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Ruhestand im Ausland

Letzter Stand : 20/06/2014

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Staatliche Rente im Ausland

Eine Rente beantragen

Altersrente

Wo müssen Sie Ihren Rentenantrag stellen?

Wenn Sie in mehreren EU-Ländern erwerbstätig waren, haben Sie möglicherweise in jedem dieser Länder Rentenansprüche erworben.

Wenn Sie Ihren Rentenantrag stellen, beachten Sie bitte, dass Sie ihn in dem Land stellen müssen, in dem Sie leben, es sei denn, Sie haben nie dort gearbeitet. In diesem Fall müssen Sie den Antrag in dem Land stellen, in dem Sie zuletzt gearbeitet haben.

Dieses Land ist dann für die Bearbeitung Ihres Rentenantrags zuständig und trägt sämtliche Versicherungszeiten aus den anderen Ländern zusammen, in denen Sie erwerbstätig waren.

Haben Sie in dem Land, in dem Sie derzeit leben, nie gearbeitet, ist der Antrag bei der zuständigen Behörde des Landes zu stellen, in dem Sie zuletzt erwerbstätig waren. Ihr Antrag wird dann dort bearbeitet.

Die Rentenbehörde des Landes, in dem Sie jetzt wohnen (oder in dem Sie zuletzt erwerbstätig waren) sollte Ihnen das Rentenantragsformular zuschicken, bevor Sie das dort geltende Renteneintrittsalter erreichen. Kontaktieren Sie die Behörde, wenn Sie das Formular nicht erhalten.

Sie können Ihre Rente in Ihrem aktuellen Wohnsitzland erst beantragen, wenn Sie das dort festgelegte gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben.

Rentenansprüche, die Sie in anderen Ländern erworben haben, können Sie erst geltend machen, wenn Sie das in diesen Ländern festgelegte gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht haben.

Stellen Sie Ihren Rentenantrag spätestens sechs Monate, bevor Sie in den Ruhestand gehen, da das Zusammentragen von Versicherungszeiten aus mehreren Ländern längere Zeit in Anspruch nehmen kann.

Benötigte Unterlagen

Die benötigten Unterlagen sind von Land zu Land unterschiedlich. In der Regel werden eine Bankverbindung und ein Identitätsnachweis gefordert.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Rentenbehörde, die Ihren Antrag bearbeitet.

Unterschiedliche Renteneintrittsalter

In manchen EU-Ländern können Sie erst später in Rente gehen als in anderen.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich bereits vorher in allen Ländern, in denen Sie gearbeitet haben, darüber informieren, was geschieht, wenn Sie das Datum des Renteneintritts ändern.

Nehmen Sie eine Rente früher in Anspruch als eine andere, kann sich das auf die Betragshöhe auswirken.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der zuständigen Behörde Ihres Wohnsitzlandes und/oder in den Ländern, in denen Sie gearbeitet haben.

Fallbeispiel

Berücksichtigen Sie die unterschiedlichen (höheren!) Renteneintrittsalter in anderen Ländern!

Nachdem Caroline aus Frankreich 15 Jahre lang in Dänemark gearbeitet hat, kehrt sie zum Ende ihres Erwerbslebens wieder in ihr Heimatland zurück. Wie es in Frankreich üblich ist, beantragt sie, als sie 60 wird, ihre Rente. Diese fällt jedoch sehr gering aus.

Mit 60 Jahren hat Caroline nur Anspruch auf die Rente, die ihr in Frankreich zusteht. Der Anteil ihrer dänischen Rente wird ihr erst mit 65 Jahren ausbezahlt - denn erst dann hat sie das in Dänemark für ihre Altersgruppe geltende gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht.

Wie Ihre Rente berechnet wird

Schritt 1 - Nationaler Satz

Wenn Sie in mehreren EU-Ländern erwerbstätig waren, werden Ihre Renten zunächst von den Rentenkassen in den einzelnen Ländern gemäß den dort geltenden Regeln berechnet. Als Grundlage dienen dabei die dort geleisteten Beiträge (die sogenannte selbständige Leistung).

Waren Sie in einem Land weniger als ein Jahr versichert, können Sonderregelungen greifen, da einige Länder bei einem kurzen Versicherungszeitraum keine Rente auszahlen. In diesem Fall sind die Monate, die Sie in diesem Land versichert waren oder gelebt haben, jedoch nicht verloren: Sie werden bei der Ermittlung Ihrer Rente in den Ländern, in denen Sie länger erwerbstätig waren, angerechnet.

Bei Problemen im Zusammenhang mit der Auszahlung einer Rente für Beitragszeiten von unter einem Jahr finden Sie hier Unterstützung.

Schritt 2 - Gleichwertiger EU-Satz

Anschließend rechnet jedes Land alle Beitragszeiten aus den einzelnen Ländern zusammen und ermittelt die Rentenleistung, auf die Sie Anspruch hätten, wenn Sie sämtliche Versicherungsbeiträge in dem betreffenden Land einbezahlt hätten.

Dieser Betrag wird dann an die Dauer angepasst, die Sie tatsächlich in diesem Land versichert waren (die sogenannte anteilige Leistung).

Ergebnis

Die beiden Beträge werden miteinander verglichen. Sie haben Anspruch auf den höherenBetrag.

Mit dem Formular P1 erhalten Sie von jedem Land eine Mitteilung über die in Bezug auf Ihren Antrag getroffene Entscheidung.

Beispiel

Rosa hat 20 Jahre in Land A und 20 Jahre in Land B gearbeitet.

Auf der Basis der nationalen Sätze würde sie monatlich 800 EUR von Land A und 900 EUR von Land B, insgesamt also eine Rente in Höhe von 1 700 EUR erhalten.

Unter Berücksichtigung der Beitragszeiten im Ausland (der ‚ EU-Sätze‘) würde Rosas monatliche Rente jedoch 1 000 EUR von Land A und 1 150 EUR von Land B betragen.

Rosa hat Anspruch auf den höheren Betrag, also 2 150 EUR pro Monat.

Auszahlung Ihrer Rente

Jedes Land, von dem Sie eine Rente erhalten, überweist den entsprechenden Betrag üblicherweise auf ein Bankkonto in Ihrem Wohnsitzland, wenn Sie in der EU leben.

Leben Sie nicht in der EU, müssen Sie unter Umständen in jedem EU-Land, das Ihnen eine Rente auszahlt, ein Konto eröffnen.

Invaliditäts- oder Hinterbliebenenrente

Die oben beschriebenen Modalitäten sind auch auf die Berechnung von Invaliditäts- oder Hinterbliebenenrenten anwendbar. Beachten Sie jedoch:

  • Wenn Sie einen Antrag auf Invalidenrente oder auf Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit stellen, kann jedes Land, in dem Sie jemals gearbeitet haben, eine eigene ärztliche Untersuchung verlangen und dabei zu jeweils unterschiedlichen Ergebnissen gelangen. Während ein Land Ihnen eine schwerwiegende Erwerbsunfähigkeit bescheinigen kann, gelten Sie in einem anderen Land möglicherweise nicht als erwerbsunfähig.
  • In einigen EU-Ländern gibt es keine Hinterbliebenenrente. Wenn Ihr Ehepartner im Ausland arbeitet, und Sie davon ausgehen, dass Sie einen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente haben, stellen Sie sicher, dass in diesem Land auch Hinterbliebenenrenten ausgezahlt werden.
Brauchen Sie weitere Hilfe?

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Sie haben die gewünschten Informationen nicht gefunden? Haben Sie ein Problem, das Sie lösen möchten?

Footnote

In diesem Fall in den 27 EU-Ländern sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz

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