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Zuletzt überprüft: 14/12/2018

Abgelaufene oder abhanden gekommene Pässe – Deutschland

Bürgerinnen und Bürger aus den Staaten, die das Schengener Abkommen unterzeichnet haben (Schengener Staaten), wie z.B. Deutschland, können die gemeinsamen Binnengrenzen der EU-Mitgliedstaaten an jeder Stelle ohne Personenkontrolle überschreiten. Die Pflicht für deutsche Staatsangehörige, bei jeder Ausreise aus Deutschland oder der Einreise nach Deutschland einen gültigen Pass oder gültigen Personalausweis (oder amtlichen Passersatz) mitzuführen, besteht jedoch weiterhin.

Innerhalb des Schengenraums können deutsche Bürgerinnen und Bürger auch ausschließlich mit ihrem gültigen Personalausweis frei reisen und diesen als Reisedokument verwenden. Bei Reisen außerhalb des Schengenraums ist meist ein Reisepass notwendig, in manchen Ländern wird darauf bestanden, dass der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig ist.

Bei einem abgelaufenen Reisepass oder Personalausweis kann die Bundespolizei einen Reiseausweis als Passersatz für deutsche Staatsangehörige ausstellen. Dies gilt nur, wenn die Erteilung eines (vorläufigen) Reisedokumentes bei einer Passbehörde nicht mehr rechtzeitig zu erwarten ist.

Für Bürgerinnen und Bürger der EU kann die Bundespolizei einen Notreiseausweis ausstellen, wenn der Pass abgelaufen ist. Die Ausstellung von Ersatzpapieren an Kinder sowie Personen unter 18 Jahren ist grundsätzlich von der Zustimmung der gesetzlichen Vertreter abhängig. Die Identität und die Staatsangehörigkeit sind durch Vorlage amtlicher Dokumente nachzuweisen (zum Beispiel durch einen abgelaufenen Pass oder Passersatz). Weitere Informationen erhalten Sie bei der Bundespolizei.

Deutschland hat mit einigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union vereinbart, dass deutsche Reisedokumente bis zu einem Jahr nach Ablauf der Gültigkeit grundsätzlich als Identitätsnachweis anerkannt werden sollten. Zu diesen Ländern zählen: Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Lichtenstein, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, Schweiz, Slowenien, Spanien, Ungarn und Zypern. Eine Reisegarantie oder eine verpflichtende Anerkennung abgelaufener Dokumente beispielsweise durch Beförderungsunternehmen ist mit diesem europäischen Abkommen jedoch nicht verbunden. Um etwaige Schwierigkeiten bei der Reise mit abgelaufenen Dokumenten zu vermeiden, wird empfohlen, nur mit gültigen Dokumenten zu reisen.

Bei Verlust von Pässen/Ausweispapieren im Ausland wenden sich betroffene Bürgerinnen und Bürger mit einem polizeilichen Nachweis für den Dokumentenverlust an ihre Botschaften und Generalkonsulate und beantragen einen Reiseausweis als Passersatz. Auf der Internetpräsenz des deutschen Auswärtigen Amts finden Sie Informationen über die erforderlichen Antragsunterlagen und konsularische Hilfe bei Verlust Ihres Passes.

Ausweisdokumente, die einmal als verloren oder gestohlen gemeldet waren, sollten nicht mehr als Reisedokumente verwendet werden. Selbst wenn das als "verloren gegangen" gemeldete Dokument inzwischen als "wieder aufgefunden" gemeldet wurden, führt dies nicht automatisch zu einer sofortigen Löschung des Verlusteintrags in der Interpol-Datenbank und einer entsprechenden Übernahme dieser Löschung in die nationalen Datenbanken des Staaten weltweit. Es kommt daher immer wieder vor, dass die Grenzpolizeien wiederaufgefundene Ausweisdokumente aufgrund des bestehen gebliebenen Fahndungseintrags einziehen.

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