Navigationsleiste

Letzter Stand : 23/06/2014

shopping

Unlautere Geschäftspraktiken

Wenn Sie irgendwo in der EU Waren und Dienstleistungen einkaufen – ob über das Internet, in Ihrem Geschäft vor Ort oder bei einem Verkäufer im Ausland – schützt Sie das EU-Recht gegen unlautere Geschäftspraktiken.

Wenn Unternehmen Produkte bewerben, verkaufen oder liefern, müssen sie Sie ausreichend genau informieren (siehe Ihr Recht auf Online-Informationen), so dass Sie eine sachgerechte Kaufentscheidung treffen können. Andernfalls können ihre Handlungen als unlauter angesehen werden. Siehe unter „Rechtsbehelfe“, welche Schritte Sie dann unternehmen können.

Irreführende und aggressive Praktiken

Sie genießen Schutz gegen zwei Hauptkategorien unlauterer Geschäftspraktiken:

  • irreführende Praktiken – entweder durch Handlungen (falsche Auskünfte) oder durch Unterlassung (Verschweigen wichtiger Informationen)
  • aggressive Praktiken mit dem Ziel, Sie zu einem Kauf zu drängen

Schwarze Liste der stets verbotenen unlauteren Praktiken

Anhand der Schwarzen Listeбългарски (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv) können Sie leicht Geschäftspraktiken erkennen, die unter allen Umständen verboten sind. Wenn eine Praxis auf der Liste steht, gilt sie automatisch als unlauter.

Übliche Praktiken auf der Schwarzen Liste:

Lockangebote

Verkäufer dürfen nicht mit Produkten oder Dienstleistungen zu einem sehr niedrigen Preis werben, wenn sie keinen ausreichenden Vorrat haben. Sie müssen die Kunden darüber informieren, wie viele Stücke zum Verkauf stehen und wie lange das Angebot gilt.

Fallbeispiel

Alex sah auf einer Plakatwand ein Sonderangebot für einen Flug: „Sonnen Sie sich in Barcelona für nur 1 €!“

Doch als er den Flug buchen wollte, gab es den 1-€ -Flugschein nicht mehr. Er rief den Kundendienst des Unternehmens an und erfuhr, dass zu diesem Preis nur eine sehr geringe Zahl von Plätzen zur Verfügung gestanden habe.

Er legte die Sache seinem nationalen Verbraucherzentrum vor, das ihm bestätigte, dass die Fluggesellschaft eine dem Umfang der Werbekampagne angemessene Zahl an Sitzen zu dem Angebotspreis bereithalten und/oder zumindest angeben müsste, wie viele Plätze zu diesem Preis zur Verfügung stehen.

Zwar konnte Alex den angegebenen Flugpreis nicht erhalten, aber das Unternehmen entfernte auf Anraten des Verbraucherzentrums immerhin die Werbung von der Plakatwand und bewahrte damit andere Kunden davor, in dieselbe Falle zu treten.

Vorgeblich „kostenlose“ Angebote

Verkäufer müssen die echten Preise ihrer Waren und Dienstleistungen mitteilen. Sie dürfen einen kostenpflichtigen Dienst nicht als „kostenlos“ darstellen oder Ihnen einen zusätzlichen „kostenlosen“ Dienst anbieten, wenn die echten Kosten solcher „kostenlosen“ Dienste in Wirklichkeit bereits im normalen Preis enthalten sind.

Fallbeispiel

Francesca abonnierte einen Kurzmitteilungsdienst. Sie bemerkte ein kleines Kästchen am Fuß der Webseite mit dem Inhalt „5 kostenlose SMS pro Tag“. Ein Mausklick brachte sie auf eine andere Seite, auf der es wieder hieß: „5 KOSTENLOSE SMS PRO TAG“.

