EU PROTECTS > Unsere Gesundheit > Jenseits von Krebs: So trägt die EU zum Wandel der Krebsprävention und zur Rückkehr ins Leben nach einer Krebserkrankung bei

„Als ich die Diagnose bekam, war ich gerade Großmutter geworden. Ich dachte: „Das war‘s, ich werde sie nicht aufwachsen sehen.“

Gertrude Abela

Im Alter von 53 Jahren wurde bei Gertrude Brustkrebs diagnostiziert. Zwischen der Operation und der kostbaren Zeit mit ihrer Familie sprach niemand mit ihr darüber, wie das Leben nach dem Krebs aussehen würde. Zwanzig Jahre nach ihrer Diagnose ist Gertrude krebsfrei. In Malta leitet sie einen Verein, der Krebspatienten von der Diagnose über die Behandlung bis hin zum Leben nach der Behandlung unterstützt.

Verfolgen Sie Gertrudes Kampf gegen den Krebs und lernen Sie die Verbände, Onkologen und Forscher kennen, die auf europäischer Ebene arbeiten, um Patienten und Überlebenden die beste medizinische, seelische und soziale Unterstützung zu bieten. Parallel dazu geben die von der EU geförderten Krebsforschungsarbeiten und Vorsorgeempfehlungen einen Einblick in die Zukunft der Krebsprävention in Europa.

Jenseits von Krebs: So trägt die EU zum Wandel der Krebsprävention und zur Rückkehr ins Leben nach einer Krebserkrankung bei

Wenn Patienten Krebs überleben, ist ihr Kampf noch lange nicht zu Ende. Ein EU-weites Netzwerk von Experten und Verbänden hilft Überlebenden wie Gertrude, in ihr normales Leben zurückzukehren. Jenseits der medizinischen Behandlung und Genesung tragen EU-Forschungsgelder auch zur Erzielung von Durchbrüchen in der Krebsvorsorge und -prävention bei.

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Gertrude Abela

Europa Donna

Malta

„Ich bin eine Überlebende von Brustkrebs. Nach der Operation und Chemo war ich bereit, meinen Körper wieder in den Normalzustand zu bringen. Als ich mich bei meinem Arzt nach der Brustrekonstruktion erkundigte, fragte er nach meinem Alter. Welchen Unterschied machte es, ob ich jung oder alt war? Ich fühlte mich unverstanden und allein.“

„Damals trat ich einer europäischen Vereinigung bei, die Überlebenden von Krebserkrankungen hilft, Beratung, Möglichkeiten der rekonstruktiven Chirurgie oder andere Unterstützung zu finden. Jetzt, als Vorsitzende des Vereins, besuche ich zweimal pro Woche Krankenhäuser und treffe mich mit Krankenpflegern, Onkologen und plastischen Chirurgen, die sich um Krebspatienten kümmern.“

„Glücklicherweise haben sich die Dinge seit meinem Kampf gegen den Krebs geändert. Es gibt so viele Pflegedienste, die weit über die Primärdiagnose hinausgehen.“

 - Gertrude Abela

Alex Filicevas

Litauer, European Cancer Patient Coalition

Belgien

„In Europa überleben immer mehr Krebspatienten. Das sind fantastische Nachrichten, aber es bedeutet nicht, dass ihr Kampf vorbei ist. Zuweilen haben Krebsüberlebende Schwierigkeiten, Hypotheken zu bekommen oder zusätzliche Gesundheitskosten zu bezahlen. Sie können auch vor Herausforderungen stehen, wenn sie wieder ins Arbeitsleben zurückkehren.“

„Wir beraten die EU-Länder, wie sie die Überlebenden von Krebserkrankungen unterstützen können. So haben wir beispielsweise eine Reihe von Empfehlungen für den Überlebensfall und die Rehabilitation in verschiedenen Ländern erarbeitet. Dies ist nur ein Beispiel für unser Engagement im Rahmen EU-finanzierter Forschungsprojekte, die Veränderungen hinsichtlich Sozialleistungen, flexible Arbeitsregelungen, Renten und Selbständigkeit fördern.“

„Durch die Zusammenarbeit mit den EU-Ländern wollen wir eine kontinuierliche Versorgung aller Krebspatienten und -überlebenden in Europa gewährleisten.“

 - Alex Filicevas

Ciarán Nicholl

Ire, Gemeinsame Forschungsstelle, Europäische Kommission

Italien

„Wir haben bereits Fortschritte erzielt, aber wir verlieren immer noch viel zu viele Frauen durch Brustkrebs. Seit Ende 2015 arbeiten wir mit 70 Krebsexperten in Europa zusammen, um Richtlinien für die Vorsorge, Diagnose, Behandlung und Nachbehandlung von Brustkrebs zu entwickeln und bereitzustellen. Diese europäischen Leitlinien enthalten auch hilfreiche Informationen darüber, wie Ernährung, körperliche Aktivität und andere Entscheidungen in Bezug auf den Lebensstil das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, verringern und die Ergebnisse für Patienten, die bereits daran leiden, verbessern können.“

