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Ganz persönlich - und hauptsache bequem. Aber zu welchem Preis?

unsplash, Max Newhall (CC0)
Personalisierte Werbung im Netz: Warum ist diese Problematisch? Was hat es mit Tracking auf sich und gibt es Vorteile aus Nutzersicht, die für diese Werbestrategie sprechen?

Autorin: Merle Bieler

 

„‘Aha, wie ich sehe, hast du gerade einen Laptop gekauft. Möchtest du vielleicht einen Laptop kaufen? ‘- Amazon, immer.“ Dieser Spruch bringt personalisierte Werbung auf den Punkt. Oder etwa nicht? Gibt es vielleicht auch Vorteile aus Nutzersicht, die für diese Werbestrategie sprechen? Und wie krass ist das Ganze eigentlich wirklich?

 

Tracking und personalisierte Werbung

 

Wie bereits im ersten Teil dieser Artikelreihe erwähnt, ist es sehr aufwendig, sich gegen das in der personalisierten Werbung implizierte „tracking“ durch beispielsweise Cookies zu wehren. Man drückt nun einmal eher auf „akzeptieren“ als dass man die Webseite ansonsten gar nicht nutzen kann und auch vorgeschlagene Maßnahmen gegen tracking“ wie zwei Browser zu verwenden, einem zum Surfen und einem zum Shoppen, sind sehr umständlich. Ein Komfortverlust, den man gerne umgeht, indem man das tracking einfach hinnimmt. Und in Anbetracht all der Leistungen, die man für seine Daten bekommt, erscheint die Preisgabe eben dieser wie Peanuts. Außerdem, warum denn über nahezu perfekt auf die eigene Persönlichkeit zugeschnittene Werbeanzeigen aufregen? Es ist doch total praktisch, direkt Produkte angezeigt zu bekommen, die einen interessieren oder sogar verschiedene Angebote für ein Produkt, sodass man das beste Angebot auswählen kann und dabei vielleicht auch noch Geld spart. Dazu kommt, dass es Zeit spart, wenn man die Produkte nicht erst suchen muss, sondern sie einem direkt angezeigt werden. Personalisierte Werbung ist also nicht nur überaus populär, sondern laut Google (2011) auch „nützlich und relevant“.

 

Vorteile von personalisierter Werbung

 

Doch wie nützlich ist es tatsächlich, wenn man im Internet ein Produkt kauft und danach noch tagelang Werbung für eben dieses Produkt angezeigt bekommt (Stichwort: Laptop und Amazon)? Das ist nämlich weitaus öfter der Fall, als dass einem Ergänzungsprodukte vorgeschlagen werden - was wesentlich effektiver und persönlicher wäre. Zudem ist die personalisierte Werbung nicht nahezu perfekt auf die eigene Persönlichkeit zugeschnitten, sondern auf wen man im Netz angibt zu sein. Wenn man bei Facebook sein Geschlecht ändert, ändert sich auch die Werbung, die einem angezeigt wird. Wie persönlich ist das dann noch?

 

Personalisierte Werbung auf Facebook

 

Apropos Facebook: Das Unternehmen legt Nutzerprofile an und analysiert vom Nutzer „gelikte“ Seiten und freiwillig hinterlegte Daten zu Werbezwecken. Hierbei werden bis zu 98(!) Datenpunkte wie Wohnort, Beziehungsstatus, Bildungsniveau, Einkommen und vieles mehr mit einbezogen (eine vollständige Liste gibt es auf www.netzpoliti.org). Außerdem arbeitet Facebook mit Firmen zusammen, die Daten aus behördlichen Akten und Umfragen sammeln und nutzt gewerbliche Quellen, um noch mehr über Facebook-Nutzer zu erfahren. An diesen gesammelten Daten besteht großes Interesse, z. B. von Banken, die über die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden informiert sein möchten. Facebook kann nun bestimmen, wer Zugriff auf diese Nutzerdaten erhält und verdient daran Geld. Personalisierte Werbung bezahlt man also ganz persönlich mit seinen Daten - und wenn man mal reflektiert, wie viel man bei Facebook gewollt und auch ungewollt von sich preisgibt, sollte der Preis für eben diese praktische und bequeme Art der Werbung vielleicht doch nicht mehr so gering erscheinen. Zumal die Daten sogar noch von Hackern entwendet und weiterverkauft werden könnten, denn es ist nicht bekannt, ob und wie die Daten auf den Servern von Facebook gesichert werden. Und das ist nur einer von vielen Konzernen, die so agieren.

 

„‘Du willst ganz easy Produkte angezeigt bekommen, die dir gefallen? Okay, wenn du uns dein erstgeborenes Kind versprichst und dein Monatsgehalt verrätst, sind wir im Geschäft. ‘- Leider nicht Rumpelstilzchen, sondern Facebook und Co, immer“.

 

Fazit: Sicher, personalisierte Werbung kann Internetshopping erleichtern und sich gegen „tracking“, welches Facebook und Co nun einmal praktizieren, zu wehren, ist anstrengend und oftmals kompliziert. Trotzdem sollte man sich der tatsächlichen Datenmenge, die man dafür zur Verfügung stellt, bewusst sein und sich fragen, ob das wirklich nötig ist. Im nächsten Teil der Artikelreihe wird es daher um konkrete Tipps gehen, wie man sich gegen tracking wehren kann.

 

Quellen & Weiterlesen:

Objavljeno: sri, 05/07/2017 - 13:56


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