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„It’s a plastic planet!“

John Schneider - flickr (CC BY-NC-ND 20)
Dinge aus Plastik sind unsere ständigen Begleiter. Doch obwohl viele Menschen wissen, dass Plastikmüll schädlich für die Umwelt ist, wissen viele nicht, welche Schäden er tatsächlich anrichtet – und wie man ihn ganz einfach vermeiden kann.

Von Maxi Köhler

Na, heute schon einen Karamell-Macchiato im To-go-Becher getrunken oder eine in Folie eingeschweißte Bio-Gurke gekauft?

An beinahe jeder Ecke gibt es Dinge zu kaufen, die (Plastik-)Müll erzeugen. Jedes Jahr werden weltweit rund 322 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt. Dabei werden 72 Prozent der gebrauchten Plastikverpackungen gar nicht wiederverwertet – und 32 Prozent  davon landen unkontrolliert in der Umwelt, zum Beispiel im Meer.*

Plastik – was ist das?

Der Stoff Plastik wird meistens aus Erdöl hergestellt. Chemisch betrachtet besteht er aus langen, ineinander verschwungenen Molekülketten. Im Gegensatz zu Naturmaterialien ist Plastik biologisch nicht abbaubar. Das ist auch der Grund warum es viele hundert Jahre in der Umwelt, zum Beispiel im Meer, bleibt. Es wird geschätzt dass eine Plastiktüte zehn bis 20 Jahre im Meer verweilt, eine Aludose sogar 200 Jahre. Eine Plastikflasche braucht hingegen 450 Jahre, um sich vollständig abzubauen.*

Plastikmüll in den Meeren  

Seit 1964 hat sich die Produktion von Plastik verzwanzigfacht. Davon landet ein nicht unerheblicher Teil über die verschiedensten Wege ins Meer, zum Beispiel wird Müll durch den Wind vom Land ins Wasser getragen, Schiffsbesatzungen werfen ihren Abfall teilweise über Bord oder nicht mehr benötigte Netze gehen aus der Fischwirtschaft „verloren“.
So vergrößerte sich im Laufe der Zeit die Summe des Mülls in den Meeren. Man geht davon aus, dass derzeit über 150 Millionen Tonnen Plastikmüll die Meere belasten. Im Jahr 2050 wird sich (als Gewicht gerechnet) mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren befinden.*

Den Hauptanteil des Plastikmülls, der ins Meer getragen wird, haben die Länder Südostasiens zu verantworten. Die Hälfte stammt aus China, Indonesien, den Philippinen, Thailand und Vietnam. Dazu muss man aber wissen, dass bis vor kurzem Deutschland fleißig Müll nach China exportiert hat. Der Grund, warum ausgerechnet an den Küsten dieser Länder so viel Müll in die Meere treibt, ist, dass in ärmeren Ländern häufig die Strukturen zum Sammeln und Verarbeiten von Abfällen fehlen. Mindestens drei Milliarden Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu kontrollierter Müllentsorgung.

Folgen

Dramatische Folgen hat Plastikmüll im Meer für Tiere und Pflanzen. Etwa 1.400 im Meer lebender Arten leidet unter dem Müll. Beispielsweise haben mehr als ein Drittel der Lederschildkröten Plastikknäuel im Magen. Die Schildkröten verwechseln Plastiktüten mit Quallen, welche ihre eigentliche Hauptnahrung sind. Des Weiteren bedecken Plastikplanen Korallenstöcke, Schwämme oder Muschelbänke und verhindern so ihre Besiedlung. Meeresorganismen werden vom Sauerstoffaustausch abgeschnitten und ersticken. Meeresvögel halten Plastikteile für Nahrung und verhungern bei vollem Magen.

Aber auch der Mensch zählt zu den Opfern der verschmutzen Meere. Zum einen werden frühere Urlaubsparadise verschmutzt und der Tourismus in den betroffenen Regionen bricht ein. Zum anderen können Speisefische Mikroplastikteilchen enthalten, die durch die Nahrung vom Menschen aufgenommen werden.

