Europäische Union

Einheitlicher Abwicklungsausschuss (SRB)

Einheitlicher Abwicklungsausschuss (SRB)

Überblick

  • Aufgabe: Gewährleistung der ordnungsgemäßen Abwicklung von insolvenzbedrohten Finanzinstituten mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Realwirtschaft und die öffentlichen Finanzen der teilnehmenden EU-Länder und anderer Länder
  • Vorsitzende: Elke König
  • Partner: Europäisches Parlament, Europäische Kommission, Europäische Zentralbank (EZB), nationale Abwicklungsbehörden (NRA), Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA)
  • Gründung: Januar 2015
  • Mitarbeiter: Noch in der Aufbauphase (Zielstärke: maximal 300 Bedienstete bis Anfang 2017)
  • Standort: Brüssel, Belgien
  • Internet: Einheitlicher Abwicklungsausschuss

Der Einheitlicher Abwicklungsausschuss (SRB) ist die neue, für die Abwicklung zuständige Behörde der Europäischen Bankenunion. Sie ist ein wichtiges Element der Bankenunion und ihres einheitlichen Abwicklungsmechanismus und soll sicherstellen, dass insolvenzbedrohte Finanzinstitute mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Realwirtschaft und die öffentlichen Finanzen der teilnehmenden EU-Länder und anderer Länder abgewickelt werden können.

Tätigkeiten

Seine Hauptaufgaben sind:

  • Entwurf standardisierter Vorschriften und Verfahren für die Abwicklung von Körperschaften
  • Abwicklungsentscheidungen innerhalb der Bankenunion nach einem Standardverfahren als Beitrag zur Wahrung des Marktvertrauens
  • Gestaltung glaubwürdiger und praktikabler Abwicklungsregelungen
  • Beseitigung von Hindernissen für Abwicklungen, um Europas Bankensystem sicherer zu machen
  • Verringerung der Abwicklungskosten und Vermeidung jeglicher zur Verwirklichung der Abwicklungsziele nicht zwingend erforderlicher Vernichtung von Werten
  • Realisierung eines klaren Nutzens für Steuerzahler, Banken und Einleger
  • Förderung der EU-weiten finanziellen und wirtschaftlichen Stabilität

Arbeitsweise

Der Ausschuss tritt in zwei Sitzungen zusammen: Exekutivsitzungen und Plenarsitzungen. Die Abstimmungsregeln für die jeweiligen Sitzungen erlauben sowohl die Berücksichtigung der Interessen aller Länder als auch wirksame Entscheidungen auf EU-Ebene.

Exekutivsitzung – wichtige vorbereitende und operative Entscheidungen über die Abwicklung einzelner Banken, den Einsatz des Abwicklungsfonds und an nationale Behörden gerichtete Entscheidungen zur Durchführung der Maßnahmen. Teilnehmer an den Exekutivsitzungen:

  • Vorsitz
  • stellvertretender Vorsitz
  • vier ständige Mitglieder
  • Behörden des Landes, in dem die insolvenzbedrohte Bank ihren Sitz hat

Auf Exekutivsitzungen werden einzelne Abwicklungsentscheidungen getroffen, bei denen die Inanspruchnahme des Fonds unter der Schwelle von 5 Milliarden Euro bleibt.

Plenarsitzung – Befugnis zu Entscheidungen in einzelnen Abwicklungsfällen über die Notwendigkeit zur Inanspruchnahme des Fonds in einer Höhe, die den Schwellenwert von 5 Milliarden Euro übersteigt.

Der Einheitlicher Abwicklungsausschuss arbeitet eng mit der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zusammen, deren wichtigste Aufgabe darin besteht, ein einheitliches europäisches Regelwerk für das Bankwesen mit aufsichtsrechtlichen Standards für Finanzinstitutionen in der EU aufzustellen. Diese Behörde fördert außerdem die Angleichung der Abwicklungspraxis und bewertet Risiken und Schwachstellen im EU-Bankwesen.

Nutznießer

Der Einheitlicher Abwicklungsausschuss wird rasche, zielführende und verhältnismäßige Maßnahmen zur Sanierung oder Abwicklung von Banken in der Eurozone treffen können. Ziel ist es, Rettungsaktionen in Zukunft zu vermeiden, die Banken bei Abwicklungen selbst in die Pflicht zu nehmen und die Belastungen für Steuerzahler und Realwirtschaft möglichst gering zu halten.

 

Kontaktdaten: 

Ausschuss für die einheitliche Abwicklung(SRB)

Kontaktdaten

Adresse: 

Treurenberg 22
1049 Brussels
Belgium

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