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Junger Mann zieht Faden durch sein Gesicht
© Flickr, Austin Welch (CC BY-NC-ND 2.0)

Risiko Schönheits-OP

Fett absaugen, Brüste vergrößern, Nase richten: viele Jugendliche wollen ihren Idolen nacheifern und sich operieren lassen. Manche scheinen das fast schon für so was wie einen Besuch beim Friseur zu halten. Ist es aber nicht...

Grundsätzlich ist für jede Schönheits-OP unter 18 Jahren das Einverständnis der Eltern erforderlich, und das mit gutem Grund. Zugleich hört man immer wieder, dass der Wunsch nach "chirurgischer Veränderung" auch bei Jugendlichen keine Seltenheit sei - konkrete Zahlen aus jüngerer Zeit haben wir dazu aber nicht. Politiker überlegen mittlerweile, Schönheits-OPs für Minderjährige ganz zu verbieten. Nun gibt es auch Leute, die ernsthafte Gründe wie Fehlbildungen, Narben oder ähnliches haben. Geht es aber eher in Richtung "ich will Brüste/Nase/Lippen/etc. haben wie...", dann kann von einer medizinischen Notwendigkeit schwerlich die Rede sein.


Mit 16 ist man noch nicht "fertig"

Schade eigentlich, falls wirklich so viele Jugendliche mit sich selbst nicht zufrieden sind - oder was immer der Grund sein mag. Werbung, Filme und Zeitschriften dürften da ihren erheblichen Teil zu beigetragen haben. Sogar der Verband der plastischen Chirurgen selbst beklagte 2010: "Reality-TV hat den Andrang von Jugendlichen für Schönheits-OPs erhöht". Aber vor allem muss man bedenken: da gibt's eine Menge Risiken. Ist eben nicht wie beim Friseur, wo man als worst case 'ne nicht so gelungene Frisur abkriegt. Infektionen, Nervenschädigungen, hässliche Narben, abgestoßenes Gewebe, Schmerzen, zeitaufwändige Nach-OP - da ist alles drin. Obendrein vergessen Jugendliche, die so was machen lassen wollen, in der Regel eine ziemliche Selbstverständlichkeit: Sie wachsen noch! Wer sich also mit 16 die Brüste vergrößern lassen will, könnte überrascht werden, weil die zum Zeitpunkt der OP noch gar nicht "fertig" waren...

 

Nicht gesetzlich geschützt

Heftig ist auch, dass die Bezeichnung "Schönheitschirurg" nicht gesetzlich geschützt ist. Das heißt, im Grunde kann sich jeder Arzt, der ein Messer halten kann, so nennen. So weiß man anhand dieses Begriffes erst mal nicht, wem man da in die Finger gerät. Mit der Bezeichnung "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" hat man allerdings eine entsprechende Facharztausbildung für solche Eingriffe. Aber auch Kosmetikstudios machen schon so einiges wie z. B. Botoxspritzen, da ist dann also für gewöhnlich gar kein Arzt in der Nähe. Und abgesehen von all dem reden wir auch nicht gerade von Discount-Angeboten, denn eine Brustvergrößerung z. B. kostet in Deutschland im Schnitt über 5.000 Euro - die man selbst zahlen muss...

Die Botschaft an alle mit-sich-Unzufriedenen lautet also: wartet wenigstens erst mal ein paar Jahre ab und informiert euch in jeden Fall gründlich.

 

Dieser Text ist im Original auf checked4you erschienen und steht unter CC-BY-NC-ND Creative-Commons-Lizenz.