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IP/08/1504

Brüssel, 15. Oktober 2008

Erhöhung der Investitionen in Forschung und Entwicklung: erstmals seit fünf Jahren liegen die europäischen Unternehmen vor den amerikanischen

Die FuE-Investitionen der Unternehmen in der EU sind um 8,8 % gestiegen, die der US-Unternehmen um 8,6 %. So das Ergebnis des heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten diesjährigen EU-Anzeigers für FuE-Investitionen der Industrie („Industrial R&D Investment Scoreboard“). Unter den Top Ten befinden sich drei EU-Unternehmen: Nokia auf Platz 5 (aufgestiegen von Platz 17) mit FuE-Investitionen in Höhe von 5,3 Mrd. EUR, Volkswagen auf Patz 9 (aufgestiegen von Platz 14) und Daimler auf Platz 10 (zurückgefallen von Platz 5). Der weltweit größte FuE-Investor im Jahr 2008 ist Microsoft mit einem Investitionsvolumen von 5,6 Mrd. EUR. Die Trends zeigen eine Erhöhung der Absatzzahlen und der Rentabilität der Unternehmen in der EU. Erstmals seit Erscheinen des ersten Anzeigers im Jahr 2004 sind die FuE-Investitionen der Unternehmen in der EU stärker gestiegen als die der Unternehmen in den Vereinigten Staaten.

„Wir stellen erfreut fest, dass sich das Wachstum bei den FuE-Investitionen der Unternehmen in der EU beschleunigt hat – trotz einer weltweit leicht rückläufigen Entwicklung“, so der für Wissenschaft und Forschung zuständige EU-Kommissar Janez Potočnik. „Insbesondere die Unternehmen der Energiewirtschaft treiben ihre FuE-Aktivitäten rasch voran und tragen damit der Notwendigkeit Rechnung, begrenzte Ressourcen effizienter zu nutzen. Die privaten FuE-Investitionen in Europa belaufen sich unverändert auf 1 % des BIP. Es liegen allerdings Anzeichen dafür vor, dass die EU-Unternehmen einen wachsenden Teil ihrer FuE-Investitionen außerhalb Europas tätigen. Daher müssen wir weiter darauf hinarbeiten, Europa zu einem attraktiveren FuE-Standort für die Wirtschaft zu machen, insbesondere durch Schaffung eines echten Europäischen Forschungsraums, und um die Lissabonner Ziele zu erreichen .“

Der EU-Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie wird jährlich von der Europäischen Kommission im Rahmen ihrer Initiative zur Beobachtung der Forschungsinvestitionen der Industrie („Industrial Research Investment Monitoring“) veröffentlicht. Der diesjährigen Ausgabe ist zu entnehmen, dass weltweit betrachtet das Wachstum der FuE-Investitionen der Unternehmen von 10 % im letzten Jahr auf 9 % in diesem Jahr zurückgegangen ist, in der EU hingegen von 7,4 % im letzten Jahr auf 8,8 % in diesem Jahr gestiegen ist. Die EU-Unternehmen haben, was die Wachstumsrate der FuE-Investitionen anbelangt, insgesamt gesehen zu den Unternehmen außerhalb der EU fast aufgeschlossen (Abb. 2) und liegen knapp vor den im Anzeiger erfassten US-Unternehmen, deren FuE-Wachstumsrate deutlich von 13,3 % auf 8,6 % gefallen ist (Abb. 1).

Unternehmenstrends

Drei EU-Unternehmen zählen zu den Top Ten der FuE-Investoren: Nokia, das am besten abschneidende EU-Unternehmen, hat sich vom 17. Platz im letzten Jahr auf Position 5 vorgearbeitet, Volkswagen ist vom 14. auf den 9. Platz aufgestiegen, und Daimler ist vom 5. auf den 10. Platz zurückgefallen. GlaxoSmithKline und Siemens haben ihren Platz unter den Top Ten verloren. An der Spitze stehen drei US-Unternehmen: Microsoft, General Motors und Pfizer (Abb. 3).

Die Wirtschaftsleistung der im Anzeiger erfassten Unternehmen hat sich im letzten Jahr weiter verbessert. Die Unternehmen in der EU konnten ihren Absatz um 7,0 % steigern, was mit einer geringfügigen Erhöhung der FuE-Intensität einherging; bei den Unternehmen außerhalb der EU betrug die Absatzsteigerung 9,2 %. Die Rentabilität der EU-Unternehmen ist um 12,2 % gestiegen gegenüber 11,3 % bei den Unternehmen in Drittstaaten.

