EU PROTECTS > Unsere Sicherheit > Es hat sich ausgedruckt: Wie die EU gegen Geldfälschung vorgeht

„Es ist eine Erleichterung zu wissen, dass Unternehmen wie meines nicht allein im Kampf gegen Fälscher sind.“

Florian Spietz

Wasserzeichen, Hologramme und Mikrodruck – mit der richtigen Ausrüstung gibt es viele Möglichkeiten, um festzustellen, ob ein Euro-Schein oder eine Euro-Münze echt ist. Doch um herauszufinden, wo der Schein bzw. die Münze herkommt, und wer für die Fälschung verantwortlich ist, müssen die EU-Länder oft zusammenarbeiten. 

Im September 2014 stellte die italienische Polizei 340 000 gefälschte 50-Euro-Banknoten in Neapel und Mailand sicher. Nur wenige Tage später führte die Polizei in Rumänien eine Razzia in einer Druckerei in Oradea durch, wo sie einen Bestand von über 220 000 gefälschten Euro-Banknoten im Wert von 13 Mio. EUR fand. Obwohl diese Durchsuchungsaktionen in verschiedenen Ländern stattfanden, konnte die gefälschte Währung auf die gleiche Druckmaschine in Rumänien zurückverfolgt werden. Mit Unterstützung der EU fassten die italienische und rumänische Polizei die Fälscher: eine berüchtigte italienische Bande. Anschließend wurden EU-Sachverständige hinzugezogen, um das gefälschte Geld zu analysieren, Beweise gegen die verantwortlichen Kriminellen zu sammeln und das Vertrauen in das Geld in unseren Taschen wiederherzustellen.

Es hat sich ausgedruckt: Wie die EU gegen Geldfälschung vorgeht

Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel: Sobald den Euro-Banknoten oder Euro-Münzen neue Sicherheitsmerkmale hinzugefügt werden, versuchen Kriminelle, sie zu kopieren. Die EU unterstützt die nationalen Behörden dabei, ihnen einen Schritt voraus zu bleiben. Im Jahr 2014 näherten sich die rumänische und italienische Polizei einem Netzwerk von Geldfälschern. Der grenzüberschreitende Informationsaustausch hat eine kriminelle Operation zum Erliegen gebracht und verhindert, dass Millionen gefälschter Euro auf den europäischen Markt gelangen und gewöhnlichen Unternehmen schaden.

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Col Vincenzo Andreone

Finanzwacht

Italien

„Anfang 2014 haben wir in Neapel und Mailand gefälschte Währungen im Wert von 17 Mio. EUR sichergestellt. Wir hatten die Kriminellen schon eine Weile beobachtet. Wir stellten fest, dass sie eine verdächtige Druckerei in Oradea, Rumänien, gegründet hatten.“

„In meinem Job ist es wichtig, eng mit Experten für Fälschungsbekämpfung in ganz Europa zusammenzuarbeiten. Wenn italienische Kriminelle die Grenzen überschreiten, können wir die Strafverfolgungsbehörde der EU, Europol, ersuchen, Kontakt zur Polizei anderer Länder herzustellen. Genau das haben wir getan, woraufhin mir der telefonische Kontakt zu Daniel in Bukarest vermittelt wurde.“

„Wir folgten den Kriminellen zu einer Druckerei in Rumänien. Dank Europol wusste ich genau, wen ich als nächstes anrufen sollte.“

 - Col Vincenzo Andreone

Chief Commissioner Daniel Dina

Generaldirektion für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität

Rumänien

„Nach Vincenzos Anruf am 25. September 2014 bestätigte sich unser Verdacht, und wir starteten eine Durchsuchungsaktion in der Druckerei in Oradea. Dank Europol hatten wir bereits Kontakte auf der italienischen Seite der Ermittlungen.“

„Wir kamen morgens gegen 5.00 Uhr an. Auf den ersten Blick sah alles legal aus: Es gab Druckerpatronen, Kataloge und Flyer. Aber es dauerte nur wenige Minuten, bis wir die illegale Druckmaschine gefunden hatten. Im Hinterzimmer fanden wir rund 200 000 frisch gedruckte 50-Euro-Blüten. Nach der Versiegelung der Druckgeräte kontaktierten wir die Europäische Zentralbank.“

„Wir brauchten immer noch Beweise. Deshalb haben wir uns an den erfahrensten Fälschungsspezialisten der EU gewandt.“

 - Chief Commissioner Daniel Dina

Martin Münd

Experte für gefälschte Banknoten, Europäische Zentralbank

Deutschland

„Die rumänische Polizei hat uns über Europol um Hilfe ersucht. Sie baten mich, nach Oradea zu kommen, um forensische Beweise für einen Fall von Euro-Fälschungen zu sammeln.“

„Ich wusste, wo ich Hinweise dafür finden würde, dass die Druckerei eine Tarnung für Geldfälscher war. Ich fand einen mit Euro-Scheinen bedruckten Bogen in einem verborgenen Fach der Druckmaschine; sie entsprachen den Banknoten, die Anfang des Jahres in Italien gefunden wurden. Es war das ultimative Beweisstück!“

