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Letzter Stand : 20/09/2016

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Sozialschutz im Ausland

Welches Land Ihre Leistungen zahlt, hängt von zwei Faktoren ab:

  • Ihrer Arbeitssituation (Sie sind angestellt, selbstständig beschäftigt, arbeitslos, ins Ausland entsandt, Grenzgänger usw.)
  • Ihrem Wohnsitzland nicht von Ihrer Staatsangehörigkeit

Sie können nicht wählen, welches Land Ihre Leistungen zahlt.

Wenn Sie im Ausland arbeiten oder leben, genießen Sie Sozialversicherungsschutz entweder über Ihr Heimatland oder über Ihr Gastland. In beiden Fällen müssen Sie Vorkehrungen treffen, um dafür zu sorgen, dass Sie nach dem Umzug in Ihr neues Land weiterhin versichert sind.

Informieren Sie sich über die Sozialversicherung in Ihrem Gastland, um etwaige ernste Probleme und Missverständnisse zu vermeiden.

Nötige Schritte

Leben und Arbeiten im Ausland

Als Wanderarbeitnehmer in der EU – ob angestellt oder selbstständig – sollten Sie sich beim Sozialversicherungssystem in Ihrem Gastland anmelden.

Sie und Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen erhalten dann Leistungen vom Sozialversicherungssystem dieses Landes. Ihre Leistungen in Bezug auf Krankheit, Familie, Arbeitslosigkeit, Renten, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Vorruhestand und Tod hängen dann von den örtlichen Gesetzen ab.

Wartezeiten

In vielen Ländern können Ihre Leistungsansprüche davon abhängen, wie lange Sie vorher Beiträge gezahlt haben.

Das Land, in dem Sie Ihre Ansprüche geltend machen, muss Arbeitszeiträume und Beitragszeiten in anderen EU-Ländern genauso berücksichtigen, wie wenn Sie die ganze Zeit im betreffenden Land versichert gewesen wären.

Tut es dies nicht, können Sie unsere Unterstützungsdienste um Hilfe bitten.

Fallbeispiel

Alle Arbeitszeiträume in der EU zählen für Ihren Leistungsanspruch

Ania aus Polen arbeitete sechs Jahre in Polen. Anschließend zieht sie nach Deutschland, wo sie zwei Jahre erwerbstätig ist.

Bei einem Autounfall zieht sie sich eine schwere Gehbehinderung zu, sodass sie sowohl in Polen als auch in Deutschland eine Invaliditätsrente beantragt.

Die deutschen Behörden lehnen ihren Antrag ab, weil sie weniger als fünf Jahre in Deutschland gearbeitet hat (Mindestversicherungszeit zum Erwerb eines Anspruchs auf eine deutsche Invaliditätsrente).

Bei der Ermittlung von Anias Versicherungszeiten hätten jedoch auch die Jahre berücksichtigt werden müssen, die sie in Polen gearbeitet hat. Daraus ergäben sich acht Versicherungsjahre, womit der deutsche Mindestversicherungszeitraum mehr als erreicht wäre.

Ania hat also tatsächlich Anspruch auf Invaliditätsrenten von Deutschland und Polen, wobei jedes Land den Anteil für die Jahre trägt, die Ania dort erwerbstätig war.

Kurzzeitige Entsendung ins Ausland (bis zu 2 Jahren)

Als entsandter Arbeitnehmer oder Selbstständiger können Sie vorübergehend in einem anderen EU-Land arbeiten und Ihren Sozialversicherungsschutz im Heimatland aufrechterhalten – bis zu 2 Jahre lang.

Dies hat keine Auswirkungen auf Ihre Sozialversicherungsansprüche oder die Ihrer Familie: Krankenversicherung, Familienleistungen, Invaliditäts- oder Altersrente usw.

Besorgen Sie sich eine EKVK für den Zugang zur Gesundheitsfürsorge

Besorgen Sie sich eine Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) für den Zugang zur Gesundheitsfürsorge in dem Land, in das Sie entsandt wurden. Sie können eine EKVK von Ihrer Krankenkasse oder dem Sozialversicherungsträger in Ihrem Heimatland erhalten.

