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An einem Bildschirm
© Lukas Schepers

Dinge der Unmöglichkeit

Videospiele, 3-D und Kunst des Zwanzigsten Jahrhunderts. Das passt für viele erst mal nicht zusammen, aber jetzt gibt es bei der M. C. Escher Ausstellung in Brühl die Möglichkeit sich eines Besseren belehren zu lassen.

Autor: Lukas Schepers

 

Verrückt. Man geht die Treppe hoch, ohne von der Decke zu fallen. Die wirren Endlosbilder von beidseitig begehbaren Treppenhäusern, unmöglichen Dreiecken und sich-selbst-zeichnenden Händen kommen vielen Leuten bekannt vor – doch nur wenige haben einen Namen zum Bild. In Brühl bei Köln gibt es jetzt die Möglichkeit sich von dem fantastischen Werk des Maurits Cornelis Escher (1898-1972) begeistern zu lassen.

 

Das Max Ernst Museum präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Gemeente Museum Den Haag eine große Einzelausstellung des niederländischen Grafikers, dessen Bilder für ihre optischen Illusionen und Einfallsreichtum bekannt sind. Die Ausstellung verbindet Kunst und modernste Technologie in einer außergewöhnlichen Art und Weise. Zwar ist 3-D Kino heutzutage schon fast normal geworden, aber unter dem Einsatz von Virtual-Reality-Brillen haben Studierende des Cologne Game Lab der TH Köln in Anlehnung an Eschers Bilder täuschend echte 360°-Umsichten entwickelt, die unter dem Titel Escher 2.0 bestaunt werden können.
 

 

„Die Wirklichkeit, die uns umgibt, die dreidimensionale Welt, die uns umringt, ist uns zu gewöhnlich, zu langweilig, zu alltäglich. Wir sehnen uns nach dem Un- oder Übernatürlichen. Nach dem Irrationalen, dem Wunder.“ - M. C. Escher

 

Es ist ein großes Erlebnis, die unmöglichen Räume, die sich Escher erst erdenken konnte, nachdem er seinen Verstand austrickste, virtuell zu betreten. Thilo Buchfeld (53) aus Bonn konnte seinen Augen nicht trauen als er Brille und Kopfhörer aufgesetzt bekam. „Wo bin ich? Ich kann fliegen!“, ruft er, während sich seine Welt auf den Kopf stellt. Nachdem er hellauf seinen Sohn Marlon (12) zu sich gerufen hat und die beiden ihre unwirklichen Abenteuer erlebt haben erklären sie, wie überrascht sie sind. „Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es hat sich angefühlt, als wäre man an Orten, die noch nie von Menschen betreten wurden“, sagt Marlon.

 

Aber auch der analoge Teil der Ausstellung bietet mit über 100 Arbeiten einen Einblick in das Leben und die Entwicklung des populären Künstlers. Sein extrem präziser Zeichenstil zusammengenommen mit der Irrationalität seiner Bilder wirft Fragen über Fragen. Man kommt nicht dahinter, wo die Formen anfangen und wo sie wieder enden. Man geht den Weg des Wasserfalls mit dem Blick herauf und versteht nicht, wie er wieder herabfließen kann. Immer und immer wieder.

 

Eschers Experimente gelingen. Er ändert sein Werk, bricht aber nicht mit seiner Linie. Während alljährlicher Reisen nach Granada, Korsika und Süditalien macht er detailgetreue Skizzen und Fotografien, die ihm später als Vorlage für seine Bilder dienen. Der Verlauf von einfacher Abbildung hin zum täuscherischen Kunstwerk ist in der Ausstellung anhand seiner Studien nachzuvollziehen.

 

Auch vierzig Jahre nach seinem Tod trifft M. C. Escher noch den Nerv der Zeit. Kein Wunder, dass seine Ideen weiterhin in Hollywoodfilmen und Videospielen Verwendung finden. Diese Ausstellung sollte dafür sorgen, dass das so bleibt.

 

 

M. C. Eschers magische Welt im Max Ernst Museum Brühl

Comesstraße 42 / Max-Ernst-Allee 1

50321 Brühl (Rheinland)

Tel.: +49 (0) 22 32 57 93 0

Fax +49 (0) 22 32 57 93 130

 

Laufdauer der Ausstellung:

21.02. – 22.05.2016

 

Öffnungszeiten:

Dienstag - Sonntag: 11 - 18 Uhr

 

Preise:

Erwachsene (normal / ermäßigt): 7 € / 4 €

Erwachsene während Wechselausstellungen: 8,50 € / 5 €

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: Eintritt frei

Flüchtlinge (Erwachsene und Kinder): Eintritt frei