EU PROTECTS > Unsere Umwelt > Den Sturm überstehen: Wie die EU Irland im Kampf gegen die Fluten unterstützt hat

„Es gibt nichts Schlimmeres, als inmitten eines Sturms unvorbereitet zu sein. Schon ein zusätzlicher Tag kann entscheidend sein, um sich auf Hochwasser vorzubereiten.“

Rachel Lowe

In den frühen Morgenstunden von Donnerstag, dem 3. Dezember 2015, erhielt Irland eine Warnung vom Europäischen Hochwasser-Frühwarnsystem. Es bildete sich ein Sturm, der die Gefahr von starken Regenfällen und Überschwemmungen mit sich brachte.

Glücklicherweise wurde Irland nicht allein gelassen. Das Europäische Hochwasser-Frühwarnsystem übermittelte frühzeitige und genaue Prognosen und gab Irland so ein entscheidendes zweitägiges Zeitfenster, um sich mit Notfallvorräten zu versorgen und die Einwohner zu warnen. Da die sintflutartigen Niederschläge bis in den Januar hinein anhielten, verließ sich Irland auf EU-Satellitendaten, um schnell über die sich rasch ändernde Situation informiert zu werden.

Von Galway bis Brüssel – erfahren Sie, wie die EU Irland bei der Vorbereitung eines angemessenen Hochwasserschutzes unterstützt und so Eigentums- und Personenschäden minimiert hat.

Den Sturm überstehen: Wie die EU Irland im Kampf gegen die Fluten unterstützt hat

Im Winter 2015-2016 erlebte Irland einige der schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Es fiel starker Regen, als eine Reihe von Stürmen den Westen, den Süden und das Landesinnere heimsuchte. Erfahren Sie, wie die Frühwarn- und Überwachungsdienste der EU Irland geholfen haben, massive Überflutungen zu bewältigen und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

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Rachel Lowe

Leitende Ingenieurin, Tuam – Grafschaft Galway

Irland

„Um 9.20 Uhr am 3. Dezember 2015 erhielt ich eine E-Mail vom Amt für öffentliche Arbeiten, dass ein großer Sturm auf uns zukommt. Galway hat zwei Hauptstraßen, die in die Stadt führen. Hätten wir diese Straßen während des Sturms nicht frei halten können, wären Krankenhäuser, Schulen, der öffentliche Verkehr – die ganze Stadt – stillgelegt gewesen.“

„Nach der E-Mail-Benachrichtigung bestellten wir Wasserpumpen, Sandsäcke und Lichtsignalanlagen und ersuchten die Armee um Unterstützung. Wir haben auch über soziale Medien eine Warnung an die Öffentlichkeit gesandt.“

„Das EU-weite System gab uns Zeit, die Einwohner zu warnen und das Gebiet vor Hochwasser zu schützen.“

 - Rachel Lowe

Jim Casey

Amt für öffentliche Arbeiten (OPW)

Irland

„Die EU-Wetterbeobachtung war besonders wertvoll für die Vorhersage der heftigen Stürme vom Dezember 2015. Es war unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Stadtbehörden sofort informiert werden. Während der Stürme haben wir auch um europäische Fast-Echtzeit-Satellitenbilder von den Überschwemmungen gebeten. So erhielten wir einen Eindruck davon, was tatsächlich im ganzen Land geschah und ob sich die Situation verbesserte oder verschlechterte.“

„Wir haben das Hochwasser-Frühwarnsystem der EU und ihren satellitengestützten Kartierungsdienst genutzt, um großflächige Überschwemmungen zu bewältigen.“

 - Jim Casey

Dr Fredrik Wetterhall

Schwede, Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage

Vereinigtes Königreich

„Über das Europäische Hochwasser-Frühwarnsystem teilen wir Hochwasservorhersagen mit Regierungen und Notrufdiensten in ganz Europa. Anfang Dezember 2015 haben wir mehrere Hochwasserwarnungen an Irland verschickt. Dazu gehörten Angaben darüber, wann der Sturm beginnen wird, wann die höchste Flutwelle ein bestimmtes Gebiet durchqueren wird und welche Städte, wie zum Beispiel Galway, am stärksten von Überschwemmungen betroffen sein werden.“

