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Letzter Stand : 19/05/2016

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Ihr Krankenversicherungsschutz

Welches EU-Land für Ihre Sozialversicherung und Ihre Krankenversicherung zuständig ist, hängt von Ihrem wirtschaftlichen Status und Ihrem Wohnort ab und nicht von Ihrer Staatsangehörigkeit. Erkundigen Sie sich genau danach, das Sozialversicherungssystem welchen Landes für Sie zuständig ist: Weitere Informationen zum Sozialversicherungsschutz im Ausland.

Wenn Sie sich nicht über Ihre Rechte im Klaren sind und Sie sich vor einer Behandlung informieren möchten, können Sie sich an eine nationale Kontaktstelle wenden. In jedem EU-Land gibt es zumindest eine solche Kontaktstelle, bei der Sie in Erfahrung bringen können, ob und gegebenenfalls bis zu welcher Höhe Sie Anspruch auf Kostenerstattung haben.

Sonderbedingungen gelten bei

Berufstätigkeit in einem EU-Land, Wohnsitz in einem anderen

In diesem Fall haben Sie auf beiden Seiten der Grenze Anspruch auf medizinische Behandlung.

Sie müssen sich in dem Land anmelden, in dem Sie arbeiten, und bei Ihrer Krankenkasse das Formular S1 ( früher: Formular E 106) beantragen. Mit diesem Formular dürfen Sie und Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen Krankenversicherungsleistungen in Ihrem Wohnsitzland in Anspruch nehmen.

In den meisten EU-Ländern genießen unterhaltsberechtigte Familienangehörige dieselben Rechte wie der Arbeit- und Versicherungsnehmer selbst.

Wenn Sie in Dänemark, Finnland, Irland, Island, Kroatien, Norwegen, Schweden oder dem Vereinigten Königreich arbeiten und versichert sind, haben Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen nur dann Anspruch auf medizinische Behandlung in dem Land, in dem Sie arbeiten, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

  • Während ihres Aufenthalts wird eine Behandlung aus medizinischen Gründen erforderlich. Die Art der Behandlung und die voraussichtliche Aufenthaltsdauer sind dabei zu berücksichtigen.
  • Die betreffenden Länder bzw. Behörden haben eine entsprechende Vereinbarung getroffen.
  • Die zuständige Krankenkasse in dem Land, in dem Sie arbeiten, hat die Behandlung mit dem Formular S2 ( früher: Formular E 112) vorab genehmigt.

Pflege kranker Kinder

Wenn Sie als Grenzgänger freinehmen müssen, um ein krankes Kind zu pflegen, erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenversicherung, ob Ihnen Leistungen zustehen. Möglicherweise haben Sie keinen Anspruch, wenn Ihr Kind über Ihren Partner in dem Land versichert ist, in dem Sie alle leben.

Kurzzeitige Entsendung ins Ausland (unter 2 Jahre)

Als kurzzeitig (unter 2 Jahre) ins Ausland entsandter Arbeitnehmer können Sie weiterhin in Ihrem Heimatland (dem Land, aus dem Sie entsandt wurden und das für Ihren Sozialversicherungsschutz zuständig ist) versichert bleiben.

Dazu müssen Sie bei der Krankenkasse Ihres Heimatlandes das Formular S1 ( früher: Formular E 106) anfordern. Damit haben Sie und Ihre Familie während Ihres Auslandsaufenthalts Anspruch auf Gesundheitsversorgung.

Legen Sie der Krankenkasse Ihres Gastlandes das Formular S1 bei Ihrer Ankunft vor.

Ins Ausland entsandte Beamte

Als ins Ausland entsandter Beamter haben Sie in dem Land Anspruch auf medizinische Behandlung, in dem Sie leben.

Dazu müssen Sie bei der Krankenkasse in dem Land, in dem Sie beschäftigt sind, ein Formular S1 ( früher: Formular E 106) anfordern. Damit haben Sie und Ihre Familie während Ihres Auslandsaufenthalts Anspruch auf Gesundheitsversorgung.

Legen Sie der Krankenkasse Ihres Gastlandes das Formular S1 bei Ihrer Ankunft vor.

Studierende, Forscher oder Praktikanten im Ausland

Wenn Sie sich zum Studium, für Forschungsarbeiten, ein Betriebspraktikum oder zur Berufsausbildung ins EU-Ausland begeben, müssen Sie in Ihrem Gastland umfassend krankenversichert sein.

  • Sind Sie nicht angestellt, so ist die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) eine Möglichkeit, sofern Sie Anspruch darauf haben.
  • Wenn Sie in Ihrem Gastland eine Anstellung haben, müssen Sie sich vor Ort um eine Krankenversicherung bemühen.

