irland und in das Vereinigte Königreich gelten hiervon leicht abweichende Visabestimmungen.

Wenden Sie sich rechtzeitig im Voraus an das Konsulat oder die Botschaft des Landes, in das Sie reisen, um in Erfahrung zu bringen, welche Dokumente Ihre Angehörigen aus Nicht-EU-Ländern bei der Grenzkontrolle vorlegen müssen.

Hier erfahren Sie mehr über die Aufenthaltsrechte von Familienangehörigen aus Nicht-EU-Ländern im Falle eines Umzugs in ein anderes EU-Land.

Familienangehörige aus Nicht-EU-Ländern – benötigen sie ein Visum?

Ihre Angehörigen aus Nicht-EU-Ländern können nachfolgend prüfen, ob sie ein Einreisevisum des Landes benötigen, in das sie reisen:

Besitzen Sie einen Aufenthaltstitel eines EU-Lands?

Sie verfügen nicht über eine von einem EU-Land ausgestellte Aufenthaltskarte für Familienangehörige von Unionsbürgern oder einen von einem EU-Land ausgestellten Aufenthaltstitel.

In welchem EU-Land wurde Ihre Aufenthaltskarte ausgestellt?

In welchem EU-Land wurde Ihr Aufenthaltsdokument ausgestellt?

In welches EU-Land reisen Sie?

In welches EU-Land reisen Sie?

In welches EU-Land reisen Sie?

In welches EU-Land reisen Sie?

Ihre Aufenthaltskarte wurde von einem Schengen-Land ausgestellt, und Sie reisen in ein Land im Schengen-Raum

Ihre Aufenthaltskarte wurde von einem Schengen-Land ausgestellt, und Sie reisen in ein Land außerhalb des Schengen-Raums

Wenn Sie über eine Aufenthaltskarte für Familienangehörige von Unionsbürgern verfügen und weder Ihren Ehegatten/Partner aus der EU in das Land außerhalb des Schengen-Raums begleiten noch diesen dort aufsuchen, so müssen Sie für die Einreise in dieses Land ein Visum beantragen.

Fallbeispiel

Inhaber einer Aufenthaltskarte für Familienangehörige von Unionsbürgern benötigen bei Reisen mit einem EU-Bürger kein Visum.

Ying, der chinesischen Ehefrau eines in Finnland lebenden deutschen Staatsangehörigen, wurde in Finnland eine Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers ausgestellt. Ying und ihr Ehemann möchten ihre Herbstferien in Rumänien verbringen. Da Ying ihren Ehemann begleitet, einen gültigen Reisepass und eine Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers besitzt, benötigt sie für die Reise nach Rumänien kein Einreisevisum.

Ihre Aufenthaltskarte wurde außerhalb des Schengen-Raums ausgestellt, und Sie reisen in ein Schengen-Land

Wenn Sie über eine Aufenthaltskarte für Familienangehörige von Unionsbürgern verfügen und weder Ihren Ehegatten/Partner aus der EU in das Schengen-Land begleiten noch diesen dort aufsuchen, so müssen Sie für die Einreise in dieses Land ein Visum beantragen.

Ausnahme für die Schweiz

Sie benötigen ein Visum, wenn Sie mit einer Aufenthaltskarte für Familienangehörige aus Nicht-EU-Ländern, die von einem Land außerhalb des Schengen-Raums ausgestellt wurde, in die Schweiz reisen – dies gilt, wenn Sie alleine oder zusammen mit Ihrem Ehegatten/Partner aus der EU reisen oder diesen in der Schweiz aufsuchen.

Ihre Aufenthaltskarte wurde außerhalb des Schengen-Raums ausgestellt, und Sie reisen in ein Land außerhalb des Schengen-Raums

Wenn Sie über eine Aufenthaltskarte für Familienangehörige von Unionsbürgern verfügen und weder Ihren Ehegatten/Partner aus der EU in das Land außerhalb des Schengen-Raums begleiten noch diesen dort aufsuchen, so müssen Sie für die Einreise in dieses Land ein Visum beantragen.

Ihr Aufenthaltsdokument wurde von einem Schengen-Land unionsrechtskonform in einem Standardformat ausgestellt und Sie reisen in ein Schengen-Land. Oder Ihr Aufenthaltsdokument wurde in einem nicht standardisierten Format ausgestellt, das der EU notifiziert und im Internet im Öffentlichen Online-Register echter Identitäts- und Reisedokumente veröffentlicht wurde.

Ihr Aufenthaltsdokument wurde von einem Schengen-Land unionsrechtskonform in einem Standardformat ausgestellt und Sie reisen in ein Land außerhalb des Schengen-Raums. Oder Ihr Aufenthaltsdokument wurde in einem nicht standardisierten Format ausgestellt, das der EU notifiziert und im Internet im Öffentlichen Online-Register echter Identitäts- und Reisedokumente veröffentlicht wurde.

