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Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen (Frontex)

Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen (Frontex)

Überblick: 

Rolle: Frontex unterstützt die EU-Länder und die assoziierten Schengen-Staaten bei der Verwaltung ihrer Außengrenzen. Daneben trägt die Agentur zur Harmonisierung der Grenzkontrollen in der EU bei. Sie erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den Grenzbehörden in den einzelnen EU-Ländern, indem sie technische Unterstützung leistet und Fachwissen bereitstellt.
Direktor: Fabrice Leggeri
Gründungsjahr: 2004
Beschäftigte: 315
Budget: 250 Millionen Euro
Sitz: Warschau (Polen)
Internetpräsenz: Frontex

Tätigkeiten

In den letzten Jahren war an den Außengrenzen Europas ein beispielloser Anstieg der Zahl einreisewilliger Migranten und Flüchtlinge zu verzeichnen. EU-Länder mit einer Außengrenze tragen die alleinige Verantwortung für die Grenzkontrolle. Frontex kann jedoch Ländern, die einem starken Migrationsdruck ausgesetzt sind, zusätzliche technische Unterstützung anbieten.

Diese Unterstützung erfolgt durch die Koordinierung der Bereitstellung zusätzlicher technischer Ausrüstung (z. B. Flugzeuge und Boote) und fachkundigen Grenzpersonals.

Frontex koordiniert nicht nur die Einsätze zur See (z. B. in Griechenland, Italien und Spanien), sondern auch an den Landaußengrenzen, u. a. in Bulgarien, Rumänien, Polen und der Slowakei. Die Agentur ist auch auf vielen internationalen Flughäfen in Europa präsent.

Frontex hat mehrere Zuständigkeitsbereiche, die in der Verordnung (EG) Nr. 2007/2004 geregelt sind.

Dazu gehören:

  • Risikoanalyse – alle Tätigkeiten von Frontex beruhen auf Risikoanalyse. Frontex bewertet die Risiken für die Sicherheit der EU-Grenzen. Die Agentur erfasst Muster und Trends der irregulären Migration und der grenzüberschreitenden Kriminalität, darunter auch Menschenhandel, an den Außengrenzen. Sie teilt den EU-Ländern und der Kommission ihre Erkenntnisse mit und stützt die Planung ihrer Tätigkeiten darauf.
  • Gemeinsame Aktionen – Frontex koordiniert die Entsendung von Fachkräften und technischer Ausrüstung (Flugzeuge, Schiffe und Anlagen zur Grenzsicherung/Grenzüberwachung) zu Außengrenzen, an denen zusätzliche Unterstützung benötigt wird.
  • Rasche Reaktionen – wenn ein EU-Land an einer EU-Außengrenze äußerster Belastung ausgesetzt ist, insbesondere dem Zustrom zahlreicher Drittstaatsangehöriger, koordiniert Frontex die Entsendung europäischer Grenzschutzteams.
  • Forschung – Frontex bringt Grenzkontrollexperten mit Vertretern von Forschung und Industrie zusammen, um sicherzustellen, dass die neuen Technologien den Erfordernissen der Grenzkontrollbehörden entsprechen.
  • Aus- und Fortbildung – Frontex entwickelt gemeinsame Ausbildungsstandards für die Grenzbehörden, um die Ausbildung von Grenzschützern in den EU-Staaten und den assoziierten Schengen-Ländern zu harmonisieren. Mit dieser Harmonisierung soll sichergestellt werden, dass die Grenzkontrollstandards, die Reisende beim Überqueren einer EU-Außengrenze antreffen, überall einheitlich sind. Außerdem ermöglicht sie eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Grenzschutzbeamten aus verschiedenen Ländern bei den von Frontex koordinierten gemeinsamen Operationen.
  • Gemeinsame Rückführungen – Frontex entwickelt optimale Verfahren zur Rückführung von Migranten und koordiniert gemeinsame Rückführungsaktionen (wer zurückgeführt werden sollte, entscheiden jedoch die einzelnen Länder).
  • Informationsaustausch – Frontex entwickelt und betreibt Informationssysteme, die den Grenzbehörden einen raschen Informationsaustausch ermöglichen.