„Bei großen Fällen wie diesem helfen wir der Polizei, die besten Beweise zu finden, um Fälscher hinter Gitter zu bringen.“

 - Martin Münd

Doxoula Koutsotoliou

Griechin, Expertin für gefälschte Münzen, Abteilung Wirtschaft und Finanzen, Europäische Kommission

Belgien

„Im Rahmen der Oradea-Ermittlungen haben unsere Kollegen von der Zentralbank nach gefälschten Euro-Banknoten gesucht. Wenn gefälschte Münzen ins Spiel kommen, ist es unsere Aufgabe, sie zu analysieren.“

„Die meisten gefälschten Euro-Münzen lassen sich mit bloßem Auge erkennen, insbesondere die 1- und 2-Euro-Stücke. Echte Euro-Münzen sind magnetisch. Die Menschen müssen nur wissen, worauf sie zu achten haben. Deshalb wollen wir unsere Informationen an Polizei, Händler und Verbraucher in der gesamten EU weitergeben.“

„Wir haben ein EU-weites Netzwerk von Experten und nationalen Behörden, die gefälschte Euro aufspüren.“

 - Doxoula Koutsotoliou

Florian Spietz

Spietz Dekor-Shop

Belgien

„Als Ladenbesitzer muss ich nach gefälschten Euro Ausschau halten. Wenn ein Kunde eine große Menge an Tapeten, Farben oder Bodenbelägen mit Falschgeld bezahlt, schadet das unserem Geschäft. Wir verlieren die Produkte und die Bank wird die gefälschte Währung nicht akzeptieren. Eine hohe Anzahl von Fälschungen im Umlauf könnte sogar zu Inflation und höheren Preisen in ganz Europa führen.“ 

„Im letzten Jahr hatten wir nur zwei oder drei Fälschungsfälle. Das liegt daran, dass sich die Erkennungstechniken ausbreiten.“

„Es gibt ein ganzes System von Experten und Technologien für Fälschungssicherheit, die für unseren Schutz sorgen.“

 - Florian Spietz

Schon gewusst?

Fühlen-Sehen-Kippen

Obwohl es viele schwer zu findende Sicherheitsmerkmale auf Euro-Banknoten gibt, ist der einfachste Weg, gefälschte Banknoten zu erkennen, die Methode „Fühlen-Sehen-Kippen“.. Was die Münzen betrifft, so lassen sich gefälschte 1- und 2-Euro-Stücke am einfachsten mit einem Magneten erkennen: Echte Euro-Stücke bleiben am Magneten haften.

301 000

Die Zahl der Fälschungen nimmt ab. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank wurden 2018 rund 301 000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Umlauf genommen – 33,7 % weniger als im Jahr 2015, in dem es 454 000 waren.

Verdächtige Banknoten

Wenn Sie Geschäftsinhaber sind oder im Einzelhandel arbeiten, müssen Sie täglich viele Euro wechseln. Sollten Sie jemals den Verdacht haben, dass ein Kunde mit einer gefälschten Banknote bezahlt, dann gehen Sie kein Risiko ein. Fragen Sie nach einem anderen Schein. Wenn der Kunde keinen hat, können Sie den verdächtigen Schein bei Ihrer örtlichen Polizei oder Bank vorlegen, um feststellen zu lassen, ob er echt ist.

64 %

Seit 2018 ist die Unterstützung für die gemeinsame Währung in der Eurozone laut einer Umfrage der Europäischen Kommission von 2018 auf einem historischen Höchststand.

28 Mio. EUR

Der Betrag, um den es bei den Fälschungsermittlungen 2014 in Oradea ging. Dank der Unterstützung der EU konnte die rumänische und italienische Polizei die Kriminellen daran hindern, Gewinne einzustreichen.

Ein globaler Kampf

Die Strafverfolgungsbehörde der EU (Europol) ist die weltweite Kontaktstelle für Ermittlungen wegen Euro-Fälschungen. Besuchen Sie die Website von Europol, um mehr über andere erfolgreiche Maßnahmen zur Bekämpfung von Euro-Fälschungen zu erfahren, die in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Zentralbank und den EU-Ländern durchgeführt werden.

WER SIND DIE ANDEREN HELDEN, DIE GEGEN KRIMINELLE NETZE VORGEHEN?

Einige von ihnen kommen vielleicht sogar aus Ihrem Land.

Es gibt ein durch die EU verbundenes Netzwerk lokaler Helden, die zusammenarbeiten, um zu unserem Schutz vor Drogenhandel, Radikalisierung, Cyberangriffen und mehr beizutragen. Von Ermittlungsbeamten bei der Polizei bis hin zu Piloten, von Handelsexperten bis hin zu Sanitätern – entdecken Sie, wie die EU lokale Helden in Ihrem Land unterstützt.