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Letzter Stand : 24/06/2014

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Rücksendung nicht gewünschter Waren

14-tägige Widerrufsfrist beim Kauf von Waren

In der EU haben Sie bei Verträgen, die ab dem 13. Juni 2014 geschlossen werden, das Recht, innerhalb von 14 Tagen von Ihrem Online-Kauf sowie von außerhalb eines Ladengeschäfts getätigten Käufen (z. B. an der Haustür, per Telefon oder Versandhandel) zurückzutreten.

Diese „Bedenkzeit“ endet 14 Tage nach dem Tag des Empfangs der Waren. Fällt der Ablauf dieser Frist nicht auf einen Werktag, so verlängert sich die Frist bis zum darauffolgenden Werktag.

Innerhalb dieser Frist können Sie Ihre Bestellung aus beliebigen Gründen widerrufen, selbst wenn Sie einfach nur Ihre Meinung geändert haben.

Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie den Händler unmissverständlich über Ihre Entscheidung unterrichten, vom Kauf zurückzutreten. Sie können dies beispielsweise tun, indem Sie den Waren, die Sie zurücksenden, eine schriftliche Erklärung beifügen, oder indem Sie ein Fax oder eine E-Mail schicken. Es reicht nicht aus, einfach nur die Waren zurückzuschicken. Der Händler muss Ihnen ein Muster-Widerrufsformular zur Verfügung stellen, mit dem Sie ihn über Ihren Widerruf informieren können. Sie sind aber nicht verpflichtet, dieses Formular zu verwenden.

Der Händler muss Ihnen innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Mitteilung die Kosten erstatten, kann diese Erstattung aber hinausschieben, wenn er weder die Waren empfangen noch einen Nachweis erhalten hat, dass Sie sie zurückgeschickt haben. In den erstatteten Kosten müssen auch sämtliche Versandkosten enthalten sein, die Sie beim Kauf der Ware bezahlt haben. Der Händler kann Ihnen jedoch zusätzliche Lieferkosten berechnen, wenn Sie eine nicht standardmäßige Lieferung (Expressversand) angefordert hatten. Sie zahlen die Kosten für die Rücksendung der Waren an den Händler.

Für sperrige Waren (wie große Haushaltsgeräte), muss der Händler Ihnen zumindest eine Schätzung der Rücksendungskosten mitteilen. Nach Mitteilung an den Händler, dass Sie vom Vertrag zurücktreten, müssen Sie die Waren innerhalb von 14 Tagen zurücksenden.

Vergewissern Sie sich, dass der Händler Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie die Rücksendungskosten tragen müssen, falls Sie die Waren innerhalb der Widerrufsfrist zurückschicken. Ist das nicht der Fall, muss er auch diese Kosten tragen. Sperrige Waren, die Sie bei einem Verkäufer an der Haustür gekauft haben und die Ihnen unmittelbar geliefert wurden, muss der Händler auf eigene Kosten abholen.

Achtung!

Sie dürfen empfangene Waren nicht benutzen, bevor Sie vom Kauf zurücktreten. Das Widerrufsrecht soll es Ihnen ermöglichen, die Ware in der gleichen Weise zu prüfen, wie Sie es in einem Geschäft tun würden, und Ihnen keine kostenlose Benutzung während 14 Tagen einräumen.

Beachten Sie auch, dass für digitale Inhalte (z. B. das Herunterladen oder Abspielen von Musik oder Videos aus dem Internet) besondere Regeln gelten.

Ausnahmeregelung für bestimmte Produkte

Ausgenommen von der 14-tägigen Widerrufsfrist sind unter anderem:

  • Flugtickets und Fahrkarten sowie Konzertkarten und Hotelreservierungen für feste Termine
  • Nahrungsmittel, die Ihnen regelmäßig zugestellt werden (z. B. Lieferungen eines Milchlieferanten)
  • Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden oder eindeutig persönlich sind (z. B. maßgeschneiderter Anzug)
  • Versiegelte Datenträger wie DVDs, deren Versiegelung Sie nach Erhalt geöffnet haben

 

Fallbeispiel

Widerruf aus persönlichen Gründen ist bei bestimmten Waren nicht möglich

Jane kaufte sich im Internet eine Eintrittskarte für ein U2-Konzert in Irland. Am nächsten Tag stellte sie fest, dass sie am Tag des Konzerts außer Landes sein wird und versuchte, Ihre Bestellung zu widerrufen. Der Online-Händler lehnte den Widerruf der Bestellung und die Erstattung der Kosten jedoch ab.

Nach EU-Recht dürfen Sie von einem Kauf, den Sie im Internet oder über eine andere Fernabsatzmethode (z. B. per Telefon oder im Versandhandel) getätigt haben, innerhalb von 14 Tagen zurücktreten. Allerdings gibt es „Fernabsatzverträge“, von denen Sie nach den EU-Vorschriften nicht zurücktreten dürfen.

 

Beispiele hierfür sind Buchungen von Ferienunterkünften und Freizeitaktivitäten für feste Termine.

 

Auch Privatverkäufe sind von der Regelung ausgenommen

Wenn Sie Waren nicht von einem Unternehmen, sondern von einer Privatperson kaufen, fällt dies nicht unter dasselbe Verbraucherschutzgesetz. In einem solchen Fall können Sie Ihre Bestellung also nicht innerhalb von 14 Tagen deshalb widerrufen, weil Sie Ihre Meinung geändert haben.

Dienstleistungsverträge

Sie können auch von einem Dienstleistungsvertrag - zum Beispiel einem Telefonabonnement - zurücktreten, den Sie online oder an der Haustür abgeschlossen haben. Sie können den Vertrag innerhalb von 14 Tagen nach seinem Abschluss widerrufen.

Wenn Sie möchten, dass der Händler die Dienstleistung - z. B. den Anschluss ihres Telefons - unmittelbar erbringt, ohne auf den Ablauf des Zeitraums von 14 Tagen zu warten, müssen Sie dies ausdrücklich beantragen. Wenn Sie danach dennoch widerrufen, müssen Sie für den Zeitraum der Nutzung der Dienstleistung zahlen. Wurde der Dienstleistungsvertrag - zum Beispiel das Streichen der Wände eines Zimmers - vor Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist vollständig erfüllt, können Sie nicht mehr widerrufen, da die Arbeit abgeschlossen ist.

Kein Rücktritt bei dringenden Reparaturen

Besondere Vorschriften gelten für kleine Unternehmen und Handwerker, etwa Klempner. Wenn Sie einen Auftrag für dringende Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten erteilt haben, haben Sie kein Widerrufsrecht. Wenn Sie etwa einen Klempner für die Reparatur einer undichten Dusche gerufen haben, dürfen Sie den Auftrag nicht widerrufen, nachdem Sie den Preis dafür akzeptiert haben.

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Footnote

In diesem Fall die 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen

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