Navigation path

Left navigation

Additional tools

Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäisches Solidaritätskorps: die ersten drei Jahre

Brüssel, 13. September 2019

Morgen ist es genau drei Jahre her, dass Präsident Juncker in seiner Rede zur Lage der Union 2016 die Einrichtung eines Europäischen Solidaritätskorps ankündigte, das jungen Menschen die Möglichkeit bieten sollte, sich an solidarischen Tätigkeiten in der Union zu beteiligen.

Seitdem haben sich mehr als 161 000 junge Menschen für das Korps angemeldet, das seither das Leben vieler Menschen verändert hat. Ein großer Teil der finanzierten Aktivitäten betrifft freiwillige Tätigkeiten – einzeln oder in Teams. Die jungen Menschen können jedoch auch Praktika absolvieren und Arbeitserfahrung sammeln. Außerdem können sie selbst Solidaritätsprojekte ins Leben rufen, bei denen sie Aktivitäten anstoßen, entwickeln und durchführen, die zu einem positiven Wandel in ihrer Gemeinschaft beitragen sollen, während sie im Ausland leben und wertvolle Kompetenzen erwerben.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte: „Wir haben in den letzten drei Jahren viel erreicht. Wir haben in Rekordzeit ein neues Programm auf die Beine gestellt, das jungen Menschen und Organisationen die Möglichkeit bietet, andere zu unterstützen und uns beim Aufbau einer solidarischeren Gesellschaft zu helfen, in der die Menschen stärker aufeinander achten. Es erfüllt mich mit Stolz, so viele junge Menschen zu sehen, die sich engagieren möchten und aktiv in Projekten vor Ort mitwirken wollen. Ihre Begeisterung ist wahrlich inspirierend. Deshalb habe ich vorgeschlagen, das Europäische Solidaritätskorps nach 2020 zu erweitern und zu stärken.“

Inklusion ist ein sehr häufiges Thema bei Projekten des Europäischen Solidaritätskorps, jedoch nicht das einzige. Gegenstand sind auch Jugendarbeit, Klimawandel, Gemeinschaftsentwicklung, Bürgerschaft, Bildung und Kultur. Zehntausende weitere Möglichkeiten werden in den kommenden Monaten und Jahren in diesen Bereichen entstehen. Jede dritte der vom Europäischen Solidaritätskorps finanzierten Aktivitäten richtet sich an Teilnehmende mit geringeren Chancen, die mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten oder wirtschaftlichen, sozialen oder geografischen Hindernissen konfrontiert sind.

In Lettland beispielsweise fördert ein Projekt mit dem Titel „A special place for special people“ die Integration junger Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt, indem es ihnen eine Beschäftigung bietet und in alle Aktivitäten eines als Sozialunternehmen aufgestellten Cafés in Riga einbezieht. In Griechenland helfen Freiwillige beim Schutz der Wälder von Xylokastro und Derveni, indem sie die Bewässerung und Anpflanzung von Bäumen sowie die Reinigung der Waldwege übernehmen. Und in Schweden lernen Freiwillige durch das Projekt „Climate Awareness“ mehr über den Klimawandel und die biologische Vielfalt, indem sie im Biogarten und im Ökodorf helfen und an Outreach-Maßnahmen teilnehmen. In Litauen findet sich ein Beispiel für ein Projekt, das von Freiwilligen selbst initiiert wurde: Fünf Teilnehmende aus einem Zentrum für junge Menschen mit Behinderung gründeten dort ein eigenes Projekt namens Solidarity Coffee, durch das sie neue Freundschaften schließen und persönliche Kontakte mit der Gesamtgesellschaft aufbauen konnten.

Hintergrund

In seiner Rede zur Lage der Union vom September 2016 kündigte Präsident Juncker die Schaffung eines Europäischen Solidaritätskorps an, das jungen Europäerinnen und Europäern die Möglichkeit bieten sollte, sich an solidarischen Tätigkeiten zu beteiligen und im Rahmen der breiter angelegten Strategie der Kommission für Investitionen in junge Menschen in Europa einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Das Korps greift ein spürbares Interesse junger Menschen an Engagement in sozialen Projekten auf. In einer Eurobarometer-Umfrage gaben im Frühjahr 2019 mehr als die Hälfte der befragten jungen Menschen an, sich an Freiwilligenaktivitäten oder lokalen Gemeinschaftsprojekten beteiligt zu haben. Drei Viertel hatten sich nach eigenen Angaben aktiv in organisierten Bewegungen oder Freiwilligenstrukturen engagiert.

Nur drei Monate nach Präsident Junckers Ankündigung, am 7. Dezember 2016, wurde das Europäische Solidaritätskorps mit dem Ziel gegründet, dass 100 000 junge Menschen bis Ende 2020 daran teilnehmen sollten. In der Anlaufphase wurden acht verschiedene EU-Finanzierungsprogramme dazu genutzt, Freiwilligentätigkeiten, Praktika oder Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten.

Am 30. Mai 2017 legte die Kommission einen Vorschlag vor, um das Europäische Solidaritätskorps mit einer einheitlichen Rechtsgrundlage, einem eigenen Finanzierungsmechanismus und einem breiteren Angebot an Solidaritätsprojekten auszustatten. Die neue Verordnung trat am 5. Oktober 2018 in Kraft, und das Korps verfügt über ein eigenes Budget in Höhe von 375,6 Mio. EUR bis 2020.

Die ersten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen wurden im August und November 2018 veröffentlicht und schufen etwa 20 000 neue Möglichkeiten. Eine weitere Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen läuft derzeit. Die Einreichungsfrist endet am 1. Oktober 2019. Das Ziel ist die Schaffung weiterer 7000 Möglichkeiten. In dieser Aufforderung werden Organisationen, die ein Qualitätssiegel haben, aufgefordert, Finanzhilfen zu beantragen und Projekte einzurichten, in denen junge Menschen sich freiwillig engagieren, arbeiten oder Praktika absolvieren können. Auch Gruppen junger Menschen können sich bewerben, wenn sie selbst ein Solidaritätsprojekt betreiben möchten. Junge Menschen, die an einem der kofinanzierten Projekte teilnehmen möchten, können sich natürlich direkt auf dem Portal des Europäischen Solidaritätskorps anmelden.

Am 11. Juni 2018 legte die Kommission ihren Vorschlag für das Europäische Solidaritätskorps im Rahmen des nächsten langfristigen EU-Haushalts 2021-2017 mit einer Mittelausstattung von 1,26 Mrd. EUR vor, um im Laufe von sieben Jahren etwa 350 000 jungen Menschen eine Teilnahme zu ermöglichen.

Weitere Informationen

Factsheet 

Portal des Europäischen Solidaritätskorps

IP/19/5556

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


Side Bar

Photos