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Leistungen bei Arbeitslosigkeit

Letzter Stand : 22/09/2014

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Sozialversicherungsschutz

Welches Land Ihre Leistungen zahlt, hängt von zwei Faktoren ab:

  • Ihrer Arbeitssituation (angestellt oder selbständig beschäftigt, arbeitslos, ins Ausland entsandt, von Ihrem Wohnort aus auf der anderen Seite einer Landesgrenze arbeitend usw.)
  • Ihrem Wohnsitzland - nicht von Ihrer Staatsangehörigkeit

Sie können nicht wählen, welches Land Ihre Leistungen zahlt.

Wenn Sie im Ausland arbeiten oder leben, genießen Sie Sozialversicherungsschutz entweder in Ihrem Heimatland oder in Ihrem Gastland. In beiden Fällen müssen Sie Vorkehrungen treffen, um dafür zu sorgen, dass Sie nach Ihrem Umzug in Ihr neues Land weiterhin versichert sind.

Informieren Sie sich über die Sozialversicherung in Ihrem Gastland, um etwaige ernste Probleme und Missverständnisse zu vermeiden.

Nötige Schritte

Leben und Arbeiten im Ausland

Als Wanderarbeitnehmer in der EU - ob angestellt oder selbständig beschäftigt - sollten Sie sich beim Sozialversicherungssystem in Ihrem Gastland anmelden.

Sie und Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen erhalten dann Leistungen vom Sozialversicherungssystem dieses Landes. Ihre Leistungen in Bezug auf Krankheit, Familie, Arbeitslosigkeit, Renten, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Vorruhestand und Tod hängen dann von den örtlichen Gesetzen ab.

Wartezeiten

In vielen Ländern können Ihre Leistungsansprüche davon abhängen, wie lange Sie vorher Beiträge gezahlt haben.

Das Land, in dem Sie Ihre Ansprüche geltend machen, muss alle Zeiträume, während derer Sie in anderen EU-Ländern gearbeitet oder Beiträge gezahlt haben, genauso berücksichtigen wie wenn Sie die ganze Zeit in dem Land versichert gewesen wären.

Tut das Land dies nicht, können Sie unsere Unterstützungsdienste um Hilfe bitten.

Fallbeispiel

Alle Arbeitszeiträume in der EU zählen für Ihren Leistungsanspruch

Ana aus Polen arbeitet sechs Jahre in Polen. Anschließend zieht sie nach Deutschland, wo sie zwei Jahre erwerbstätig ist.

Bei einem Autounfall zieht sie sich eine schwere Gehbehinderung zu, sodass sie sowohl in Polen als auch in Deutschland eine Invaliditätsrente beantragt.

Die deutschen Behörden lehnen ihren Antrag ab, weil sie weniger als fünf Jahre in Deutschland gearbeitet hat (Mindestversicherungszeit zum Erwerb eines Anspruchs auf eine deutsche Invaliditätsrente).

Bei der Ermittlung von Anas Versicherungszeiten hätten jedoch auch die Jahre berücksichtigt werden müssen, die sie in Polen gearbeitet hat. Daraus ergäben sich acht Versicherungsjahre, womit der deutsche Mindestversicherungszeitraum mehr als erreicht wäre.

Ana hat also tatsächlich Anspruch auf Invaliditätsrenten von Deutschland und Polen, wobei jedes Land den Anteil für die Jahre trägt, die Ana dort erwerbstätig war.

Vorübergehende Entsendung ins Ausland (<2 Jahre)

Als EU-Staatsbürger/-in können Sie vorübergehend in einem anderen EU-Land arbeiten und dennoch Ihren normalen Sozialversicherungsschutz in dem Land aufrechterhalten, in dem Sie normalerweise arbeiten.

Ihre Entsendung in ein anderes EU-Land - ob als unselbständig oder selbständig Beschäftigte(r) - hat keinen Einfluss auf Ihre Sozialversicherungsansprüche (oder die Ihrer Familie) (Gesundheitsversorgung, Familienleistungen, Invaliditäts- oder Altersrente usw.).

