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Letzter Stand : 29/06/2017

Roaming in der EU

„Roam like at home" – Roaming zu Inlandspreisen

Dank der EU-Regeln für das „ Roaming zu Inlandspreisen" müssen Sie für die Nutzung Ihres Mobiltelefons auf Reisen außerhalb Ihres Heimatlandes in den anderen EU-Ländern keine zusätzlichen Roamingentgelte bezahlen. Wenn Sie im Ausland telefonieren (Mobil- und Festnetz), Textnachrichten (SMS) versenden oder das Internet nutzen, kommen Sie in den Genuss der Vorteile dieser Regelung.

Auf Reisen in EU-Ländern bezahlen Sie für diese Dienste denselben Preis wie zu Hause. In der Praxis rechnet Ihr Betreiber das beim Roaming anfallende Gesprächs- oder Datenvolumen einfach auf das Gesprächs- und Datenvolumen Ihres inländischen Handytarifs an.

Falls Sie einen Vertrag mit einem Mobilfunkbetreiber haben, der Roamingdienste einschließt, gilt dieser automatisch als „Roam-like-at-home-Vertrag", d. h. für Roaming zahlen Sie Inlandspreise. Bei allen neuen Mobilfunkverträgen ist Roaming zu Inlandspreisen Standard.

Bedingungen

Roam like at home" ist für Mobilfunknutzer gedacht, die gelegentlich in ein anderes Land reisen als das, in dem sie ihren Lebensmittelpunkt (Arbeit, Studium usw.) haben. Ständiges Roaming ist damit nicht möglich. Solange Sie mehr Zeit im Inland verbringen als im Ausland oder Ihr Handy mehr zu Hause nutzen als im Ausland, können Sie bei Reisen überall in der EU Roaming zu Inlandspreisen in Anspruch nehmen. Dies wird als angemessene Nutzung der Roamingdienste angesehen.

Wenn Sie Ihr Mobiltelefon ständig im Ausland nutzen, kann Ihr Mobilfunkbetreiber Ihnen die Roamingdienste hingegen in Rechnung stellen. Für diese Roamingentgelte gilt allerdings eine Obergrenze (s. u., Regelung der angemessenen Nutzung).

Wenn Sie eine EU-Binnengrenze überqueren, wird Ihr Mobilfunkanbieter Sie weiterhin per SMS darauf hinweisen, dass Sie einen Roamingdienst in Anspruch nehmen, und Sie über seine Regelung der angemessenen Nutzung informieren.

Regelung der angemessenen Nutzung

Mobilfunkbetreiber können eine sogenannte Regelung der angemessenen Nutzung anwenden, um sicherzustellen, dass alle Roamingkunden bei Reisen in der EU die Vorteile der Regeln für das Roaming zu Inlandspreisen nutzen können. Die Mobilfunkbetreiber können mithilfe fairer, zumutbarer und angemessener Kontrollmechanismen die missbräuchliche Nutzung dieser Regeln verhindern.

Regelung der angemessenen Nutzung und Datenobergrenzen

Beim Roaming zu Inlandspreisen gelten für Anrufe und SMS keine Volumenbeschränkungen, allerdings gibt es je nach Vertrag Regeln und Grenzen für die Datennutzung zu Inlandspreisen.

In bestimmten Fällen (siehe unten) müssen Sie für Datenmengen, die ein angemessenes Roamingvolumen zu Inlandspreisen übersteigen, einen Roamingaufschlag in Höhe der (EU-weiten) Obergrenze für Vorleistungsentgelte entrichten (2017 sind das 7,70 Euro/GB zzgl. MwSt.). Dieses Entgelt ist der Höchstpreis, den Ihr heimischer Betreiber einem ausländischen Betreiber für die von Ihnen genutzten Datenroamingdienste bezahlen muss.

Datenobergrenzen – Guthabenkarten

Wenn Sie eine sogenannte Prepaid-Karte haben (also eine im Voraus bezahlte Guthabenkarte für Ihr Mobiltelefon), können Sie Roaming zu Inlandspreisen nutzen. Allerdings kann Ihr Mobilfunkbetreiber eine Obergrenze für das Datenvolumen festsetzen, wenn Sie pro Einheit zahlen und Ihr inländischer Einheitspreis für Daten unter 7,70 Euro pro GB liegt.

