EU PROTECTS > Unsere Gesellschaft > Fundamente schaffen: Wie die EU dazu beiträgt, den Armutskreislauf zu durchbrechen

„Jetzt, da ich einen Job und eine eigene Wohnung habe, kann ich endlich Pläne für die Zukunft machen.“

Jaroslav Reiber

In Europa sind mehr als 113 Millionen Menschen von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen oder gefährdet. Sie sehen sich mit Arbeitslosigkeit, schlechten Wohnverhältnissen und der drohenden Angst konfrontiert, mit ihren Monatseinkünften nicht über die Runden zu kommen. 

Die EU unterstützt lokale Behörden, Verbände und Wohltätigkeitsorganisationen dabei, bedürftigen Menschen zu helfen. Mit dieser Unterstützung kümmert sich ein Verein für soziale Rehabilitation in der Region Ústí, Tschechien, darum, Menschen ohne Bildung oder dauerhafte Unterkunft wieder auf die Beine zu helfen. So hat Jaroslav Reiber den Beruf des Tischlers erlernt, nachdem er den größten Teil seines Erwachsenenlebens mit der Suche nach einer Anstellung verbracht hatte. In Irland wiederum bringt ein von der EU finanziertes Projekt für Lebensmittelspenden Wohltätigkeitsorganisationen und Lebensmittelhändler zusammen, um bedürftigen Familien gesunde Mahlzeiten anzubieten. Marie Cronin, freiwillige Helferin der Wohltätigkeitsorganisation, erklärt, was diese Hilfe in ihrem Dubliner Viertel geleistet hat. 

Jaroslav und Marie geben einen Überblick über die Bemühungen der EU zur Beseitigung der Armut.

Fundamente schaffen: Wie die EU dazu beiträgt, den Armutskreislauf zu durchbrechen

Arbeitslosigkeit, Mangelernährung, Obdachlosigkeit – Armut in ihren verschiedenen Formen betrifft viele Familien über Generationen hinweg. Die EU unterstützt vor Ort die Arbeit der Wehrpflichtigen, Sozialarbeiter und Freiwilligen, um Armut und soziale Ausgrenzung in ganz Europa zu bekämpfen.

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Andriana Sukova

Generaldirektion für Beschäftigung, Soziales und Integration, Europäische Kommission

Belgien

„Unsere Abteilung nutzt EU-Mittel, um die Armut zu bekämpfen. Die Maßnahmen hierfür reichen vom Bau von Kindertagesstätten, damit Eltern wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können, bis hin zur Organisation von Fortbildungsmaßnahmen in verschiedenen Sektoren und Ländern. In enger Partnerschaft mit den europäischen Ländern bieten wir alles, was benötigt wird – von materiellen Grundbedürfnissen wie Kleidung und Unterkunft bis hin zu Frühstück für Kinder in den ärmsten Wohnvierteln Europas.“

„Die Bereitstellung eines Sicherheitsnetzes für alle Europäer steht für die EU im Mittelpunkt – nicht nur im Prinzip, sondern auch in der Praxis.“

- Andriana Sukova

Zuzana Thürlová

Bürgerinitiative Jurta

Tschechien

„Unser Verein für soziale Rehabilitation hilft Menschen, Arbeit zu finden und unabhängig zu werden – egal, ob sie aus benachteiligten Gemeinden oder Stadtvierteln kommen oder mit körperlichen oder geistigen Behinderungen leben. Wir wenden uns auch an volljährige Jugendliche in Pflegefamilien, die keine Stelle haben, um ihr Leben als Erwachsene zu beginnen.“ 

„Unsere individuellen Ausbildungskurse konnten erst durch die Unterstützung der EU ermöglicht werden. Es ist außerdem sehr inspirierend, von NROs in anderen europäischen Ländern zu lernen, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind.“

„Von den 60 Personen, die an unseren zweijährigen Fortbildungskursen teilnehmen, bekommen 40 eine dauerhafte Stelle.“

- Zuzana Thürlová

Jaroslav Reiber

Tischlergeselle

Tschechien

„Vor fünf Jahren lebte ich in einem Heim für Menschen mit Behinderungen. Ich hatte keinen Job und keine Ausbildung. Mit dem Team von Jurta nahm ich an einem Holzverarbeitungskurs teil. Das Team half mir auch, einen Job zu finden, in meine eigene Wohnung zu ziehen und meine Zukunft mit meiner Freundin zu planen.“

