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IP/05/1557

Brüssel, den 9. Dezember 2005

Größter FuE-Investor der Welt ist ein EU-Unternehmen

Das europäische Unternehmen Daimler-Chrysler investiert mehr in Forschung und Entwicklung als jeder andere Betrieb der Welt. Zu dieser Erkenntnis gelangt der zweite Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie, den die Europäische Kommission zusammengestellt und jetzt vorgestellt hat. Der Anzeiger analysiert die Tendenzen bei den FuE-Investitionen und stützt sich dabei auf die Angaben der Unternehmen. Aus ihm geht hervor, dass die FuE-Investitionen der führenden 700 EU-Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr, als die Ausgaben rückläufig waren, bis zum 1. August 2005 leicht zugenommen haben. Dennoch ist immer noch eine große Investitionslücke gegenüber den führenden 700 Unternehmen außerhalb der EU zu verzeichnen. Dem Anzeiger zufolge sind die EU-Unternehmen in den Industriesektoren, die mehr als 5 % ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren - darunter auch Sektoren mit den am schnellsten zunehmenden FuE-Aufwendungen -, weniger stark vertreten. Gleichzeitig ergibt eine Umfrage bei den EU-Unternehmen im Rahmen des Anzeigers des Vorjahres, dass die EU-Unternehmen künftigen FuE-Investitionen gegenüber durchaus aufgeschlossen sind und eine Zunahme um jährlich 6 % erwarten. Außerdem ist bei ihnen eine deutliche Präferenz dafür zu erkennen, ihre Forschungsarbeiten innerhalb Europas, in ihren Heimatländern, durchzuführen. Die Investitionen der Unternehmen, die in FuE außerhalb der EU fließen, gehen vor allem in die USA sowie nach China und Indien.

Janez Potočnik, der für Wissenschaft und Forschung zuständige EU-Kommissar, erklärte: „Die diesjährige Ausgabe des Anzeigers gibt durchaus Anlass zu Optimismus, zeigt uns aber auch, welch riesige Aufgabe noch vor uns liegt, wenn wir die EU zu einer echten Wissenswirtschaft machen wollen. Ich appelliere an die Regierungen, jetzt nicht lockerzulassen. Wir haben in der EU einige herausragende, leistungsstarke Unternehmen. Was wir jetzt noch brauchen, ist größere Kohärenz und ein größerer Ehrgeiz bei der Schaffung der richtigen Voraussetzungen für FuE und Innovation in allen Mitgliedstaaten, damit es noch viel mehr solcher Unternehmen bei uns gibt. Wir brauchen Regierungen und Unternehmen, die mehr und besser in die Forschung investieren.“

Der Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie ist einzigartig: Er stellt den einzigen Unternehmensanzeiger dar, der eine solche Fülle von Informationen und Analysen zu den FuE-Investitionen der EU-Unternehmen sowie einen ausführlichen Vergleich ihrer Leistung mit den globalen Konkurrenten bietet.

Zusammen investieren die 1400 Unternehmen, die in der Ausgabe 2005 aufgeführt sind und von denen 700 innerhalb der EU und 700 außerhalb der EU eingetragen sind, 315 Mrd. € in Forschung und Entwicklung. Ausgehend von Unternehmensangaben, die bis zum 1. August dieses Jahres vorlagen, verzeichnet der Anzeiger eine Wende in der Wachstumsrate der FuE-Investitionen bei den EU-Unternehmen: Statt des Rückgangs um 2 % im vergangenen Jahr kam es in diesem Jahr zu einer Steigerung um 0,7 %. Der Investitionsanzeiger belegt auch, dass die führenden EU-Unternehmen in gleicher Weise bereit sind, in FuE zu investieren, wie ihre Wettbewerber außerhalb der Union. 9 der weltweit führenden 25 Investoren sind in der EU niedergelassen, und 45 % der führenden 700 Unternehmen in der EU erhöhten ihre FuE-Investitionen in diesem Jahr um mehr als 5 %.

Trotzdem wird der Abstand immer größer. Das bescheidene Investitionswachstum bei den EU-Unternehmen ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die FuE-Investitionen von Unternehmen außerhalb der EU um etwa 7 % gestiegen sind. Im Durchschnitt investieren EU-Unternehmen einen kleineren Anteil ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Erklären lässt sich dies unter anderem mit dem Unterschied in der industriellen Tätigkeit: EU-Unternehmen sind stark in Sektoren vertreten, die sich durch ein mittelmäßiges Verhältnis Umsatz/FuE-Investitionen auszeichnen (wie z. B. Automobilhersteller und Zuliefererindustrie). Es gibt relativ wenig in dem Anzeiger aufgeführte Unternehmen, die in Sektoren tätig sind, in denen ein viel höherer Anteil des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert wird, wie dies z.B. im Biotechnologie-, Gesundheits- und Informationstechnologiesektor der Fall ist.

Die EU muss sich daher stärker darauf konzentrieren, die bestmöglichen Voraussetzungen für privatwirtschaftliche FuE zu schaffen. Dadurch wird nicht nur das Volumen der FU-Aufwendungen zunehmen, sondern auch deren Effektivität. Durch Stärkung von Kompetenzen und Wissen in Europa wird es leichter - und weniger schmerzhaft - sein, den strukturellen Wandel herbeizuführen, den die EU benötigt, um in neu entstehenden Sektoren eine Führungsposition einzunehmen. Denn deren Erfolgsaussichten sind noch viel stärker von Forschung und Innovation abhängig.
Der Investitionsanzeiger bietet eine Fülle von Informationen über diese und viele andere Aspekte im Zusammenhang mit den privatwirtschaftlichen Aufwendungen für FuE. Eine Zusammenstellung der Kernaussagen bietet Ihnen folgendes Papier: MEMO/05/471. Den vollständigen Text können Sie unter folgender Adresse einsehen:

http://eu-iriscoreboard.jrc.es/


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