EU PROTECTS > Unsere Gesellschaft > Europäisches Mosaik: Wie EU-Handelsermittler Arbeitsplätze vor unlauterem Wettbewerb schützten

„Wenn man die gesamte Produktionskette betrachtet, waren mindestens 100 000 Arbeitsplätze gefährdet.“

Alfonso Panzani

Keramikfliesen sind überall zu finden: in unseren Badezimmern, Küchen und auf unseren Fußböden. In Europa wird der Sektor von lokalen Unternehmen und kleinen Produktionsfirmen dominiert, die nur wachsen können, wenn fairer Wettbewerb herrscht. 

Im Jahr 2016 gelangten massive Importe von vergünstigten chinesischen Keramikfliesen auf den europäischen Markt und gefährdeten mehrere tausend Arbeitsplätze. Die Europäische Kommission beschloss, Untersuchungen gegen die unlauteren Handelspraktiken (auch bekannt als Dumping) einzuleiten und sicherzustellen, dass die Importe zu angemessenen Marktpreisen verkauft würden. 

Europäisches Mosaik: Wie EU-Handelsermittler Arbeitsplätze vor unlauterem Wettbewerb schützten

Handwerker und Kleinunternehmen können sich schnell wehrlos gegenüber unfairen Handelspraktiken fühlen. Als die europäischen Keramikhersteller durch massive Importe von Keramikerzeugnissen aus China unterboten wurden, die zu künstlich niedrig gehaltenen Preisen verkauft wurden, standen Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen auf dem Spiel. 

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Alfonso Panzani

Settecento – Mosaici e Ceramiche D’Arte

Italien

„Wir beschäftigen etwas mehr als 100 Mitarbeiter und sind Teil einer Kette von Keramikunternehmen, Lieferanten und Architekten, die regelmäßig in Länder außerhalb der EU exportieren. Aber als wir mit einer Flut von Billigkeramik aus China konfrontiert wurden, stand das Überleben unseres Gewerbes auf dem Spiel."

 

 

 

 

 

 

„Ich kann mir nicht vorstellen, was ohne die EU-Maßnahmen passiert wäre.“

 – Alfonso Panzani

Renaud Batier

Französisch, Cerame-Unie-Verband

Belgien

„Wir sind ein Wirtschaftsverband, der europäische Keramikunternehmen vertritt. Unsere Mitglieder warnten uns vor zunehmenden Importen billiger Keramikfliesen aus Ländern außerhalb der EU. Sobald wir Beweise für unfaire Handelspraktiken hatten, alarmierten wir die Europäische Kommission, damit sie eine Untersuchung einleiten konnte." 

 

 

„Unsere Mitglieder wussten, dass ihre Geschäfte und Arbeitsplätze auf dem Spiel standen.“

 – Renaud Batier

Markus Walldorf

Deutsch, Handelsabteilung, Europäische Kommission

Belgien

„Wir mussten uns vergewissern, dass alle Beteiligten genaue Informationen zur Verfügung stellten, damit wir das Risiko einschätzen konnten, mit dem chinesische Exporteure unsere Industrie durch künstlich niedrige Preise und riesige Lagerbestände schädigten.“

„Wir haben auch Informationen von chinesischen Exporteuren eingeholt, zum Beispiel Absatz- und Produktionszahlen. Natürlich haben wir das in ihren Fabriken in China noch einmal überprüft. Wir mussten diplomatisch und höflich sein und gleichzeitig sicherstellen, dass die angegebenen Daten korrekt waren.“  

 

 

 

 

 

 

„Wir mussten sehr wachsam sein, um zuverlässige Daten von allen zu erhalten.“

 – Markus Walldorf

Kristina Gutteková

Tschechisch, Handelsabteilung, Europäische Kommission

Belgien

„Wir mussten prüfen, ob die europäische Industrie unter unfairem Handel leiden würde, wenn die Maßnahmen eingestellt würden. Dazu gehörte der Besuch von Keramikunternehmen in Spanien, Italien und Portugal.“ 

„Zusammen mit den Ergebnissen unserer Ermittler in China schlugen wir einen Anti-Dumping-Zoll auf den Import von billigen Keramikfliesen vor.“
 

 

„Die Einstellung der Anti-Dumping-Maßnahmen würde dazu führen, dass die europäische Industrie leidet.“

 – Kristina Gutteková

Florindo Iervolino

Zoll, Hafen von Genua

Italien

„Der Hafen von Genua ist einer der verkehrsreichsten Seehäfen Italiens. Wir kontrollieren jedes Produkt, das über den Hafen in die EU gelangt. Dazu gehört auch die Einfuhr von Produkten für den europäischen Markt, darunter Keramik.“

„Unabhängig von der Branche sorgen wir dafür, dass die Unternehmen für die Verletzung der Anti-Dumping-Gesetze der EU bezahlen.“ 

 

 

 

„Mit unserer Arbeit garantieren wir, dass die nach Europa eingeführten Waren sicher sind und dem EU-Recht entsprechen.“

 – Florindo Iervolino

Wussten Sie das?

Aluminiumfolie, Gusseisenartikel, Solarmodule

Nur einige Beispiele für andere Produkte, neben Keramik, die 2018 in der EU Gegenstand von Anti-Dumping-Untersuchungen waren

Zwei Drittel

Der Marktanteil von KMUs am europäischen Sektor für Keramikfliesen 

33

Die Zahl der neuen handelspolitischen Schutzmaßnahmen seit 2014, womit sich die Gesamtzahl der geltenden Maßnahmen auf 144 erhöht. Diese handelspolitischen Schutzmaßnahmen schützen direkt über 350.000 Arbeitsplätze.

 

3,8 Milliarden m²

Die verfügbare Kapazität chinesischer Keramikfliesen Ende des Jahres 2016, die um ein Vielfaches höher war als der europäische Verbrauch

Faire Wettbewerbsbedingungen

Im Jahr 2017 verabschiedete die EU eine neue Methode zur Berechnung des fairen Preises für Produkte, die in die EU gelangen

 

Ausrüstung der KMUs in Europa

Wenn Sie ein kleines Unternehmen betreiben und mehr über Anti-Dumping-Gesetze oder laufende Untersuchungen erfahren möchten, oder wenn Sie die Einleitung einer Untersuchung anfordern möchten, wenden Sie sich bitte an den KMU-Helpdesk: trade-defence-sme-helpdesk@ec.europa.eu