EU PROTECTS > Unsere Gesellschaft > Der Energiearmut entkommen: Wie die EU dafür sorgt, dass Familien nicht in der Kälte stehen gelassen werden

„Wir haben jetzt ein warmes Zuhause für unsere wachsende Familie und sind nicht mehr durch extrem hohe Energiekosten eingeschränkt. Möglich wurde dies durch von der EU geförderte Renovierungen.“

Robertas Marcinkevičius

In der gesamten EU leben 50 Mio. Familien in Energiearmut. Einige haben keinen Zugang zu erschwinglicher Energie, während andere alte, zugige Gebäude bewohnen, die nicht leicht beheizbar sind. Viele leben ohne Beleuchtung, Geräte, Heizung und Zugang zu Kochmöglichkeiten – alltägliche Dinge, die für die meisten von uns selbstverständlich sind. Unter diesen schlechten Lebensbedingungen sind die Menschen anfälliger für Atemwegsprobleme, Herzerkrankungen und psychische Gesundheitsprobleme. 

Aber Energiearmut betrifft uns alle, nicht nur die Menschen, die unter diesen Bedingungen leben. Die Überschussenergie, die zum Heizen alter, ineffizienter Wohnräume verwendet wird, hat gravierende Auswirkungen auf die Umwelt und trägt zum Klimawandel bei. Durch Sensibilisierung und die Bereitstellung zinsgünstiger Kredite hilft die EU den Menschen, wärmere, isolierte Wohnräume zu schaffen, die Energiekosten zu senken und die Gesellschaft, in der wir leben, zu verbessern.

Der Energiearmut entkommen: Wie die EU dafür sorgt, dass Familien nicht in der Kälte stehen gelassen werden

In der gesamten EU haben viele Familien mit den Energiekosten zu kämpfen. Einige sind nicht in der Lage, ihr Zuhause ausreichend zu heizen, was sich auf ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und ihre Arbeitsfähigkeit auswirkt. Die EU finanziert Projekte, die zur Bekämpfung der Energiearmut beitragen – wie eine Familie in Litauen es erlebt hat.

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Robertas Marcinkevičius

Apotheker

Litauen

„Wir wohnen im obersten Stockwerk, daher war es besonders wichtig, das Dach zu renovieren – hier entweicht in der Regel viel Wärme. Außerdem haben wir die Elektrik verbessert und die alten Heizungsrohre im Gebäude erneuert. Wir haben die Balkontüren doppelt verglast und die Außenwände isoliert, um die Wärme zu erhalten. All dies war dank der Fördermittel aus dem EU-Renovierungsprogramm möglich.“

„Wir haben jetzt ausgezeichnete Bedingungen. Das Gebäude ist wärmer und junge Familien ziehen ein.“

 - Robertas Marcinkevičius

Vladzė Prunskienė

UAB Druskininkų butų ūkis, ein Hausverwaltungsunternehmen

Litauen

„In Druskininkai, einer Stadt in Litauen, wurden viele Gebäude vor 1960 erbaut – die Wände, Fenster und Türen waren nicht isoliert und die Fassaden und Stützen des Gebäudes waren in einem sehr schlechten Zustand.“

„Unsere Organisation hat zum Ziel, Wohngebäude zu verbessern und zu reparieren, um das Leben für ihre Bewohner angenehmer zu gestalten. Wir haben EU-Darlehen für 5 000 Familien beantragt, die in Mehrparteienhäusern leben – darunter das von Robertas. Das durchschnittliche Darlehen pro Wohnung betrug 9 000 EUR.“

„Wir haben uns die Sorgen der Wohnungseigentümer in diesen alten Gebäuden angehört und mit ihnen über Instandhaltung und Renovierung gesprochen.“

 - Vladzė Prunskienė

Alexander Antonyuk

Brite, Europäische Investitionsbank

Luxemburg

„Als Energiewirtschaftler helfe ich bei der Auswahl der Energieprojekte, die von der Europäischen Investitionsbank gefördert werden. Ich besuche Projektstandorte, arbeite eng mit Projektmanagern zusammen und überwache die Auswirkungen. Ein gutes Beispiel war der Bau eines Gas-Terminals in Litauen, der den Preis für Energieimporte um 25 % gesenkt und die Abhängigkeit des Landes von nur einem Lieferanten beendet hat. Dadurch wurde das System billiger und zuverlässiger für alle. Wir stellen jährlich rund 13 Mrd. EUR an Darlehen für Energiearmut-Projekte in der gesamten EU, einschließlich Litauens, zur Verfügung. Dies hat einen großen Einfluss auf das Leben der Menschen. In einer bestimmten Region kauften Menschen, die in Energiearmut lebten, Heizöl in Gallonen nach einem ‚Pay as you go‘-System. Das war teuer, aber nur so konnten sie ihre Häuser heizen. Wir finanzierten neue Infrastrukturen, die Gas direkt in ihre Häuser liefern. Es ist billiger, immer verfügbar und umweltfreundlicher.“