Sie folgte den Anweisungen und erfuhr, dass sie angemeldet wurde und dass die Gebühr für den Dienst 3 Euro pro Woche beträgt. Sie blätterte zurück und entdeckte im Kleingedruckten, dass es sich um einen kostenpflichtigen Dienst handelte.

Sie sollten bei solchen Angeboten die Bedingungen sehr genau prüfen.

Manipulation von Kindern

Verkäufer dürfen Ihr Kind nicht auffordern, Sie um den Kauf ihrer Produkte zu bitten. Direkte Aufforderungen wie „Buch jetzt kaufen” oder „Sage deinen Eltern, sie sollen dir dieses Spiel kaufen“ sind verboten. Dieses Verbot gilt für alle Medien, auch für das Fernsehen und – besonders wichtig – das Internet.

Fallbeispiel

Cécile war überrascht, als ihre Tochter plötzlich begann zu quengeln, sie solle ihr eine Sammlung von Filmen mit ihrem Lieblingshelden aus einem Buch kaufen.

Cécile wurde alles klar, als sie folgende Werbung für den Film sah: „Dein Lieblingsbuch ist nun als Video erhältlich – bitte deine Mutter, es dir zu kaufen!“

Sie wandte sich an eine Verbraucherschutzbehörde, die ihr bestätigte, dass dies eine unlautere Praxis ist, und reichte eine Beschwerde gegen das Unternehmen ein, um die Kampagne zu stoppen.

Falsche Heilungsversprechen

Wenn ein Produkt als therapeutisch beworben wird – es solle Allergien heilen, Haare wieder wachsen lassen, Ihnen beim Abnehmen helfen usw. – haben Sie das Recht zu erfahren, ob solche Behauptungen wissenschaftlich untermauert sind. In vielen Fällen ist das nicht der Fall – die Behauptungen sind einfach zu schön, um wahr zu sein.

Fallbeispiel

Mario erhielt einen Brief von einem ausländischen Unternehmen, dessen Produkt angeblich sein Haar innerhalb von drei Wochen wieder wachsen lassen würde.

Er beschloss, das Produkt zu bestellen, da es in dem Brief hieß, es sei „bewährt und geprüft“. In Wirklichkeit war das Produkt aber nicht geprüft und wirkte nicht. Mario wandte sich an seine nationale Verbraucherschutzbehörde und erfuhr, dass sich auch viele andere irregeführte Verbraucher beschwert hatten. Ihm wurde geraten, sich dem bereits laufenden Gerichtsverfahren gegen das Unternehmen anzuschließen.

Versteckte Werbung in Medien (Werbereportagen)

Sie müssen informiert werden, wenn ein Zeitungsartikel, ein Fernseh- oder Rundfunkprogramm von einem Unternehmen „gesponsert“ wurde, um für seine Produkte zu werben. Dies muss durch Bilder, Text oder Ton deutlich angegeben werden.

Fallbeispiel

Yann las in einem Reisemagazin einen Artikel über Trekking in Irland.

In dem als Leserbeitrag veröffentlichten Artikel wurde die vom Leser während seiner Reise benutzte Ausrüstung einer bestimmten Marke besonders gelobt.

Da er ganz sicher gehen wollte, schaute Yann auch noch auf einem Internetforum nach. Erst dort erfuhr er, dass viele Trekking-Fans die Ausrüstung des Unternehmens überhaupt nicht schätzten. Viele waren zum Kauf verleitet worden, weil sie nicht wussten, dass der Artikel in Wirklichkeit vom Hersteller der Ausrüstung gesponsert worden war.

Yann erfuhr dann bei einer Verbraucherorganisation, dass das Reisemagazin nach EU-Recht verpflichtet war klarzustellen, dass es sich bei dem Artikel um Werbung handelte. Daraufhin wandte sich die Verbraucherorganisation an den Herausgeber des Magazins; dieser veröffentlichte eine Richtigstellung und entschuldigte sich bei seinen Lesern für die Irreführung.

