Dolmetschen
09/10/2018

Mitarbeit als freiberufliche/r Dolmetscher/in

Das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und der Gerichtshof der Europäischen Union verfügen jeweils über einen eigenen Dolmetschdienst, Freelance-Dolmetscher/innen werden jedoch gemeinsam ausgewählt.

Die freiberuflichen Dolmetscher/innen arbeiten regelmäßig mit den fest angestellten Dolmetscherinnen und Dolmetschern des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und des Gerichtshofs zusammen. Wir arbeiten hauptsächlich mit den 24 Amtssprachen der EU, es werden aber auch alle anderen Sprachen benötigt. Die Frage der Staatsangehörigkeit ist bei Freiberuflern irrelevant.

Voraussetzung für die Mitarbeit als freiberufliche/r Dolmetscher/in ist das Bestehen eines Akkreditierungstests. Alle relevanten Informationen zu den einzelnen Schritten des Testverfahrens finden Sie hier. Termine für künftige Akkreditierungstests können Sie dem Kalender entnehmen.

1. Zulassungskriterien

Sie benötigen einen der folgenden Abschlüsse:

  • Bachelor „Konferenzdolmetschen“ (4 Jahre)
    oder

  • Master „Konferenzdolmetschen“
    oder

  • Bachelor in einer beliebigen Fachrichtung und
    Abschluss eines postgradualen Studiums in Konferenzdolmetschen (mindestens ein Studienjahr in Vollzeit)
    oder
    mindestens ein Jahr Berufserfahrung als Konferenzdolmetscher/in auf dem für internationale Sitzungen erforderlichen Niveau (Berufserfahrung als Gerichtsdolmetscher/in, Verhandlungsdolmetscher/in oder als Dolmetscher/in im Auftrag einer öffentlichen Einrichtung oder eines Unternehmens wird nicht berücksichtigt).

2. Sprachenprofile & Kalender

Informieren Sie sich über die aktuellen Sprachenprofile, die von den Dolmetschdiensten der EU verlangt werden. Diese können sich je nach den aktuellen Erfordernissen ändern.

Wann die Tests angesetzt werden, richtet sich nach dem Bedarf der beteiligten EU-Organe. Ein vorläufiger Kalender für die Vorauswahltests und die Akkreditierungstests wird jedes Jahr veröffentlicht, Änderungen sind jedoch möglich.

3. Vorauswahltest

Wird Ihre Bewerbung von einem interinstitutionellen Zulassungsausschuss für zulässig befunden und entspricht sie unseren Anforderungen an das Sprachenprofil, werden Sie zur Teilnahme an einem Online-Vorauswahltest aufgefordert.

Dieser Test besteht aus der Simultanverdolmetschung einer Rede von etwa 10-12 Minuten Länge in Ihre A-Sprache. Der Zulassungsausschuss wählt die passive Sprache für Ihren Test aus folgenden Sprachen aus: DE, EN, ES, FR oder IT.

Nach Erhalt der entsprechenden E-Mail können Sie den Test innerhalb der vorgegebenen Frist (vor Schließung des Testfensters) absolvieren. Die Teilnahme an dem Test ist ortsunabhängig, das verwendete Gerät muss lediglich alle technischen Anforderungen erfüllen. Daher ist es wichtig, dass Sie unser Handbuch zum Vorauswahltest-Tool sorgfältig lesen.

Nach Ablauf des Bewertungszeitraums übermittelt das zuständige Team des Europäischen Parlaments Ihnen Ihre Ergebnisse.

4. Akkreditierungstest

Nach Bestehen des Vorauswahltests können Sie – abhängig von den für die Tests zur Verfügung stehenden Kapazitäten und dem Bedarf – zur Teilnahme am Akkreditierungstest aufgefordert werden.

Beim Akkreditierungstest werden für jede der zu prüfenden Sprachen folgende Tests durchgeführt:

Die Tests erfolgen aus Ihren passiven Sprachen in Ihre aktive Sprache und/oder retour‚ und zwar je nach den Sprachen, die der Zulassungsausschuss aus Ihrem Profil ausgewählt hat, und in Abhängigkeit vom aktuellen Bedarf.

Mindestens eine der Reden behandelt ein Thema mit EU-Bezug. Für die Simultantests können Videoaufnahmen von Reden verwendet werden.

Der Akkreditierungstest findet in Brüssel statt. Informationen für Ihre Sprache finden Sie im Kalender.

Der Prüfungsausschuss bewertet Ihre Leistungen anhand von Beurteilungskriterien und teilt Ihnen das Ergebnis nach dem Test mit; eine schriftliche Bestätigung erfolgt später.

Wenn Sie zum Akkreditierungstest eingeladen wurden, lesen Sie bitte unsere Top-Tipps.

5. Die gemeinsame Datenbank

Erfolgreiche Bewerber/innen, die den Akkreditierungstest bestanden haben, werden in die gemeinsame Datenbank der akkreditierten Konferenzdolmetscher/innen (ACI) aufgenommen und können von den drei Dolmetschdiensten der Europäischen Union rekrutiert werden.

Die Aufnahme in die gemeinsame Datenbank bedeutet allerdings nicht, dass Sie ein Recht darauf haben, beschäftigt zu werden.

6. Bewerbung

Nachdem Sie nun alles über die einzelnen Schritte wissen, können Sie die Online-Bewerbung ausfüllen.

Bitte reichen Sie folgende Unterlagen ein:

  • Ihren Lebenslauf

  • Abschlusszeugnisse und/oder Diplome, aus denen hervorgeht, welche Noten in den einzelnen Dolmetschkomponenten erzielt wurden

  • falls zutreffend, den Nachweis ausreichender Erfahrung im Konferenzdolmetschen (Berufserfahrung als Gerichtsdolmetscher/in, Verhandlungsdolmetscher/in oder als Dolmetscher/in im Auftrag einer öffentlichen Einrichtung oder eines Unternehmens wird nicht berücksichtigt)

  • bei Sprachen, für die Sie kein Abschlusszeugnis oder Diplom haben, ist auf andere Art nachzuweisen, wie die Sprachkenntnisse erworben wurden (z. B. mithilfe von Bescheinigungen oder einer persönlichen Erklärung)

Nach Eingang Ihrer Unterlagen erhalten Sie von uns eine Empfangsbestätigung.

Sie können sich jederzeit bewerben, wir raten Ihnen jedoch zu prüfen, welche Fristen für die jeweilige A-Sprache im vorläufigen Testkalender angegeben sind.

Häufig gestellte Fragen

Nützliche Unterlagen

Unterlagen zu rechtlichen und finanziellen Fragen

Maßgeblich ist die französische Sprachfassung, da diese von allen Parteien unterzeichnet wurde.

Für ACI-Bewerber/innen, die zum Akkreditierungstest eingeladen werden: Zuschuss zu den Reise- und Aufenthaltskosten