EU PROTECTS > Unsere Umwelt > Das brennende Thema: Wie die EU zur Bekämpfung der tödlichen Luftverschmutzung in Polen beiträgt

„Mithilfe von EU-Fördermitteln haben wir unseren alten, umweltschädlichen Kohleofen durch einen neuen, verbesserten Heizkessel ersetzt.“

Grzegorz Horwacik

In der EU ist die Luftverschmutzung für rund 400 000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Eine schlechte Luftqualität kann zu Lungenkrebs, Schlaganfällen, Herzinfarkten und akuten Atemwegserkrankungen bei Kindern führen. 

Die polnische Region Małopolska (Kleinpolen) ist neben Teilen Tschechiens und der Slowakei eines der am stärksten belasteten Gebiete Europas. Die Verschmutzung ist besonders stark im Winter, wenn die Menschen, um ihre Häuser warm zu halten, Kohle und manchmal auch Abfall verbrennen, und so Smog in die Luft abgegeben wird, der die Gesundheit der Menschen gefährdet. 

Mithilfe eines EU-Förderprogramms bekämpft die polnische Region Małopolska derzeit die Luftverschmutzung aus dem Haushalt heraus. Luftqualitätsexperten und Aktivisten sorgen dafür, dass die Haushalte über die Anleitung und die Mittel verfügen, um veraltete kohlebefeuerte Heizkessel durch sauberere, kosteneffiziente Heizsysteme zu ersetzen. Bislang wurden 27 000 Heizkessel ausgetauscht. Dieser regionsweite Übergang ist ein großer Schritt zur Bewältigung der toxischen Umweltbelastung in Polen und damit vielversprechend für andere Regionen Europas, die mit schwerer Luftverschmutzung zu kämpfen haben.

Das brennende Thema: Wie die EU zur Bekämpfung der tödlichen Luftverschmutzung in Polen beiträgt

In Südpolen finanziert die EU den Austausch von mehr als 500 000 umweltschädlichen Kohleöfen in Haushalten. Die neuen Heizkessel, die smogbildende Schadstoffe reduzieren, sind ein Beispiel dafür, wie die EU zur Verbesserung der Luftqualität in ganz Europa beiträgt.

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Anke Lükewille

Deutsche, Europäische Umweltagentur

Dänemark

„Die Luftverschmutzung ist vielleicht nicht immer sichtbar, aber sie kann uns sofort mit brennenden Augen oder einem kratzigen Hals treffen. Eine längere Exposition gegenüber verschmutzter Luft kann langfristig zu schwerwiegenderen gesundheitlichen Auswirkungen wie z. B. Lungenversagen oder sogar einem Herzinfarkt führen.“

„Ich sammle Informationen über verschiedene Arten und Ursachen der Luftverschmutzung in allen EU-Ländern. Seit 2000 sind die Schwefeldioxidemissionen, hauptsächlich aus der Kohleverbrennung, EU-weit um mehr als 70 % gesunken. Auch die Präsenz von toxischen Schadstoffen in der Luft, die wir einatmen, wie z. B. kleinen Staubpartikeln, ist deutlich zurückgegangen. Dies ist zwar ein bedeutender Erfolg, doch viele Europäer leben immer noch in stark verschmutzten Gebieten.“

 

„Wir müssen sicherstellen, dass die Luftqualitätsnormen in ganz Europa eingehalten werden, damit Familien nicht mit der Verschmutzung leben müssen.“

 - Anke Lükewille

Thomas Henrichs

Deutscher, Referat für Luftqualität, Europäische Kommission

Belgien

„Die Gesundheit der Bürger ist eine der obersten Prioritäten der EU. Durch europäische Vorschriften werden Grenzwerte für gefährliche Luftschadstoffe festgelegt und die EU-Länder werden verpflichtet, die Verschmutzung zu überwachen. Dies ist in Bereichen wie Stromerzeugung, industrielle Produktion oder Straßenverkehr besonders wichtig.“

„Wir haben bereits Erfolge verzeichnet: In den letzten zwei Jahrzehnten sind die Emissionen der wichtigsten Luftschadstoffe zurückgegangen. Wir müssen jedoch noch einiges tun, um sicherzustellen, dass unsere Luft sauber ist.“

„Wir sorgen dafür, dass die EU-Vorschriften für saubere Luft funktionieren, und wir finanzieren Initiativen zur Verbesserung der Luftqualität in unserem Alltag.“