„Wir haben Irland frühzeitig gewarnt, dass etwas Wichtiges passieren wird.“

 - Dr Fredrik Wetterhall

Spyros Afentoulidis

Grieche, Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen, Europäische Kommission

Belgien

„Als wir von Irland erfahren haben, waren Teile des Landes bereits überflutet, ohne Anzeichen dafür, dass sich die Situation in naher Zukunft verbessert. Die irischen Hochwasserschutzteams wollten die Schwere der Katastrophe begreifen.“

„Etwa 36 Stunden nach der Anfrage hatten wir die ersten Satellitenkarten der überfluteten Gebiete. Letztendlich wurden 107 Satellitenkarten von 13 verschiedenen betroffenen Gebieten erstellt. Diese Karten enthielten unter anderem Angaben über den Zeitpunkt, den Standort, das Ausmaß und die Entwicklung der Überschwemmungen und Wasserstände.“

„Es war eine der größten Überschwemmungen in Irland in den letzten Jahren. Von unserem Notfallzentrum aus stellten wir sicher, dass Irland Karten erhielt und unterstützt wurde.“

 - Spyros Afentoulidis

Françoise Villette

Französin, Copernicus-Katastrophen- und Krisenmanagementdienst

Belgien

„Mit Copernicus, dem Erdbeobachtungsprogramm der EU, werden die Veränderungen in der Atmosphäre, das Klima und die allgemeine Gesundheit unserer Böden und Meere beobachtet. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es infolge des Klimawandels weltweit mehr Überschwemmungen geben wird. Daher müssen wir die Auswirkungen von anthropogenen Katastrophen und Naturkatastrophen wie Überschwemmungen in Europa verringern. In Irland wurden mithilfe von Copernicus Sturmprognosen und rasche Satellitenkartierungen bereitgestellt. Diese Unterstützung erhält jedes europäische Land, das mit extremen Wetterbedingungen konfrontiert ist.“ 

„Um Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Katastrophen bekämpfen zu können, ist unbedingt eine EU-weite Koordinierung notwendig.“ 

 - Françoise Villette

Schon gewusst?

6 Mrd. EUR

Der durch die Überschwemmungen in Europa im Jahr 2016 entstandene wirtschaftliche Schaden.

10 Tage

So weit kann das Europäische Hochwasser-Frühwarnsystem (EFAS) Überschwemmungen überall in Europa vorhersagen. Zwischen dem 3. Dezember 2015 und dem 6. Januar 2016 verschickte die EU 19 Hochwasserwarnungen an irische Behörden.

50 %

Die Zunahme von globalen Überschwemmungen und extremen Niederschlägen in den letzten zehn Jahren.

500 000-1 000 000

Die Zahl der Menschen in Europa, die in Zukunft von Überschwemmungen betroffen sein dürften.

107

Die Zahl der von den irischen Behörden beim „Copernicus Rapid Mapping Service“ (Copernicus EMS-Mapping) zwischen Dezember 2015 und Januar 2016 angeforderten Karten. Diese Karten zeigten den Umfang und das Ausmaß der Überschwemmungen in Irland.

20 Jahre, 7 Satelliten in der Erdumlaufbahn

Das Copernicus-Programm der EU ist der drittgrößte Satellitendatenanbieter der Welt. Die über seine Satelliten gesammelten Daten tragen dazu bei, die europäische Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen von klimabedingten Katastrophen und Naturkatastrophen zu schützen. Zudem werden dadurch jährlich 4 000 Arbeitsplätze gesichert.

WER SIND DIE ANDEREN HELDEN, DIE AUF KATASTROPHEN REAGIEREN?

Einige von ihnen kommen vielleicht sogar aus Ihrem Land.

Es gibt ein durch die EU verbundenes Netzwerk lokaler Helden, die zusammenarbeiten, um uns vor Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen, Umweltverschmutzung, den Auswirkungen des Klimawandels und mehr zu schützen. Von Piloten bis hin zu Strafverfolgern, von Umweltschützern bis hin zu Zollbeamten – entdecken Sie, wie die EU lokale Helden in Ihrem Land unterstützt.