EU PROTECTS > Unsere Gesundheit > Tightening the seams: How the EU is protecting us from toxic chemicals in clothes

„Es ist beruhigend zu wissen, dass mein Sohn gefahrlos Kleidung tragen kann, die frei von giftigen Chemikalien ist.“

Gosia Calabrò

In nur wenigen Monaten wird Gosia Mutter sein. Die Belastung durch Giftstoffe im Alltag bereitet ihr nun mehr denn je Sorgen. Einige der Chemikalien, die zur Herstellung unserer Kleidung verwendet werden, sind dafür bekannt, Krebs oder Komplikationen mit der Fertilität zu verursachen. Diese Substanzen sind gefährlich, wenn hohe Dosen mit der Haut in Berührung kommen.

Nachdem die EU diese Gefahr erkannt hat, verschärft sie die bestehenden Vorschriften, um die Verwendung von 33 Chemikalien in Bekleidungs- und Textilprodukten (wie Teppichen, Vorhängen und Bettwäsche), die in Europa verkauft werden, zu beschränken. Erfahren Sie mehr über die europäischen Wissenschaftler, Chemieinspektoren und Textilunternehmen, die dazu beitragen, Verbraucher wie Gosia vor Gesundheitsgefahren zu schützen. 

Tightening the seams: How the EU is protecting us from toxic chemicals in clothes

Ob beim Beginn einer neuen Saison, beim ersten Schultag Ihres Kindes oder einem guten Angebot beim Ausverkauf – beim Kauf von Kleidung gibt es Vieles zu beachten. Es gibt einige chemische Substanzen, die für die menschliche Gesundheit gefährlich sind, wenn sie in Kleidung gefunden werden. Aus diesem Grund begrenzt die EU – mit Unterstützung von Wissenschaftlern, Chemieinspektoren und Textilunternehmen – die Verwendung von 33 Chemikalien in allen Textilprodukten, die auf dem europäischen Markt hergestellt und verkauft werden.

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Dr Greet Schoeters

Universität Antwerpen

Belgien

„Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie giftige Chemikalien in unseren Körper gelangen, sei es mit der Luft, die wir einatmen, oder durch das Wasser, das wir trinken. Kinder neigen dazu, sich Dinge in den Mund zu stecken. Wenn sich also Chemikalien in ihren Kleidungsstücken oder Decken befinden, besteht für sie ein zusätzliches Risiko, Giftstoffen ausgesetzt zu sein.“ 

„Hier in Belgien helfe ich bei der Durchführung eines von der EU finanzierten Projekts, um besser zu verstehen, wie sich verschiedene gefährliche Chemikalien in Kleidung auf unsere Gesundheit auswirken. Wir sammeln und teilen diese Informationen mit unseren Kollegen in anderen europäischen Ländern.“

„Wir haben festgestellt, dass Chemikalien aus der Kleidung tatsächlich in unserem Körper vorhanden sind: Das ist beunruhigend und die Menschen müssen Kenntnis davon haben.“

 - Dr Greet Schoeters

Ana María Blass-Rico

Spanierin, Abteilung für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, Europäische Kommission

Belgien

„Wir haben die Verwendung von 33 gefährlichen Chemikalien in Bekleidung in der gesamten EU eingeschränkt. Diese Chemikalien verhindern, dass die Kleidung schrumpft oder an Farbe verliert, stellen jedoch ein Gesundheitsrisiko dar. Deshalb sollte der Kontakt mit ihnen auf ein Minimum reduziert werden.“

„Die Festlegung dieser Sicherheitsgrenzwerte war Teamarbeit, an der technische Experten wie ich selbst, nationale Chemieinspektoren, aber auch Gesundheitsspezialisten und Mitarbeiter der Textilindustrie beteiligt waren.“

„Unsere Aufgabe ist es, die Bürger und ihre Umwelt vor gefährlichen Chemikalien zu schützen. Wir zählen auf die Zusammenarbeit der europäischen Länder und Industrien.“

 - Ana María Blass-Rico

Emma Westerholm

Schwedische Chemikalienagentur

Schweden

„Wir prüfen alle Arten von Konsumgütern auf gefährliche Chemikalien gemäß der europäischen Gesetzgebung. Bis vor Kurzem jedoch konzentrierten sich die chemischen Inspektionen in Europa nicht so sehr auf Chemikalien in Kleidung. Mit den neuen Vorschriften kann nun jedes europäische Land die Produktion und den Import dieser Stoffe einschränken.“