Pyramidensysteme

Dabei handelt es sich um Werbesysteme, bei denen Sie für die Möglichkeit zahlen, selbst wieder bezahlt zu werden. Letzteres erreichen Sie jedoch hauptsächlich dadurch, dass Sie weitere Personen für das System werben. Der tatsächliche Verkauf oder Verbrauch von Produkten spielt nur eine unwesentliche Rolle. Irgendwann brechen Pyramidensysteme zusammen, und die zuletzt angeworbenen Teilnehmer verlieren ihre Einzahlung.

Fallbeispiel

Oana wurde ein Job in einem Netz zur Vermarktung kosmetischer Produkte angeboten. Sie würde in ihrer Freizeit bequem vom Sessel aus viel Geld verdienen.

Es gab zwei Anforderungen: Sie musste ein einmaliges „Eintrittsgeld“ zahlen und fünf Freunde für das Netz werben. Je mehr Freunde sie dazu brachte, sich dem Netz anzuschließen, desto mehr Geld würde sie verdienen. Auch ihre Freunde würden zusätzliches Geld verdienen, wenn sie fünf weitere Freunde einführten.

Es war Oana nicht klar, dass sie ihr Einkommen hauptsächlich durch die Werbung neuer Mitglieder und nicht durch den Verkauf kosmetischer Produkte erzielte.

Wenn Sie selbst in einer solchen Lage sind, sollten Sie sich bei einer Verbraucherorganisation erkundigen, welche Abhilfemaßnahmen in Ihrem Land bestehen.

Falsche Angebote von Preisen oder Geschenken

Händler dürfen nicht mit „kostenlosen“ Preisen oder Geschenken werben und dann verlangen, das Sie zahlen, um diese zu erhalten. Erhalten Sie einen Brief oder eine E-Mail mit den Worten „Glückwunsch, Sie haben einen Preis gewonnen!”, so sollten Sie vorsichtig sein, denn dabei kann es sich leicht um eine unlautere Praxis handeln.

Fallbeispiel

Evelina erhielt einen Brief von einem Unternehmen, das ihr zu dem Gewinn von Preisen im Wert von über 100 Euro gratulierte. Sie sollte ihre Preise vor Ablauf des Angebots innerhalb einer Woche anfordern.

Als sie aber die angegebene Nummer anrief, erfuhr sie, dass es sich nur um eine Werbung handelte. Sie erhielt keine Preise, sondern nur den Ratschlag, Haushaltsgeräte zu kaufen, woraufhin sie an einer Verlosung teilnähme.

Evelina war verärgert und wollte prüfen, ob das Unternehmen dies tun durfte. Bei ihrer nationalen Verbraucherorganisation erfuhr sie, das solche Praktiken verboten sind. Die Verbraucherorganisation wandte sich an das Unternehmen, das diese Praxis schließlich einstellte.

Vorgebliche „besondere“ Vorteile

Verkäufer dürfen nicht behaupten, sie würden Ihnen Sonderrechte gewähren, wenn diese sowieso gesetzlich vorgeschrieben sind.

Fallbeispiel

Konstantinos aus Saloniki wollte einen Rechner über das Internet kaufen.

Er wählte einen Internethändler, der für ein Sonderangebot mit einer zweijährigen Garantie auf Nachbesserung oder Ersatzlieferung warb, wenn sich die Ware als mangelhaft oder nicht der Produktbeschreibung entsprechend erweisen sollte.

Konstantinos war überzeugt, dass es sich dabei um ein besonders günstiges Angebot handelte, aber die Zweijahresgarantie ist jedem Verkäufer gesetzlich vorgeschrieben.

Viele Händler oder Hersteller bieten eigene gewerbliche Garantien, in denen sie versprechen, ein Produkt beispielsweise ein, drei oder fünf Jahre nach dem Kauf noch zu reparieren. Eine solche Garantie kann kostenlos oder freiwillig zusätzlich zu kaufen sein. Diese Zusatzgarantien ersetzen jedoch niemals die gesetzlich vorgeschriebene Zweijahres-Mindestgarantie.