Falls Ihr Mobilfunkbetreiber eine Obergrenze für das Datenvolumen festsetzt, muss dieses mindestens dem Volumen entsprechen, das sich ergibt, wenn Ihr zu Beginn der Nutzung von Roamingdiensten vorhandenes Restguthaben durch 7,70 Euro geteilt wird. Sie erhalten also beim Roaming auf jeden Fall das im Voraus bezahlte Datenvolumen. Selbstverständlich können Sie auf Auslandsreisen Ihr Guthaben wieder auffüllen.

Fallbeispiel

Jana lebt in der Slowakei und hat für ihr Mobiltelefon eine Prepaid-Karte mit einem Guthaben von 20 Euro (einschließlich Mehrwertsteuer) für Anrufe, SMS und Datendienste. Zu Beginn ihres Urlaubs in Spanien beträgt das Guthaben auf ihrer Karte noch 12 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Jana kann also während ihres Urlaubs in Spanien das dem Restguthaben auf ihrer Prepaid-Karte entsprechende Datenvolumen nutzen. Dieses beträgt mindestens 1,5 GB (12 Euro / 7,70 Euro pro GB = 1,5 GB).

Datenobergrenzen – nationale Tarifpakete mit unbegrenztem Datenvolumen

Wenn Sie einen Vertrag haben, der die Zahlung einer festen monatlichen Gebühr für ein Leistungspaket mit unbegrenztem Datenvolumen vorsieht, muss Ihr Anbieter Ihnen ein großes Datenvolumen für das Roaming zu Inlandspreisen zugestehen. Die genaue Datenmenge hängt vom Preis Ihres Mobilfunkpakets ab. Das Datenvolumen beim Roaming muss mindestens das Doppelte des Volumens betragen, das sich ergibt, wenn Sie den Preis Ihres Mobilfunkpakets (ohne MwSt.) durch die Preisobergrenze auf der Vorleistungsebene (2017: 7,70 Euro/GB) dividieren.

Beispiel: Sie bezahlen 40 Euro (ohne MwSt.) für Ihr Mobilfunkpaket ohne Obergrenzen für Anrufe, SMS und Daten. Beim Roaming zu Inlandspreisen auf Reisen in der EU erhalten Sie unbegrenzte Sprach- und SMS-Dienste und mindestens 10,3 GB Daten (2 × (40 / 7,7) = 10,3).

Ihr Mobilfunkbetreiber muss Ihnen mitteilen, welches Datenvolumen er Ihnen für das Roaming zu Inlandspreisen zugesteht. Wenn Sie beim Roaming dieses zugestandene Datenvolumen überschreiten, wird ein Aufschlag in Höhe der Preisobergrenze auf der Vorleistungsebene fällig (2017: 7,70 Euro/GB zzgl. MwSt., 2018: 6,00 Euro/GB zzgl. MwSt.). Nach 2018 wird die Preisobergrenze weiter sinken.

Datenobergrenzen – nationale Tarifpakete mit begrenztem Datenvolumen

Wenn Ihr Vertrag begrenzte Datenmengen oder sehr günstige mobile Datendienste (2017: weniger als 3,85 Euro/GB) vorsieht, kann Ihr Anbieter eine Obergrenze für die angemessene Nutzung von Datendiensten beim Roaming anwenden. Diese Obergrenze wird wie im Falle eines unbegrenzten Datenvolumens (s. o.) auf der Grundlage des Endverbraucherpreises Ihres Mobilfunkpakets berechnet. Ihr Mobilfunkanbieter muss Sie vorab über diese Obergrenze unterrichten und Sie auf deren Erreichen hinweisen. Sie können also weiterhin Datenroaming in Anspruch nehmen, Ihr Betreiber stellt Ihnen dafür jedoch einen Aufschlag in Rechnung. Dieser entspricht der Preisobergrenze auf der Vorleistungsebene (2017: 7,70 Euro/GB zzgl. MwSt., 2018: 6,00 Euro/GB zzgl. MwSt.). Nach 2018 wird die Preisobergrenze weiter sinken.

Andere Verträge

Mobilfunkbetreiber können auch Verträge ohne Roamingdienste oder speziell gestaltete alternative Roamingverträge mit Tarifen anbieten, die nicht den Regeln für das Roaming zu Inlandspreisen unterliegen (etwa für Reisen außerhalb der EU), diese Optionen müssen jedoch vom Kunden ausdrücklich gewählt werden. Da die Mobilfunkbetreiber auch günstigere Tarife anbieten dürfen, sollten Sie verschiedene Angebote vergleichen, um das preisgünstigste und Ihrem Bedarf am besten entsprechende Angebot zu finden.

