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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kommission schlägt Fangmöglichkeiten für 2016 für den Atlantik und die Nordsee vor

Brüssel, 10. November 2015

Die Europäische Kommission schlägt die Fangquoten (zulässigen Gesamtfangmengen bzw. TAC) für 2016 im Atlantik und in der Nordsee vor.

Auf der Grundlage der vorgelegten wissenschaftlichen Gutachten empfiehlt die Kommission für 35 Bestände eine Beibehaltung oder Anhebung der Fangquoten und für 28 Bestände eine Verringerung der Fangmengen.

Dabei schlägt die Kommission eine Erhöhung der Fangmöglichkeiten vor, um den Fischern den Übergang zu der neu eingeführten Verpflichtung zu erleichtern, alle Fänge anzulanden. Erstmals sieht die Kommission für alle Fischereien, für die ab 2016 die Anlandeverpflichtung gilt, sogenannte „Quotenaufschläge“ vor. Durch diese zusätzliche Quote soll ein Ausgleich für die zusätzlichen Fänge geschaffen werden, die die Fischer anlanden müssen. Auf der Grundlage der wissenschaftlichen Gutachten, die bis Mitte November erwartet werden, wird die Kommission anschließend die höheren Fangmengen vorschlagen, die alle anzulandenden Mengen umfassen.

Ziel der Kommission und eine der tragenden Säulen der reformierten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) ist es, eine Befischung aller Bestände auf nachhaltigem Niveau unter Einhaltung des höchstmöglichen Dauerertrag (Maximum Sustainable Yield – MSY) zu erreichen. Durch eine Befischung auf MSY-Niveau kann die Fischwirtschaft die größtmögliche Menge Fisch entnehmen, bei der eine gesunde Bestandsgröße beibehalten wird. Der Vorschlag der Kommission, die Bestände auf MSY-Niveau zu bringen beruht auf den wissenschaftlichen Gutachten des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES). In diesem Jahr wurden entsprechende Gutachten für 34 Bestände vorgelegt.

Karmenu Vella, für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission, erklärte: „Mein Ziel ist klar und ehrgeizig: Ich möchte, dass wir alle Bestände so schnell wie möglich auf ein gesundes und nachhaltiges Niveau bringen. Ich freue mich, dass wir für eine ganze Reihe von Beständen Quotenerhöhungen vorschlagen können und 2016 das MSY-Niveau erreichen. Die Anstrengungen unserer Fischer haben sich ausgezahlt, und wir sind dazu da, sie auch beim Übergang zu der Anlandeverpflichtung zu unterstützen. Bei anderen Fischbeständen müssen jedoch Kürzungen vorgenommen werden, um den Erhalt dieser Bestände zu sichern.

Dieser Vorschlag wird von Kommissar Vella vorgelegt und von den Fachministern der Mitgliedstaaten auf der Tagung des Rates (Fischerei) im Dezember diskutiert werden. Seine Geltungsdauer beginnt mit dem 1. Januar 2016.

Bei dem heutigen Vorschlag handelt es sich um den jährlichen Vorschlag für die Menge Fisch, die die Fischer der Europäischen Union im folgenden Jahr den wichtigsten kommerziellen Fischbeständen entnehmen dürfen. Er umfasst Bestände, die die EU autonom bewirtschaftet, und Bestände, die gemeinsam mit Drittländern wie Norwegen oder durch regionale Fischereiorganisationen in allen Weltmeeren bewirtschaftet werden.

Für viele der betroffenen Bestände laufen die internationalen Verhandlungen noch. Der Vorschlag enthält daher zum jetzigen Zeitpunkt lediglich für etwa die Hälfte der TAC die entsprechenden Zahlen. Sobald die Verhandlungen mit Drittländern sowie innerhalb der regionalen Fischereiorganisationen abgeschlossen sind, werden die übrigen Zahlen ergänzt.

Einzelheiten des Vorschlags

Für einige Bestände, bei denen das MSY-Niveau bereits erreicht ist, wie Flügelbutte in der Nordsee und Stöcker in den Iberischen und Westlichen Gewässern, schlägt die Kommission vor, die TAC zu erhöhen.