„Darüber, wer die Welt erschaffen hat, lässt sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird.“ – George Adamson (engl. Tierschützer)

Was können wir tun?

Längst hat natürlich auch die Politik mitbekommen dass dringender Handlungsbedarf besteht. Trotzdem steht im ersten Entwurf zum Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD, der Mittwochmorgen veröffentlicht wurde, lediglich diese Passage zur „Kreislaufwirtschaft“:

„Wir wollen, auch im Rahmen des europäischen Kreislaufwirtschaftspakets und der weiteren Arbeiten an der europäischen Plastikstrategie, Abfallvermeidung und Recycling stärken, die Einsatzmöglichkeiten für recycelte Materialien verbessern und entsprechende Anreize sowie mögliche gesetzliche Pflichten prüfen. Daneben wollen wir die Produktverantwortung weiterentwickeln, d.h. Hersteller müssen Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Wiederverwendbarkeit stärker berücksichtigen.“ (Koalitionsvertrag, Stand: 07.02. 11:45 Uhr)

Kreislaufwirtschaft bedeutet dass die eingesetzen Rohstoffe weit über die Lebensdauer einer Ware hinausgehen und wieder vollständig in den Produktionsprozess zurückgelangen. Das wird zum Beispiel durch Recycling erreicht, auch wenn weit weniger recycelt wird, als es technisch möglich wäre. Nur die Hälfte der Kunststoffverpackungen wird „stofflich“ verwertet, das heißt recycelt. Grund dafür: Mehr zu recyceln ist derzeit wirtschaftlich nicht interessant und gesetzlich auch nicht vorgegeben.

Umweltorganisationen wie WWF oder der Naturschutzbund Deutschland (NABU) setzen sich bereits mit großen Aufklärungskampagnen gegen die Verschmutzung der Meere ein. Der WWF Hongkong betreibt beispielsweise bereits ein Projekt, bei dem der an bestimmten Küstenregionen anfallende Plastikmüll gesammelt und untersucht wird.

Doch auch wir selbst können dazu beitragen unseren Müll zu reduzieren und Plastik weitestgehend zu vermeiden, damit es erst gar nicht die Möglichkeit hat ins Meer zu gelangen.

10 Tipps für weniger (Plastik-) Müll

1.    Zum Einkaufen eigene Taschen, Beutel oder Tüten mitnehmen.
2.    Mehrwegflaschen oder Glasflaschen kaufen und diese öfter verwenden.  
3.    Kaffee im Café in einer Tasse trinken oder eigenes Behältnis zum Befüllen mitbringen.
4.    Plastikartikel so oft es geht wiederverwenden und nicht direkt wegwerfen.
5.    Gezielt Plastikverpackungen vermeiden, z.B. beim Obst und Gemüse.
6.    Eis in der Waffel statt im Becher kaufen.
7.    Alte Plastiktüten als Müllbeutel verwenden.
8.    Den Abfall richtig trennennur so können sie recycelt werden (Info’s gibt‘s beim lokalen Müllentsorgebetrieb).
9.    Sich über Geschäfte informieren, die Produkte ohne Verpackungen anbieten, z.B. „Unverpackt“-Läden.
10.    Sich an Müllsammelaktionen in der Gemeinde oder am Urlaubsort beteiligen.


* Quellen:

WWF: http://www.wwf.de/fileadmin/user_upload/PDF/WWF_Faktenblatt_Plastikmuell_2017.pdf (letzter Zugriff am 13.02.2018 16:11 Uhr)
Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/419/dokumente/wie_lange_braucht_der_muell_um_abgebaut_zu_werden.pdf (letzter Zugriff am 13.02.2018 16:13 Uhr)

Julkaistu: Ke, 14/02/2018 - 14:34


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