    Doktoranden können unter Umständen als gebietsansässige Arbeitnehmer gelten und verpflichtet werden, sich dem inländischen Gesundheitssystem anzuschließen oder sich privat zu versichern.

  • Wenn Sie von Ihrer Heimathochschule oder einer Forschungseinrichtung in Ihrem Heimatland vorübergehend an eine Hochschule oder Forschungseinrichtung in einem anderen EU-Land entsendet werden, bleibt Ihr bisheriger Krankenversicherungsschutz für den Zeitraum Ihrer Entsendung bestehen. Beantragen Sie vor Ihrer Abreise die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) oder ein Formular S1 ( früher: Formular E 106).

Erkundigen Sie sich bei der Krankenkasse oder der nationalen Kontaktstelle in Ihrem Heimatland, ob Ihre Gesundheitsversorgungskosten während Ihres gesamten Auslandsaufenthalts übernommen werden. Ist dies der Fall, lassen sich die Verwaltungsabläufe durch Verwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK) vereinfachen.

Einige nationale Krankenversicherungen decken die Gesundheitsversorgungskosten in einem anderen Land jedoch nur während eines begrenzten Zeitraum. Dies kommt häufig bei älteren Studierenden (älter als 28 oder 30 Jahre) und bei Arbeitnehmern vor, die sich zu Ausbildungszwecken im Ausland aufhalten. Wenn das auf Sie zutrifft, müssen Sie sich beim staatlichen Gesundheitssystem in Ihrem Gastland anmelden oder eine private Krankenversicherung abschließen.

Fallbeispiel

Informieren Sie sich über die örtlichen Sozialversicherungsvorschriften

Wim ist Belgier und geht zum Studium in die Niederlande. Er nimmt eine gültige Europäische Krankenversicherungskarte mit. Während seines Studiums möchte er einer Teilzeitarbeit nachgehen. In den Niederlanden ist jedoch jeder, der dort einer Arbeit nachgeht, verpflichtet, sich der nationalen Gesundheitsgrundversorgung anzuschließen, die pro Jahr rund 1 100 Euro kostet. Dies gilt selbst für diejenigen, die bereits eine gültige Europäische Krankenversicherungskarte besitzen. Dies macht die Teilzeitarbeit teurer, als Wim vorhergesehen hatte.

Rentner

Gesundheitsversorgung in dem Land, in dem Sie leben

  • Wenn Sie von dem Land, in dem Sie leben, eine Rente beziehen, sind Sie und Ihre Familie durch das Krankenversicherungssystem dieses Landes gedeckt - unabhängig davon, ob Sie auch Rentenzahlungen aus anderen Ländern erhalten.
  • Wenn Sie keine Rente und kein anderes Einkommen von dem Land, in dem Sie leben, beziehen, gehören Sie dem Krankenversicherungssystem des Landes an, in dem Sie am längsten versichert waren.

Fallbeispiel

Informieren Sie sich über das Gesundheitsversorgungssystem Ihres neuen Landes

Nicolas hat nahezu sein gesamtes Berufsleben in Frankreich gearbeitet und auch dort gelebt - abgesehen von einigen Jahren in seiner Jugend, in denen er als Kellner in Italien arbeitete.

Nach Eintritt in den Ruhestand zieht er nach Italien. Seine Rente setzt sich aus zwei Teilen zusammen – einer italienischen Rente für die Arbeitsjahre in Italien und einer französischen Rente für die Arbeitsjahre in Frankreich.

Da Nicolas in Italien lebt UND vom italienischen Staat eine Altersrente erhält, gehört er dem italienischen Gesundheitssystem an und nicht mehr dem französischen.

Sie müssen bei Ihrer Krankenkasse ein Formular S1 ( früher: Formular E 106) anfordern.

Legen Sie der Krankenkasse Ihres Gastlandes das Formular S1 bei Ihrer Ankunft vor.

Dieses Papier bescheinigt Ihren Anspruch auf uneingeschränkte Gesundheitsversorgung in Ihrem Wohnsitzland.

Gesundheitsversorgung in dem Land, in dem Sie früher gearbeitet haben

Grundsätzlich haben Sie und Ihre Familie nur in dem Land uneingeschränkten Anspruch auf medizinische Versorgung, in dem Sie leben. Wenn jedoch eines der folgenden Länder Ihre Rente zahlt, haben Sie und Ihre Familienangehörigen sowohl in dem Land, das Ihre Rente zahlt, als auch in dem Land, in dem Sie jetzt leben, Anspruch auf uneingeschränkte Gesundheitsversorgung:

 

Österreich

Deutschland

Niederlande

Belgien

Griechenland

Polen

Bulgarien

Ungarn

Slowenien

Zypern

Island

Spanien

Tschechische Republik

Liechtenstein

Schweden

Frankreich

Luxemburg

Schweiz

Wenn Sie Beiträge in einem Land entrichtet haben, das nicht in obiger Liste enthalten ist, haben Sie nur in dem Land, in dem Sie leben, Anspruch auf uneingeschränkte Gesundheitsversorgung.

