Navigationsleiste

Letzter Stand : 02/10/2014

Einkommensteuer im Ausland – Liechtenstein

In welcher Situation befinden Sie sich?

Ich bin Arbeitnehmer

Welches Einkommen ist in Liechtenstein zu versteuern?

  • Sie leben mehr als sechs Monate in Liechtenstein?
    Sie gelten als in Liechtenstein ansässig und unterliegen der unbeschränkten Steuerpflicht mit Ihrem weltweiten Vermögen und Einkommen.
  • Sie haben höchstens sechs Monate in Liechtenstein gelebt?
    Sie gelten in Liechtenstein nicht als ansässig und unterliegen der beschränkten Steuerpflicht mit Ihrem Vermögen und Einkommen aus liechtensteinischen Quellen, einschliesslich Ihrer Einkünfte aus in Liechtenstein ausgeübter unselbständiger Arbeit.
  • Sie beziehen Einkommen aus anderen EWR-/EU-Staaten?
    Wird Ihr Vermögen und Einkommen auch in einem anderen Staat besteuert, so kann es zu einer Doppelbesteuerung kommen. Die Doppelbesteuerungsabkommen Liechtensteins enthalten Regelungen zur Vermeidung solch einer Doppelbesteuerung (Liste aller Doppelbesteuerungsabkommen Liechtensteins).

Wie viel müssen Sie bezahlen?

Löhne und Gehälter sind alle Bezüge einer Person aus einem unselbständigen Dienstverhältnis (Angestelltenverhältnis) mit Einschluss der Nebeneinkünfte wie Entschädigungen für Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen und ähnliche Zahlungen.

Sachleistungen unterliegen der Erwerbssteuer mit dem Verkehrswert oder einem Wert der von der liechtensteinischen Steuerverwaltung festgelegt worden ist.

Aufwendungen, die in direktem Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit stehen, sind abzugsfähig, z.B. Fahrtkosten, Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung und Unterhaltsbeiträge. Bestimmte individuelle Abzüge, z.B. für ein Kind, für die Ausbildung der Kinder und die medizinische Versorgung werden proportional zum ausländischen Vermögen/Erwerb gewährt. Darüber hinaus wird ein Pauschalabzug in Höhe von CHF 1‘500 für ausserordentliche Werbungskosten gewährt.

Von den Einkünften aus unselbständiger Erwerbstätigkeit sind Sozialversicherungsbeiträge zu leisten. Dies betrifft die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, die Familienausgleichskasse, die obligatorische Krankenversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Die Beiträge werden zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer aufgeteilt. Der Arbeitnehmeranteil beträgt 5,05% der Bruttoeinkünfte. Darüber hinaus hat jeder Arbeitnehmer Beiträge zur obligatorischen Unfallversicherung und der beruflichen Altersvorsorge abzuführen.

Einkommenssteuersätze

Das steuerpflichtige Einkommen von unbeschränkt Steuerpflichtigen unterliegt dem progressiven Steuersatz (8-Stufen-Tarif). Der Grenzsteuersatz beträgt, einschliesslich der Gemeindesteuer, zwischen 3,5 % (für Einkommen über dem Grundfreibetrag) und maximal 28 %.

Die Steuersätze und Grundfreibeträge unterscheiden sich für Alleinstehende, Alleinerziehende und gemeinsam zu veranlagende Ehegatten.

Bei beschränkt Steuerpflichtigen wird eine Lohnsteuer (zwischen 4 % und 19 %) erhoben, ausser es erfolgt eine ordentliche Veranlagung (siehe unten). Bei ordentlicher Veranlagung findet der gleiche Steuersatz wie bei unbeschränkt Steuerpflichtigen Anwendung.

Wann und wie zahlen Sie?

Der Arbeitgeber zieht den Betrag der geschuldeten Lohnsteuer monatlich ab (Lohnsteuerabzug) und entrichtet diesen Betrag an die Steuerverwaltung.

Unbeschränkt Steuerpflichtige erhalten eine Steuererklärung und werden gebeten diese bis Mitte April des Kalenderjahres, das dem jeweiligen Steuerjahr folgt, einzureichen. Das Vermögen und der Erwerb von Ehegatten werden für steuerliche Zwecke gemeinsam veranlagt. Allerdings können Ehegatten einen gemeinsamen Antrag auf getrennte Veranlagung stellen.

In der Veranlagungsverfügung legt die Steuerverwaltung die steuerliche Bemessungsgrundlage, den Steuersatz und den Betrag der geschuldeten Steuer fest. Die vom Arbeitgeber berechnete und entrichtete Lohnsteuer wird auf die Steuerschuld angerechnet. Die Steuerschuld ist innerhalb von 30 Tagen nach Zustellung der Veranlagungsverfügung zu begleichen. Wenn der Steuerpflichtige das Land verlässt, muss die Steuer spätestens am Tag des Wegzugs bezahlt werden.

Beschränkt Steuerpflichtige mit einem Erwerb von mehr als CHF 150’000 müssen eine Steuererklärung ausfüllen und werden ordentlich veranlagt. Bei beschränkt Steuerpflichtigen mit einem Erwerb von CHF 150‘000 oder weniger ist die Steuerschuld in der Regel mit der vom Arbeitgeber entrichteten Lohnsteuer abgegolten. Der Steuerpflichtige kann jedoch einen Antrag auf ordentliche Veranlagung stellen; in diesem Fall hat er eine Steuererklärung einzureichen.

Einsprüche/Klagen

Wenn Sie mit Ihrer Veranlagungsverfügung nicht einverstanden sind, können Sie bei der Steuerverwaltung innerhalb von 30 Tagen ab Zustellung schriftlich Einsprache erheben. Wenn Sie mit der Einspracheentscheidung nicht einverstanden sind, können Sie sich innerhalb von 30 Tagen nach Zustellung an die Landessteuerkommission wenden. Die Entscheidung der Landessteuerkommission kann innerhalb von 30 Tagen ab Zustellung vor dem Verwaltungsgerichtshof angefochten werden.