„Diese Arbeit wird erst 2020 abgeschlossen sein, aber einige europäische Länder, wie Bulgarien und Italien, übernehmen bereits jetzt die neuen europäischen Leitlinien.“

„Würden die Länder ihre Früherkennungsraten auf 90 % erhöhen, würden wir europaweit einen drastischen Rückgang von Brustkrebspatientinnen verzeichnen.“

 - Ciarán Nicholl

Janet Raycheva

Jugendbotschafterin für den Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung

Bulgarien

„Ich wollte schon immer Onkologin werden und habe mich schon immer mit Leidenschaft für die Bewusstseinsbildung, was Krebserkrankungen anbelangt, engagiert. Vor drei Jahren, als ich dabei war, mein Medizinstudium abzuschließen, wurde ich Jugendbotschafterin für den Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung. Jetzt als Assistenzärztin mache ich auf die Krebsfrüherkennung aufmerksam. Ich weise auch auf andere Maßnahmen hin, die meine Patienten und ihre Familien ergreifen können, um ihr Krebsrisiko zu verringern. Dazu gehören das Nichtrauchen, eine gesunde Ernährung und die Impfung von Kindern.“

„Es ist gut, Teil einer EU-weiten Initiative zu sein. Ich kann von Menschen lernen, die Erfahrung in der Krebsprävention haben.“

 - Janet Raycheva

Marcis Leja

Institut für Klinische und Präventive Medizin

Lettland

„Ich bin Teil eines von der EU geförderten Projekts zur Entwicklung einer neuen Methode zur Früherkennung von Krebs. Unser Prototyp kann an ein Smartphone angeschlossen werden. Durch Einatmen in das Gerät kann der Patient seine Atemprobe – via Smartphone oder das Internet – an seinen Arzt oder seine Vorsorgeeinrichtung senden. Es scheint wie Science Fiction, aber die Wissenschaft ist fundiert: Frühstadien von Krankheiten – wie Krebs – können anhand der Atemluft erkannt werden.“

„Wir sind noch dabei, den Prototyp zu prüfen, und die chemische Sensortechnologie befindet sich noch in der Entwicklung. Der Plan ist jedoch, dass das Gerät in zehn Jahren bei Patienten eingesetzt werden kann.“

„Dies ist ein positiver Moment für die Krebsforschung in der EU. Gemeinsam machen wir die Krebsvorsorge zugänglich, einfach und genau.“

 - Marcis Leja

Schon gewusst?

405 000

Die Zahl der Frauen, bei denen 2018 in der EU allein Brustkrebs diagnostiziert wurde. Trotz der hohen Zahl von Frauen, bei denen die Krankheit diagnostiziert wurde, ist die Sterblichkeitsrate zwischen 2000 und 2015 von 39 Todesfällen pro 100 000 Frauen pro Jahr auf 33 gesunken.

Von 54 auf 58 %

Die Rate der Frauen, die zwischen 2006 und 2016 in der EU auf Brustkrebs untersucht wurden, ist um 4 % gestiegen. Regelmäßige Vorsorge und Früherkennung erhöhen die Überlebenschancen.

12

Die Zahl der Empfehlungen im Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung (ECAC) für Patienten und ihre Familien, um das Krebsrisiko zu verringern. Diese Empfehlungen basieren auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Krebsprävention. Klicken Sie hier für weitere Informationen.

400

Die Zahl der Mitgliedsorganisationen der „European Cancer Patient Coalition“ (ECPC) aus 28 EU-Mitgliedstaaten, die für die Bedürfnisse von Patienten aller Arten von Krebs eintreten – von den seltensten bis hin zu den häufigsten.

Aufatmen...

Im Rahmen des von der EU geförderten Forschungsprojekts „Smartphone for Disease Detection from Exhaled Breath“ (SniffPhone) wurde zwischen 2015 und 2019 ein kleines Plug-in-Modul für Smartphones entwickelt, das in der Lage ist, Krankheiten anhand der Ausatemluft zu erkennen. Der Prototyp wird derzeit an Magenkrebsfällen getestet, da es bereits umfangreiche Daten zu dieser Krebsart gibt.

3 Mrd. EUR

Die Investitionen der EU in die Krebsforschung in den letzten zwölf Jahren.

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Einige von ihnen kommen vielleicht sogar aus Ihrem Land.

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