Ehemalige Grenzgänger

Wenn Sie zuletzt als Grenzgänger gearbeitet haben, also in einem bestimmtenLand gelebt, aber zur Arbeit in ein anderes Land gependelt sind, gilt Folgendes:

Fortsetzung einer Behandlung

Sie können eine Behandlung fortsetzen, die in Ihrem früheren Beschäftigungsland begonnen hat – auch nach Ihrem Eintritt in den Ruhestand.

Dies gilt auch für Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen, wenn ihre Behandlung in einem der folgenden Länder begonnen hat:

 

Österreich

Griechenland

Niederlande

Belgien

Ungarn

Polen

Bulgarien

Italien

Portugal

Zypern

Lettland

Rumänien

Tschechische Republik

Liechtenstein

Slowakei

Estland

Litauen

Slowenien

Frankreich

Luxemburg

Spanien

Deutschland

Malta

Schweiz

Um eine Behandlung fortsetzen zu können, die in dem Land begonnen hat, in dem Sie gearbeitet haben, müssen Sie den Gesundheitsbehörden des Landes ein Formular S3 vorlegen.

Versicherungsschutz in dem Land, in dem Sie gearbeitet haben, und in dem Land, in dem Sie leben

Wenn Sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt in den Ruhestand mindestens zwei Jahre lang als Grenzgänger gearbeitet haben, haben Sie sowohl in Ihrem Wohnsitzland als auch in Ihrem früheren Beschäftigungsland Anspruch auf Gesundheitsversorgung.

Sie und Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen haben in dem Land, in dem Sie früher gearbeitet haben, Anspruch auf Gesundheitsversorgung, wenn sowohl dieses Land als auch das Land, in dem Sie jetzt leben, zu folgender Gruppe gehören:

 

Österreich

Deutschland

Spanien

Belgien

Luxemburg

 

Frankreich

Portugal

 

Wenn Sie in das Land reisen, in dem Sie früher gearbeitet haben, um dort eine Behandlung zu erhalten, und die Behörden in diesem Land nicht mehr für Ihre Behandlungskosten zuständig sind, müssen Sie ihnen ein Formular S3 vorlegen. Ein solches Formular erhalten Sie von der für Ihren Krankenversicherungsschutz zuständigen Gesundheitseinrichtung.

Die Gesundheitsversorgungssysteme innerhalb Europas sind sehr unterschiedlich.

Den EU-Ländern steht es frei, eigene Regeln für den Anspruch auf Leistungen und Dienste festzulegen. Wenn Sie sich beispielsweise in dem Land, in dem Sie jetzt leben, einer medizinischen Behandlung unterziehen wollen, haben Sie kein Anrecht auf genau dieselben Leistungen zu genau demselben Preis wie in Ihrem Herkunftsland.

Informieren Sie sich über das Sozialversicherungssystem in Ihrem Gastland oder erkundigen Sie sich bei der nationalen Kontaktstelle, um womöglich ernste Probleme und Missverständnisse zu vermeiden.

Fallbeispiel

Informieren Sie sich über das Sozialversicherungssystem Ihres neuen Landes

Susanne hat immer in Deutschland gearbeitet und ist nach Eintritt in den Ruhestand nach Spanien gezogen. Als sie erkrankte, wandte sie sich an einen privaten Pflegedienst, da es in Spanien keine öffentliche Pflegeversicherung gibt.

Ihre deutsche Pflegeversicherung zahlte einen Teil der Kosten, aber Susannes Anteil war viel höher als das, was sie hätte zahlen müssen, wäre sie in Deutschland geblieben. Dies war eine Folge der Unterschiede zwischen dem deutschen und dem spanischen Leistungssystem.

Unterschiede bei der Feststellung eines Erwerbsunfähigkeitsgrades

Wenn Sie einen Antrag auf Invaliditätsrente stellen, kann jedes Land, in dem Sie jemals gearbeitet haben, eine eigene ärztliche Untersuchung verlangen. Während ein Land Ihnen möglicherweise eine schwerwiegende Erwerbsunfähigkeit bescheinigt, könnten Sie in einem anderen Land möglicherweise als voll erwerbsfähig angesehen werden.

Mehr über Invaliditätsrenten in Europa

Siehe auch:

Öffentliche Konsultationen
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    Dies gilt für Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern und Schweiz.

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