EU PROTECTS > Unsere Sicherheit > Aufklärungs- und Präventionsarbeit: Wie die EU die Radikalisierung in ganz Europa bekämpft

„Wie für die meisten Menschen war Radikalisierung für mich etwas, was man nur aus dem Fernsehen kennt. Aber mit dem 22. Mai 2017 hat sich das geändert.“

Figen Murray

Figen und Nabila sind zwei Frauen mit sehr unterschiedlichen Radikalisierungserfahrungen. Während Figens Sohn bei einem Terroranschlag ums Leben kam, verlor Nabila ihren Sohn fast an eine extremistische Ideologie. Das Leben beider Mütter wurde durch den Extremismus für immer verändert, aber was die Frauen gemeinsam haben, ist ihr Wunsch, andere Menschen über die Risiken der Radikalisierung aufzuklären.

Das EU-Aufklärungsnetzwerk gegen Radikalisierung bringt Figen und Nabila mit Sozialarbeitern und Organisationen zusammen, die daran arbeiten, die Verbreitung sowohl extremistischer Ansichten als auch die Expansion der Gruppen, die diese Ansichten für ihre Gewaltpropaganda nutzen, zu stoppen.

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Aufklärungs- und Präventionsarbeit: Wie die EU die Radikalisierung in ganz Europa bekämpft

Radikalisierung und extreme Ansichten gab es schon immer, aber neue Technologien und die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft machen sie zu einer besonders heimtückischen Bedrohung, insbesondere für junge Menschen. Lernen Sie zwei Mütter kennen und ihre persönlichen Erlebnisse, die sie zur Anti-Radikalisierungsarbeit geführt haben, sowie das EU-weite Netzwerk, das ihnen eine neue Plattform eröffnet hat, auf der sie ihre Geschichten austauschen und sich mit anderen Experten auf diesem Gebiet zusammenschließen können.

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EU Protects: Wie die EU Radikalisierung bekämpft

Figen Murray

Friedensaktivistin

Vereinigtes Königreich

„Mein Sohn Martyn war einer der 22 Menschen, die bei dem Terroranschlag in der Manchester Arena 2017 getötet wurden. Ich erlebte Schock, tiefe Traurigkeit und das Bedürfnis, Martyns Tod zu verstehen. Deshalb erzähle ich heute überall, wo ich etwas bewirken kann, unsere Geschichte. Ich habe sogar im Europäischen Parlament gesprochen und über das Anti-Radikalisierungsnetzwerk der EU Gleichgesinnte getroffen. Zusammenarbeiten, Unterschiede hintanstellen und bewährte Praktiken austauschen, darum geht es.“

„Ich möchte verhindern, dass andere Familien das Leid erfahren, das durch solche sinnlosen und letztendlich vermeidbaren Taten verursacht wird.“

 - Figen Murray

Robert Örell

EXIT NGO

Schweden

„Ich habe 15 Jahre Erfahrung darin, Menschen zu helfen, gewalttätige extremistische Milieus zu verlassen, seien es Rechtsextreme, Bandenmitglieder oder religiöse Radikale. Jeder hat eine Geschichte. Wir wollen den Menschen helfen, ihr Leben positiv zu verändern und eine sicherere Gesellschaft zu schaffen. Das erfordert Zeit und Ressourcen. Wir müssen EU-weite Unterstützung und Sensibilisierung schaffen.“

„Extremistische Gruppen machen nicht vor Staatsgrenzen halt. Die Länder müssen zusammenarbeiten, um den Einfluss dieser Gruppen in Europa zu bekämpfen.“

 - Robert Örell

Jessika Soors

Gemeinde Vilvoorde

Belgien

„In Vilvoorde bin ich für die Koordination der lokalen Bemühungen rund um Prävention und Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus verantwortlich. Das bedeutet, dass wir neben der Politikarbeit auch in die Schulen und Gemeinden gehen.”

„Das Gute am Radicalisation Awareness Network der EU ist, dass sich Fachleute aus ganz Europa gegenseitig finden und unterstützen können. Wir wissen, dass wir alle im selben Boot sitzen.“

„Die EU unterstützt Spezialisten im täglichen Einsatz, die mit Menschen arbeiten, die anfällig für Radikalisierung sind. Diese Unterstützung wirkt sich unmittelbar auf unsere Sicherheit aus.”

 - Jessika Soors

Nabila Mazouz

Gemeinschaftssprecherin

Belgien

„Eines Tages rief die Polizei an, um mir zu sagen, dass mein Sohn verhaftet worden sei, als er über die Türkei nach Syrien reiste – er war erst 17 Jahre alt. Als er im Gefängnis saß, hatten wir die Möglichkeit, ihn zu deradikalisieren und in unsere Gemeinschaft zurückzubringen. Es brauchte Geduld und Verständnis. Mittlerweile hat mein Sohn sein Studium wieder aufgenommen und will Sozialarbeiter werden.“

„Jetzt habe ich eine Plattform, über die ich mich mit anderen über meine Erfahrungen austauschen kann. Ich gehe mit Jessika und anderen Mitgliedern des EU-Netzwerks in Schulen, um das Bewusstsein für die vielen Facetten der Radikalisierung zu schärfen.“

 

„Als mein Sohn im Gefängnis saß, wusste ich, dass es an der Zeit war, Hilfe zu holen.“

 - Nabila Mazouz

Schon gewusst?

Radikalisierung

kann viele Formen annehmen – religiöse, politische und soziale –, die extremistische Gruppen inspirieren und potenziell Gewalt hervorrufen.

5.000

Gesamtzahl der Mitglieder im Radicalisation Awareness Network (RAN) der EU 2018. Das RAN ist ein Aufklärungsnetzwerk gegen Radikalisierung, das sich aus Fachleuten zusammensetzt und die Zusammenarbeit zwischen lokalen Organisationen, Sozialarbeitern und Lehrern, die bereits in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten tätig sind, sowie Arbeitsgruppen und Schulungen fördert.

9

Zahl der RAN-Arbeitsgruppen, die in verschiedene thematische Fachgebiete unterteilt sind: Kommunikation & Szenarien; Bildung; EXIT; Jugend, Familien & Gemeinden; Kommunalbehörden; Gefängnis & Bewährung; Polizei & Strafverfolgung; Gedenken an Terroropfer; Gesundheit & Sozialfürsorge.

4,5 Mio. EUR

Haushaltsplan 2017 für Europols EU Internet Referral Unit (EU IRU). Die Einheit dient als Meldestelle für Internetinhalte und ist verantwortlich für die Bekämpfung der Online-Radikalisierung und -Rekrutierung durch Terroristen, die YouTube, Facebook und Twitter nutzen.

WER SIND DIE ANDEREN HELDEN, DIE GEGEN KRIMINELLE AKTIVITÄTEN KÄMPFEN?

Einige von ihnen stammen womöglich sogar aus Ihrem Land.

Es gibt ein EU-verwaltetes Netzwerk von Helden, die zusammenarbeiten, um uns vor Radikalisierung, Drogenhandel, Cyberangriffen usw. zu schützen. Vom Polizeiermittler bis zum Piloten, vom Handelsexperten bis zum Sanitäter – entdecken Sie, wie die EU die Helden in Ihrem Land unterstützt.