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IP/06/1565

Brüssel, den 15. November 2006

AIDS: Schon vergessen?
Kommission veranstaltet Online-Abstimmung über EU-weit besten HIV/Aids-Aufklärungsspot

Die Europäische Kommission hat heute als Auftakt zu einer Veranstaltung, die unter dem Titel „Night of the HIV/AIDS TV commercials” am 30. November, also am Vorabend zum Welt-Aids-Tag im Brüsseler Kinokomplex Kinopolis stattfindet, eine Website zur Kampagne „AIDS - Remember me?” präsentiert. Auf dieser Website unter der Internet-Adresse www.aids-remember-me.eu/ kann sich die Öffentlichkeit eine Auswahl von Fernsehspots aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten zum Thema HIV/Aids anschauen und daraus den ihrer Meinung nach besten nach Punkten benoten. Die Sensibilisierungskampagne der Kommission umfasst auch einen Wettbewerb zur Ermittlung des besten Drehbuchs für einen HIV/Aids-Fernsehspot. Dem Gewinner dieses Wettbewerbs winkt als Belohnung eine Finanzierung der Produktionskosten des Clips durch die Europäische Kommission. Bei diesem Wettbewerb haben die Internet-Benutzer die Möglichkeit, über einen Video-Blog ihre Meinung zu artikulieren. Highlight der Kampagne wird die eingangs genannte „Nacht der HIV-Aids-TV-Spots“ sein. Auf dieser Veranstaltung wird der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar Markos Kyprianou den Gewinner des Wettbewerbs um das beste Drehbuch für einen HIV/Aids-Fernsehspot proklamieren. Das in Partnerschaft mit MTV, „La Nuit des Publivores“ und dem Multiplexkino Kinepolis organisierte Event möchte das anvisierte Zielpublikum, nämlich Jugendliche und Vertreter der Medien und der in der Aufklärung über HIV/Aids aktiven nichtstaatlichen Organisationen, dazu anregen, per SMS ihre Stimme für den besten Clip aus der in der besagten Nachtveranstaltung gezeigten Auswahl abzugeben. Weitere Bestandteile der Kampagne sind eine überdimensionale Flagge, die vom 20. November an auf dem Berlaymont-Gebäude als Sitz der Kommission gehisst werden wird, eine Posterserie und entsprechende Grußkarten mit dem Logo und Slogan der Aktion. Diese Kampagne der Kommission ist darauf ausgerichtet, speziell die Heranwachsenden daran zu erinnern, dass die HIV/Aids-Problematik nach wie vor aktuell ist, und sie zu ermahnen, sich zu schützen. Das Motto der Kampagne versteht sich auch als Aufforderung, all derer zu gedenken, die an den Folgen der Krankheit verstorben sind. Eine unlängst durchgeführte Eurobarometer-Umfrage hat erneut deutlich gemacht, welches weit verbreitete Wissensdefizit in Bezug auf elementare Fakten über HIV/Aids besteht. In Europa ist derzeit ein Anstieg bei der HIV/Aids-Ansteckungsquote zu verzeichnen. 50% der Neuinfizierten entfallen auf Jugendliche der Altersgruppe 15 bis 25 Jahre. Häufigste Übertragungsursache ist heterosexueller Geschlechtsverkehr.

Dazu erklärte der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar Markos Kyprianou: „Für uns alle ist es wichtig, dass wir die Kernbotschaft in Erinnerung behalten, nämlich dass es AIDS nach wie vor bei uns gibt und sich deshalb jeder schützen sollte. Ein Großteil der Heranwachsenden in Europa hat inzwischen bestimmte elementare Dinge im Zusammenhang mit HIV/AIDS vergessen. Mit der jetzigen Kampagne der Kommission soll nochmals das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass Aids heute in Europa wieder zunimmt. An die Jugend Europas ergeht deshalb die Einladung, sich in eine einzigartige Online-Videoshow mit den europaweit besten Fernsehspots zum Thema HIV/Aids unter der Webadresse www.aids-remember-me.eu einzuklinken, die gezeigten Clips zu bewerten und daraus den persönlichen Favoriten zu küren. Gleichzeitig ist das ein willkommener Anlass, sich selbst nochmals zu vergegenwärtigen, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr ein Unding ist.

Wieso ein Wettbewerb zur Ermittlung des besten Info-Spots über HIV/Aids?

Die Statistiken aus jüngerer Zeit wie auch die neueste Eurobarometer-Umfrage (IP/06/1531) zeigen, dass zum einen die HIV/Aids-Epidemie weiterhin in der EU grassiert und in vielen EU-Mitgliedstaaten und in deren Nachbarländern, etwa in der Russischen Föderation und in der Ukraine, sogar verstärkt auf dem Vormarsch ist, zum anderen aber die Jugendlichen in Europa sich der Problematik immer weniger bewusst sind, wenn nicht sogar ihr gleichgültig gegenüber stehen.