Links

Ministerium für Präsidiales und Finanzen

Ich bin selbständig

Welches Einkommen ist in Liechtenstein zu versteuern?

  • Sie leben mehr als sechs Monate in Liechtenstein?
    Sie gelten als in Liechtenstein ansässig und unterliegen der unbeschränkten Steuerpflicht mit Ihrem weltweiten Vermögen und Einkommen.
  • Sie haben höchstens sechs Monate in Liechtenstein gelebt?
    Sie gelten in Liechtenstein nicht als ansässig und unterliegen der beschränkten Steuerpflicht mit Ihrem Vermögen und Einkommen aus liechtensteinischen Quellen, einschliesslich Ihrer Einkünfte aus in Liechtenstein ausgeübter unselbständiger Arbeit.
  • Sie beziehen Einkommen aus anderen EWR-/EU-Staaten?
    Wird Ihr Vermögen und Einkommen auch in einem anderen Staat besteuert, so kann es zu einer Doppelbesteuerung kommen. Die Doppelbesteuerungsabkommen Liechtensteins enthalten Regelungen zur Vermeidung solch einer Doppelbesteuerung (Liste aller Doppelbesteuerungsabkommen Liechtensteins).

Wie viel müssen Sie zahlen?

Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit umfassen gewerbliche und freiberufliche Einkünfte.

Aufwendungen, die direkt im Zusammenhang mit den selbständigen Einkünften stehen, sind abzugsfähig, z.B. sämtliche Gewinnungskosten, wie Material- und Warenaufwendungen, Lohn und Sozialkosten für Arbeitnehmer, Patent- und Lizenzgebühren, die geschäftsmässig begründeten Abschreibungen und alle durch den Betrieb bedingten weiteren Aufwendungen sowie eine angemessene Verzinsung des im Betrieb eingesetzten eigenen Kapitals in Höhe des Sollbetrages.

Von den Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit sind Sozialversicherungsbeträge zu leisten. Dies betrifft die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, die Familienausgleichskasse und den Verwaltungskostenbeitrag. Der Anteil beträgt 11,6704 % der Bruttoeinkünfte. Die Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung ist für alle Ansässigen obligatorisch. Darüber hinaus hat jeder selbständig Erwerbstätige grundsätzlich Beiträge zur obligatorischen Unfallversicherung und der beruflichen Altersvorsorge abzuführen.

Einkommenssteuersätze

Das steuerpflichtige Einkommen von unbeschränkt Steuerpflichtigen unterliegt dem progressivem Steuersatz (8-Stufen-Tarif). Der Grenzsteuersatz beträgt, einschliesslich der Gemeindesteuer, zwischen 3,5 % (für Einkommen über dem Grundfreibetrag) und maximal 28 %.

Die Steuertarife und Grundfreibeträge unterscheiden sich für Alleinstehende, Alleinerziehende und gemeinsam zu veranlagende Ehegatten.

Bei beschränkt Steuerpflichtigen beträgt der Steuersatz 4 % samt Gemeindesteuerzuschlag (vereinfachte Veranlagung), ausser es erfolgt eine ordentliche Veranlagung (siehe unten). Bei ordentlicher Veranlagung findet der gleiche Steuersatz wie bei unbeschränkt Steuerpflichtigen Anwendung.

Wann und wie zahlen Sie?

Steuerpflichtige die der unbeschränkten Steuerpflicht unterliegen erhalten eine Steuererklärung und werden gebeten, diese bis Mitte April des Kalenderjahres, das dem jeweiligen Steuerjahr folgt, einzureichen. Das Vermögen und der Erwerb von Ehegatten werden für steuerliche Zwecke gemeinsam veranlagt. Allerdings können Ehegatten einen gemeinsamen Antrag auf getrennte Veranlagung stellen.

Steuerpflichtige, die der beschränkten Steuerpflicht unterliegen, erhalten ebenfalls eine Steuererklärung zugestellt. Bei einem Erwerb bis zu CHF 150‘000 kann zwischen vereinfachter und ordentlicher Veranlagung gewählt werden. Ab einem Erwerb von mehr als CHF 150‘000 erfolgt immer eine ordentliche Veranlagung.

Im Steuerbescheid setzt die Steuerverwaltung die steuerliche Bemessungsgrundlage, den Steuersatz und den Betrag der geschuldeten Steuer fest. Die Steuerschuld ist innerhalb von 30 Tagen nach Zustellung der Veranlagungsverfügung zu begleichen. Wenn der Steuerpflichtige das Land verlässt, muss die Steuer spätestens am Tag des Wegzugs bezahlt werden.

Einsprüche/Klagen

Wenn Sie mit Ihrer Veranlagungsverfügung nicht einverstanden sind, können Sie bei der Steuerverwaltung innerhalb von 30 Tagen ab Zustellung schriftlich Einsprache erheben. Wenn Sie mit der Einspracheentscheidung nicht einverstanden sind, können Sie sich innerhalb von 30 Tagen nach Zustellung an die Landessteuerkommission wenden. Die Entscheidung der Landessteuerkommission kann innerhalb von 30 Tagen ab Zustellung vor dem Verwaltungsgerichtshof angefochten werden.

Links

Ministerium für Präsidiales und Finanzen

Rat und Hilfe

Rat und Hilfe

Sie haben die gewünschten Informationen nicht gefunden? Haben Sie ein Problem, das Sie lösen möchten?

Beratung über Ihre Rechte in der EU

Klicken Sie hier, um Probleme mit einer Behörde zu melden