 

„Alle EU-Länder sind sich inzwischen einig, dass wir mehr tun sollten, um gefährliche Chemikalien in Kleidung in ganz Europa einzuschränken.“

 - Emma Westerholm

Dunja Drmač

Kroatin, Europäische Bekleidungs-und Textilorganisation

Belgien

„Unsere Organisation vertritt europäische Textil- und Bekleidungsunternehmen. Vor zwei Jahren begann die Europäische Kommission mit uns und anderen Experten zusammenzuarbeiten, um zu ermitteln, wie schädliche Chemikalien in Textilien und Kleidungsstücken eingeschränkt werden können. Dies führte zu besseren Rechtsvorschriften, die die Menschen überall in Europa vor giftigen Chemikalien in Kleidung, Schuhen, Bettwäsche, Polstern oder anderen Textilprodukten schützen.“

„Durch EU-geführte Diskussionen haben wir meiner Meinung nach das bestmögliche Abkommen zum Schutz der Verbraucher vor diesen gefährlichen Chemikalien erreicht.“

 - Dunja Drmač

Gosia Calabrò

Polin

Belgien

„Ich kaufe immer Bio-Lebensmittel und Bio-Kosmetika, aber bei der Kleidung bin ich mir da nicht so sicher. Seit ich schwanger bin, beschäftigt mich die Tatsache, dass ein Großteil der Kleidung, die ich kaufe, außerhalb Europas hergestellt wird, und ich kann nur hoffen, dass sie unbedenklich ist.“

„Ich glaube, die Menschen wissen noch nicht ausreichend über giftige Chemikalien in der Kleidung, aber ich sehe zuversichtlich in die Zukunft. Dank neuer Einschränkungen bei der Herstellung unserer Kleidung und anderer Alltagsgüter bewegen wir uns bereits in die richtige Richtung.“

„Zu wissen, dass es EU-Beschränkungen für gefährliche Chemikalien in der Kleidung gibt, gibt mir mehr Sicherheit.“

 - Gosia Calabrò

Schon gewusst?

Hinweise und Tipps für den Alltag

Die Europäische Chemikalienagentur gibt Ratschläge zum Lesen von Produktetiketten, zur Vermeidung bzw. zum Umgang mit der Exposition gegenüber Chemikalien sowie zu anderen alltäglichen Fragen, die Sie zu den von Ihnen gekauften Produkten haben könnten.

Sicherheits-warnung

Wenn gefährliche Produkte auf ihren Märkten gefunden werden, können die europäischen Länder andere alarmieren, indem sie das EU-Schnellwarnsystem für Produktsicherheit aktivieren.

EU-weite Zusammenarbeit und EU-weite Regelungen

Seit 2010 gibt es eine EU-Verordnung, die krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe in Kosmetika verbietet, doch 33 dieser Stoffe werden auch in Bekleidung, Textilien und Schuhen, die in Europa hergestellt oder nach Europa importiert werden, ab 2020 eingeschränkt.

Höchststandards

Um den Überblick über die in Europa verkauften oder nach Europa importierten Chemikalien zu behalten, sind Hersteller und Importeure gemäß den EU-Rechtsvorschriften über die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) verpflichtet, alle großen Mengen an chemischen Stoffen in ihren Waren zu registrieren. Dies betrifft z. B. Reinigungsmittel, Farben, Kleidung und Textilien sowie Elektrogeräte. Die Europäische Chemikalienagentur verwaltet die alltäglichen Aspekte des REACH-Systems.

Zwei Drittel

Der Prozentsatz der EU-Bürger, die laut einer Umfrage der Europäischen Kommission zur Chemikaliensicherheit von 2017 Bedenken über Chemikalien in ihrem täglichen Leben und die damit verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen äußerten.

WER SIND DIE ANDEREN HELDEN, DIE UNS VOR GEFÄHRLICHEN CHEMIKALIEN SCHÜTZEN?

Einige von ihnen kommen vielleicht sogar aus Ihrem Land.

Es gibt ein durch die EU verbundenes Netzwerk lokaler Helden, die zusammenarbeiten, um zu unserem Schutz vor Gesundheitsgefahren wie gefährlichen Chemikalien, unsicheren Produkten, lebensbedrohlichen Krankheiten und mehr beizutragen. Von Zollbeamten bis hin zu Produktsicherheitsprüfern, von Satellitenbetreibern bis hin zu Ärzten – entdecken Sie, wie die EU lokale Helden in Ihrem Land unterstützt.