Euroopa Noorteportaal
Teave ja võimalused noortele kogu Euroopas.

Glaubt ihr echt?

Edwin Andrade - unsplash.com (CC0)
Das Thema Religion ist in der öffentlichen Diskussion aktueller denn je. Gleichzeitig identifizieren sich Jugendliche weniger mit der Kirche. Unsere Redakteurin Janine hat sich umgehört und ihre Erkenntnisse und Gedanken aufgeschrieben.

von Janine Tillmanns

 

„Natürlich glaube ich an Etwas, aber dafür brauche ich doch keine Kirche?“ – Eine Aussage, die man besonders von jungen Erwachsenen hört, wenn es um das Thema Religion geht. Ist die Kirche also einfach nicht mehr zeitgemäß?

Eine Umfrage in dem katholischen Religionskurs eines Mönchengladbacher Gymnasiums hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der Jugendlichen die Kirche an sich gut findet. Eine Übereinstimmung ergab sich hinsichtlich der Wirkung des Gotteshauses: Die Rolle der Kirche als Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, sowie als Instanz, die moralische und ethische Richtwerte vorgibt, ist in den Köpfen verankert.

 

Woher rührt das generelle Misstrauen gegenüber der Kirche seitens der Jugend?
 

Religionslehrer Norbert Blau betont, es käme besonders auf die Prägung an, die durch das Elternhaus vermittelt werden sollte: „Damals ging man Sonntags in die Kirche, zu Hause bleiben ging nicht.“
Gewisse Regeln gehörten in vergangenen Generationen also schlichtweg dazu. Heutzutage wird der sonntägliche Besuch in der Kirche viel lockerer gehandhabt, sodass die jungen Erwachsenen selbst entscheiden können, wie intensiv sie sich mit religiösen Themen beschäftigen möchten. Blau hält die schulische Prägung durch den Religionsunterricht für einen zweitwichtigsten Faktor, um den Grundbaustein im Umgang mit Glauben und Religion zu legen. Sein Bestreben sei nicht, die Jugendlichen zu streng gläubigen Menschen zu erziehen, sondern vielmehr möchte er er ihnen einen Zugang ermöglichen.

 

Gründe für die Abkehr von Religion


Denn trotz einer religiösen Prägung in der Kindheit kehren viele Menschen der Religion im Laufe ihrer Jugend den Rücken zu. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Zunächst wird die Kirche wird von vielen Jugendlichen als „altmodisch und uncool“ empfunden. Sie fühlen sich einfach nicht zugehörig. Selbstgestaltete Gottesdienste, in denen moderne Inhalte in Form von Livebands, etc. transportiert werden, kommen oft zu kurz. Jungen Interessierten wird nicht die Chance geboten, sich selbst zu engagieren.

 

Die 16-jährige Schülerin Emily K. traut ihren Altersgenoss(inn)en die verantwortungsvolle Interaktion mit der heiklen Thematik dennoch zu. „Ich denke, die Generationen werden immer kritischer und eigenständiger in ihrem Denken.“ Sie teilen ihr Wissen und ihre Interessen auf Facebook und Co, anstatt auf die traditionellen Gemeinde-Einrichtungen zurückzugreifen, die einst das Gefühl der Zugehörigkeit vermittelt haben. Heute sind die Jugendlichen sozial übersättigt. Es vergeht keine Minute, in der sie nicht ihre sozialen Netzwerke checken, um ja keine Aktivität der Anderen zu verpassen. Ihre eigenen Aktivitäten schrauben sie dafür schonmal runter.

 

Die Kirche wandelt sich


Die Kirche kann in dieser Hinsicht einfach nicht Schritt halten. Dennoch sind die Religionen und deren Auslegung aktueller denn je. Das führt auch dazu, dass die Kirche einen Prozess des Wandels durchlebt und mit vielen Neuerungen konfrontiert wird. Folglich muss die Kirche an diesem Konkurrenzkampf teilnehmen, um sich einen Weiterbestand in der Gesellschaft zu sichern.

Avaldatud: Reede, 13/04/2018 - 15:25


Tweet Button: 


Info for young people in the western balkans

Vajad eksperdi abi või nõuannet?

Küsi meilt!