Aufbau

Die Agentur beschäftigt an ihrem Sitz in Warschau mehr als 300 Personen. Diese sind in folgenden Bereichen tätig:

  • Risikoanalyse
  • Operationen (an Land, zur See und in der Luft)
  • Frontex-Lagezentrum
  • Rückführungen
  • Gemeinsame Ressourcen
  • Zusammenarbeit auf internationaler und auf EU-Ebene
  • Rechtsabteilung, Grundrechte
  • Organisationsführung

Arbeitsweise

Frontex verfügt nicht über eigene Ausrüstung oder Grenzschutzbeamte. Bei der Koordinierung einer gemeinsamen Aktion ist die Agentur auf die Bereitstellung von Grenzschutzbeamten, Schiffen, Flugzeugen und sonstigen Ressourcen durch die EU-Länder angewiesen.

Frontex erstattet die Kosten des Einsatzes von Grenzschutzbeamten, Transport- und Kraftstoffkosten sowie den Aufwand für die Grundinstandhaltung der Ausrüstung während des Einsatzes.

Frontex fungiert in sämtlichen Tätigkeitsbereichen – Operationen, Risikoanalyse, Ausbildung, Forschung und Rückführungen – als Koordinator und bewirkt damit eine fachliche Vernetzung zwischen Grenzschutzbehörden. Dies dient der Entwicklung optimaler Verfahren und ihres Austausches zwischen Grenzschutzbehörden der EU und der assoziierten Schengen-Länder.

Nutznießer

Jedes Jahr überqueren etwa 700 Millionen Menschen die Außengrenzen der EU.

Eine der größten Herausforderungen besteht deshalb darin, illegale Tätigkeiten aufzudecken, ohne Verzögerungen für andere Reisende zu verursachen.

Da es keine dauerhaften Grenzkontrollen zwischen Schengen-Ländern gibt, sind Kontrollen an den Außengrenzen umso wichtiger. Die Mitglieder des Schengen-Raums verlassen sich auf die Qualität der Grenzkontrollen und der Überwachung durch andere EU-Länder.

Im Schengen-Raum könnte ein in Italien gestohlenes Auto ungehindert bis zur polnisch-ukrainischen Grenze fahren. Wer mit einem gefälschten Pass nach Finnland gelangt, könnte leicht bis nach Portugal weiterreisen. Ein nach Frankreich verschlepptes Opfer von Menschenhandel könnte bis nach Schweden gebracht werden.

Deshalb ist die Kontrolle der EU-Außengrenzen von entscheidender Bedeutung für alle Länder Europas. Frontex wurde zu einer zentralen Anlaufstelle und setzt Standards für alle europäischen Grenzschutzbeamten. Die Agentur stellt sicher, dass wichtige Informationen (z. B. zu gefälschten Dokumenten, gestohlenen Autos oder Menschenhändlern) unverzüglich allen Grenzbehörden mitgeteilt werden.

Bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität geht es allerdings nicht nur um Informationsaustausch, sondern auch um die Entwicklung langfristiger Lösungen. Dazu trägt Frontex mit der Ausarbeitung von Fortbildungsprogrammen für Grenzschutzbeamte in ganz Europa bei.

Mithilfe von Frontex arbeiten die Grenzschutzbeamten in der EU heute enger zusammen. Sie tauschen ihr Wissen aus und können sich über die Vorgänge nicht nur an ihren Grenzen, sondern an allen Außengrenzen der EU informieren. Daneben können sie die neuesten Methoden und Technologien kennenlernen, die qualitative Verbesserung ihrer Arbeit ermöglichen. Außerdem können sie sich bei außergewöhnlichen Druck auf eine bestimmte Grenze gegenseitig unterstützen.

Kontaktdaten: 

Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen(Frontex)

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