EU PROTECTS > Unsere Sicherheit > Die Nadel im Heuhaufen suchen: Wie die EU mit Satelliten Leben rettet

„Es war ein Tag, der gut begann und schlimm endete. Aber ohne die Satellitentechnik und die Rettungskräfte hätte es noch viel, viel schlimmer kommen können.“

José Dias

Überall auf der Welt werden dank der Satellitenortung täglich Leben gerettet. In Europa sind die Galileo-Satelliten der EU an 90 % der Rettungsaktionen beteiligt. Ob Fischer auf See oder Wanderer, die sich in den Bergen verirrt haben – das System unterstützt Rettungskräfte dabei, Hilfesuchende an abgelegenen Orten zu finden. Während einer mehrtägigen Reise von Madeira zum portugiesischen Festland im August 2017 kollidierte eine belgische Yacht mit einem unbekannten Objekt. Der Schaden verursachte ein Leck und es war nur eine Frage der Zeit, bis das Boot sinken würde. Die beiden Besatzungsmitglieder brachten eine Rettungsinsel aus und sendeten ein Funknotsignal, das von EU-Satelliten empfangen wurde. Die zuständigen Stellen in Belgien und Portugal wurden sofort alarmiert und entsandten Rettungsteams. 

Das globale Satellitennavigationssystem der EU (bekannt als „Galileo“) wird täglich in unzähligen Situationen genutzt, von Notfällen auf See bis hin zu Autoreisen, von Smartphones bis hin zu Sportveranstaltungen.

Die Nadel im Heuhaufen suchen: Wie die EU mit Satelliten Leben rettet

In Notfällen können die Geschwindigkeit und Genauigkeit des globalen Satellitennavigationssystems der EU wertvolle Zeit sparen. Als eine belgische Yacht vor der Küste Portugals in Seenot geriet, vertrauten Teams in Portugal, Belgien und Marokko auf EU-Satelliten, um das Boot zu finden und die Rettungsaktion vorzubereiten. 

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José Dias

Portugal

„Zwei Tage, nachdem wir in Madeira abgelegt hatten, hörten wir einen lauten Knall – wir waren mit etwas zusammengestoßen! Es dauerte nicht lange und wir standen bis zu den Knien im Wasser.“

„Da aktivierte ich den Funknotruf auf unserem Boot, der von den Galileo-Satelliten der EU empfangen wurde. Ein Containerschiff kam uns zu Hilfe, gefolgt von der portugiesischen Luftwaffe.“

„Ich beobachtete von der Kommandobrücke des Containerschiffs aus, wie mein Boot unterging. Es war ein trauriger Augenblick, da ich das Boot im Laufe von zehn Jahren selbst gebaut hatte, aber zum Glück waren meine Frau und ich unverletzt.“

„Die Rettung ging wirklich schnell vonstatten. Besser hätte es wohl nicht laufen können.“

 - José Dias

Dries Boodts

Maritimes Rettungs- und Koordinierungszentrum, Ostende

Belgien

„In jener Nacht wurde uns über die französische COSPAS-SARSAT-Einsatzleitstelle in Toulouse das Notfunksignal der Yacht übermittelt. Ein belgisches Boot befand sich weit vor der portugiesischen Küste in Seenot, also leiteten wir den Alarm an unsere Kollegen in Lissabon – der der Yacht am nächsten gelegenen Rettungsstation – weiter.“ 

„Portugal hat eine ausgezeichnete Such- und Rettungseinheit, die uns über den Fortschritt des Einsatzes auf dem Laufenden hielt.“

„Die Signale der EU-Satelliten sind extrem schnell und präzise.“

 - Dries Boodts

Lt João Pedro Janicas

Maritimes Rettungs- und Koordinationszentrum, Lissabon

Portugal

„Wir haben das Galileo-Alarmsystem der EU genutzt, um den genauen Standort der belgischen Yacht ausfindig zu machen. Wir kontaktierten sofort ein Containerschiff in der Nähe, baten dort um Hilfe und schickten ein Flugzeug und einen Hubschrauber los. Um 02:12 Uhr hatte unser Team die beiden Besatzungsmitglieder in den Hubschrauber geholt und brachte sie zurück an Land.“ 

„All das war nur möglich durch die Zusammenarbeit und den ständigen Funkkontakt zwischen unserem Team in Lissabon, der Galileo-Leitstelle in Frankreich sowie den belgischen und marokkanischen Rettungskräften.“

