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Letzter Stand : 25/11/2014

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Sozialschutz im Ausland

Welches Land Ihre Leistungen zahlt, hängt von zwei Faktoren ab:

  • Ihrer Arbeitssituation (angestellt oder selbständig beschäftigt, arbeitslos, ins Ausland entsandt, von Ihrem Wohnort aus auf der anderen Seite einer Landesgrenze arbeitend usw.)
  • Ihrem Wohnsitzland nicht von Ihrer Staatsangehörigkeit

Sie können nicht wählen, welches Land Ihre Leistungen zahlt.

Wenn Sie im Ausland arbeiten oder leben, genießen Sie Sozialversicherungsschutz entweder in Ihrem Heimatland oder in Ihrem Gastland. In beiden Fällen müssen Sie Vorkehrungen treffen, um dafür zu sorgen, dass Sie nach Ihrem Umzug in Ihr neues Land weiterhin versichert sind.

Informieren Sie sich über die Sozialversicherung in Ihrem Gastland, um etwaige ernste Probleme und Missverständnisse zu vermeiden.

Nötige Schritte

Leben und Arbeiten im Ausland

Als Wanderarbeitnehmer in der EU - ob angestellt oder selbständig beschäftigt - sollten Sie sich beim Sozialversicherungssystem in Ihrem Gastland anmelden.

Sie und Ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen erhalten dann Leistungen vom Sozialversicherungssystem dieses Landes. Ihre Leistungen in Bezug auf Krankheit, Familie, Arbeitslosigkeit, Renten, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Vorruhestand und Tod hängen dann von den örtlichen Gesetzen ab.

Wartezeiten

In vielen Ländern können Ihre Leistungsansprüche davon abhängen, wie lange Sie vorher Beiträge gezahlt haben.

Das Land, in dem Sie Ihre Ansprüche geltend machen, muss Arbeitszeiträume und Beitragszeiten in anderen EU-Ländern genauso berücksichtigen wie wenn Sie die ganze Zeit in dem betreffenden Land versichert gewesen wären.

Tut es dies nicht, können Sie unsere Unterstützungsdienste um Hilfe bitten.

Fallbeispiel

Alle Arbeitszeiträume in der EU zählen für Ihren Leistungsanspruch

Ania aus Polen arbeitet sechs Jahre in Polen. Anschließend zieht sie nach Deutschland, wo sie zwei Jahre erwerbstätig ist.

Bei einem Autounfall zieht sie sich eine schwere Gehbehinderung zu, sodass sie sowohl in Polen als auch in Deutschland eine Invaliditätsrente beantragt.

Die deutschen Behörden lehnen ihren Antrag ab, weil sie weniger als fünf Jahre in Deutschland gearbeitet hat (Mindestversicherungszeit zum Erwerb eines Anspruchs auf eine deutsche Invaliditätsrente).

Bei der Ermittlung von Anias Versicherungszeiten hätten jedoch auch die Jahre berücksichtigt werden müssen, die sie in Polen gearbeitet hat. Daraus ergäben sich acht Versicherungsjahre, womit der deutsche Mindestversicherungszeitraum mehr als erreicht wäre.

Ania hat also tatsächlich Anspruch auf Invaliditätsrenten von Deutschland und Polen, wobei jedes Land den Anteil für die Jahre trägt, die Ania dort erwerbstätig war.

Vorübergehende Entsendung ins Ausland (<2 Jahre)

Als EU-Staatsbürger/-in können Sie vorübergehend in einem anderen EU-Land arbeiten und dennoch Ihren normalen Sozialversicherungsschutz in dem Land aufrechterhalten, in dem Sie normalerweise beschäftigt sind. Sie gelten dann als entsandte Arbeitskraft.

Informieren Sie sich, wie Sie den Sozialversicherungsschutz aus Ihrem Heimatland während Ihrer Entsendung ins Ausland aufrechterhalten können.

Ihre Entsendung in ein anderes EU-Land - ob als Angestellte/-r oder selbständig Beschäftigte/-r - hat keinen Einfluss auf Ihre Sozialversicherungsansprüche (oder die Ihrer Familie) (Gesundheitsversorgung, Familienleistungen, Invaliditäts- oder Altersrente usw.).

Sie ziehen für die gesamte Dauer Ihrer Entsendung ins Ausland?

