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IP/07/1448

Brüssel, den 5. Oktober 2007

Neue Studie der Europäischen Kommission: Die FuE-Investitionen von Unternehmen stiegen im vergangenen Jahr weltweit um 10 %

Die Ausgabe 2007 des jährlichen Anzeigers der Europäischen Kommission über die Ausgaben von Unternehmen für Forschung und Entwicklung (FuE) zeigt, dass die FuE-Investitionen der Unternehmen weltweit um 10% und die Investitionen von in der EU niedergelassenen Unternehmen um 7,4 % gestiegen sind. Dies entspricht einem Anstieg um 5,3 % im Vergleich zur Ausgabe von 2006. Dem Anzeiger ist ferner ein Aufwärtstrend bei der weltweiten Unternehmensrentabilität zu entnehmen. Weltgrößter FuE-Investor im Anzeiger 2007 ist das US-Unternehmen Pfizer mit 5,8 Mrd. Euro. An der Spitze der EU-Unternehmen steht DaimlerChrysler aus Deutschland mit 5,2 Mrd. Euro.

„Wir können unsere FuE-Leistungen nur verbessern, wenn mehr Unternehmen den Nutzen der Investition in die Forschung erkennen,“ erklärte der für Wissenschaft und Forschung zuständige EU-Kommissar Janez Potočnik. „Der in den vergangenen zwei Jahren verzeichnete Aufwärtstrend bei den FuE-Investitionen ist ermutigend und zeigt meiner Ansicht nach, dass unsere Innovationsstrategie sich auf dem richtigen Weg befindet. Aber wir dürfen nicht zu selbstzufrieden werden – ganz im Gegenteil: wir sollten die bereits getroffenen positiven Maßnahmen ausbauen und die privaten FuE-Investitionen verstärken.“

Der EU-Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie wird jährlich von der Europäischen Kommission im Rahmen ihrer Untersuchung der Forschungsinvestitionen der Industrie veröffentlicht. Die Zahlen stammen aus den Unternehmenskonten des vorangegangenen Geschäftsjahres und geben die Investitionen eines Unternehmens aus eigenen Mitteln an. Der Anzeiger spiegelt nicht wider, wo investiert wurde, sondern lediglich, welches Unternehmen die Investition getätigt hat. Aufgeführt werden die 1000 Unternehmen aus der EU, die am meisten in FuE investieren, und 1000 Spitzenunternehmen aus der restlichen Welt. Zusammen haben die 2000 im Anzeiger erfassten Unternehmen 372 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung investiert, was über 85 % der weltweiten FuE-Ausgaben von Unternehmen entspricht.

Auf der anderen Seite zeigt der Bericht, dass die FuE-Investitionen von Unternehmen aus der EU weiterhin weniger stark zunehmen als die Investitionen ihrer Pendants aus Drittländern – ein Trend, der in jeder bislang veröffentlichten Ausgabe des Anzeigers für FuE-Investitionen aufgezeigt wird. Der Unterschied erklärt sich in erster Linie aus der Wachstumsrate in sehr FuE-intensiven Branchen, die außerhalb der EU fast doppelt so hoch ist wie in der EU. Auf diese Branchen entfällt auch ein viel höherer Anteil an Forschung und Entwicklung außerhalb der EU. Gleichwohl verzeichnete die EU den größten Anstieg bei Anlageinvestitionen. Dies entspricht einem erheblichen Teil der Gesamtinvestitionen von Unternehmen, durch die auch Investitionen in Innovation unterstützt werden.

In den kommenden Monaten wird die Europäische Kommission die EU-Erhebung über FuE-Investitionstrends in der Wirtschaft (EU Survey on R&D Investment Business Trends) aus dem Jahr 2006 veröffentlichen, die Angaben zu den geplanten FuE-Investitionen von 110 Unternehmen aus der EU im Zeitraum 2007-2009 enthält. Die Erhebung gibt neue Einblicke in die Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich ihrer künftigen FuE-Investitionen und ihrer Motivation für die Investition in die Forschung. Die vorläufigen Ergebnisse bestätigen den positiven Trend des Anzeigers für 2007.

Trends in einzelnen Branchen

Arzneimittel und Biotechnologie werden zur Branche mit den meisten FuE-Investitionen und überholen den Sektor Technologie-Hardware und –ausrüstung. In dieser Branche sind viele EU-Unternehmen vertreten. Zahlreiche Arzneimittelunternehmen haben ihre FuE-Investitionen erheblich aufgestockt, z.B. Merck (+24,3 %), AztraZeneca (+15,5 %), Roche (+15,5 %), Johnson & Johnson (+12,9 %), GlaxoSmithKline (+10 %).

Die FuE-Investitionen in der Chemiebranche haben sich gegenüber dem negativen Wachstum im vergangenen Jahr deutlich erholt (+ 9,8 %). Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung bei den EU-Unternehmen (+17 %), wo die großen Chemieunternehmen eindrucksvolle Wachstumsraten bei den FuE-Investitionen verzeichnen, z.B. Bayer (+30,3 %), Solvay (+20,3 %) und BASF (+19,8 %). Dies ist teilweise auf Übernahmen und Konzentrationen innerhalb der Branche zurückzuführen.

Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung haben ihre FuE-Investitionen um 12,5 % gesteigert und damit den starken Wachstumstrend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Die repräsentativsten Unternehmen in dieser Branche, EADS und Boeing, haben ihre FuE-Investitionen um 21,2 % bzw. 47,7 % aufgestockt.

Unternehmenstrends

Drei EU-Unternehmen halten weiterhin ihre Position unter den Top 10 bei FuE-Investitionen: DaimlerChrysler, das Spitzenunternehmen der EU mit 5,2 Mrd. EUR (5. Stelle), GlaxoSmithKline (7. Stelle) und Siemens (8. Stelle). An der Spitze stehen vier US-Unternehmen: Pfizer (5,8 Mrd. EUR), Ford Motor, Johnson & Johnson und Microsoft.

Die Leistung der im Anzeiger erfassten Unternehmen hat sich im vergangenen Jahr verbessert. Die Verkäufe der EU-Unternehmen wuchsen um 10 %, die Verkäufe von US-amerikanischen und japanischen Unternehmen um 8 %. Die Rentabilität der EU-Unternehmen stieg um weitere 11,6 % (zwischen 12,9 % für die USA und 7,4 % für Japan).
Der EU-Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie 2007 kann heruntergeladen werden unter:
http://iri.jrc.ec.europa.eu


Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument


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