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Veröffentlicht: 29/04/2013 12:37

Unterwegs in der EU? Nicht ohne meine Europäische Krankenversicherungskarte!

Bei Auslandsreisen sollten Sie stets Ihre Europäische Krankenversicherungskarte bei sich tragen. So erhalten Sie in ganz Europa Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen.

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© shutterstock.com - Yuri Arcurs

Bei der Planung einer Auslandsreise gibt es so viel zu bedenken – etwa ob Sie alle Reisepapiere dabei haben. Dazu zählt neben Ihrem Ausweis auch die Europäische Krankenversicherungskarte. Denn wenn Sie im Ausland krank werden, reicht Ihr Ausweis nicht aus.

 

Wie funktioniert die Karte?

Mit der Karte können Sie im Krankheits- oder Notfall medizinische Hilfe von staatlich anerkannten Gesundheitsdienstleistern in Anspruch nehmen – sei es im Urlaub, bei einem Auslandsstudium oder einem Praktikum irgendwo in der EU (oder Island, Liechtenstein, Norwegen und in der Schweiz).

Die Karte ersetzt zwar keine Reiseversicherung, garantiert Ihnen aber, dass Sie in dem betreffenden Land unter denselben Bedingungen und zu denselben Kosten behandelt werden wie Staatsangehörige dieses Landes. Sind medizinische Leistungen für Staatsangehörige kostenlos, müssen auch Sie nichts bezahlen. Ist die Gesundheitsversorgung kostenpflichtig, können Sie entweder vor Ort oder nach Ihrer Rückkehr in Ihrem Heimatland eine Erstattung der geleisteten Zahlungen beantragen. Beachten Sie, dass die Ausgaben nach den Regeln des Landes erstattet werden, in dem Sie behandelt wurden, und dass alle Länder unterschiedliche Krankenversicherungssysteme haben. So ist es möglich, dass Leistungen, für die Sie zu Hause nichts bezahlen, in einem anderen Land kostenpflichtig sind.

Es ist also empfehlenswert, eine Zusatzversicherung für die Fälle abzuschließen, die nicht durch die Europäische Krankenversicherungskarte abgedeckt sind. Dazu zählen die Notfallrettung, private Gesundheitsdienstleistungen oder die Überführung in Ihr Heimatland.

 

Wo erhalte ich die Europäische Krankenversicherungskarte?

In den 27 EU-Ländern, Island, Liechtenstein, Norwegen oder in der Schweiz gesetzlich Krankenversicherte können eine Europäische Krankenversicherungskarte beantragen. Sie erhalten diese Karte bei Ihrer Krankenkasse: Verzeichnis der nationalen Ausgabestellen.

Über eine App erhalten Sie im Ausland nützliche Informationen über potenzielle Behandlungskosten, die europaweite Notrufnummer 112 und praktische Tipps für den Fall der Fälle. Diese App ist mit iOS, Android und Windows 7 mobile kompatibel und in 24 Sprachen verfügbar. Sie können damit sogar zwischen Sprachen hin- und herschalten, wenn es vor Ihrer Reise mit dem Sprachkurs nicht mehr geklappt hat.

 

Fallbeispiel Anna

Anna ist im EU-Land A gesetzlich krankenversichert und verbringt einige Monate in EU-Land B, um ihr Studium zu beenden. Sie hat ihre in A ausgestellte Europäische Krankenversicherungskarte bei sich. Sie ist schwanger und möchte ihr Kind in B zur Welt bringen. Schwangerschaft und Geburt gelten als medizinische Notversorgung – Anna wird also in B auf Vorzeigen ihrer Europäischen Krankenversicherungskarte und ihres Ausweises die notwendige medizinische Versorgung erhalten.

Sie wird in B so behandelt, als sei sie dort versichert. Ist die Behandlung für die Staatsangehörigen dieses Landes kostenlos, dann auch für Anna. Bezahlen die Versicherten die Leistungen jedoch zunächst selbst und lassen sich dann die Kosten erstatten, wird auch Anna dieselben Kosten tragen wie alle anderen. Sie sollte die Erstattung in B beantragen, wo sie denselben Prozentsatz erhält wie alle in diesem Land Versicherten. Land B wird sich dann mit der Krankenkasse in Land A in Verbindung setzen (wo Anna versichert ist), um das Geld zurückzufordern.