Zuletzt überprüft: 12/07/2019

Rechte von Schiffsreisenden

Britischer Beschluss zur Anwendung von Artikel 50 EUV: Mehr Informationen

Rechte bei Verspätung und Annullierung

Die EU-Vorschriften über Rechte von Reisenden auf Fähren und Kreuzfahrtschiffen im See- und Binnenschiffsverkehr (Flüsse, Seen oder Kanäle) gelten, wenn Sie:

Diese Regeln gelten nicht für:

Vor und während der Reise haben Sie Anspruch auf eindeutige und korrekte Informationen über den Dienst und Ihre Fahrgastrechte, insbesondere über die Zugänglichkeit des Verkehrsdienstes für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität. Diese Informationen sollten auch in einem für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Format vorliegen.

Rechte bei Unfällen auf See

Die einschlägigen EU-Vorschriften erstrecken sich nicht nur auf Sie, sondern auch auf Ihr Gepäck, Ihr Fahrzeug und gegebenenfalls Ihre Mobilitätshilfen sowie die diesbezügliche Haftung des Beförderungsunternehmens. Die Vorschriften gelten für Reisen im Binnenschiffsverkehr ebenso wie für internationale Schiffsreisen, sofern

Buchen Sie die Schiffsreise in einem EU-Land, muss Sie das Beförderungsunternehmen bereits vor Antritt der Reise deutlich und in geeigneter Form über Ihre Rechte informieren, spätestens jedoch bei der Abfahrt, sofern das Schiff außerhalb der EU ablegt.

Probleme

So kommen Sie zu Ihrem Recht

Ihre Schiffsreise wurde annulliert

Bei Verspätung oder Annullierung der von Ihnen gebuchten Über- oder Kreuzfahrt muss das Beförderungsunternehmen oder der Terminalbetreiber Sie innerhalb von 30 Minuten nach der ursprünglich geplanten Abfahrtszeit über die neue voraussichtliche Abfahrts- und Ankunftszeit informieren. Sie müssen Sie auch über Ihre Fahrgastrechte unterrichten.

Bei Annullierung des Dienstes muss das Schifffahrtsunternehmen Ihnen die Wahl bieten:

oder

Verpassen Sie durch die Annullierung einen Anschluss, muss das Schifffahrtsunternehmen Sie über alternative Verbindungen informieren.

Sie haben auch Anspruch auf:

Wenn die Verspätung durch extreme Witterungsverhältnisse verursacht wurde, haben Sie keinen Anspruch auf Unterbringung.

Ihr Schiff hat mit Verspätung abgelegt

Bei Verspätung oder Annullierung der von Ihnen gebuchten Über- oder Kreuzfahrt, muss das Beförderungsunternehmen oder der Terminalbetreiber Sie innerhalb von 30 Minuten nach der ursprünglich geplanten Abfahrtszeit über die neue voraussichtliche Abfahrts- und Ankunftszeit informieren. Sie müssen Sie auch über Ihre Fahrgastrechte unterrichten.

Bei einer Verspätung von mehr als 90 Minuten haben Sie die Wahl:

oder

Sie haben auch Anspruch auf:

Wenn die Verspätung durch extreme Witterungsverhältnisse verursacht wurde, haben Sie keinen Anspruch auf Unterbringung.

Ihr Schiff hatte bei Ankunft Verspätung

Wenn Sie mit einer Verspätung von mehr als einer Stunde an Ihrem Ziel ankommen, haben Sie Anrecht auf Entschädigung. Die Höhe dieser Entschädigung hängt von der Dauer der Verspätung ab. Sie haben Anspruch auf mindestens 25 % und höchstens 50 % des Beförderungspreises.

Wurde die Verspätung durch widrige Witterungsverhältnisse oder außergewöhnliche Umstände wie Naturkatastrophen (Brände oder Erdbeben) verursacht oder lag eine Sicherheitsbedrohung vor, haben Sie keinen Anspruch auf Entschädigung.

Es gab einen Unfall auf See und dadurch Probleme mit Ihrem Gepäck

Wenn Ihr Gepäck oder Ihr Fahrzeug aufgrund eines Unfalls auf See verloren geht, verspätet geliefert oder beschädigt wird, haben Sie Anspruch auf Entschädigung in Höhe von bis zu 2700 Euro für Kabinengepäck und 15 500 Euro für Ihr Fahrzeug (inklusive darin verstauten Gepäcks). Kann das Beförderungsunternehmen eigenes Verschulden ausschließen und nachweisen, haben Sie keinen Anspruch auf Entschädigung. Bei Verlust oder Beschädigung anderer Wertgegenstände (zum Beispiel Geld, Juwelen oder Kunstgegenstände) haben Sie Anspruch auf Entschädigung in Höhe von ungefähr 4100 Euro, vorausgesetzt, Sie haben sie dem Beförderungsunternehmen zur sicheren Verwahrung übergeben.

Bei Verlust oder Beschädigung Ihres Rollstuhls oder Ihrer Mobilitätshilfe haben Sie Anspruch auf eine für Reparatur oder Ersatz ausreichende Entschädigung.

Besondere Bestimmungen gelten bei Verlust oder Beschädigung von Geld, begebbaren Wertpapieren, Gold, Silber, Juwelen, Schmuck, Kunstgegenständen oder sonstigen Wertsachen.