„Die Arbeit ist zwar hart, aber ich freue mich jeden Tag auf die Jungs in der Tischlerei. Wir sind gute Freunde. Mit meinem festen Gehalt habe ich die Freiheit zu entscheiden, was ich esse und was ich kaufe.“  

„Obwohl mein Arbeitstag um 4 Uhr beginnt, würde ich nicht in mein altes Leben zurückkehren wollen.“

- Jaroslav Reiber

Ronan Harney

Irisches Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit

Irland

„In Irland nutzen wir europäische Fördergelder, um unseren am stärksten gefährdeten Gemeinschaften zu helfen. Das Projekt FoodCloud Hubs etwa arbeitet mit Lebensmittelunternehmen und -lieferanten zusammen, um Lebensmittel für sämtliche Wohltätigkeitsorganisationen im ganzen Land zu beschaffen. Bei dem Projekt geht es nicht nur um die Ernährung bedürftiger Familien. Irische Produzenten und Unternehmen, die Lebensmittel an Wohltätigkeitsorganisationen spenden, sparen damit auch Geld und verschwenden weniger Lebensmittel.“

„1 von 11 Menschen in Irland leidet unter Ernährungsarmut. Durch die Unterstützung der EU ermöglichen die Wohltätigkeitsorganisationen in Irland Menschen in Not Zugang zu einer neuen Vielfalt und Qualität an Lebensmitteln.“

 - Ronan Harney

Marie Cronin

Ehrenamtliche Helferin der Vinzenzgemeinschaft

Irland

„Ich bin verantwortlich für Cherry Orchard, ein Problemviertel in Dublin. Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich. Über all diese Jahre habe ich immer wieder festgestellt, dass die gesundheitlichen Probleme der Familien, die wir besuchen, auf schlechte Ernährung zurückgehen. Deshalb haben wir eine karitative Essensausgabe eingerichtet.“

„Die Organisation FoodCloud Hubs leistet hervorragende Arbeit, weil man dort genau auf die Ernährungsbedürfnisse der Eltern und Kinder in unserem Viertel eingeht. Mittlerweile versorgen wir jede Woche 150 Familien mit einem Lebensmittelpaket und organisieren Koch- und Ernährungskurse für Eltern. Wir unterstützen auch einen Hort, in dem die Kinder während der Hausaufgaben eine warme Mahlzeit einnehmen können.“

„Durch FoodCloud sind wir in unserer Wohltätigkeitsorganisation in der Lage, bessere Arbeit zu leisten.“

- Marie Cronin

Schon gewusst?

113 Millionen

Zahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Europäer, von denen 27 % Kinder sind.

43 Millionen

Zahl der Menschen in Europa, die sich nur jeden zweiten Tag eine qualitativ hochwertige Mahlzeit leisten können.

FEAD (Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen)

Der Europäische Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen unterstützt die EU-Länder dabei, den Bedürftigen materielle Hilfe wie z. B. Nahrungsmittel und Kleidung bereitzustellen. Ergänzt wird diese Arbeit durch Maßnahmen zur sozialen Eingliederung und Orientierung, um Menschen aus der Armut zu helfen.

370.000

Menge an Nahrungsmitteln in Tonnen, die 2017 über den FEAD bereitgestellt wurden.

11 Millionen

Zahl der Menschen in Europa, die jedes Jahr dank des Europäischen Sozialfonds Arbeit finden, Fähigkeiten erwerben und letztendlich ihren Lebensstandard verbessern.

WER SIND DIE ANDEREN HELDEN, DIE DIE SOLIDARITÄT IN EUROPA FÖRDERN?

Einige von ihnen stammen womöglich sogar aus Ihrem Land.

Es gibt ein EU-verwaltetes Netzwerk von Helden, die zusammenarbeiten, um uns vor sozialen Problemen wie Armut, schädlichen Geschäftspraktiken, Kreditkartenbetrug usw. zu schützen. Vom Sozialarbeiter bis zum Feuerwehrmann, vom Handelsexperten bis zum Polizeibeamten – entdecken Sie, wie die EU Helden in Ihrem Land unterstützt.