Andererseits hat sich der Zustand einiger Bestände seit dem letzten Jahr nicht wesentlich verbessert. Die Kabeljaubestände in der Irischen See und in der Keltischen See befinden sich weiterhin in einem schlechten Zustand. Die Seezungenbestände in Gebieten wie der Irischen See, dem östlichen Ärmelkanal und dem Golf von Biskaya sind stark gefährdet. In dem Gutachten für Schellfisch und Kabeljau in der Keltischen See wird zur Erreichung des MSY-Niveaus eine deutliche Senkung der TAC gefordert. Bei Kabeljau westlich von Schottland sind extrem hohe Rückwurfquoten zu verzeichnen, und es besteht nach wie vor die Gefahr des Zusammenbruchs. Auch das Gutachten für den nördlichen Wolfsbarschbestand verlangt eine erhebliche Reduzierung der Fangmengen. Die Kommission hat in ihren Vorschlag auch Empfehlungen zur Bewirtschaftung von Wolfsbarsch im Jahr 2016 aufgenommen.

Für viele dieser Bestände sind noch selektivere Fangtechniken dringend erforderlich, damit noch nicht laichreifer Fisch nicht vor der Fortpflanzung und Wiederauffüllung der Fischbestände gefangen wird. Besonders dringend erforderlich ist dies für die Fischerei in der Keltischen See und in den westlichen Gewässern, wo die Mitgliedstaaten und die Fischwirtschaft große Anstrengungen unternehmen müssen, um die von Wissenschaftlern empfohlenen Selektivitätsmaßnahmen umzusetzen. Diese Maßnahmen werden außerdem dem Fischereisektor dabei helfen, der Verpflichtung zur Anlandung aller Fänge nachzukommen, die in den kommenden Jahren für immer mehr Bestände gelten wird.

Bei Beständen, für die nicht genug Daten vorliegen, um ihre Größe zuverlässig bewerten zu können, geht der Kommissionsvorschlag in dieselbe Richtung wie die Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), wonach die Fangmengen um maximal 20 % reduziert oder angehoben werden sollten. Entsprechend einem Beschluss des Rates aus dem vergangenen Jahr zu vorsorglichen Kürzungen werden bei 26 dieser Bestände die TAC-Vorschläge gegenüber 2015 unverändert bleiben.

Für eine begrenzte Zahl von Beständen der EU hat die Kommission die wissenschaftlichen Gutachten erst vor kurzem erhalten. Diese Gutachten werden genauer ausgewertet, bevor die Kommission zu einem späteren Zeitpunkt des Jahres eine TAC vorschlagen wird.

Für Fischbestände, die gemeinsam mit Drittländern (Norwegen, den Färöern, Grönland, Island, Russland) befischt werden, verhandelt die Europäische Kommission im Namen der EU gegen Ende eines jeden Jahres darüber, wie viel Fisch im folgenden Jahr gefangen werden darf.

Für die Bestände in internationalen Gewässern und für weit wandernde Arten wie Thunfisch handelt die Europäische Kommission stellvertretend für die EU Fangquoten im Rahmen von regionalen Fischereiorganisationen aus. Diese müssen dann in EU-Recht umgesetzt werden.

Weitere Informationen

Siehe beigefügte Tabellen mit genauen Angaben zu den heutigen Vorschlägen für den Atlantik und die Nordsee.

TAC und Quoten: http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/tacs/index_de.htm

Fragen und Antworten zum Vorschlag der Kommission für die Fangmöglichkeiten für 2016 im Atlantik und in der Nordsee: http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-15-6030_de.htm

Fragen und Antworten zu Quotenaufstockungen: http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-15-6017_de.htm

Informations-Graphik zu Quotenaufstockungen: http://ec.europa.eu/fisheries/documentation/publications/2015-definition-of-tac-proposals_en.pdf

Wissenschaftliche Gutachten: Bei den vorgeschlagenen TAC wurden die wissenschaftlichen Gutachten des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) und des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für die Fischerei (STECF) gebührend berücksichtigt.

http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/scientific_advice/index_de.htm

Darüber hinaus wurden auf der Grundlage des Konsultationspapiers der Kommission von Anfang Juni die Interessenträger eingebunden: siehe IP/15/5082

Mehrjährige Bewirtschaftungspläne:

http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/multi_annual_plans/index_de.htm

Karte der Fanggebiete:

http://ec.europa.eu/fisheries/documentation/publications/cfp_factsheets/fishing_areas_de.pdf

Anmerkung: In den nachstehenden Tabellen sind nur EU-Bestände aufgeführt, die nicht gemeinsam mit Drittländern befischt werden.

