EU PROTECTS > Unsere Umwelt > Rettung des Störs: Wie die EU die Natur des Donauraums bewahrt und die Menschen dort unterstützt

„Wenn meine Schüler etwas über die Tierwelt in Flüssen lernen, sind sie besser darauf vorbereitet, sich für sich selbst und zukünftige Generationen um unseren Planeten zu kümmern.“

Julie Himmelbauer

Seit bereits über 200 Millionen Jahren bevölkert der Stör unsere Flüsse. Fünf bis sechs der in der Donau heimischen Arten sind mittlerweile jedoch vom Aussterben bedroht. Um den Stör vor diesem Schicksal zu bewahren, bringt die EU Forscher, Kommunalbeamte, NROs und Lehrer aus Österreich, Bulgarien, Deutschland, Rumänien, Serbien und der Ukraine zusammen.

Die abnehmende Zahl der Störsichtungen in der Donau ist ein Warnsignal. Es ist dringend notwendig, die biologische Vielfalt Europas zu bewahren und gleichzeitig die Lebensgrundlagen der Fischergemeinden zu schützen. Und nicht nur Störe sind gefährdet – viele weitere Arten, die in unseren Ökosystemen eine wichtige Rolle spielen, müssen dringend geschützt werden.

Rettung des Störs: Wie die EU die Natur des Donauraums bewahrt und die Menschen dort unterstützt

Die Störpopulationen in der Donau sind in den letzten 50 Jahren immer mehr geschrumpft. Der Verlust dieses Fisches, der bereits seit der Altsteinzeit auf unserem Planeten lebt, hätte schwerwiegende Folgen für den Zustand der Donau und die Fischergemeinden entlang ihrer Ufer. Erfahren Sie mehr über die Alltagshelden, die sich für den Schutz des Lebensraums des Störs sowie der Tiere und der von ihnen abhängigen Gemeinden einsetzen.

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Thomas Friedrich

Universität für Bodenkultur

Österreich

„Heute sind die europäischen Störe durch Überfischung, die Dezimierung ihres Lebensraumes sowie Dämme und andere physische Hindernisse auf ihren Migrationsrouten bedroht. Mit Hilfe der EU arbeiten wir mit verschiedenen Ländern der Region zusammen, um diese Bedrohungen zu überwinden. “

„Störe spielen eine wichtige Rolle im gesamten Ökosystem. Durch das Verknüpfen von Forschung und aktivem Naturschutz ist es möglich, den Zustand des Flusses für alle seine Be- und Anwohner zu verbessern – vom Fisch bis zum Menschen.“

„Es geht um mehr als eine einzelne Spezies. Es geht darum, ob unsere Gesellschaft sich dazu entschließt, eine gesunde Umwelt zu schätzen.“

 Thomas Friedrich

Ekaterina Voynova

World Wide Fund for Nature (WWF)

Bulgarien

„Bulgarien ist weltweit einer der größten Produzenten von legal gewonnenem Kaviar. Weil sie als Luxusartikel gelten, sind die Eier des freilebenden Störs eine Beute der Wilderer im illegalen Kaviarhandel geworden.“

„Im Rahmen dieses EU-finanzierten Projekts arbeiten wir mit bulgarischen, rumänischen, ukrainischen und serbischen Strafverfolgungsbehörden zusammen, um Laichgründe des wilden Störs entlang der gesamten unteren Donau zu schützen, vom Eisernen Tor bis zum Schwarzen Meer.“

„Wir können Störe nicht allein auf unserer Seite der Grenze schützen.“

 Ekaterina Voynova

Jutta Jahrl

World Wide Fund for Nature (WWF)

Österreich

„Wir koordinieren das EU-Projekt zum Schutz von Störarten. Wir arbeiten direkt mit den Fischergemeinden im Donauraum zusammen, die seit Generationen auf die Störe angewiesen sind.“

„Wir führen öffentliche Vorträge und Schulungen mit den Fischern durch, um ihre Bedürfnisse zu verstehen und alternative Erwerbsquellen wie etwa im Tourismusbereich oder in Form der Herstellung lokaler Produkte zu ermitteln.“

 