Wenn sie Ihren Wohnsitz in Ihr Gastland verlegen, fordern Sie beim Krankenversicherungsträger Ihres Heimatlandes stattdessen das Formular S1 an. Legen Sie das Formular S1 bei Ankunft der Krankenkasse Ihres Gastlandes vor.

Um in Ihrem Heimatland versichert zu bleiben, benötigen Sie ein Formular A1

Mit diesem Formular weisen Sie nach, dass Sie während Ihres Auslandsaufenthalts weiterhin vom Sozialversicherungssystem Ihres Heimatlandes abgedeckt sind – bis zu zwei Jahre lang.

  • Als Arbeitnehmer müssen Sie bei Ihrem Arbeitgeber das Formular A1 anfordern.
  • Als Selbstständiger erhalten Sie das Formular A1 von dem Sozialversicherungsträger, bei dem Sie in Ihrem Heimatland angemeldet sind. Um dieses Formular zu erhalten, müssen Sie nachweisen, dass Ihre im Ausland geplanten Tätigkeiten denen „ähnlich" sind, die Sie in Ihrem Heimatland ausgeübt haben.

Während Ihres Aufenthalts im Ausland sollten Sie jederzeit in der Lage sein, den Behörden das Formular A1 vorzulegen. Ist Ihnen dies nicht möglich, kann Ihr Gastland Sie zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen auffordern. Können Sie bei einer Vor-Ort-Prüfung durch die Arbeitsaufsichtsbehörde ein gültiges Formular A1 vorweisen, muss Ihr Gastland dieses anerkennen.

Fallbeispiel

Das Gastland muss Ihr gültiges Formular A1 anerkennen

Alan stammt aus Tschechien. Er ist als Bauarbeiter selbstständig erwerbstätig und arbeitet derzeit in Irland. Als Inspektoren seine Baustelle besuchten, behaupteten sie, Alans Formular A1 sei nicht gültig; er sollte in Irland Sozialversicherungsbeiträge entrichten.

Die irischen Behörden waren jedoch nicht berechtigt zu beurteilen, ob Alan rechtmäßig entsandt war oder nicht. Nur sein Heimatland, wo er vor seiner Entsendung arbeitete und wohin er danach wieder zurückkehren wird, kann sein Formular A1 für ungültig erklären.

Die irischen Behörden mussten anerkennen, dass Alan in Irland keine Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen brauchte.


Längerer Aufenthalt als zwei Jahre

Entsendungen für mehr als 2 Jahre

Ist von vornherein klar, dass Sie mehr als 2 Jahre im Ausland arbeiten werden?

Dann können Sie eine Befreiung beantragen, um während der Dauer Ihrer Entsendung in Ihrem Heimatland versichert zu bleiben.

Über solche Befreiungen wird von Fall zu Fall entschieden, wobei die zuständigen Behörden in beiden beteiligten Ländern – Ihrem Heimatland und Ihrem Gastland – zustimmen müssen. Befreiungen gelten nur für einen bestimmten Zeitraum.

Wenn Sie ohne Befreiung über 2 Jahre hinaus weiter im Ausland arbeiten, müssen Sie ins Sozialversicherungssystem des betreffenden Landes wechseln und sind dort beitragspflichtig.

Wenn Sie nicht in das Sozialversicherungssystem Ihres neuen Landes wechseln wollen, müssen Sie Ihre Tätigkeit dort für mindestens 2 Monate unterbrechen.

Verzögerungen bei der Entsendung

Sie konnten aufgrund unvorhergesehener Umstände wie Krankheit, Schlechtwetter, Lieferverzug usw. die in Ihrem Formular A1 genannte Tätigkeit nicht abschließen?

Dann kann Ihr Arbeitgeber eine Verlängerung Ihrer ursprünglichen Entsendungsfrist bis zum Abschluss der geplanten Arbeiten beantragen.

