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Youth Guarantee – delivering results


Garantie gegen Jugendarbeitslosigkeit

Mit der Jugendgarantie soll erreicht werden, dass jungen Menschen unter 25 vier Monate nach Abschluss der Schule oder Verlust des Arbeitsplatzes ein gutes und konkretes Angebot unterbreitet wird. Die EU-Länder sind nun dabei, diese Garantie umzusetzen.

Die Jugendgarantie ist ein Schlüsselinstrument im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Das Angebot sollte sich auf einen Arbeitsplatz, eine Lehre, ein Praktikum oder eine Weiterbildung beziehen und den Bedürfnissen und der persönlichen Situation der betroffenen Person Rechnung tragen. Langfristig sollen der Übergang Schule-Arbeitsmarkt verbessert und Arbeitsplätze für junge Menschen gefördert werden. Die Situation ist allerdings nicht in allen Ländern gleich. In deinem Land mag die Jugendgarantie daher andere Formen annehmen als anderswo.

 

Das System wurde in Österreich und Finnland bereits mit Erfolg angewandt: In Finnland hat die Jugendgarantie zur Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit beigetragen. In 83,5 % der Fälle konnte bereits nach drei Monaten eine Arbeits-, Praktikums- oder Lehrstelle bzw. eine Weiterbildung vermittelt werden.

 

Nationale Umsetzungspläne

Zur Entwicklung und erfolgreichen Umsetzung der Jugendgarantie ist eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten (Behörden, Bildungseinrichtungen, Arbeitgeber usw.) notwendig. Die EU-Länder haben nationale Aktionspläne zur Umsetzung der Jugendgarantie eingereicht, in denen die notwendigen Maßnahmen und beispielsweise der Zeitplan sowie die Aufgaben der Behörden und anderen Organisationen aufgeführt sind.

 

Damit die Ziele der Jugendgarantie erreicht werden können, sind strategische Reformen notwendig, etwa um den Übergang Schule-Arbeitsmarkt zu verbessern. Dazu bedarf es besser aufgestellter Arbeitsvermittlungen, tieferer Partnerschaften für eine leichtere Kontaktaufnahme mit jungen Menschen und einer Reform der Bildungssysteme. Nach einer Bewertung der nationalen Umsetzungspläne hat die Kommission acht Länder aufgefordert, sich mehr zu engagieren. 

 

Pilotprojekte

Da die Jugendgarantie in einigen Ländern noch keine konkrete Form angenommen hat, kannst du vielleicht noch nicht davon profitieren. Allerdings haben sieben Länder zwischen August und Dezember 2013 18 Pilotprojekte durchgeführt, die zeigen, um was es eigentlich geht, und was du dir unter einer Jugendgarantie vorstellen kannst.

 

In Rumänien wurden „Jobclubs“ gegründet, um junge Menschen auf das Arbeitsleben vorzubereiten. Sie erhielten dort praktische Anleitung und wurden in speziellen Fortbildungen geschult. Außerdem wurden Ausbildungsfirmen ins Leben gerufen.

Im Vereinigten Königreich schlossen Schulen Partnerschaften mit örtlichen Arbeitgebern, um den Schülerinnen und Schülern Praktika, Lehrstellen und Arbeitsstellen anbieten zu können. Coachingangebote und Jobtage rundeten das Angebot ab.

 

In Italien wurden Schul- und Unternehmensbesuche, Unternehmertage und Seminare zur Motivation junger Menschen organisiert, die sich nicht in Bildung, Ausbildung oder Arbeit befinden.

In Irland erhielten junge Arbeitssuchende persönliche Beratung von Arbeitsvermittlungsstellen.

Die litauische Hauptstadt Vilnius richtete gemeinsam mit dem örtlichen Arbeitgeberverband einen Vermittlungsdienst für junge Arbeitssuchende und potenzielle Arbeitgeber ein. In diesem Zusammenhang wurden auch zweiwöchige „Schnupperstellen“ angeboten.

 

Mehr über die Jugendgarantie und wie sie umgesetzt wird, erfährst du aus dem Memo der Europäischen Kommission.