Die Unternehmen der Schwellenländer legen nach wie vor ein starkes FuE-Wachstum an den Tag. In den letzten drei Jahren verzeichneten Unternehmen wie Petroleo Brasiliero, Petro China und Tata Motors einen jährlichen Zuwachs von 52,6 %, 22,2 % bzw. 42,6 % bei den Ausgaben für FuE.

Branchentrends

Arzneimittel und Biotechnologie: Diese Branche, der zahlreiche Unternehmen in der EU und in der Schweiz angehören, konnte ihre Spitzenposition weiter ausbauen: über 19 % der FuE-Investitionen sämtlicher im EU-Anzeiger erfasster Unternehmen sind dieser Branche zuzurechnen. Ein besonders starker Anstieg der FuE-Aufwendungen ist bei einigen pharmazeutischen Unternehmen (z. T. aufgrund von Zukäufen) zu verzeichnen, z. B. bei Schering-Plough (+33,7 %), AstraZeneca (+29,8 %), Roche (+25,9 %) und Novartis (+21,1 %).

Automobil- und Zulieferindustrie: In diesem Sektor – dem Sektor mit den höchsten FuE-Investitionen in der EU – lag der Zuwachs der FuE-Ausgaben (6,9 %) deutlich über dem Durchschnittswert der letzten drei Jahre (4,9 %). Volkswagen und Toyota Motor haben ihr FuE-Engagement erheblich verstärkt (um 16,1 % bzw. 9,6 %). Der größte Anstieg war jedoch bei General Motors festzustellen (22,7 %).

Energie: In den vergangenen drei Jahren waren bei einigen großen europäischen Unternehmen hohe jährliche Wachstumsraten im Bereich FuE zu verzeichnen (Abb. 4). So wurden im betreffenden Zeitraum die FuE-Aufwendungen bei Royal Dutch Shell um das 2,2-fache und bei AREVA um das 1,7-fache erhöht. Noch höher sind die Zuwachsraten bei verschiedenen Unternehmen ausgefallen, die auf dem Gebiet der alternativen Energien tätig sind. Im Bereich der Windtechnologie hat Vestas Wind Systems seine FuE-Ausgaben um den Faktor 2,2 gesteigert, Nordex um den Faktor 3. Im Bereich Solarenergie und Photovoltaik hat Q-Cells im Jahr 2008 erstmals Eingang in den Anzeiger gefunden, nachdem es seine FuE-Ausgaben in drei Jahren um das 15,4-fache erhöht hat.

Dem EU-Anzeiger zugrunde liegende Methodik

Der Bericht analysiert die Daten zu den FuE-Investitionen der 2000 teilnehmenden Unternehmen, die diese selbst im Rahmen ihres Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2007/8 bereitgestellt haben. Die Stichprobe umfasst die 1000 EU-Unternehmen mit den höchsten FuE-Investitionen sowie die 1000 Drittlandsunternehmen mit den höchsten FuE-Investitionen.

Alle Daten stammen aus öffentlich zugänglichen testierten Abschlüssen. Maßgeblich ist der Ort, an dem sich der eingetragene Geschäftssitz des FuE betreibenden Unternehmens befindet, und nicht der Standort, an dem die FuE-Aktivitäten stattfinden.

Der EU-Anzeiger 2008 für FuE-Investitionen der Industrie wurde von der GD Forschung in Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Forschungsstelle erstellt und kann unter folgender Adresse heruntergeladen werden: lien http://iri.jrc.ec.europa.eu

Figure 1. Growth of R&D investment in the Scoreboard
[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]
Source: The EU Industrial R&D Investment Scoreboards (of 2004, 2005, 2006, 2007, 2008)
Note: For samples of comparable companies

Figure 2. Growth of R&D investment by EU and non-EU Scoreboard companies
[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]
Source: The EU Industrial R&D Investment Scoreboards (of 2004, 2005, 2006, 2007, 2008)

Figure 3. Ranking of the world top 50 R&D companies by their total R&D investment in the 2008 Scoreboard (€ million).
[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]
Note: The numbers in brackets after the names of the companies indicate their rankings in last year’s Scoreboard.
Source: The 2008 EU Industrial R&D Investment Scoreboard.

Figure 4. R&D investment growth of some companies in the field of energy
[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]
Source: The EU Industrial R&D Investment Scoreboard 2008


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