Trotzdem bleibt der Zeitraum, in dem Sie in Ihrem Gastland arbeiten und gleichzeitig im Sozialversicherungssystem Ihres Heimatlandes versichert sein dürfen, auf insgesamt zwei Jahre beschränkt.

Eine Verlängerung müssen Sie vor Ende der ursprünglichen Entsendungsfrist bei der Behörde beantragen, die Ihr Formular A1 ausgestellt hat.

Ins Ausland entsandte Beamte

In ein anderes EU-Land entsandte Beamte (an eine Botschaft, ein Konsulat oder eine andere amtliche Einrichtung im Ausland) fallen unter das Sozialversicherungssystem des Heimatlandes.

Dies bedeutet, dass Ihre Leistungen in Bezug auf Krankheit, Familie, Renten, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Vorruhestand und Tod von den Gesetzen Ihres Heimatlandes abhängen.

Wenn Sie während Ihrer Entsendung arbeitslos werden, gelten andere Regeln.

In einem Land arbeiten und in einem anderen wohnen (Grenzgänger)

Für Grenzgänger – ob angestellt oder selbstständig beschäftigt – gelten folgende Regeln:

  • Sie zahlen in dem EU-Land, in dem Sie arbeiten, Sozialversicherungsbeiträge und sind dort versichert.
  • Sie können sich jedoch auch in Ihrem Wohnsitzland medizinisch behandeln lassen.
  • Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlieren, sollten Sie die Leistungen bei Arbeitslosigkeit in Ihrem Wohnsitzland beantragen.

Für die Gesundheitsversorgung und Leistungen bei Arbeitslosigkeit gelten besondere Regeln. Informieren Sie sich auch über die Auswirkungen auf Ihre Rentenansprüche und Familienleistungen.

Fallbeispiel

Sozialversicherungsbeiträge sind nur in dem Land zu entrichten, in dem Sie arbeiten

Balázs lebte in Ungarn und arbeitete in Österreich. Während dieser Zeit zahlte er seine Beiträge in Österreich. Jetzt behaupten die ungarischen Behörden jedoch, er hätte in Ungarn Beiträge bezahlen müssen.

Für Grenzgänger in der EU ist nur ein nationales Sozialversicherungssystem zuständig – das des Landes, in dem sie arbeiten. Die Behauptung der ungarischen Behörden ist daher nicht rechtens.

In mehr als einem Land arbeiten

In diesem Fall gilt folgende Grundregel: Wenn Sie in mehr als einem EU-Land, aber einen wesentlichen Teil davon (mindestens 25 %) in Ihrem Wohnsitzland arbeiten, dann gelten für Ihre Ansprüche die Gesetze Ihres Wohnsitzlandes.

Sonderfälle

Wenn Sie...

Land, in dem Sie versichert sind

weniger als 25 % der Zeit in Ihrem Wohnsitzland arbeiten

Land, in dem Ihr Arbeitgeber seinen Firmensitz oder sein Unternehmen hat

weniger als 25 % der Zeit in Ihrem Wohnsitzland für zwei Arbeitgeber arbeiten, von denen einer in Ihrem Wohnsitzland und der andere in einem anderen Land seinen Firmensitz hat

Land, in dem Ihr Arbeitgeber seinen Firmensitz oder sein Unternehmen außerhalb Ihres Wohnsitzlandes hat

weniger als 25 % der Zeit in Ihrem Wohnsitzland für zwei Arbeitgeber arbeiten, die ihren Firmensitz in verschiedenen Ländern außerhalb Ihres Wohnsitzlandes haben

Ihr Wohnsitzland

selbstständig sind und weniger als einen wesentlichen Teil Ihrer Arbeit in Ihrem Wohnsitzland verrichten

Land, in dem sich der Mittelpunkt ihrer Tätigkeiten befindet

einen Arbeitsplatz in einem Land haben und in einem anderen selbstständig arbeiten

Land, in dem Sie einen Arbeitsplatz haben

Arbeitssuche

Sie erhalten Arbeitslosenunterstützung?

