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© Lukas Schepers

In zwei Stunden um die Welt

In der Dauerausstellung „Der Mensch in seinen Welten“ im Rautenstrauch-Joest-Museum Köln kann man auf spannende Art und Weise fremde Kulturen entdecken, vergleichen und dabei seiner eigenen Geschichte auf der Spur sein.

Autor: Lukas Schepers

 

Im Eingang des Rautenstrauch-Joest-Museums in Köln wird man sogleich von einem eindrucksvollen Blickfang begrüßt. Der ungefähr acht Meter hohe Reisspeicher wurde 1935 gebaut, 1984 entwurzelt und steht nun als Wahrzeichen inmitten der lichtdurchfluteten Eingangshalle, statt als Lebensgrundlage im indonesischen Hochland.

 

Die Ausstellung „Der Mensch in seinen Welten“ soll Europäern den Blick auf andere Kulturen ermöglichen, um Gemeinsamkeiten hervorzuheben und Toleranz zu fördern. Sie istAuf 3.600 m² gibt es zahlreiche Einblicke in ferne Kulturen. Von den Neuseeländischen Maoris über Völker des Orients bis hin zu den Blackfoot Indianern der „Großen Ebene“. Der Spannend verpackt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

 

Die elf Themenparcours werden symbolisch mit einem Videozusammenschnitt von sich begrüßenden Leuten aus aller Welt eingeleitet, bevor man sich an Schattenspielfiguren vorbeischleicht und plötzlich in einem kaminroten Raum steht, der von den Gongschlägen eines indonesischen Gamelan Orchesters erfüllt wird. Dieses Ensemble aus über 50 Instrumenten kann man sogar in gesonderten Kursen selbst ausprobieren. Dabei bietet die Dauerausstellung ohnehin genug Möglichkeiten zur Interaktivität. Man wird regelmäßig mit einbezogen, fast schon absorbiert, lernt viel und hat auch noch Spaß dabei.

 

Viele kleine Extras wie herausziehbare Schubladen und Bücher mit technisch ausgeklügelten Features sind besonders für das jüngere Publikum ein Anreiz für die Entdeckungsfreude und werden noch multimedial unterstrichen. Neugierig kann man in den Fußstapfen des weltreisenden Ethnografen Wilhelm Joest treten, während man durch das Meer aus Exponaten wandert. Ihm und seiner Schwester Adele Rautenstrauch haben wir einen Großteil dieser Schätze zu verdanken, da sie mit 3.400 gespendeten Objekten den Grundstein für das Museum legten.

 

Wenn man durch die prunkvollen Hallen schlendert, ist es beinahe so, als wäre man selbst Abenteurer, während man nachvollziehbar die Entwicklung der Weltgeschichte dargelegt bekommt. Man kann an orientalische Gewürzen riechen, sich die Prestigeobjekte alter asiatischer Herrscher anschauen, die Ziegenfelle der Indianer fühlen und spannende Geschichten und Mythen hören.

 

Am Globalisierungstisch, einer langen weißen Tafel im Themenparkour „Wohnen“, kann man sich unter anderem die Geschichten von längst eingebürgerten Einwanderern anhören und findet sofort eine Verbindung zur Gegenwart. Gerade in Zeiten wie diesen, wo sich Kulturen stärker denn je vermischen, ist es wichtig, sich einig zu werden und sich anzunähren. Ein leerreicher Blick in die Vergangenheit kann da nur hilfreich sein. In diesem Sinne schließt die Ausstellung ebenso symbolisch, wie sie begonnen hat – mit einem Raum, in dem sich Buddhismus, Hinduismus, Islam, Christentum und Judentum ihr Heiligstes teilen.

 

Adresse & Öffnungszeiten

Cäcilienstraße 29-33

50667 Köln

Telefon 0221 / 221 - 313 56

Telefax 0221 / 221 - 313 33

rjm@stadt-koeln.de

Geöffnet:

Di-So 10-18 Uhr

Do 10-20 Uhr

1. Do im Monat: 10-22 Uhr (an Feiertagen 10-18 Uhr)

Mo geschlossen

 

Einzelticket Dauerausstellung: 7 €, ermäßigt: 4,50 €