„Fischerei sollte weiterhin eine Einnahmequelle bleiben, aber nicht auf Kosten der Störpopulation.“

Jutta Jahrl

Cristina Munteanu

World Wide Fund for Nature (WWF)

Rumänien

„Im Rahmen des Donaunaturschutzprojekts der EU haben wir ein Bildungspaket für junge Menschen entwickelt. Es informiert über die Donau, ihre Störe und andere natürliche Ressourcen.“

„Bei diesem Projekt geht es um mehr als nur Aufklärung und es gilt auch über Rumänien hinaus: Wir versuchen, die Menschen im Donauraum darauf vorzubereiten, sowohl Einnahmequellen in ihren Gemeinden zu erschließen als auch ihrer unmittelbaren Umwelt den nötigen Respekt zu erweisen.“

„Wir ermutigen junge Menschen, kleine Unternehmen zu gründen und dabei das nutzen, was sie in ihrer Region vorfinden – aber ohne die Natur zu schädigen.“

 Cristina Munteanu

Julie Himmelbauer

Lehrerin, Rudolf-Steiner-Schule

Österreich

„Meine Schüler haben am EU-Wiederansiedlungsprogramm für Störe teilgenommen. Jeder Schüler lässt einen Stör in die Wildnis frei.“

„Es spielt keine Rolle, ob sie alle in 20 Jahren Meeresbiologen werden oder nicht. Wenn sie sich an dieses Erlebnis erinnern und sich ihrer natürlichen Umgebung bewusst werden, dann finde ich, dass das allein schon etwas sehr Positives ist.“

„Angesichts des Klimawandels ist es heute wichtiger denn je, dass die junge Generation etwas über die Tierwelt in Flüssen erfährt.“

 Julie Himmelbauer

 

Schon gewusst?

6

Zahl der Länder, die sich im Rahmen des EU-Projekts „LIFE for Danube Sturgeons“ zusammengeschlossen haben (Österreich, Bulgarien, Deutschland, Rumänien, Serbien, Ukraine). Das Projekt soll allen Ländern des Donauraums zugutekommen.

2.500 Paare brütender weißer Pelikane

– die größte Kolonie außerhalb Afrikas – treffen jedes Frühjahr im Donaudelta ein. Wie der Stör sind sie durch EU-Rechtsvorschriften geschützt und werden bei der Strategie der Europäischen Union für den Donauraum berücksichtigt, in deren Rahmen in Zusammenarbeit mit Organisationen wie dem World Wide Fund for Nature (WWF) 14 Länder zusammengebracht werden, um die Natur zu schützen und Wohlstand in der Flussregion zu schaffen.

18 %

Anteil der EU-Landfläche, die von Natura 2000, dem größten Netzwerk von Schutzgebieten auf der Welt, abgedeckt wird.

70 %

Prozentsatz von Fischern unter den 200 Gemeinschaftsmitgliedern des von der EU finanzierten Naturschutzprojekts „LIFE for Danube Sturgeons“.

30.000-60.000

Zahl der Sterlets (eine Störart), die jährlich im Rahmen des LIFE-Projekt der EU zur Wiederansiedlung von Sterlets über die nächsten vier bis fünf Jahre freigesetzt werden.

Bestäuber in der EU

Andere europaweite Initiative zum Schutz von Arten (Bienen, Schmetterlinge und andere bestäubende Insekten), die für unsere Gesundheit, Ernährungssicherheit und den Schutz unseres Planeten von entscheidender Bedeutung sind.

WER SIND DIE ANDEREN HELDEN, DIE DIE UMWELT SCHÜTZEN?

Einige von ihnen stammen womöglich sogar aus Ihrem Land.

Es gibt ein EU-verwaltetes Netzwerk von Helden, die zusammenarbeiten, um uns vor Umweltbedrohungen, Schadstoffbelastung, dem Verlust gefährdeter Arten und mehr zu schützen. Vom Umweltaktivisten bis zum Zollbeamten, vom Beauftragten für Lebensmittelsicherheit bis zum Team für Hochwasserschutz – entdecken Sie, wie die EU Helden in Ihrem Land unterstützt.