„Wenn ein Bootssignal von Galileo-Satelliten empfangen werden kann, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Rettung positiv verläuft.“

- Lt. João Pedro Janicas

Xavier Maufroid

Galileo Search and Rescue Service, Europäische Kommission

Belgien

„Ein Notfall kann für die Betroffenen sehr beängstigend sein, aber unsere Satelliten sind Teil eines globalen Such- und Rettungssystems, das Menschen in Not unabhängig von der jeweiligen Entfernung lokalisieren kann. Am 13. August 2017 fing Galileo das Notsignal des belgischen Bootes auf und in weniger als fünf Stunden wurde das schiffbrüchige Paar in Sicherheit gebracht.“

„In Europa hängt so vieles von Galileos Ortungsdiensten ab – Smartphones, Transport, Logistik, Telekommunikation und Energiedienstleistungen –, um nur einige Beispiele zu nennen.“

„Ich arbeite am Satellitensystem, das geholfen hat, das belgische Boot zu lokalisieren und die Besatzung in Sicherheit zu bringen.“

- Xavier Maufroid

Fiammetta Diani

Agentur für das europäische globale Satellitennavigationssystem

Tschechien

„Der Such- und Rettungsdienst ist nur eine der Funktionen von Galileo. Galileo ist insgesamt ein wegweisendes, hochinnovatives EU-Projekt, das weltweit Dienstleistungen erbringt. Wenn Sie heute Karten, Taxi-Apps oder Bezahl-Apps verwenden, nutzen Sie Galileo-Dienste. Diese sind für jedermann in ganz Europa über Geräte wie Smartphones und Fahrzeugnavigationssysteme zugänglich. Mit Galileo genießen wir mehr Sicherheit und befinden uns im Bereich Satelliteninnovation auf dem neuesten Stand.“

„Mit Galileo machen wir komplexe Wissenschaft alltagstauglich, indem wir äußerst nützliche Dienste für die Menschen schaffen.“

 - Fiammetta Diani

Schon gewusst?

Gemeinsam sind wir stärker

Dank des EU-Haushalts können wir Wissenschaftlern und Forschern dabei helfen, ihre Kräfte in EU-weiten Projekten wie Galileo zu vereinen. Es ist sinnvoll, Mittel für anspruchsvolle Initiativen, die kein EU-Land allein durchführen könnte, zu bündeln.

Globale Reichweite

Europas globales Satellitennavigationssystem („GNSS“ oder „Galileo“ genannt) liefert präzise Daten, die eine Reihe von Positionierungs- und Zeitinformationsdiensten weltweit unterstützen. Galileo ist auch Europas Beitrag zu COSPAS-SARSAT, einem internationalen Such- und Rettungsprogramm, dem mittlerweile 44 Länder beigetreten sind, um Menschen in Notfällen überall auf der Welt zu orten und zu retten.

6

Durchschnittliche Zahl der täglich geretteten Leben durch das COSPAS-SARSAT-Netzwerk. Aufgrund der zunehmenden Ortungsgeschwindigkeit und der immer präziseren Positionsbestimmung wird erwartet, dass diese Zahl zunimmt.

26

Zahl der Galileo-Satelliten, die derzeit die Erde umkreisen. Bis 2020 werden von diesen Satelliten insgesamt 30 im All unterwegs sein. Jeder Galileo-Satellit hat eine Spannweite von 15 Metern, wiegt rund 750 kg und wird zwölf Jahre lang im Orbit kreisen.

Sicherheitsnetz

Bei einem schweren Unfall kann über das Galileo-System ein Notruf, ein sogenannter „eCall“, an die Rettungsdienste abgesetzt werden, der entweder manuell oder automatisch erfolgt.

400.000.000

Zahl der Smartphones, die derzeit Galileo nutzen, darunter Modelle aller großen Marken. Ob Sie Galileo täglich nutzen, erfahren Sie unter www.usegalileo.eu.

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Einige von ihnen stammen womöglich sogar aus Ihrem Land.

Es gibt ein EU-verwaltetes Netzwerk von Helden, die zusammenarbeiten, um uns vor Katastrophen, kriminellen Aktivitäten, den Auswirkungen des Klimawandels und mehr zu schützen. Vom Piloten bis zum Staatsanwalt, vom Naturschützer bis zum Zollbeamten – entdecken Sie, wie die EU die Helden in Ihrem Land unterstützt.