  • Fordern Sie bei der Krankenkasse Ihres Heimatlandes das Formular S1 ( früher: E 106) an.

    Dieses Dokument bescheinigt, dass Sie und Ihre Familie während Ihres Auslandsaufenthalts Anspruch auf Gesundheitsversorgung haben.

  • Legen Sie das Formular S1 bei der Ankunft der Krankenkasse Ihres Gastlandes vor.

Sie halten sich jeweils nur kurz im Ausland auf?

In diesem Fall benötigen Sie lediglich eine Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK). Sie können diese von Ihrer Krankenkasse oder den Sozialversicherungsbehörden in Ihrem Heimatland erhalten.

Sie hatten einen Arbeitsunfall?

Dann haben Sie Anspruch auf

  • medizinische Behandlung vor Ort (im Gastland) und
  • Einkommensersatz für die Ausfalldauer - von Ihrem Heimatland.

Entsendung ins Ausland als Beamter/Beamtin

In ein anderes EU-Land entsandte Beamte (an eine Botschaft, ein Konsulat oder eine andere amtliche Einrichtung im Ausland) fallen unter das Sozialversicherungssystem des Heimatlandes.

Dies bedeutet, dass Ihre Leistungen in Bezug auf Krankheit, Familie, Renten, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Vorruhestand und Tod von den Gesetzen Ihres Heimatlandes abhängen.

Wenn Sie während Ihrer Entsendung arbeitslos werden, gelten andere Regeln.

In einem Land arbeiten und in einem anderen wohnen (Grenzgänger)

Für Grenzgänger - ob angestellt oder selbständig beschäftigt - gelten folgende Regeln:

  • Sie zahlen in dem EU-Land, in dem Sie arbeiten, Sozialversicherungsbeiträge und sind dort versichert.
  • Sie können sich jedoch auch in Ihrem Wohnsitzland medizinisch behandeln lassen.
  • Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlieren, sollten Sie die Leistungen bei Arbeitslosigkeit in Ihrem Wohnsitzland beantragen.

Für die Gesundheitsversorgung und Leistungen bei Arbeitslosigkeit gelten besondere Regeln. Informieren Sie sich auch über die Auswirkungen auf Ihre Rentenansprüche und Familienleistungen.

Fallbeispiel

Sozialversicherungsbeiträge sind nur in dem Land zu entrichten, in dem Sie arbeiten

Balázs lebte in Ungarn und arbeitete in Österreich. Während dieser Zeit zahlte er seine Beiträge in Österreich. Jetzt behaupten die ungarischen Behörden jedoch, er hätte in Ungarn Beiträge bezahlen müssen.

Für Grenzgänger in der EU ist nur ein nationales Sozialversicherungssystem zuständig - das des Landes, in dem sie arbeiten. Die Forderung der ungarischen Behörden ist daher nicht rechtens.

In mehr als einem Land arbeiten

In diesem Fall gilt folgende Grundregel: Wenn Sie in mehr als einem EU-Land, aber einen wesentlichen Teil davon (mindestens 25 %) in Ihrem Wohnsitzland arbeiten, dann gelten für Ihre Ansprüche die Gesetze Ihres Wohnsitzlandes.

Sonderfälle

Wenn Sie...

Land, in dem Sie versichert sind

weniger als 25 % der Zeit in Ihrem Wohnsitzland arbeiten

Land, in dem Ihr Arbeitgeber seinen Firmensitz oder sein Unternehmen hat

weniger als 25 % der Zeit in Ihrem Wohnsitzland für zwei Arbeitgeber arbeiten, von denen einer seinen Firmensitz in Ihrem Wohnsitzland und der andere in einem anderen Land hat

Land, in dem ihr Arbeitgeber seinen Firmensitz oder sein Unternehmen außerhalb ihres Wohnsitzlandes hat

weniger als 25 % der Zeit in Ihrem Wohnsitzland für zwei Arbeitgeber arbeiten, die ihren Firmensitz in verschiedenen Ländern außerhalb Ihres Wohnsitzlandes haben

Ihr Wohnsitzland

selbständig sind und weniger als einen wesentlichen Teil Ihrer Arbeit in Ihrem Wohnsitzland verrichten

Land, in dem sich der Mittelpunkt ihrer Tätigkeiten befindet

einen Arbeitsplatz in einem Land haben und in einem anderen selbständig arbeiten

Land, in dem Sie einen Arbeitsplatz haben

Arbeitssuche

Sie erhalten Arbeitslosenunterstützung?