Tabelle 1: Bestände mit vorgeschlagener TAC-Anhebung

Wissenschaft­liche Bezeichnung

Gebräuch­liche Bezeichnung

TAC-Gebiet

(siehe Karte)

TAC 2015

TAC 2016 (Vorschlag)

TAC-Veränderung: 2015-2016 (Vorschlag)

Lepidorhombus

Butte

IIa (EG), IV (EG)

2 083

2 639

26,7 %

Lepidorhombus

Butte

Vb (EG), VI

4 129

4 900

18,7 %

Trachurus

Stöcker

VIIIc

13 572

17 235

27,0 %

Trachurus

Stöcker

IX

59 500

68 583

15,3 %

 

 

Tabelle 2: Bestände mit unveränderter TAC[1]

Wissenschaftliche Bezeichnung

Gebräuchliche Bezeichnung

TAC-Gebiet

(siehe Karte)

TAC 2015

TAC 2016 (Vorschlag)

TAC-Veränderung: 2015-2016 (Vorschlag)

Engraulis

Sardelle

IX, X, CECAF 34.1.1.

9 656

9 656

0,0 %

Gadus morhua

Kabeljau

VIa, Vb…

0

0

0,0 %

Squalus

Dornhai

Alle TAC

0

0

0,0 %

[1]Diese Tabelle enthält nicht die in der Gemeinsamen Erklärung des Rates und der Kommission „Zu den spezifischen datenbegrenzten Beständen“ aufgeführten Bestände (siehe Ratsdokument PECHE 13 5232/14). Die in dieser Erklärung enthaltenen TAC für datenbegrenzte Bestände werden für weitere vier Jahre beibehalten, es sei denn, dass sich der Eindruck vom Zustand eines dieser Bestände in diesem Zeitraum erheblich ändert.

 

Tabelle 3: Bestände mit vorgeschlagener TAC-Kürzung

Wissenschaft­liche Bezeichnung

Gebräuchliche Bezeichnung

TAC-Gebiet

(siehe Karte)

TAC 2015

TAC 2016 (Vor-schlag)

TAC-Ver­änderung: 2015-2016 (Vorschlag)

Argentina silus

Goldlachs

V, VI, VII EG-Gewässer und int. Gewässer

4 316

3 453

-20,0 %

Caproidae

Eberfisch

VI, VII, VIII (EG)

53 296

42 637

-20,0 %

Clupea

Hering

VIIg,h,j,k

19 198

15 442

-19,6 %

Clupea

Hering

VIIa

4 854

4 575

-5,7 %

Dicentrarchus labrax

Wolfsbarsch*

IVb und c, VIIa und VIId-h

2 656

1 449

-46 %

Gadus morhua

Kabeljau

VIIb,c,e-k, VIII, IX, X, CECAF 34.1.1 (EG)

5 072

3 569

-29,6 %

Gadus morhua

Kabeljau

VIIa

182

146

-20 %

Limanda limanda und Platichthys flesus

Kliesche und Flunder

Unionsgewässer von IIa und IV

18 434

14 747 

-20,0 %

Lepidorhombus

Butte

VIIIc, IX, X, CECAF 34.1.1 (EG)

1 377

1 013

-26,4 %

Lophius

Seeteufel

VII

33 516

29 534

-11,9 %

Lophius

Seeteufel

VIIIa,b,d,e

8 980

7 914

-11,9 %

Lophius

Seeteufel

VIIIc, IX, X, CECAF 34.1.1.

2 987

2 413

-19,2 %

Melanogrammus

Schellfisch

VIIb-k, VIII, IX, X, CECAF 34.1.1 (EG)

8 342

6 078

-27,1 %

Merlangius

Wittling

VIII

3 175

2 540

-20 %

Merlangius

Wittling

Vb (EG-Gewässer), VI, XII, XIV

263

213

-19 %

Microstomus kitt und Glyptocephalus cynoglossus

Limande und Rotzunge

IIa (EG), Nordsee (EG)

6 391

5 848

-8,5 %

Molva dypterigia

Blauleng

Int. Gewässer von XII

558

446

-20 %

Nephrops

Kaisergranat

IIa (EG), Nordsee (EG)

17 843

14 315

-19,8 %

Pleuronectes

Scholle

VIIa

1 098

878

-20 %

Pleuronectes

Scholle

VIIf, g

461

420

-8,9 %

Pollachius pollachius

Pollack

VII

13 495

10 796

-20,0 %

Pollachius pollachius

Pollack

VIIIa,b,d,e

1 482

1 186

-20,0 %

Psetta maxima und Scopthalmus rhombus

Steinbutt und Glattbutt

Unionsgewässer von IIa und IV

4 642

4 488

-3,3 %

Rajidae

Rochen

IIIa

47

38

-20,0 %

Rajidae

Rochen

Unionsgewässer von VIa, VIb, VIIa-c und VIIe-k

8 032

6 426

-20,0 %

Rajidae

Rochen

IIa (EG), IV - Nordsee (EG)