Fallbeispiel

Auch wenn Sie über einen nationalen Aufenthaltstitel verfügen, benötigen Sie für Reisen in ein Nicht-Schengen-Land ein Einreisevisum.

Joyce ist nigerianische Staatsbürgerin und lebt in den Niederlanden mit ihrem niederländischen Ehemann Luuk. Als Familienangehörige eines niederländischen Staatsbürgers hat Joyce eine Aufenthaltserlaubnis in den Niederlanden erhalten. Joyce möchte Luuk auf seiner nächsten Geschäftsreise nach Dublin begleiten. Da Irland nicht Teil des Schengen-Raums ist, benötigt Joyce ein Einreisevisum, um mit Luuk nach Irland reisen zu können.

Ihr Aufenthaltsdokument wurde außerhalb des Schengen-Raums ausgestellt, und Sie besuchen ein Schengen-Land

Ihr Aufenthaltsdokument wurde außerhalb des Schengen-Raums ausgestellt und Sie reisen in ein Land außerhalb des Schengen-Raums

Beantragung eines Einreisevisums für Kurzaufenthalte bis zu 90 Tagen

Benötigen Ihre Familienangehörigen aus Nicht-EU-Ländern ein Einreisevisum, sollten sie es im Voraus beim Konsulat oder der Botschaft des Landes, das Sie besuchen möchten, beantragen. Wenn sie gemeinsam mit Ihnen reisen oder Sie in einem anderen EU-Land aufsuchen, sollte ihr Antrag rasch und kostenlos bearbeitet werden:

Auf dem Antrag ist deutlich anzugeben, dass es sich um ein Einreisevisum für den Familienangehörigen eines „mobilen", d. h. sein Recht auf Freizügigkeit nutzenden Unionsbürgers handelt. Andernfalls könnte ein falsches Visum ausgestellt werden, für das dennoch Gebühren zu entrichten sind.

Visum beantragen – diese Papiere brauchen Sie

Ihre Angehörigen aus Nicht-EU-Ländern müssen dem Antrag folgende Dokumente beifügen:

Diese Liste ist vollständig: von Ihren Familienangehörigen aus Nicht-EU-Ländern kann nicht verlangt werden, dem Antrag weitere Unterlagen beizufügen!

(Das Visum eines Schengen-Landes ist für alle Schengen-Länder gültig.)

Wenn Sie außerhalb der EU leben und Ihre Angehörigen aus Nicht-EU-Ländern Sie begleiten oder in das EU-Land, dessen Staatsbürger/in Sie sind, reisen, gelten nicht notwendigerweise die einschlägigen EU-Regeln, und es können Visagebühren anfallen.

An der Grenze ohne gültiges Einreisevisum

Es ist immer von Vorteil, wenn Ihre Familienangehörigen aus Nicht-EU-Ländern sich bereits frühzeitig vor Reiseantritt darüber informieren, welche Dokumente sie benötigen.

Falls sie an der Grenze einen gültigen Reisepass, jedoch nicht das erforderliche Einreisevisum vorlegen können, sollten die Grenzbehörden ihnen Gelegenheit geben, auf andere Weise nachzuweisen, dass sie die Familienangehörigen eines „mobilen" Unionsbürgers sind. Dazu sollten sie ihre Identität und ihre familiären Bindungen zu einem EU-Bürger belegen (z. B. mittels einer Heirats- oder Geburtsurkunde) und nachweisen, dass sie den EU-Bürger begleiten oder im Zielland aufsuchen (indem sie beispielsweise belegen, dass der EU-Bürger bereits in dem Land lebt, in das sie einreisen möchten). Wenn ein solcher Nachweis erfolgt, sollten die Grenzbehörden ihnen gleich an Ort und Stelle ein Einreisevisum ausstellen.

Wenn Ihre Familienangehörigen aus Nicht-EU-Ländern Probleme beim Erhalt eines Visums haben, können Sie sich an unsere Unterstützungsdienste wenden.

Einreiseverbot

In Ausnahmefällen kann ein EU-Land Ihnen oder Ihren Familienangehörigen aus Gründen der „öffentlichen Ordnung, öffentlichen Sicherheit oder öffentlichen Gesundheit" die Einreise verweigern.

In diesem Fall müssen die Behörden nachweisen, dass Sie oder Ihre Familienangehörigen eine „tatsächliche, gegenwärtige und hinreichend schwere Gefährdung" darstellen.

Die Entscheidung muss Ihnen oder Ihren Familienangehörigen schriftlich mitgeteilt werden. Zudem muss die Entscheidung alle Gründe und Informationen darüber enthalten, wie und bis wann Sie gegen die Entscheidung Beschwerde einlegen können.

Mehr zu EU-Einreiseverfahrenen

Fragen und Antworten

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