Wenn Sie diese Leistungen bei Arbeitslosigkeit von dem EU-Land erhalten, in dem Sie Ihren Arbeitsplatz verloren haben, hat die Arbeitssuche im Ausland keine Auswirkungen auf Ihre Sozialversicherungsansprüche (Krankenversicherung, Familienleistungen, Invaliden- oder Altersrente usw.) oder die Ihrer Familie.

Damit Sie und Ihre Familie während eines vorübergehenden Auslandsaufenthalts krankenversichert sind, dürfen Sie Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) nicht vergessen.

Sobald Sie einen Arbeitsplatz gefunden haben, können verschiedene Sozialversicherungsregelungen gelten.

Regeln für Ihr Land

Sie erhalten keine Arbeitslosenunterstützung?

Wenn Sie keine Leistungen von dem EU-Land erhalten, in dem Sie Ihren Arbeitsplatz verloren haben, und zur Arbeitssuche in ein anderes EU-Land ziehen, dann entscheiden die Sozialversicherungsbehörden, unter welches Sozialversicherungssystem Sie fallen (Krankenversicherung, Familienleistungen usw...).

Dabei legen die Behörden u. a. folgende Kriterien zugrunde:

  • Aufenthaltsdauer
  • Familienstand und familiäre Beziehungen
  • Wohnsituation
  • Ort der letzten beruflichen oder gemeinnützigen Tätigkeit
  • Art der Berufstätigkeit
  • steuerlicher Wohnsitz

Das für Ihre Sozialversicherung zuständige Land kann Ihre Leistungsansprüche davon abhängig machen, wie lange Sie vorher Beiträge gezahlt haben. Es muss jedoch alle Arbeitszeiträume oder Beitragszeiten in anderen EU-Ländern genauso berücksichtigen wie wenn Sie die ganze Zeit in dem Land versichert gewesen wären.

Tut es dies nicht, können Sie unsere Unterstützungsdienste um Hilfe bitten.

Als neu angekommene/-r Arbeitssuchende/-r dürfen Sie zur Arbeitssuche bis zu 6 Monaten in diesem Land bleiben - und länger, wenn Sie nachweisen können, dass Sie weiterhin nach einem Arbeitsplatz suchen und gute Aussichten auf Erfolg haben.

Sorgen Sie also dafür, dass Sie folgende Dokumente vorlegen können:

  • Ihre Bewerbungsschreiben
  • Einladungen zu Vorstellungsgesprächen
  • andere Antworten auf Ihre Bewerbungen

Laut den EU-Vorschriften ist Ihr neues Land nicht verpflichtet, Arbeitssuchenden, die in diesem Land erstmalig auf Arbeitssuche sind, finanzielle oder anderweitige soziale Unterstützung zu gewähren.

Fallbeispiel

Informieren Sie sich, ob Sie als Arbeitssuchende/-r in Ihrem neuen Land Anspruch auf Einkommensunterstützung haben

Björn aus Deutschland hatte seine deutschen Leistungen bei Arbeitslosigkeit in Belgien bezogen. Als sein Formular U2 ( früher: Formular E 303) ablief, beschloss Björn, in Belgien zu bleiben und dort Leistungen bei Arbeitslosigkeit zu beantragen.

Die belgischen Behörden lehnten seinen Antrag ab. Nach belgischem Recht hatte Björn in Belgien keinen Anspruch auf Einkommensunterstützung, da er niemals dort gearbeitet hat.

Nach den EU-Vorschriften haben Sie bei der erstmaligen Arbeitssuche in einem anderen EU-Land keinen automatischen Anspruch auf Einkommensunterstützung (oder irgendwelche andere Unterstützung). Vielleicht haben Sie aber Ansprüche nach den nationalen Regeln - es ist nie verkehrt, sich bei den lokalen Behörden zu erkundigen.

Rat und Hilfe

Rat und Hilfe

Wenden Sie sich an unsere spezialisierten Hilfsdienste:

Beratung über Ihre Rechte in der EU / Klicken Sie hier, um Probleme mit einer Behörde zu melden

Footnote

Dies ist das Land, in dem Sie in der Regel leben bzw. in dem sich Ihr Lebensmittelpunkt befindet.

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In diesem Fall die 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz

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oder als Staatsbürger/-in von Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz

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