Konstantinos schrieb daraufhin dem Händler, der seinen Fehler zugab und bereit war, eine zusätzliche einjährige gewerbliche Garantie zu gewähren.

Vorgeblich zeitlich begrenzte Angebote

Wenn Ihnen ein Verkäufer sagt, ein bestimmtes Angebot gelte nur für einen sehr begrenzten Zeitraum, will er Sie vielleicht zum Kauf drängen, bevor Sie Zeit haben, eine sachgerechte Wahl zu treffen. Es ist unlauter zu behaupten, ein Angebot sei zeitlich begrenzt, wenn das in Wirklichkeit nicht der Fall ist.

Fallbeispiel

Simon aus Belgien wollte ein Fahrrad kaufen. Im Internetladen eines Händlers in den Niederlanden fand er ein nur 24 Stunden gültiges Sonderangebot.

Das Fahrrad war nicht genau das, was er suchte, aber er hatte keine Zeit zum Vergleichen, weil das Angebot nur so kurze Zeit gültig war. Er entschloss sich rasch zum Kauf, um den 50%igen Rabatt zu nutzen.

Als er den Internetladen zunächst eine und dann zwei Wochen später erneut besuchte, sah er zu seiner Überraschung genau dasselbe Sonderangebot.

Ihm wurde klar, dass dies ein Trick war, um ihn zum Kauf des Fahrrads zu verführen. Er beschwerte ich zweimal beim Händler, erhielt aber keine Antwort.

Dann wandte er sich an das Europäische Verbraucherzentrum in Belgien, das den Fall an die niederländischen Kollegen weiterleitete. Kure Zeit spätere teilte das niederländische Zentrum Simon mit, dass es den Händler veranlassen konnte, seinen Internetauftritt anzupassen.

Ständige unerwünschte Angebote

Gemäß EU-Recht dürfen Unternehmen nicht ständig unerwünschte Angebote per Telefon, Fax, E-Mail oder andere Medien machen, die sich für den Versandhandel eignen.

Fallbeispiel

Margus abonnierte bei einem Küchenmöbelgeschäft ein Infoblatt mit neuen Angeboten.

Von da an erhielt er Werbung für Zeitschriften über Kochen, Gärtnern, Fallschirmspringen, Haushaltsführung usw. Obwohl er niemals darum gebeten hatte, auf einen Verteiler gesetzt zu werden, erhielt er manchmal bis zu zehn E-Mails pro Tag! Seien Aufforderungen, vom Verteiler genommen zu werden, blieben ungehört.

Eine Freundin riet Margus, sich an das nationale Verbraucherzentrum zu wenden, das ihr früher bei einem ähnlichen Problem geholfen hatte. Nach Einschreiten des Zentrums nahm das betreffende Unternehmen Margus vom Verteiler.

Schutz gefährdeter Verbraucher

Händler dürfen keine Praktiken einsetzen, die schutzbedürftige Verbraucher wie Kinder sowie Kranke oder Süchtige ausnutzen. Beispielsweise ist es verboten, Kinder zum Kauf eines Produkts zu drängen oder sie dazu zu bringen, bei ihren Eltern so lange zu quengeln, bis diese ihnen das Produkt kaufen.

Möglicherweise begegnen Ihnen auch Praktiken, die nicht auf der Schwarzen Liste stehen oder nicht unter die obigen Kriterien fallen, die Sie aber dennoch als unlauter empfinden. Lassen Sie sich vom nationalen Verbraucherverband oder dem Netz der Europäischen Verbraucherzentrenбългарски (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv) beraten.

Rat und Hilfe

Rat und Hilfe

Wenden Sie sich an unsere spezialisierten Hilfsdienste:

Footnote

In diesem Fall die 27 EU-Länder sowie Island, Liechtenstein und Norwegen

Retour au texte en cours.