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Brüssel, 4. Dezember 2007

Die Völker Europas „in Vielfalt geeint“ – Start der Kampagne zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008

Am 4. Dezember 2007 gibt die Europäische Kommission den Startschuss für die Kommunikationskampagne zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008, das unter dem Motto „in Vielfalt geeint“ stehen wird. Zugleich wird auch die Website des Europäischen Jahres www.dialogue2008.eu eingeweiht. An der Eröffnungsveranstaltung nehmen neben Ján Figel’, dem für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend zuständigen EU-Kommissar, auch Persönlichkeiten der europäischen und internationalen Kulturszene teil, die als „Europäische Botschafter für interkulturellen Dialog“ fungieren werden. Aufgelockert wird die Veranstaltung durch Schulkinder aus Brüssel, die aus unterschiedlichsten ethnischen Gruppen stammen und an der Schwelle zum Jahr 2008 zum Ausdruck bringen werden, welchen Nutzen die Vielfalt hat.

Das Europäische Jahr soll dazu beitragen, das wechselseitige Verständnis und das Zusammenleben zu verbessern. Es soll den Nutzen der kulturellen Vielfalt veranschaulichen, die Bürger zur aktiven Partizipation an europäischen Themen motivieren und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu Europa fördern. Das Europäische Jahr ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Union, der Mitgliedstaaten und der europäischen Zivilgesellschaft. Für das Jahr wurde ein Budget von 10 Mio. EUR bereitgestellt. Aus diesen Mitteln werden die Informationskampagne sowie Umfragen und Studien zum Interkulturellen Dialog finanziert, und es werden sieben richtungweisende europäische Projekte sowie 27 nationale Projekte (eines pro Mitgliedstaat) zum interkulturellen Dialog in der EU bezuschusst.

Kommissar Ján Figel’ erklärte vor dem Start der Kampagne: „Europa steht eindeutig vor großen Herausforderungen, deren Ursprung in den Beziehungen zwischen den Kulturen liegt. Das Europäische Jahr 2008 ist für uns eine wertvolle Gelegenheit, Möglichkeiten für die Verbesserung des interkulturellen Dialogs und unserer interkulturellen Beziehungen auszuloten. Man könnte meinen, dies sei eine äußerst schwierige Aufgabe. Doch vor 50 Jahren schien es ebenfalls, als sei es kaum zu schaffen, die unterschiedlichen Völker unseres Kontinents unter einem Dach – dem der Europäischen Union – zusammenzubringen. Heute ist die Europäische Union Realität – und mit ihr die ausgesprochen erfolgreiche Zusammenführung der Länder Europas. Deshalb können und sollten wir uns den Herausforderungen stellen, die sich aus unserer kulturellen und religiösen Vielfalt ergeben. Genau aus diesem Grund haben wir für das Europäische Jahr auch das Motto ‚In Vielfalt geeint’ gewählt.“

Zur Auftaktveranstaltung für die Kampagne hat die Europäische Kommission einige Persönlichkeiten der europäischen und internationalen Kulturszene eingeladen, die sich dazu bereit erklärt haben, als „Europäische Botschafter für interkulturellen Dialog“ zu fungieren. Zu diesen Botschaftern zählen u. a. der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho, der slowakische Dirigent Jack Martin Händler, der rumänische Regisseur Radu Mihăileanu, der slowenische Konzeptkünstler Marko Peljhan, der katalanische Gambist Jordi Savall, der türkische Pianist Fazil Say und die serbische Gewinnerin des „Eurovision Song Contest“ Marija Šerifović.

An der Veranstaltung werden ferner Vertreter bzw. die Träger der sieben richtungweisenden Projekte teilnehmen, die kürzlich im Rahmen einer offenen Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ausgewählt wurden. Die Projekte sind in folgenden Bereichen angesiedelt: urbane Kultur, populäre Kunst, Partizipation junger Menschen, Migration, Medien, Austausch unter lokalen Initiativen, Videoprojekt/Aktivitäten von Zuwanderergemeinschaften. An allen Projekten wirken Teilnehmer aus mehreren Mitgliedstaaten mit. Die Ergebnisse der Projekte werden in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 präsentiert.

Die Website zur Kampagne (www.dialogue2008.eu), die zusammen mit Organisationen der Zivilgesellschaft entwickelt wurde, soll die Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Raumes für den interkulturellen Dialog unterstützen. Sie umfasst einen Partnerbereich, der zur Vernetzung und zum Austausch vorbildlicher Verfahren auf EU-Ebene anregen soll. Bereits vor der offiziellen Lancierung der Website haben dort mehr als 500 im Bereich des interkulturellen Dialogs tätige Einzelpersonen und Organisationen ihre Profile eingestellt.

Mit dem Europäischen Jahr 2008 soll das Fundament für nachhaltige, längerfristige politische Initiativen der EU im Bereich des interkulturellen Dialogs gelegt werden. Das Europäische Jahr verdeutlicht auch, dass die neue europäische Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung Wirkung zeigt: Die Förderung der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs ist eines der drei zentralen Ziele dieser Agenda.

In diesem Kontext werden 2008 unter anderem sechs Diskussionsveranstaltungen in Brüssel stattfinden (eine alle zwei Monate). Bei jeder dieser Veranstaltungen soll der interkulturelle Dialog von einem anderen bereichsspezifischen Blickwinkel aus betrachtet werden. Es werden beispielsweise folgende Themen erörtert: Medien, Kunst und Kulturerbe, Arbeitsplatz, interreligiöser Dialog, Bildung und Jugend sowie Migration und Integration.

Weitere Informationen:

http://www.dialogue2008.eu/


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