„Ich habe einen der besten Arbeitsplätze in Europa, was den Beitrag betrifft, den er zur Gesellschaft leistet. Ich kann die greifbaren, realen Auswirkungen sehen, die Energieprojekte auf die Wirtschaft und das Leben der Menschen haben.“

 - Alexander Antonyuk

 

Prof Stefan Bouzarovski

Brite, Grieche, Bürger der Republik Nordmazedonien, EU-Beobachtungsstelle für Energiearmut

Vereinigtes Königreich

„Ich leite die Beobachtungsstelle für Energiearmut der Europäischen Union, eine EU-Initiative, die Forschungsgruppen, Universitäten und andere Organisationen zusammenbringt, um Lösungen für die Energiearmut in ganz Europa zu finden.“

„Wie andere europäische Länder steht auch Litauen, wenn es um die Energiearmut geht, vor großen Herausforderungen wie z. B. der Regulierung im Energiesektor und den steigenden Energiepreise. Die Beobachtungsstelle bietet jedoch Schulungen und Ressourcen an, um die Behörden auf das Problem aufmerksam zu machen. Unsere Daten können dabei helfen, Lösungen für das Problem zu finden und Menschen aus der Energiearmut zu befreien.“

 

„Energiearmut betrifft uns alle – sie hat Auswirkungen auf unsere gesamte Gesellschaft und Wirtschaft.“

 - Prof Stefan Bouzarovski

Sam Nierop

Navigant, ein Energie- und Klimaberatungsunternehmen

Niederlande

„Ich arbeite für Navigant, ein Energieberatungsunternehmen, das zu den Partnern gehört, aus denen sich die EU-Beobachtungsstelle für Energiearmut zusammensetzt. Wir haben eine Datenbank mit Organisationen erstellt, die im Bereich der Energiearmut in allen EU-Ländern tätig sind, damit wir das Problem gemeinsam angehen können.“

„Wir sammeln auch Informationen über verschiedene Programme zur Verringerung der Energiearmut in europäischen Ländern.“

„Unsere Arbeit besteht darin, Wissen über Energiearmut zu sammeln und weiterzugeben. Wir wollen hilfreiche Ressourcen auf einer zugänglichen EU-weiten Plattform veröffentlichen.“

 - Sam Nierop

Schon gewusst?

50 Millionen

Die Zahl der Haushalte, die in Energiearmut leben.

1 von 10

Europäern war 2016 mit der Bezahlung seiner Stromrechnungen im Rückstand.

11 %

der EU-Bürger konnten ihren Wohnraum 2016 nicht warm genug halten.

2009

Das Jahr zur Bekämpfung der Energiearmut wurde erstmals in der EU-Gesetzgebung erwähnt und forderte die EU-Länder auf, Aktionspläne zur Bewältigung des Problems auszuarbeiten.

Die EU-Beobachtungsstelle für Energiearmut (EPOV)

ist eine umfangreiche Sammlung von Wissen, Daten und Kontakten über Energiearmut in der gesamten EU und macht auf das Problem aufmerksam.

52 000

Zahl der Haushalte, die dank EU-Fördermitteln in ganz Litauen renoviert wurden.

WER SIND DIE ANDEREN HELDEN, DIE DIE SOLIDARITÄT IN EUROPA FÖRDERN?

Einige von ihnen kommen vielleicht sogar aus Ihrem Land.

Es gibt ein durch die EU verbundenes Netzwerk lokaler Helden, die zusammenarbeiten, um soziale Probleme wie Armut, schädliche Geschäftspraktiken, Kreditkartenbetrug und mehr zu bekämpfen. Von Sozialarbeitern bis hin zu Feuerwehrmännern, von Handelsexperten bis hin zu Polizeibeamten – entdecken Sie, wie die EU lokale Helden in Ihrem Land unterstützt.