 - Thomas Henrichs

Jiří Horák

Emissionswissenschaftler, Technische Universität Ostrava

Tschechien

„Ich nenne mich selbst ‚Smokeman‘. Ich besuche Schulen, Städte und Dörfer in der Region Ostrava in Tschechien. Ich reise in meinem mobilen Energielabor, das mit einem tragbaren Ofen ausgestattet ist, in dem ich Holz, Kohle und Abfall verbrenne. Auf diese Weise kann ich den Menschen praktisch zeigen, welche giftigen Abgase sie aufgrund ihrer alten oder schlecht funktionierenden Heizgeräte einatmen. Hier in meiner Region in Tschechien, wie auch in Polen und der Slowakei, erreicht das Heizkesseltauschprogramm der EU immer mehr Hausbesitzer und trägt so zu einer besseren Luftqualität bei.“

„Mit Unterstützung der EU arbeiten wir in Städten und Dörfern Mittel- und Osteuropas daran, Tausende alte Heizkessel auszutauschen.“

 - Jiří Horák

Tomasz Pietrusiak

Umweltabteilung, Marschallamt der Region Małopolska

Polen

„In meiner Region verursacht die Luftverschmutzung rund 3 Mrd. PLN (ca. 800 Mio. EUR) pro Jahr an Gesundheitskosten. Mit EU-Mitteln haben wir 60 auf dem Gebiet der Luftqualität tätige Experten und Wissenschaftler eingestellt, um die Initiative zum Austausch von Heizkesseln in 55 Gemeinden Polens zu fördern. Diese ‚Umweltberater‘ besuchen Schulen, Gemeinde- und Gesundheitszentren, um die Einwohner dazu zu bewegen, weniger Kohle zu verbrennen und zu erwägen, ihre Heizkessel durch umweltfreundlichere Heizkessel zu ersetzen. Wir hoffen, dass bis 2023 alle alten Heizkessel in der Region Małopolska ausgetauscht sind.“

„Wir wollen unsere Erfolge mit anderen Regionen in Europa teilen, die mit veralteten, stark umweltschädlichen Heizsystemen zu kämpfen haben.“

 - Tomasz Pietrusiak

Grzegorz Horwacik

Region Małopolska

Polen

„Unser Haus wurde in den 1950er-Jahren gebaut. Vor dem Austausch unseres Heizkessels haben wir bis zu elf Tonnen Kohle pro Jahr verbrannt, um unser Haus zu heizen. Der Smog war extrem lästig, aber wir hatten nicht das Geld, um unser Heizsystem auszutauschen. Dank EU-Mitteln erhielten wir einen Zuschuss von fast 2 000 EUR für einen neuen gasbetriebenen Heizkessel. Damit wurden rund 50 % der Kosten gedeckt. Die positive Botschaft verbreitete sich schnell. Zwei Nachbarn haben bereits neue Gasheizkessel.“

„Heute werden in meiner Region in Polen immer mehr Heizkessel ausgetauscht. Ich freue mich, eine viel sauberere Luft einatmen zu können.“

 - Grzegorz Horwacik

Schon gewusst?

Updates zur Luftdichte

Der Luftqualitätsindex der EU liefert Echtzeit-Daten über die Luftqualität in der gesamten EU. Finden Sie heraus, wie sauber Ihre Luft jetzt gerade ist: http://airindex.eea.europa.eu/.

Halten Sie den Atem an

Primäre Schadstoffpartikel (auch „Feinstaub“ genannt) sind so klein, dass sie leicht eingeatmet werden können. Gelangen diese Smog- und Staubpartikel in die Lunge, stellen sie ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

72 %

Der Prozentsatz der primären Schadstoffpartikel (PM10), die durch alte Heizkessel in polnischen Haushalten verursacht werden. Die Quelle dieser Schadstoffe in unserer Luft ist nicht nur die Verbrennung von Kohle und anderen umweltschädlichen Brennstoffen, die im Rahmen von Heiz- und Stromsystemen verwendet werden. Auch Autoabgase, Straßenbauarbeiten, landwirtschaftliche Verbrennungen und andere Industrietätigkeiten tragen zur Schadstoffbelastung bei.

20 von 28

Die Anzahl der EU-Länder, die die EU-Schadstoffgrenzwerte immer noch überschreiten.

20 Mrd. EUR

Die Kosten der Luftverschmutzung pro Jahr in Bezug auf die Gesundheitsfürsorge und verlorene Arbeitstage in der gesamten EU.

4000

Die Anzahl der Messstationen für die Luftqualität in ganz Europa.

WER SIND DIE ANDEREN HELDEN, DIE UNSERE GESUNDHEIT SCHÜTZEN?

Einige von ihnen kommen vielleicht sogar aus Ihrem Land.

Es gibt ein durch die EU verbundenes Netzwerk lokaler Helden, die zusammenarbeiten, um uns vor Umweltverschmutzung, dem Verlust bedrohter Arten, extremen Temperaturen und mehr zu schützen. Von Umweltexperten bis hin zu Rettungskräften, von Gesundheitsexperten bis hin zu Sozialarbeitern – entdecken Sie, wie die EU lokale Helden in Ihrem Land unterstützt.