Sie sind bei einem Schiffsunglück verletzt worden

Wenn Sie bei einem Unfall auf See verletzt werden, haben Sie Anspruch auf Entschädigung bis zu einer Höhe von rund 300 000 Euro durch das Beförderungsunternehmen oder seine Versicherung. Ist dieser Betrag angesichts des Ausmaßes der Verletzung nicht ausreichend, kann die Entschädigung gegebenenfalls auf bis zu 490 000 Euro angehoben werden. Sie haben darüber hinaus Anspruch auf eine Vorschusszahlung zur Deckung Ihrer unmittelbaren Bedürfnisse in angemessenem Verhältnis zum erlittenen Schaden, wenn Sie bei Schiffbruch, Kentern, Zusammenstoß oder Strandung des Schiffes, Explosion oder Feuer im Schiff oder einen Mangel des Schiffes zu Schaden gekommen sind.

Kann das Schifffahrtsunternehmen nachweisen, dass das Ereignis auf außergewöhnliche Umstände wie Naturkatastrophen oder Sicherheitsbedrohungen zurückzuführen ist, die sich seiner Kontrolle entziehen, haben Sie keinen Anspruch auf Entschädigung.

Ein(e) Angehörige/r ist bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen

Ist Ihr(e) Angehörige/r bei einem Schiffsunglück ums Leben gekommen, haben Sie Anspruch auf Entschädigung bis zu einer Höhe von ungefähr 300 000 Euro durch das Beförderungsunternehmen oder seine Versicherung. Dieser Betrag kann gegebenenfalls auf einen Höchstbetrag von etwa 490 000 Euro angehoben werden. Sie haben darüber hinaus Anspruch auf eine Vorschusszahlung in Höhe von mindestens 21 000 Euro zur Deckung unmittelbarer Bedürfnisse, wenn Schiffbruch, Kentern, Zusammenstoß oder Strandung des Schiffes, Explosion oder Feuer im Schiff oder ein Mangel des Schiffes zum Tod Ihres/Ihrer Angehörigen geführt haben.

Kann das Schifffahrtsunternehmen nachweisen, dass das Ereignis auf außergewöhnliche Umstände wie Naturkatastrophen oder Sicherheitsbedrohungen zurückzuführen ist, die sich seiner Kontrolle entziehen, haben Sie keinen Anspruch auf Entschädigung.

Beschwerden bei Verspätung und Annullierung

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Rechte missachtet wurden, sollten Sie innerhalb von 2 Monaten nach Auftreten des Problems Beschwerde beim Beförderungsunternehmen einlegen. Dieses muss innerhalb eines Monats reagieren und Ihnen spätestens zwei Monate nach Eingang der Beschwerde einen endgültigen Bescheid geben. Erhalten Sie keine zufriedenstellende Antwort, können Sie sich an die zuständige Behördeen in Ihrem Land wenden. Diese sollte Ihnen ein unverbindliches Rechtsgutachten zur weiteren Vorgehensweise übermitteln.

Sie können auch versuchen, die Streitigkeit außergerichtlich durch eine alternative Streitbeilegungsstelle klären zu lassen. Haben Sie Ihre Reise online gebucht, können Sie Ihre Beschwerde bei der Plattform zur Online-Streitbeilegung einreichen. Die Dienste für alternative Streitbeilegung und die Plattform sind in der EU ansässigen Personen vorbehalten.

Wenn Sie doch den Rechtsweg einschlagen möchten, können Sie Ihre Ansprüche im Europäischen Verfahren für geringfügige Forderungen geltend machen. Sie können auch die Gerichte des Landes befassen, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Welche Fristen für die Erhebung einer Klage gegen ein Schifffahrtsunternehmen bei einem einzelstaatlichen Gericht gelten, hängt von den nationalen Verjährungsvorschriften der einzelnen EU-Länder ab.

Unterstützung und Beratung im Zusammenhang mit ihren Fahrgastrechten erhalten Schiffsreisende auch beim Europäischen Verbraucherzentrumen in ihrem Land.

Unfälle auf See – so machen Sie Ihre Ansprüche geltend!

Verlust oder Beschädigung von Gepäck

Wenn Ihr Gepäck oder Ihr Fahrzeug aufgrund eines Unfalls auf See verloren geht, verspätet geliefert oder beschädigt wird, müssen Sie das Beförderungsunternehmen oder seine Versicherung schriftlich darüber informieren. Im Idealfall sollten Sie dies entweder bei Verlassen des Schiffs oder bei Auslieferung Ihres Gepäcks tun. Allerspätestens müssen Sie das Schifffahrtsunternehmen innerhalb von 15 Tagen nach Ausschiffung bzw. Auslieferung des Gepäcks in Kenntnis setzen. Tun Sie das nicht, verlieren Sie Ihren Entschädigungsanspruch.

Möchten Sie Ihre Sache vor Gericht bringen, müssen Sie dies innerhalb von zwei Jahren ab dem Datum der tatsächlichen oder planmäßigen Ausschiffung tun, je nachdem, welcher Zeitpunkt der spätere ist.

Eine Klage auf Entschädigung für einen während eines Unfalls auf See erlittenen Verlust oder Schaden können Sie bei einem Gericht des Landes einreichen,

  • in dem das Beförderungsunternehmen seinen Hauptgeschäftssitz oder seine ständige Niederlassung hat oder
  • in dem Ihr Abfahrts- oder geplanter Ankunftsort liegt oder
  • in dem Sie Ihren ständigen Wohnsitz haben – sofern das Unternehmen dort eine Niederlassung hat und unter die Gerichtsbarkeit dieses Landes fällt, oder
  • in dem der Reisevertrag abgeschlossen wurde – sofern das Unternehmen eine Niederlassung in dem Land hat und seiner Gerichtsbarkeit untersteht.

Fragen und Antworten

EU-Recht

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