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Maikes Reise durch die Balkanstaaten mit DiscoverEU

Maike in Mostar
Maike auf einer Springplattform, im Hintergrund der Gebirgsfluss und die Stadt Mostar, Bosnien und Herzegowina
Maike gewann dieses Jahr ein DiscoverEU-Reisestipendium und war vier Wochen in den Balkanstaaten unterwegs, wo sie eine spannende Zeit verbrachte. Die wichtigste Erkenntnis ihrer Reise: Du reist niemals wirklich alleine! Hier ihre Story...

Info: Alle sieben Lieblingsbilder von Maikes Reise findet ihr auf dem Instagram-Account von Eurodesk Deutschland!

Der Anfang
Hallo, ich bin Maike und ich werde in diesem Erfahrungsbericht von meinem Interrailtrip mit DiscoverEU berichten. Mit dem von der EU spendierten Interrailticket fuhr ich für 4 Wochen nach Ungarn, Kroatien, Bosnien und Herzegowina sowie Slowenien – 3 Wochen davon ganz auf mich alleine gestellt. In meinem Gepäck für den Monat ist eine Riesenportion Vorfreude! Vor einem längeren Trip sollte man ganz genau überlegen, was man auch wirklich braucht – schließlich wird Wäsche waschen nicht unvermeidbar sein und braucht man wirklich 4 Paar Schuhe und 15 Outfits? Weniger ist mehr und dass ich das so gut wie mir möglich befolgt habe, hat so einige lange Wege vom Bahnhof zum Hostel viel erträglicher gemacht.

Erste Station: Hvar
Der Sonnenuntergang auf Hvar, einer traumhaft schönen Insel vor der Küste Kroatiens. Die Entscheidung, Hvar einen Besuch abzustatten, war eine sehr spontane. Am Tag vorher dachte ich mir, dass ein bisschen Inselurlaub doch ganz nett wäre – zack, war ein Hostel auf Hvar gebucht. Aus der geplanten eine Nacht wurden am Ende drei, da ich mich mit einigen Leuten aus meinem Hostel sofort anfreundete. Vor einem gemeinsamen Pub Crawl, der nach dem Besuch einiger Bars am nächsten Morgen auf einer Disko-Insel endete, hatte ich die Möglichkeit den Sonnenuntergang einzufangen.

Zweite Station: Sarajevo
Das Alleine Reisen hat mir vor Augen geführt, wie viele Dinge ich zuhause niemals ohne Begleitung machen würde: im Restaurant essen, abends ausgehen oder sich einen Film im Kino anschauen. Das wollte ich ändern und habe es auch niemals bereut! In Sarajevo war ich bei einer OpenAir-Aufführung eines Filmfestivals, zu dessen Zeit ich zufällig in der Stadt war. Dass ich alleine dort war, fand mein Sitznachbar, ein Bosnier in seinen 50ern, viel komischer als ich selbst. Nach misslungenen Versuchen, mich mit einem seiner Söhne zu verkuppeln, entwickelte sich eine interessante Unterhaltung und er gab mir in seinem gebrochenen Englisch zahlreiche Reisetipps. Ein Gespräch, das ich mit Begleitung so nie gehabt hätte!

Dritte Station: Mostar
Mostar, eine bosnische Kleinstadt, wird mir als eines meiner liebsten Reiseziele in Erinnerung bleiben. Mit meinem Abstecher nach Bosnien und Herzegowina habe ich zwar die EU verlassen – werde es dennoch trotzdem als einen wichtigen Teil meines DiscoverEU-Trips bezeichnen. In Mostar konnte ich mit Einheimischen in Kontakt treten wie nirgends sonst, so unendlich viel über die Geschichte des gesamten Balkans lernen und die Unterschiede zu den EU-Ländern hautnah erleben. Das Titelbild zeigt mich in 15 Meter über dem durch die Stadt fließenden Gebirgsfluss. Dort befand sich die Übungsplattform für alle Verrückten, die sich auf einen Klippenspringwettbewerb vorbereiteten und dann aus knapp 30 Metern Höhe in den 8°C kalten Fluss sprangen! Ich war ja noch nicht mal für die Anfängerplattform mutig genug!

Vierte Station: Ljubljana
Ein Satz, den ich oft gehört und während meiner Reise verinnerlicht habe, ist „you never really travel alone“. Ob bei free walking tours, in Hostels oder in Bus und Bahn – je länger ich unterwegs war, desto besser wurde ich darin, mit Fremden ganz offen und unvoreingenommen Smalltalk zu führen. Im Hostel in Ljubljana hatte ich zwei israelische Zimmergenossen. Wir verstanden uns so gut, dass wir am nächsten Tag einen gemeinsamen Ausflug zu einem Nationalpark im Süden Sloweniens machten. Die Leute, die ich während meiner Reise kennengelernt habe, haben meine Zeit viel unvergesslicher gemacht, als all die schönen Landschaften und Städte, die ich gesehen habe. Ich bin überzeugt, dass ich viele dieser Bekanntschaften nicht gemacht hätte, wenn ich mit deutschen Freunden in einer Gruppe verreist wäre!

Fünfte Station: Rijeka
Ein zufälliger, aber sehr schöner Zwischenstopp. Lediglich aufgrund der Zugverbindung nach Ljubljana sowie Empfehlungen von Zufallsbekanntschaften führte mich meine Reise auch nach Rijeka, eine der nördlichsten Küstenstädte Kroatiens. Spontane Abänderungen meiner Route haben sich stets als gut herausgestellt – so hatte ich sehr viel Spaß dabei, eine der weniger touristischen Städte Kroatiens zu erkunden. In Rijeka fand man tatsächlich nicht nur Touristenfallen und überfüllte Strände, sondern einen eigenen Charme. Eine Stadt, die es verdient hat, Europäische Kulturhauptstadt 2020 zu sein!

Sechste Station: Bled
Das letzte Bild ein neuer Anfang – hier sieht man den Sonnenaufgang über Bled, einer idyllischen Kleinstadt Sloweniens. Vor 5 Uhr morgens aufzustehen und erst einmal anderthalb Stunden den Berg hochzuwandern, hat sich definitiv gelohnt – und das sage ich als Sportmuffel. Für mich war das Betrachten des Sonnenaufgangs bei dieser malerischen Kulisse definitiv ein Highlight meiner Reise! Während meiner 4 Wochen Interrail hatte ich wohl fast so viele Neuanfänge wie Sonnenaufgänge – ich habe viele Orte besucht, verschiedenste Leute kennengelernt und mich dabei selbst immer wieder neu erfunden. Deswegen kann ich nicht nur Interrail und DiscoverEU, sondern vor allem auch das Alleine Reisen wärmstens empfehlen!

 

Veröffentlicht Mi, 16/10/2019 - 08:50
Zuletzt aktualisiert am Mi, 16/10/2019 - 16:06



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