Wenn Sie diese Leistungen bei Arbeitslosigkeit von dem EU-Land erhalten, in dem Sie Ihren Arbeitsplatz verloren haben, hat die Arbeitssuche im Ausland keine Auswirkungen auf Ihre Sozialversicherungsansprüche (Krankenversicherung, Familienleistungen, Invaliden- oder Altersrente usw.) oder die Ihrer Familie.

Damit Sie und Ihre Familie während eines vorübergehenden Auslandsaufenthalts krankenversichert sind, dürfen Sie nicht vergessen, eine Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) zu beantragen.

Sobald Sie einen Arbeitsplatz gefunden haben, können verschiedene Sozialversicherungsregelungen gelten.

Regeln für Ihr Land

Sie erhalten keine Arbeitslosenunterstützung?

Wenn Sie keine Leistungen von dem EU-Land erhalten, in dem Sie Ihren Arbeitsplatz verloren haben, und zur Arbeitssuche in ein anderes EU-Land ziehen, dann entscheiden die Sozialversicherungsbehörden, unter welches Sozialversicherungssystem Sie fallen (Krankenversicherung, Familienleistungen usw...).

Dabei legen die Behörden u. a. folgende Kriterien zugrunde:

  • Aufenthaltsdauer
  • Familienstand und familiäre Bindungen
  • Wohnsituation
  • Ort der letzten beruflichen oder sonstigen Tätigkeit
  • Art der Berufstätigkeit
  • steuerlicher Wohnsitz

Das für Ihre Sozialversicherung zuständige Land kann Ihre Leistungsansprüche davon abhängig machen, wie lange Sie vorher Beiträge gezahlt haben. Es muss jedoch alle Arbeitszeiträume oder Beitragszeiten in anderen EU-Ländern genauso berücksichtigen, wie wenn Sie die ganze Zeit im betreffenden Land versichert gewesen wären.

Tut es dies nicht, können Sie unsere Unterstützungsdienste um Hilfe bitten.

Als neu angekommene/-r Arbeitssuchende/-r dürfen Sie zur Arbeitssuche bis zu 6 Monaten in diesem Land bleiben – und länger, wenn Sie nachweisen können, dass Sie weiterhin nach einem Arbeitsplatz suchen und gute Aussichten auf Erfolg haben.

Sorgen Sie also dafür, dass Sie folgende Dokumente vorlegen können:

  • Ihre Bewerbungsschreiben
  • Einladungen zu Vorstellungsgesprächen
  • andere Antworten auf Ihre Bewerbungen

Nach den EU-Vorschriften ist Ihr neues Land nicht verpflichtet, Arbeitssuchenden, die in diesem Land erstmalig auf Arbeitssuche sind, finanzielle oder anderweitige soziale Unterstützung zu gewähren.

Fallbeispiel

Informieren Sie sich, ob Sie als Arbeitssuchende/-r in Ihrem neuen Land Anspruch auf Einkommensunterstützung haben

Björn aus Deutschland hatte seine deutschen Leistungen bei Arbeitslosigkeit in Belgien bezogen. Als sein Formular U2 (früher: Formular E 303) ablief, beschloss Björn, in Belgien zu bleiben und dort Leistungen bei Arbeitslosigkeit zu beantragen.

Die belgischen Behörden lehnten seinen Antrag ab. Nach belgischem Recht hatte Björn in Belgien keinen Anspruch auf Einkommensunterstützung, da er niemals dort gearbeitet hat.

Nach den EU-Vorschriften haben Sie bei der erstmaligen Arbeitssuche in einem anderen EU-Land keinen automatischen Anspruch auf Einkommensunterstützung (oder irgendwelche andere Unterstützung). Vielleicht haben Sie aber Ansprüche nach nationalen Vorschriften – es ist nie verkehrt, sich bei den lokalen Behörden zu erkundigen.

Öffentliche Konsultationen
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Hier bekommen Sie Rat und Hilfe

Dies ist das Land, in dem Sie in der Regel leben bzw. in dem sich Ihr Lebensmittelpunkt befindet.

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In diesem Fall die 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz

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