Sie ziehen für die gesamte Dauer Ihrer Entsendung ins Ausland?

  • Fordern Sie bei der Krankenkasse Ihres Heimatlandes das Formular S1 (früher: E 106) an.früher: E 106

    Dieses Dokument bescheinigt, dass Sie und Ihre Familie während Ihres Auslandsaufenthalts Anspruch auf Gesundheitsversorgung haben.

  • Legen Sie das Formular S1 bei der Ankunft der Krankenkasse Ihres Gastlandes vor.

Sie halten sich jeweils nur kurz im Ausland auf?

In diesem Fall benötigen Sie lediglich eine Europäische Krankenversicherungskarte. Sie können diese von Ihrer Krankenkasse oder den Sozialversicherungsbehörden in Ihrem Heimatland erhalten.

Sie hatten einen Arbeitsunfall?

Bei einem Arbeitsunfall haben Sie Anspruch auf

  • medizinische Behandlung vor Ort (im Gastland)
  • Einkommensersatz für die Ausfalldauer - von Ihrem Heimatland.

Entsendung ins Ausland als Beamter/Beamtin

In ein anderes EU-Land entsandte Beamte (an eine Botschaft, ein Konsulat oder eine andere amtliche Einrichtung im Ausland) fallen unter das Sozialversicherungssystem des Heimatlandes.

Dies bedeutet, dass Ihre Leistungen in Bezug auf Krankheit, Familie, Renten, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Vorruhestand und Tod dann von den Gesetzen Ihres Heimatlandes abhängen.

Wenn Sie während Ihrer Entsendung arbeitslos werden, gelten wieder andere Regeln.

In einem Land arbeiten und in einem anderen wohnen (Grenzgänger)

Für Grenzgänger - ob angestellt oder selbständig beschäftigt - gelten folgende Regeln:

  • Sie zahlen in dem EU-Land, in dem Sie arbeiten, Sozialversicherungsbeiträge und sind dort versichert.
  • Sie können sich jedoch auch in Ihrem Wohnsitzland medizinisch behandeln lassen.
  • Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlieren, sollten Sie die Leistungen bei Arbeitslosigkeit in Ihrem Wohnsitzland beantragen.

Dies ist ein komplexes Thema, denn für jeden Bereich der Sozialversicherung (Gesundheitsversorgung, Arbeitslosigkeit, Renten, Familienleistungen usw.) gelten eigene Regeln.

Fallbeispiel

Sozialversicherungsbeiträge sind nur in dem Land zu entrichten, in dem Sie arbeiten

Balázs lebte in Ungarn und arbeitete in Österreich. Während dieser Zeit zahlte er seine Beiträge in Österreich. Jetzt behaupten die ungarischen Behörden jedoch, er hätte in Ungarn Beiträge bezahlen müssen.

Für Grenzgänger in der EU ist nur ein nationales Sozialversicherungssystem zuständig - das des Landes, in dem sie arbeiten. Die Forderung der ungarischen Behörden ist daher nicht rechtens.

In mehr als einem Land arbeiten

In diesem Fall gilt folgende Grundregel: Wenn Sie in mehr als einem EU-Land, aber einen wesentlichen Teil davon (mindestens 25 %) in Ihrem Wohnsitzland arbeiten, dann gelten für Ihre Ansprüche die Gesetze Ihres Wohnsitzlandes.

Sonderfälle

Wenn Sie...

Land, in dem Sie versichert sind

weniger als 25 % der Zeit in Ihrem Wohnsitzland arbeiten

Land, in dem Ihr Arbeitgeber seinen Firmensitz oder sein Unternehmen hat

für mehrere Arbeitgeber mit Firmensitzen in verschiedenen Ländern arbeiten

Ihr Wohnsitzland

selbständig sind und weniger als einen wesentlichen Teil Ihrer Arbeit in Ihrem Wohnsitzland verrichten

Land, in dem Sie den größten Teil Ihrer Arbeit verrichten

einen Arbeitsplatz in einem Land haben und in einem anderen selbständig arbeiten

Land, in dem Sie einen Arbeitsplatz haben

Arbeitssuche

Sie erhalten Arbeitslosenunterstützung?