Prävention durch stärkere Sensibilisierung und Erziehung gehört deshalb mit zu den prioritären Aktionsbereichen, die in der Mitteilung der Kommission über die Bekämpfung von HIV/Aids in der Europäischen Union und ihren Nachbarländern ausgemacht worden sind[1]. Die Kampagne „Aids – Remember Me?’ ist das Ergebnis der Erörterungen der Problematik mit den unmittelbar betroffenen Fachkreisen, Vertretern der Medien und Jugendorganisationen im vergangenen Jahr im Anschluss an die Kommissionsmitteilung. In diesen Erörterungen wurde bestätigt, welche zentrale Rolle TV-Kampagnen im Rahmen eines breiter angelegten Konzepts für eine Vorgehensweise in Sachen HIV/Aids-Prävention und Sexualerziehung spielen. Die Kommission ist bestrebt, im Bereich Information zur Prävention und Sensibilisierung den Diskurs zwischen Mitgliedstaaten und den betroffenen Akteuren wie auch den gegenseitigen Transfer vorbildlicher Vorgehensweisen zu fördern.

Der Öffentlichkeit wird die Gelegenheit geboten, auf der dafür vorgesehenen Website per Stimmabgabe den Lieblings-Clip zu wählen, an einem Drehbuchwettbewerb teilzunehmen oder im Web einen Video-Blog abzulegen. An der „Nacht für HIV/Aids-Fernsehspots“ sollen mehrere Hundert Jugendliche und Delegierte nicht nur aus EU-Organen und –Einrichtungen, sondern auch als Vertreter der Zivilgesellschaft, der Medien und nichtstaatlichen Organisationen, die im Bereich Aids aktiv sind, teilnehmen. Mit eingebunden sind als drei wichtigste Partner der Musiksender MTV, der Multiplexkino-Betreiber Kinepolis und „La Nuit des Publivores“ (eine Gruppe, die regelmäßig TV-Werbespots in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten bewertet). Bekannt gemacht werden wird das Event mithilfe von Postern, Postkarten und einem überdimensionalen Flagge auf dem Berlaymont-Gebäude aus Anlass des Welt-Aids-Tags. Verteilt werden dabei auch Gratis-Kondome mit dem eigens für die Kampagne entworfenen Logo.

Wettbewerb: Dürfen wir Ihren Film produzieren?

An die Interessenten ergeht der Aufruf, sich an unserem Drehbuch-Wettbewerb zu beteiligen. Außerdem wird Script-Verfassern der Altergruppe zwischen 15 und 25 die Gelegenheit geboten, ihre Vorstellungen und Eindrücke zum Thema HIV/Aids durch das Medium Film künstlerisch umzusetzen und sich zu diesem Zweck an einem Wettbewerb zu beteiligen, der auf der Website angeboten wird. Ihre Drehbuch-Projekte für einen innovativen 30-Sekunden-Videoclip zum Thema HIV/Aids können über die Website der Kampagne „Aids - Remember me“ eingereicht werden. Eine Jury, die sich aus hochrangigen Vertretern von HIV/Aids-Organisationen zusammensetzt, wird die beste Script-Vorlage auswählen. Die entsprechende Filmproduktion finanziert die Kommission mit insgesamt 40 000 EUR.

Rückbesinnung auf grundlegende Botschaften in Sachen Prävention angesichts der derzeitigen Zunahme an HIV-Infektionen

Der jüngsten Eurobarometer-Umfrage zufolge glaubt fast jeder Zweite (nämlich an die 45% der Befragten), eine Ansteckung mit dem Virus sei durch gemeinsames Trinken aus ein und dem selben Glas, gemeinsame Benutzung der gleichen Klobrille oder Blutspende für HIV-Positive oder AIDS-Infizierte oder Umgang bei der Pflege von Aids-Patienten möglich. Allerdings weiß eine große Mehrheit der Befragten sehr wohl, dass beim Verzehr von Speisen, die von Infizierten zubereitet wurden, beim Händereichen und bei der Handhabung von Gegenständen, die vorher von Infizierten angefasst wurden, keinerlei Ansteckungsgefahr besteht. Mehrheitlich erklären die Befragten zwar, sich der (über-)lebenswichtigen Bedeutung des Schutzes bei sexuellen Kontakten bewusst zu sein und deshalb auch entsprechend zu handeln; unterdessen jedoch treffen nach eigenem Bekunden in der EU der 15 immer weniger Bürger und Bürgerinnen –verglichen mit der Eurobarometer-Umfrage von 2002 – Vorsichtsmaßnahmen.

Nach den neuesten verfügbaren Statistiken des aus Gemeinschaftsmitteln finanzierten „EuroHIV“-Netzes wurden für das Jahr 2005 insgesamt 23 620 neu diagnostizierte Fälle von HIV-Infektion in der Europäischen Union gemeldet. Aus 2 EU-Ländern gemeldet wurde für 2005 eine Infektionsquote von über 200 neuen HIV-Diagnosen pro Million Einwohner (für Estland 467/Million und für Portugal 251/Million). Unter den 22 EU-Ländern, die fortlaufend Meldung über HIV-Fälle erstatten, hat sich die Zahl der seit 1998 gemeldeten Fälle mit einer Zunahme von 9 264 (1998) auf 17 043 (2005) nahezu verdoppelt.
Interessenten können sich zur Teilnahme an der „Nacht für HIV/Aids-Fernsehspots“, zur Mitarbeit bei der Wahl zum besten Clip, einer Beteiligung am Wettbewerb um das beste Drehbuch über das Thema HIV/Aids und vieles andere mehr über folgende Website anmelden:

www.aids-remember-me.eu

Journalisten schreiben per E-Mail an Stephanie.bocca@ec.europa.eu , wenn sie dabei sein möchten.


[1] http://eur-lex.europa.eu/smartapi/cgi/sga_doc?smartapi!celexapi!prod!CELEXnumdoc&lg=en&numdoc=52005DC0654&model=guichett


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