Regelung der angemessenen Nutzung – Überwachung

Im Rahmen der Regelung der angemessenen Nutzung kann Ihr Betreiber über einen Zeitraum von vier Monaten Ihr Roamingverhalten beobachten und kontrollieren. Wenn Sie innerhalb dieser Zeitspanne länger im Ausland waren als zu Hause und ein größeres Datenvolumen beim Roaming genutzt haben als im Inland , kann Ihr Anbieter Sie kontaktieren und eine Klärung Ihrer Situation verlangen. Dafür haben Sie 14 Tage Zeit. Wenn Sie nach Ablauf dieser Frist weiterhin mehr Zeit im Ausland als zu Hause verbringen und Ihre Roaming-Datennutzung die Nutzung im Inland weiterhin übersteigt, ist Ihr Anbieter berechtigt, ab Beginn der 14-tägigen Frist einen Aufschlag auf Ihren Roamingverbrauch zu erheben. Für diese Aufschläge gelten die folgenden Obergrenzen (ohne Mehrwertsteuer):

  • 3,2 Cent pro Minute für Sprachanrufe
  • 1 Cent pro SMS
  • 7,70 EUR pro GB Daten (2017 geltende Obergrenze)

Die Obergrenze für das Datenvolumen wird ab 2018 jedes Jahr am 1. Januar schrittweise wie folgt gesenkt: 6 Euro, 4,50 Euro, 3,50 Euro, 3 EUR und schließlich 2,50 EUR im Jahr 2022. Für 2019 ist eine Überprüfung der Roamingvorleistungsmärkte geplant; danach kann die Obergrenze revidiert werden.

Regelung der angemessenen Nutzung – Grenzgänger

Wenn Ihr Wohnsitz und Ihre Arbeitsstelle in unterschiedlichen EU-Ländern liegen, können Sie sich für einen Mobilfunkbetreiber in einem der beiden Länder entscheiden. Roaming zu Inlandspreisen ist dann mit einer SIM-Karte aus Ihrem Wohnsitzland oder aus dem Land, in dem Sie arbeiten, möglich. Die Regelung der angemessenen Nutzung beim Roaming zu Inlandspreisen gilt, solange Sie sich mindestens einmal täglich in das Netz Ihres „heimischen" Anbieters einwählen; dies zählt als Anwesenheitstag (selbst wenn Sie sich an diesem Tag auch noch ins Ausland begeben).

Anrufe von zu Hause aus / Roaming außerhalb der EU

Von zu Hause aus getätigte Anrufe in ein anderes Land innerhalb oder außerhalb der EU gelten nicht als Roaming – die Regeln für Roaming zu Inlandspreisen gelten dafür also nicht. Die Preise für solche Anrufe sind nicht reguliert und können recht hoch sein.

Beachten Sie auch, dass das Roaming (insbesondere Datenroaming) außerhalb der EU teuer sein kann! Erkundigen Sie sich also vor Reiseantritt bei Ihrem Mobilfunkbetreiber nach den Preisen für Roaming außerhalb der EU, um hohe Rechnungen zu vermeiden.

Roaming bei Schiffs- und Flugreisen

Bei Reisen per Schiff oder Flugzeug in der EU können Sie Roaming zu Inlandspreisen nutzen, solange Sie sich in ein terrestrisches (landgestütztes) Mobilfunknetz einwählen. Wenn Sie Mobilfunkdienste über Satellitensysteme in Anspruch nehmen, gilt das Roaming zu Inlandspreisen nicht mehr. Es werden Ihnen also die Kosten nicht regulierter Roamingdienste in Rechnung gestellt, für die keine Preisobergrenzen gelten.

Schutz personenbezogener Daten

Ihr Mobilfunkbetreiber muss die einschlägigen Datenschutzbestimmungen einhalten und darf Ihre personenbezogenen Daten (die ihm für Abrechnungszwecke bereits vorliegen) nur zum Abgleich Ihres Roamingverbrauchs und Ihrer inländischen Datennutzung verwenden.

Falls es Ärger gibt – Ihre Rechte als Verbraucher

Wenn Sie glauben, dass Ihr Anbieter Ihre Rechte in Bezug auf Roaming zu Inlandspreisen missachtet und Ihnen in der EU Kosten für Roamingdienste berechnet hat, können Sie ihn zur Rede stellen und diese zusätzlichen Gebühren im Zuge des bestehenden Beschwerdeverfahrens anfechten.

Falls dies nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führt, können Sie die zuständige RegulierungsbehördeEnglish Ihres Landes kontaktieren – in der Regel die nationale Telekom-Regulierungsbehörde –, die für die Regelung des Falles sorgen wird.

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