Wenn Sie diese Leistungen von dem EU-Land erhalten, in dem Sie Ihren Arbeitsplatz verloren haben, hat die Arbeitssuche im Ausland keine Auswirkungen auf Ihre Sozialversicherungsansprüche (Krankenversicherung, Familienleistungen, Invaliden- oder Altersrente usw.) oder die Ihrer Familie.

Damit Sie und Ihre Familie während eines vorübergehenden Auslandsaufenthalts krankenversichert sind, dürfen Sie Ihre Europäische Krankenversicherungskarte nicht vergessen.

Sobald Sie einen Arbeitsplatz gefunden haben, können verschiedene Sozialversicherungsregelungen gelten.

Regeln für Ihr Land

Sie erhalten keine Arbeitslosenunterstützung?

Wenn Sie keine Leistungen erhalten und in einem anderen EU-Land Arbeit suchen wollen, haben Sie Anspruch auf Sozialversicherungschutz (Krankenversicherung, Familienleistungen usw…) in Ihrem Wohnsitzland.

Die Sozialversicherungsbehörden legen anhand einer Liste von Kriterien fest, welches Ihr Wohnsitzland ist. Zu diesen Kriterien zählen:

  • Aufenthaltsdauer
  • Familienstand und familiäre Beziehungen
  • Wohnsituation
  • Ort der beruflichen oder gemeinnützigen Tätigkeit
  • Art der Berufstätigkeit
  • steuerlicher Wohnsitz

Selbst wenn Sie nicht in der Lage sind, sich selbst und Ihre Familie zu versorgen, können Sie nicht gezwungen werden, das Land zu verlassen, solange Sie nachweisen können, dass Sie weiterhin nach einem Arbeitsplatz suchen und gute Aussichten auf Erfolg haben.

Sorgen Sie also dafür, dass Sie folgende Dokumente vorlegen können:

  • Ihre Bewerbungsschreiben
  • Einladungen zu Vorstellungsgesprächen
  • andere Antworten auf Ihre Bewerbungen

Laut EU-Recht ist Ihr neues Land nicht verpflichtet, Arbeitssuchenden, die in diesem Land erstmalig auf Arbeitsplatzsuche sind, finanzielle oder anderweitige soziale Unterstützung zu gewähren.

Fallbeispiel

Informieren Sie sich, ob Sie als Arbeitssuchende(r) in Ihrem neuen Land Anspruch auf Einkommensunterstützung haben

Björn aus Deutschland hatte seine deutschen Leistungen bei Arbeitslosigkeit in Belgien bezogen. Als sein Formular U2 (früher: Formular E 303) ablief, beschloss Björn, in Belgien zu bleiben und dort Leistungen bei Arbeitslosigkeit zu beantragen.

Die belgischen Behörden lehnten seinen Antrag ab. Nach belgischem Recht hatte Björn in Belgien keinen Anspruch auf Leistungen bei Arbeitslosigkeit, da er niemals dort gearbeitet hat.

Nach EU-Recht haben Sie bei der erstmaligen Arbeitssuche in einem anderen EU-Land keinen automatischen Anspruch auf Einkommensunterstützung (oder irgendwelche andere Unterstützung). Vielleicht haben Sie aber Ansprüche nach den nationalen Regeln - es ist nie verkehrt, sich bei den lokalen Behörden zu erkundigen.

Brauchen Sie weitere Hilfe?

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Sie haben die gewünschten Informationen nicht gefunden? Haben Sie ein Problem, das Sie lösen möchten?

Footnote

Dies ist das Land, in dem Sie in der Regel leben bzw. in dem sich Ihr Lebensmittelpunkt befindet.

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In diesem Fall die 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz

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oder als Staatsbürger/-in von Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz

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