1 256

1 005

-20,0 %

Rajidae

Rochen

VIId

798

638

-20,0 %

Rajidae

Rochen

EG-Gewässer von VIII, IX

3 420

3 078

-10,0 %

Solea solea

Gemeine Seezunge

VIIa

90

0

-100 %

 * Für Wolfsbarsch gibt es keine TAC, stattdessen handelt es sich bei den angegebenen Mengen um die geschätzten Fänge infolge der 2015 geltenden und für 2016 vorgeschlagenen Fangbeschränkungen und Schließungen. Dies betrifft sowohl Freizeit- als auch Berufsfischerei.

 

Tabelle 4: Bestände, für die die Gutachten noch nicht vorliegen oder die Verhandlungen noch laufen

Wissenschaftliche Bezeichnung

Gebräuchliche Bezeichnung

TAC-Gebiet

(siehe Karte)

 

Brosme brosme

Lumb

Unionsgewässer und int. Gewässer von V, VI und VII

 

Clupea

Hering

Unionsgewässer und int. Gewässer von Vb, VIb und VIaN

 

Clupea

Hering

VIaS, VIIb,c

 

Gadus morhua

Kabeljau

Kattegatt

 

Lepidorhombus

Butte

VII

 

Lepidorhombus

Butte

VIIIa,b,d,e

 

Lophius

Seeteufel

IIa (EG), Nordsee (EG)

 

Lophius

Seeteufel

Vb (EG), VI, XII, XIV

 

Melanogrammus

Schellfisch

Vb, VIa

 

Melanogrammus

Schellfisch

VIIa

 

Melanogrammus aeglefinus

Schellfisch

Unionsgewässer und int. Gewässer von VIb, XII und XIV

 

Merlangius

Wittling

VIIb-k

 

Merlangius

Wittling

IX, X, CECAF 34.1.1. (EU)

 

Merluccius

Seehecht

VIIIc, IX, X, CECAF 34.1.1 (EG)

 

Merluccius

Seehecht (insgesamt nördliche TAC)

Nördliche TAC insgesamt (IIIa/IIa und IV/Vb, VI, VII, XII und XIV/VIIIa,b,d,e)

 

Molva dypterigia

Blauleng

EG-Gewässer und int. Gewässer von Vb, VI, VII

 

Molva molva

Leng

IV (EG)

 

Molva molva

Leng

EG-Gewässer und int. Gewässer von VI, VII, VIII, IX, X, XII, XIV

 

Nephrops

Kaisergranat

VII

 

Nephrops

Kaisergranat

Vb (EU- und int. Gewässer), VI

 

Nephrops

Kaisergranat

IIIa; Unionsgewässer der Unterdivisionen 22-32

 

Nephrops

Kaisergranat

IX und X; EG-Gewässer von CECAF 34.1.1

 

Nephrops

Kaisergranat

VIIIa,b,d,e

 

Nephrops

Kaisergranat

VIIIc

 

Penaeus

Geißelgarnele

Französisch-Guayana

 

Pleuronectes

Scholle

VIId,e

 

Pleuronectes

Scholle

Kattegatt

 

Solea solea

Gemeine Seezunge

Unionsgewässer von IIa und IV

 

Solea solea

Gemeine Seezunge

VIIe

 

Solea solea

Gemeine Seezunge

VIId

 

Solea solea

Gemeine Seezunge

IIIa, IIIb,c,d (EG)

 

Solea solea

Gemeine Seezunge

VIIf, g

 

Solea solea

Gemeine Seezunge

VIIIa,b

 

 

Sprattus sprattus

Sprotte

Unionsgewässer von IIa und IV

 

Trachurus

Stöcker

IIa, IVa, VI, VII, VIIIa,b,d,e; EG-Gewässer von Vb, XII, XIV

 

Trachurus

Stöcker

Unionsgewässer von IVb, IVc und VIId

 

 

Tabelle 5: Bestände, deren TAC von einzelnen Mitgliedstaaten festgesetzt werden

Wissenschaftliche Bezeichnung

Gebräuchliche Bezeichnung

TAC-Gebiet

(siehe Karte)

Verantwortlicher MS

Clupea

Hering

VIaS Clyde

Vereinigtes Königreich

Trachurus

Stöcker

CECAF (Kanaren)

Spanien

Trachurus

Stöcker

CECAF (Madeira)

Portugal

Trachurus

Stöcker

X, CECAF (Azoren)

Portugal

 


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